„Der Besitz von Dingen wird immer weniger wichtig“: Fobe verleiht Luxushandtaschen im Abo

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Gründerin Journelles

Marlena Diez arbeitet bereits mit 22 Jahren als Einkäuferin und ordert Ware bei Prada, Celine und Co. Dabei merkt sie, dass Kundinnen von Modetrends regelrecht überflutet werden – und  beim Kaufen der neusten It-Bags überhaupt nicht hinterher kommen. Gemeinsam mit ihrem alten Schulfreund Anton entwickelt sie daher, rund neun Jahre später, die Start-up-Idee hinter Fobe.

Fobe ist eine Plattform, auf der sich Kundinnen mit einem monatlichen Abo die neusten Taschen-Trends direkt nach Hause holen können. Jede Tasche behält man zwei Monate lang und kann sie im Anschluss gegen das nächste Modell austauschen.

Handtaschen hat man im Lockdown wenig ausführen können, die Idee fühlt sich aufgrund der Nachhaltigkeit aber richtig und wichtig an – alleiniger Besitz ist nicht mehr notwendig und zeitgemäß.

Marlena erzählt uns im Interview alles über die Gründung während einer Pandemie, wir ihr Psychologie-Studium bei der Auswahl der Trend-Modelle von Bottega Veneta, Prada, Celine oder Saint Laurent geholfen hat und wie das Abo funktioniert.

Liebe Marlena, du hast vor der Gründung von Fobe Psychologie studiert – wie bist du dann von da aus auf Handtaschen gekommen?

Ursprünglich habe ich für ein paar Jahre in der Fashionbranche als Einkäuferin für 8 Multibrandstores gearbeitet. Diese Zeit war sehr prägend und intensiv. Ich war zu dem Zeitpunkt 22 Jahre alt und konnte schon sehr früh viel Erfahrung mit den Marken im High- End-Bereich sammeln. Ich habe fast durchgehend in Hotels gelebt und war viel in Europa unterwegs. Für mich war es damals überwältigend, Ordertermine bei Prada, Celine, Balenciaga und Co zu haben und in diese komplett andere Welt abzutauchen. Ich habe, wenn ich dann zwischendurch auch mal nach Hause gekommen bin, noch in einer WG in einem sehr alternativen Studentenviertel gewohnt.  Dadurch habe ich gefühlt in zwei Parallelwelten gelebt. Das war einerseits gut, um genug Distanz zu dieser doch auch realitätsfernen Welt zu bekommen, jedoch auch teilweise schwierig, weil ich bei den meisten WG-Kochabenden und Partys gefehlt habe und für Gleichaltrige mein Job nicht wirklich nachvollziehbar war.

In der Zeit bin ich sehr schnell erwachsen geworden und würde sagen, dass sie mich wahnsinnig gut auf die Gründung von FOBE vorbereitet hat.

Um Auf deine Frage zurück zu kommen: Ich finde dass Mode und Psychologie unheimlich nah beieinander liegen. Als Einkäuferin im High-End-Bereich braucht man ein Gefühl für bevorstehende Trends, ein Gefühl für die Bedürfnisse der Kunden. Man muss sozusagen vorhersehen, was die Kunden in der nächsten Saison haben wollen. Das hat sehr viel mit Psychologie zu tun.

Ich habe dann mit 26 die Chance genutzt, mit einem Psychologie Studium anzufangen, da mein Mann beruflich für ein paar Jahre nach China musste, ich mitgegangen bin und die Zeit im Ausland auch für meine Entwicklung nutzen wollte. Ich habe jedoch sehr schnell festgestellt dass mir die Mode unheimlich fehlt und so ist parallel Fobe entstanden.

Wie kam es dann zur Entwicklung von Fobe?


Tatsächlich ist der Ideengeber mein Co-Founder Anton Wochmanin. Wir kennen uns schon seit der Schulzeit, er hatte auch schon immer eine gewisse Fashionaffinität und hat dann nach dem Abi studientechnisch den Weg der Wirtschaftswissenschaften eingeschlagen, was sich bei uns jetzt super ergänzt.

Während meiner Zeit in der Modeindustrie habe ich gemerkt, wie schnelllebig gerade auch der hochpreisige Bereich geworden ist, der in der Vergangenheit eher für Verknappung und einer absoluten Wertstabilität stand. Als ich als Einkäuferin angefangen habe, waren die Orderzeiten noch saisonal begrenzt und ich bin zwischendurch auch mal für zwei Monate am Stück zu Hause gewesen. Gegen Ende hingegen haben die Designer so viele Kollektionen auf den Markt gebracht, dass ich eigentlich gar nicht mehr zu Hause war. Die Kundinnen wurden quasi überflutet mit neuen Trends und einer riesigen Auswahl an It-Bags, die sie am liebsten alle hätten kaufen wollen. Jedoch sind selbst Kundinnen mit einem großzügigen Shopping-Budget teilweise an ihre Grenzen gestoßen und konnten ihren Bedarf nicht wirklich stillen.

