Lust auf Farbe! Wir setzen mit bunten Möbeln und Wänden gezielt Akzente

Kaum hat man sich mit einem Wohntrend angefreundet und fängt an, sich zu arrangieren und im Geiste die komplette Einrichtung auszutauschen, da läuft einem auch schon die nächste Inspiration über den Weg – und man schmeißt sein ganzes Konzept wieder um. Mein großes Problem ist gerade die ganz essentielle Frage: Wer möchte ich sein?

Mag ich nackte Wände lieber, oder habe ich doch eher Lust auf zahlreiche Bilder, Poster und Regale? Lasse ich Kakteen oder Monstera und Gummibaum den Vortritt? Und überhaupt, wie stehe ich eigentlich zu Teppichen und welche Farben kann ich mir an welcher Wand gut vorstellen? Immer, wenn ich denke: „Jetzt habe ich es!”, schieben sich wieder umwerfende Ideen in meinen Instagram-Feed und das Theater geht von vorne los. Das Ende vom Lied ist, dass meine bescheidene Zwei-Zimmer-Wohnung auch nach vier Monaten noch immer work in progress ist, allerdings auf Stufe 1.

Schuld sind Bilder von wunderbar bunten Möbeln und Wohnaccessoires, die gezielt platziert nicht nur für tolle Akzente sorgen, sondern auch miteinander unerwartet harmonieren. Warum nur habe ich eine graue Couch gekauft? Doch es ist natürlich nie zu spät! Zeit also, etwas tiefer in das Thema einzutauchen. Bei dem grauen Himmel, der so tief über unseren Köpfen hängt, können ein tiefrotes Regal oder ein knallorangener Sessel zu echten Wachmachern und optischem Vitamin D werden.

Wenn ihr auch gerne mehr Farbe in euer Leben lassen möchtet und bereit seid, etwas Mut zu beweisen und etwas zu wagen, habe ich hier 5 Inspirationen für euch, die mir bei einem wahren Marathonlauf durch Pinterest, Instagram und zahlreiche Blogs besonders im Hirn hängen geblieben sind.

Mut zu monochrom

Wenn ich an komplett einfarbige Möbel denke, lande ich im Geiste in der Kinderabteilung von Ikea. Diese wartet regelmäßig mit ein- bis zweifarbigen Schränken, Betten oder Kommoden auf, die wirken, als wären sie direkt aus einem Comicheft in die Realität gebeamt worden. Für Kinder mag das vielleicht die Einrichtung der Träume sein. Mich indes graust es immer vor diesem playmobilhaften Kunterbunt.

Entsprechend weit entfernt war für mich die Vorstellung, jemals einfarbige Möbel in meine Wohnung einziehen zu lassen. Bis mich die Bilder des dänischen Möbelhauses Montana eines Besseren belehrt haben. Einfarbige Möbel? Ja, das sieht ziemlich gut aus! Mir gefällt vor allem die Möglichkeit, hier mit nur einem Möbelstück das ganze Look and Feel eines Zimmers bestimmen zu können. Greife ich die dominante Farbe im weiteren Interior-Konzept auf? Oder mache ich genau das Gegenteil und lasse die Knallfarbe einfach für sich stehen?

Angenehmer Nebeneffekt beim Betrachten der Bilder: Man wird ein wenig mit dem schwierigen Thema „Mediamöbel” versöhnt. Und, seid ihr an Bord?

Alle Bilder via Montana.dk

A Bigger Colour Splash!

Und wo wir gerade von gezielten Farbakzenten sprechen. Wer es lieber etwas zurück genommen mag und mit komplett einfarbigen Möbeln keinen Frieden schließen kann, hat an anderen Stellen noch immer genug Gelegenheit, ein wenig Buntes ins Spiel zu bringen.

