Das waren DIE Modemomente 2019

2019 war ein ereignisreiches Jahr voller Umbrüche und gebliebener Eindrücke. Nicht nur ist der Klimawandel und das Bestreben, endlich etwas zu ändern, durch die Aktivistin Greta Thunberg sowohl in der Politik als auch in der Modebranche präsenter denn je, auch mussten wir uns in diesem Jahr von großen Modeikonen verabschieden. Mit einer kleinen Träne im Auge und viel Vorfreude auf die nächsten spannenden 12 Monate heben wir unser Glas und stoßen an auf das Jahr 2019!

Und damit viel Freude bei unserem Revue der beeindruckendsten Modemomenten des vergangenen Jahres.

15. – 18. Januar: Berlin Fashion Week

Starten wir lokal: Jedes Modejahr beginnt mit unseren Eindrücken von der Berlin Fashion Week. Leider wird der Kalender in jedem Jahr etwas kleiner und einige Designer verabschieden sich ins Ausland, daher sind wir umso glücklicher, dass uns eines der größten Talente noch erhalten bleibt. William Fan ist mittlerweile zu einer wahren Berliner Modegröße geworden und seine Show in jeder Saison dick markiert in unseren Terminkalendern. Auch in diesem Januar glänzte der gebürtige Hong-Kong-Chinese buchstäblich mit seiner glitzernden Kollektion und einer Inszenierung bei der die Models im Ambiente einer Karaoke-Bar auf die Tresen stiegen.

Weitaus ruhiger ging es dafür bei Malaikaraiss zu, die ihre Kollektion bei einem persönlichen Brunch präsentierte. Ein wunderbar entschleunigtes Statement während der hektischen Modewoche. Umso gespannter warten wir nun auf die kommende Modewoche im Januar 2020.

19. Februar: Leb wohl, Karl!

Im Februar musste die Modebranche sich von einer der einflussreichsten Modeikonen der Welt verabschieden. Karl Lagerfeld, wohl der größte Designer unserer Zeit, verstirbt im Februar.

Mit seinen Kollektionen für Fendi und Chanel bestimmt er den Stil und die Entwicklung der Mode maßgeblich. Die Nachfolgerin Virgine Viard tritt bei Chanel in große Fußstapfen, die es nun gilt auszufüllen. Als langjährige Assistenz Lagerfelds ist jedoch ein gewisser Einfluss des großen Designers spürbar, so auch in der letzten „Métiers d’Art“-Show, die zu Beginn des Dezembers in Paris stattfand.

 

März: Daniel Lee erobert unsere Herzen bei Bottega Veneta

Alle Old-Celine-Fans konnten dieses Jahr aufatmen, denn Daniel Lee setzt mit seinen Designs die Ära Phoebe Philos fort und eroberte im Nu den Modehimmel. Mit sieben Jahren Erfahrung als Designer der Ready-to-wear- Kollektionen bei Céline verleiht er dem italienischen Label Bottega Veneta einen neuen It-Status.

Insbesondere mit seinen Taschen und Schuhmodellen bringt er die Herzen der Modewelt zum Schmelzen und so wird bereits im März die Soft Bag The Pouch zur It-Bag des Jahres gekührt. Auch Jessie kommt bei Lees Taschen ins Schwärmen und gönnte sich erst vor Kurzem die „Arco 29“ während des Weihnachtsbummels durchs KadeWe.

10. Mai: Rihanna gründet ihr Modelabel

Nach monatelangen Spekulation wird es im Mai offiziell: Rihanna gründet unter dem Dach des französischen Konzerns LVMH ihr eigenes Modelabel Fenty und ist damit die erste Frau, die mit dem Konglomerat eine Originalmarke gründet. Neben der bereits existierenden Kosmetiklinie Fenty Beauty kreiert die Pop-Ikone eine eigene Ready-to-Wear-Linie, Sonnenbrillen, Schmuck, Schuhe und Accessoires.

25. Juni: Mit Jacquemus in den Lavendelfeldern

Der französische Designer Simon Jacquemus weiß, wie man in der Modebranche die nötige Aufmerksamkeit erregt. Nicht nur mit seinen wiedererkennbaren Designs hat er sich in die Herzen der Modeliebhaber geschlichen, auch seine zehnjährige Jubiläumsshow zwischen den Lavendelfeldern der Provence sorgte für einen riesigen Hype in den Medien.

