Die News! Fashion Revolution, Dior entführt nach Marrakesch und H&M wird transparenter

Meine Lieben, war das eine aufregende Modewoche, die hier hinter uns liegt. Jessie hielt einen Panel Talk bei der Pop-up-Plattform art perspectives im Rahmen des Gallery-Weekend in Berlin, Maria Grazia Chiuri präsentierte ihre Cruise 2020 Show in Marrakesch, in über 90 Ländern organisierten AktivistInnen Aktionen rund um die Fashion Revolution und dann wurde auch noch der Grand Prix des Festival d’Hyères verliehen.

Das und noch einiges mehr habe ich für euch heute in den LiebLinks. Viel Spaß und einen schönen freien 1. Mai!

Dior entführt uns nach Marrakesch

Unglaublich, aber wahr: Maria Grazia Chiuri hat es mal wieder geschafft, alle vom Hocker zu reißen. Nein, nicht unbedingt nur bei dem Blick auf die Kollektion, wohl aber in Bezug auf die atemberaubende Location in Marrakesch. Wer hat den Livestream auf Journelles mitverfolgt? Falls nicht, kommen hier die wichtigsten Infos – kurz und kompakt:

Die Location

Die gebürtige Italienerin präsentierte am Montagabend ihre Cruise 2020 Kollektion für Dior vor der spektakulären Kulisse im El-Badi-Palast. Für das atemberaubende Setting der Show sorgten marokkanische Weberinnen und Töpferinnen. Es gab mit Henna bemalte Kissen aus handgefertigten Stoffen und mit Keramik verziertes Dekor. Ein atemberaubendes Setting!

Credit: Raphael Dautigny via PR

Die Looks

Chiuri war unter anderem inspiriert von feministischen Texten der Professorin Naomi Zack und dem Buch „Papa, was ist ein Fremder?“ des marokkanisch-französischen Autors Tahar Ben Jelloun, sie zitiert ihn sogar aus seinem Buch: „Culture teaches us to live together, teaches us that we’re not alone in the world, that other people have different traditions and ways of living that are just as valid as our own“.

In der Kollektion ging es vor allem um das Handwerk: Chiuri holte die französische Anthropologin und Spezialistin für afrikanische Textilien und Mode Anne Grosfilley mit ins Boot und engagierte Spezialisten aus dem afrikanischen Kontinent: Zum Beispiel die nigerianische Hutmacherin Daniella Osemadewa oder die afro-karibische Designerin Martine Henry, die zusammen mit dem britischen Hutmacher Stephen Jones die Turbane und Kopfbedeckungen der Kollektion entworfen haben. Außerdem hat die Firma Uniwax, ein Designstudio mit einer Fabrik an der Elfenbeinküste, das in Afrika gefertigtes Wachsgewebe produziert, zwei der prägenden Motive für die Kollektion neu interpretiert. Zudem lud Chiuri die Modedesignerin Grace Wales Bonner und die Künstlerin Mickalene Thomas ein, das „Bar Jacket“ von Christian Dior neu zu interpretieren. Schaut euch die Bilder an, entschleunigt und träumt ein wenig davon!

Credit: Nadine Ijewere for Dior via PR
Credit: Dior via PR
Credit: Dior via PR
Credit: Dior via PR

Die Gäste

Camila Coelho (Photo by Pascal Le Segretain/Getty Images for Dior)
Leandra Medine (Photo by Pascal Le Segretain/Getty Images for Dior)
Jessica Alba (Photo by Pascal Le Segretain/Getty Images for Dior)

Labelwatch: Ein neues Handtaschenlabel aus Berlin

Eines ist euch ganz sicher nicht entgangen: Immer häufiger kommen Newcomer-Taschenlabels aus Berlin. Maison Héroïne mit seinen praktischen und doch feinsinnig eleganten Handtaschen, Lili Radu mit ihrem gleichnamigen Label oder Vee Collective, nicht zu vergessen Jerome Studio mit seinen coolen It-Bags. Tatsächlich gibt es ein weiteres kleines Label aus Berlin: Numen. Die Designerin Nicola Cliemas entwirft aktuell genau ein Taschenmodell – dafür in vielen Farben. Find‘ ich gut, schließlich repräsentiert Numen somit etwas, das aktuell wichtiger denn je wird: Nachhaltigkeit und weniger ist mehr!