Wir wollten für dieses Problem eine Lösung kreieren und so ist die Idee von FOBE entstanden. Es ist einfach sehr viel nachhaltiger und auch zeitgemäßer, wenn man sich die It-Bags, die gerade den aktuellen Trend widerspiegeln und in bestimmten Farben angesagt sind, tragen und kombinieren kann, ohne sie für viel Geld kaufen zu müssen. Wir wollten keine reine Mietplattform sein, sondern einen wirklichen Ersatz für den Konsum anbieten.

Deshalb vermieten wir die Taschen auch nicht tageweise, sondern mit einem monatlichen Abonnement, so können unsere Kunden sich das ganze Jahr über an unserer Auswahl bedienen. Es ist in etwa wie der Zugang zu einem riesengroßen virtuellen Kleiderschrank.

Habt ihr bei der Gründung eine Mission definiert?

Unsere Mission mit FOBE ist es eine nachhaltigere Alternative zum Konsum anzubieten, bei der Kunden auf nichts verzichten müssen. Ich möchte unseren Kunden den Spaß an der Vielfalt und der Abwechslung von Fashion nicht nehmen. Hier ist Sharing einfach die ideale Lösung!

In Zukunft können wir uns auch zirkulare Modelle mit den Herstellern vorstellen, das heißt sie bekommen die Taschen nach circa 1-2 Jahren Nutzung zurück, um daraus wieder neue Modelle herzustellen. Das ist bei vielen Herstellern leider aktuell noch nicht möglich, aber ganz klar unsere Zukunftsvision.

Kannst du uns die Abo-Möglichkeiten und die Preise erklären?

Durch FOBE haben Mode-Begeisterte die Möglichkeit, über ein Abo Zugriff auf eine große und sehr aktuelle Auswahl von It-Bags beliebter Designer zuzugreifen.

Wir haben hier unterschiedliche Abo Pakete im Angebot: Bei allen Abos ist der Hin- und Rückversand inklusive, genau wie die Versicherung. Bei allen Paketen behält man die Tasche 2 Monate und tauscht danach in ein neues Modell um. Bei allen Paketen hat man immer 1 Tasche, man kann auch zwei Abonnements gleichzeitig buchen.

Unsere Boxen starten immer zum 1. des Monats und haben alle eine Mindestlaufzeit von 6 Monaten. Bei allen Boxen trifft man im Vorhinein seine Auswahl für die nächsten 6 Monate. Bei allen Boxen ist die Reihenfolge, in der die Taschen einem geschickt werden, eine Überraschung.

Das Fobe Unlimited Abo ist das flexibelste und kostet 99€ im Monat innerhalb von Deutschland, im Europäischen Ausland kostet es 119€ wegen der Mehrkosten beim Versand. Die Mindestlaufzeit beträgt 2 Monate. Hier hat man die größte Flexibilität, man kann sich aus der gesamten Auswahl eine Tasche aussuchen und sie wird einem dann innerhalb von 2-3 Werktagen zugeschickt. Nach zwei Monaten wird dann in ein neues Modell getauscht!

Die Your Style Box kostet 89€ im Monat innerhalb von Deutschland, im Europäischen Ausland 109€ wegen der Mehrkosten beim Versand. Hier kann man sich seine Box selber aus unserem Sortiment zusammenstellen.

Die IT-BOX kostet 79€ im Monat innerhalb von Deutschland, im Europäischen Ausland 99€. Hier kann man 2 Modelle aus der gesamten Auswahl aussuchen und die dritte Tasche ist eine Überraschung aus unserem Sortiment.

Die Mostwanted Box kostet 79€ im Monat innerhalb von Deutschland, im Europäischen Ausland 99€. Hier sind drei beliebte Taschenmodelle vorgegeben, man kann seine Lieblingsfarbe wählen.

Psst, 50% off für Journelles-LeserInnen!

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Was passiert mit den Taschen, nachdem ich diese ausgeliehen und wieder zurückgeschickt habe?

Die Taschen werden bei uns im Lager auf Schäden geprüft und gereinigt, dann werden sie in den meisten Fällen schon wieder direkt weiter an den nächsten Kunden verschickt.

Wie viele Taschen habt ihr bei Fobe im Sortiment, aus denen ich wählen kann?

Unser Sortiment richten wir so aus, dass es alle aktuellen Taschentrends abbildet. Wir erweitern und aktualisieren es sehr regelmäßig.

Wenn ich eine ganz besondere Tasche habe, die ihr nicht anbieten könnt- kann ich diese dann anfragen?