Mit seinen Entwürfen kreiert Simon französische Leichtigkeit und Urlaubsgefühl, eine Ästhetik die besonders im diesem Jahr zu großem Erfolg des Labels führte. Neben unbeschwerten Kollektionen eröffnete er in diesem Frühjahr das Café Citron und versprüht mit von der Provence inspirierten Speisen auch hier den Charme Südfrankreichs.

1. – 6. Juli: Berlin Fashion Week

Wieder eine Woche Trubel in der Modestadt Berlin und wir hüpfen von einer Show zu anderen. Besonders sehenswert blieben uns der Newcomer Christoph Rumpf in Erinnerung. Dieser wurde im Frühjahr mit dem Grand Prix des Modefestivals von Hyères ausgezeichnet wurde und seine avangardistischen Entwürfe zum ersten Mal in Berlin präsentiert.

Alle Jahre wieder, genossen wir auch im Sommer die Show unseres Berliner Lieblingsdesigners William Fan. Mit seiner Präsentation im Kunstgewerbemuseum brachte er die Grenzen zwischen Kunst und Mode zum Verschwimmen und überrascht dabei mit außergewöhnlich lauten Neonfarben, die zwischen den historischen Museumsexponaten umso mehr beeindruckten.

24. August: Der Fashion Pact

Keine Frage: Das Jahr 2019 stand im Zeichen der Nachhaltigkeit. Auch innerhalb der Modebranche wächst der Druck und das Verlangen nach alternativen Herstellungsmethoden zum Schutz und Erhalt der Umwelt. Mit dem Fashion Pact wurde im August diesen Jahres ein ersten Zeichen gesetzt als sich im Rahmen des G7-Gipfels insgesamt 150 Modemarken dazu verpflichteten, dem Klimawandel sowie der Umwelt- und Meeresverschmutzung entgegenzuwirken. Neben Modegiganten wie Chanel haben sich auch Fast Fashion-Retailer wie Zara und H&M der Nachhaltigkeit verschrieben.

Jetzt gilt es nur noch zu beweisen, dass es sich nicht nur um Green Washing für eine weisse Weste handelt, sondern echte Taten auf den Pakt folgen.

3. September: Adieu, Peter!

Ein zweiter Verlust erschüttert in diesem Jahr die Modewelt. Der legendäre Modefotograf Peter Lindbergh verstirbt unerwartet im September. Er revolutionierte nicht nur die Mode- und Magazinfotografie, sondern lehrte seinen Betrachtern ein natürliches und echtes Bild von weiblicher Schönheit. Mit seinen ikonischen schwarz-weiß Portraits lichtete er die einflussreichsten Persönlichkeiten seiner Zeit ab und prägte mit seiner Fotografie die Ära der Topmodels in den 90er.

Oktober: Die Pariser Fashion Week inszeniert sich klimabewusst

Zwei Monate nach Unterzeichnen des Fashion Pact findet in Paris die halbjährliche Fashion Week statt, auf der diesmal der Einfluss des Klimawandels deutlich spürbarer wird. Dennoch steckt die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit noch in den Kinderschuhen.

Mit der Nutzung von erneuerbaren Energien, Biotreibstoff und der Spende von Bäumen werden erste Tendenzen sichtbar, doch stehen aufwendige Inszenierungen und Kollektionen aus vorwiegend umweltbelastenden Materialen in starkem Kontrast zu den eigentlich ambitionierten Bemühungen und lassen diese nur halbherzig wirken.

Die ausführliche Betrachtung einzelner Shows könnt ihr hier im Recap nachlesen.

25. November: der Megakauf des Jahres

Die alteingesessene Juweliermarke Tiffany gehört wohl spätestens seit dem Filmklassiker „Frühstück bei Tiffanys“ zum Modevokabular. Im November stand das mittlerweile 182 Jahre alte Schmucklabel aber nicht wegen seiner prägenden Filmgeschichte in den Schlagzeilen. Denn das französische Konglomerat LVMH landete den wohl größten Deal des Jahres und kaufte den amerikanischen Juwelier für satte 16,2 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) ein. Ein legendärer Schachzug, um das Schmuckgeschäft und die weltweite Präsenz auszubauen.

Text von Luisa Kuhlewind 

– Dieser Artikel enthält Affiliate Links – 

Bilder von Karl Lagerfeld, Fenty und Jacquemus via Vogue Runway. Restliche Bilder via PR. 

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