Der Shopper wird in Berlin entworfen und in der Veneto-Region in Norditalien handgefertigt. Mehr zu Numen? Hier!

„Kleidungsstücke werden billiger angeboten als ein Sandwich“ – Fashion Revolution

Ihr erinnert euch doch ganz sicher noch an den Einsturz des maroden mehrstöckigen Gebäudekomplex Rana Plaza in Bangladesch, bei dem mehr als 1.100 Menschen starben? Über 2.400 Menschen wurden teils schwer verletzt. Ob eine solche Katastrophe vier Jahre danach noch in einer Textilfabrik geschehen kann? Ich glaube kaum einer, würde darauf sicher nein antworten können.

In einigen Fabriken wurde zwar die Sicherheit verbessert, die Arbeitsbedingungen sind vielerorts noch immer katastrophal – und das bedeutet: Aktionen, Aufrufe und Engagement werden auch weiterhin gebraucht, um Fabrikbesitzern und Modekonzernen die Stirn zu bieten.

Daher darf an dieser Stelle also gleich eine weitere News die Runde machen: In über 90 Ländern organisierten ehrenamtliche AktivistInnen Aktionen und Events rund um die Fashion Revolution. Auch in Deutschland erinnerten unzählige Veranstaltungen an den Einsturz des Rana Plaza am 24. April 2013 und mobilisierten Tausende von Menschen, sich für eine gerechtere Modeindustrie einzusetzen.

“Kleidungsstücke werden billiger angeboten als ein Sandwich. Die Preise signalisieren, dass diese Kleidung zum wegwerfen ist, … damit lernen junge Konsumenten, dass Mode keinen Wert hat.”

– Li Edelkoort

New Drop: Maximova feiert den Neustart

Huch, erst vor zwei Wochen haben wir die hübsche Dari von Maximova Jewelry in einem Closet Diary durch ihre modische Woche begleitet, schon sieht man sich wieder. Die Bulgarin kredenzt uns eine sehr persönliche Kollektion, in der sie sich auf ihre Wurzeln und den Traditionsbrauch „Baba Marta“ besinnt. Letzteres ist die weibliche Figur, die in Bulgarien den März symbolisiert.

Daris neue Kollektion ist ein Tribut an die Zeit des Aufbruchs und des Neustarts. Die kleinen Talismane symbolisieren mit der Farbe Rot die Liebe und Lebensfreude, mit Weiß die Reinheit und Glückseligkeit. Zum ersten Mal überhaupt hat die Designerin übrigens auch ein Fußkettchen mit herausgebracht. Na, auch so schwer verliebt wie wir?

Dann aufgepasst: Die Kollektion launcht im Mai.

Christoph Rumpf FIAMH 2019 Paris, France

Neues Modetalent: Christoph Rumpf gewinnt den Grand Prix des Festival d’Hyères

Mit einer ausladenden, pompösen Ästhetik hat der österreichische Designer Christoph Rumpf den begehrten Preis des Hyères Festivals gewonnen. Der Designer hat an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studiert; John Galliano und Alexander McQueen zählen zu seinen Vorbildern.

„Meine Kollektion erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der ohne menschlichen Kontakt im Dschungel aufgewachsen ist. Später erfahren wir, dass er ein vermisster Prinz ist und es ihm schwerfällt, diese Rolle nach seiner Rückkehr in die Gesellschaft auszufüllen. Ich wollte den Kontrast zwischen der primären Funktion von Kleidung (Schutz) und dem, was Kleidung heute bedeutet (Selbstdarstellung) aufzeigen“, so der Designer. „Ich möchte, dass Menschen jemand anderes werden, wenn sie meine Kleidung tragen.“ Einen Teil seiner Kollektion hat er aus gebrauchten Materialien von Flohmärkten, darunter auch Teppichen oder Vorhängen, entworfen; aus alten Bauchtanz-Accessoires hat er Schmuck hergestellt. „So versuche ich, meinen Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu finden.“

Neben dem Preisgeld und der Förderung durch namenhafte Modehäuser wird er seine Kollektion auf der Fashion Week im Juli in Berlin zeigen. Ich bin schon sehr gespannt darauf, seine Entwürfe live zu sehen.