Wir freuen uns immer über Feedback und auch über Taschenwünsche von Kunden. Bei der Lieferanten-Auswahl sind wir limitiert, aber wenn Kunden sich von den vorhandenen Lieferanten andere Modelle oder Farben wünschen, freuen wir uns immer über Anregungen. Und wenn es für unser Sortiment Sinn macht, nehmen wir die Taschen auch mit auf.

Was passiert, wenn bei der Benutzung der Tasche aus Versehen etwas kaputt geht? 

Was macht ihr, wenn Taschen so beschädigt sind, dass sie nicht mehr verliehen werden können?

Die Taschen sind alle versichert und die Versicherung ist bei allen Abo-Paketen inklusive.

Bei normalen Gebrauchsspuren und Abnutzungsschäden müssen die Kunden nichts befürchten. Wir wollen, dass sie die Taschen wirklich nutzen können und nicht die ganze Zeit Angst haben müssen, dass etwas passiert.

Sollte die Tasche aus Versehen stark beschädigt werden, fällt im schlimmsten Fall eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150€ an. Hier findet ihr alles zu FOBE-Care.

Wie habt ihr 2020 die Corona-Krise erlebt?

Wir haben eine Woche vor dem ersten Lockdown gegründet und haben deshalb keinen Vergleich, wie unser Business ohne Corona funktionieren würde.

Wir haben den ersten Lockdown aber als sehr viel schwieriger empfunden. Ich habe das Gefühl, dass die Kundinnen durch den generellen Verzicht auf Konsum beim zweiten Lockdown eher das Bedürfnis haben, sich etwas Gutes zu tun und sich deshalb auch eher für ein Taschenabonnement entschieden haben.

Da habt ihr unter harten Bedingungen gegründet – gibt es jetzt schon Learnings oder etwas, das du gern vor der Gründung des Start-ups gewusst hättest?  

Ich habe davor zwar als Einkäuferin auch ein Gefühl von Verantwortung und beruflichem Druck gehabt, war aber angestellt und am Ende hatte die Inhaberin die Hauptverantwortung zu tragen.

Diese Verantwortung jetzt selber tragen zu müssen ist für mich die größte Herausforderung. Dieses Gefühl hört nie auf und damit einen gesunden Umgang zu finden, ruhig schlafen zu können oder sich auch konsequent Zeit für sich selbst zu nehmen, ist schwerer als ich es mir vorher vorgestellt hätte.

Handtaschen wurden im letzten Jahr ja leider viel weniger „gebraucht“ als der Jogginganzug.

Natürlich haben wir aktuell ein Produkt, was mehr Spaß macht, wenn man es auch wirklich ausführen kann oder mehr Möglichkeiten hat sich zu stylen. Trotz allem konnten wir durchgehend wachsen und ich bin sehr gespannt darauf, wie es sein wird, wenn die Einschränkungen aufgehoben werden.

Mit FOBE folgt ihr einem Prinzip der Nachhaltigkeit – anstatt dass man sich alle Taschen kauft, leiht man sich diese für einen bestimmten Zeitraum. Was mache ich, wenn ich mich doch sooo sehr in eine der Taschen verliebt habe, dass ich sie nicht mehr hergeben möchte?

Generell wollen wir eine Alternative zum Konsum anbieten und bieten die Taschen deshalb auf unserer Seite nicht zum Verkauf an. Wir wollen mit Fobe unseren Kundinnen auch die Möglichkeit geben Taschen zu testen, wenn sie sich zum Beispiel bei einer Anschaffung nicht sicher sind. Durch uns können sie die Taschen vorab im Alltag testen und vermeiden so im besten Fall einen Fehlkauf. Was dazu beiträgt, dass weniger ungenutzte Ressourcen in Kleiderschränken auf ihren Einsatz warten.

 

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Hast du 2021 schon deine absoluten Lieblingstaschen gefunden?

Ich befasse mich im Grunde den ganzen Tag mit dem Thema und finde deshalb echt viele Modelle auf ihre Art und Weise spannend. Ich könnte mich aktuell nicht zwischen der Jodie von Bottega Veneta und der Cleo von Prada entscheiden. Für mich sind das die absoluten It- Bags im kommenden Jahr.

Ich finde dein System super, weil die Taschenauswahl stimmt. Insbesondere bei den angesagten Bottega- oder Prada-Taschen macht es total Sinn, da man sich an viel getragenen Trends irgendwann satt sieht. Bleibt ihr bei dem Trend-Prinzip oder sind auch Klassiker von Hermes und Chanel in Planung?

Ich sage hier zwar niemals nie. Aber aktuell wollen wir uns ganz klar auf die Trendtaschen fokussieren, die man unbedingt haben möchte, weil an ihnen aktuell kein Weg dran vorbeiführt.

Wir sind immer bemüht, die neusten Trends mitaufzunehmen und wollen mit unserer Auswahl den Zeitgeist treffen.

 

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Lieben Dank für das Interview!

Hier gehts lang zu FOBE.

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.