Neues von H&M: Produkt-Transparenz

Dass sich H&M immer mehr auf das Thema Nachhaltigkeit konzentriert, wissen wir längst. Nun veröffentlichte der schwedische Modekonzern eine Pressemitteilung, in der die neue Transparenz-Ebene für alle Produkte im Onlineshop vorgestellt wird. Die ab sofort verfügbaren Details ermöglichen jedem Kunden, zukünftig besser nachzuvollziehen, wo das jeweilige Kleidungsstück hergestellt wurde, ist so besser informiert und kann eine bewusstere Kaufentscheidung treffen. Wer im Store vor Ort ist, kann die Informationen ebenfalls abrufen, wenn er das Preisschild mit der H&M-App scannt.

Ein wichtiger Schritt, auf den hoffentlich noch größere folgen!

Wedding at the beach: Brautkleider von Kaviar Gauche

Hach, Kaviar Gauche, du schönes Label! Von Stunde eins an sind wir Fans des Berliner Labels und so wundert es nicht, das die schönsten Bilder der Woche auch aus ihrem Hause kommen. Johanna Kühl und Alexandra Röhler beweisen einmal mehr, wieso sie sich das Heiraten lohnt.

Die beiden Designerinnen inszenierten in Maimi die schönsten Key Pieces der aktuellen Blanc de Blancs Kollektion inklusive romantischem Sonnenuntergang, fotografiert hat das Kölner Fotografinnen-Duo Tali Photography Tali und Claudia.

Tausend und eine Nacht – H&M Home in Marrakesch

Neben Dior scheint auch H&M Home auf den Geschmack gekommen zu sein und präsentiert uns nun ein paar weitere Schmankerl aus Marrakesch: Wohnaccessoires in leuchtenden Farben und mit auffallenden Drucke, zusammen mit sandfarbenen Tönen und aus natürlichen Materialien. „Die marokkanische Landschaft und die Architektur von Marrakesch, mit den natürlichen Tönen der Wüste und den leuchtenden Farben der Stadt, waren große Inspirationsquellen für unsere unterschiedlichen Sommer-Stile. Es dominieren zwei große Stilrichtungen – die eine ist voller Energie mit leuchtenden Farben, leuchtenden Drucken und raffinierten Details, die andere ist subtiler und lässiger mit sandfarbenen Tönen, natürlichen Materialien und schwarzen Details“, sagt Evelina Kravaev Söderberg, Head of Design bei H&M Home.

Unsere Wunschliste haben wir natürlich auch schon zur Hand:

©MaureAlegre GmbH

Event Reminder: Berliner, aufgepasst!

Noch bis zum 15. Mai habt ihr Zeit, zwei aufstrebende, nachhaltige Newcomer-Brands Often & Phylyda hier in Berlin kennenzulernen, denn so lange hat der Pop-up-Shop des Fashion Council Germany im Bikini Berlin geöffnet. Als Dankeschön erhalten die ersten 100 Besucher einen 45% Rabatt auf Artikel von Phylyda oder einen 20% Rabatt auf Artikel von Often.

Pop Up Box 17 im Bikini Berlin im Erdgeschoss, von 02. bis 15. Mai 2019, Montag bis Samstag, 10.00 – 20.00 Uhr

Alle Bilder via PR

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Kommentare

  1. Mensch, Mensch, Mensch. So viel los am Mode Olymp. Sowohl Design technisch, man siehe nur die wundervollen Stücke der Dior Kollektionen und Junglabels aus Berlin, sowie in Richtung Fortschritt bezüglich nachhaltiges Denken.

    Gruß,
    Petra

  2. Katharina sagte am

    Liebe Alex, danke für die schöne Newszusammenstellung – die Chiuri-Kreationen sind ja uuunfassbar schön! Nicht so überzeugend find ich allerdings die H&M-Aktion. Die Infos zum Kleid sagen kaum was über die klassische PR des Unternehmens hinaus. Natürlich ist es irgendwie gut, dass do ein Moderiese sich des Themas annimmt und an der einen oder anderen Stelle schraubt, faire Fashion kauft man bei H&M aber nicht (mehr dazu: https://utopia.de/hm-nachhaltig-conscious-exclusive-collection-79729)
    Liebe Grüße, Katharina

    • Alexandra sagte am

      Huhu Katharina, danke für dein Feedback. Und danke für den Link, sehr interessant. Ich gebe dir da vollkommen recht. Darauf muss noch viiiiiel folgen. Happy weekend! LG, Alex

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