Mir gefallen besonders die Interior-Konzepte von Oskar Melzer (einige kennen ihn vielleicht vom Mogg & Melzer in Berlin), der in seinen eigenen Restaurants und auch für Privatkunden oder Hotels immer eine ganz besondere Atmosphäre schafft, indem er Farbe gezielt einsetzt. So hat er sich für die blauen Tische und lachsfarbenen Sitzmöbel im inzwischen leider geschlossenen Louis Pretty Deli in Berlin von David Hockneys Bild „A Bigger Splash” inspirieren lassen. Selten habe ich eine Idee so toll umgesetzt gesehen und ich wünsche mir wirklich, auch ich hätte dieses Transfer-Talent! In seinem eigenen Restaurant Mogg & Melzer stechen die tief lilafarbenen Polster der Möbel im ansonsten in Erdfarben und rustikalem Holz gehaltenen Interior hervor.

Eine gute Lektion in Sachen gezielt mit Farben Stimmung erzeugen und ein Beispiel dafür, wie man auch mit nur einem Ton für Abwechslung sorgen kann.

Alle Bilder via Oskar Melzer

Ton in Ton

Farbig heißt aber nicht automatisch knallig. Die Palette bewegt sich schließlich von Schwarz und Grau über alle Farben des Regenbogens bis hin zu Weiß. Wer bereits darüber nachgedacht hat seine Wand zu streichen und wie ich an der Auswahl der Wandfarbe gescheitert ist, kennt die Bandbreite.

Mir gefällt bei aller Liebe zum Bunten die Idee des Ton-in-Ton-Haltens. Schaue ich mir die beiden Bilder hier an, werde ich direkt beruhigt von den dunklen Tönen, in denen sowohl die Wände, als auch die Möbel gehalten sind. Einerseits könnte man meinen, dass der Raum dadurch an Tiefe verliert, andererseits kommt das Auge jedoch zur Ruhe und das Setting ist sehr geschmackvoll und erwachsen. Ich stelle mir das gezielte Einsetzen von farbigen Gebrauchsgegentänden zudem ganz spaßig vor. Knallgelbe Tassen, neonfarbene Kerzenständer oder Schneidebrettchen in Terrazzo-Muster kommen hier gleich doppelt so stark zur Geltung!

Wenn mir nun noch jemand verraten kann, woher man diese tollen, goldenen Wandpaneele bekommt, wäre ich morgen schon dabei und würde zu Farbeimer und Pinsel greifen, um meine Küche in ein tiefes Waldgrün zu tauchen.

Kleine Akzente mit großer Wirkung

So, und hier wären wir schon bei den ganz kleinen Akzenten von Farbe. Ich gebe zu, die Moods, die mir zu diesem Thema über den Weg gelaufen sind, sind etwas abstrakt und surreal. Doch so losgelöste Inspiration macht es mir persönlich oftmals noch leichter, die Idee auf meine Situation zu übertragen.

Was mich hier besonders begeistert ist einerseits die Kombination der Farben und andererseits die Idee, mit wenigen Tönen zu arbeiten, diese aber in Wiederholung einzusetzen. Vor meinem inneren Auge sehe ich etwa meine relativ kleine Küche mit einer petrolfarbenen Wand, an der fünf altrosa-farbene Regalböden hängen. Weitergedacht könnte es auch das monochrome String Pocket Regal in Rosa sein.

Auch eine gelbe Lampe im Badezimmer würde mir gefallen und kommt mir beim Betrachten der Bilder in den Sinn. Ab damit in den Inspirationsordner!

Alle Bilder via Luis Beltran

Go Yellow! Or Orange…

Orange und Gelb hatten bereits ihr modisches Comeback. Zeit also, sich auch im Interior den Gute-Laune-Farben zuzuwenden. Es ist schon seltsam, schließlich ist es wirklich so, dass ein strahlendes Gelb oder ein kräftiges Orange meine Stimmung aufheitern. Zudem träumte ich vermutlich sechs Jahre lang von einer Wand in Saffrangelb in meiner Küche. Vielen Umzügen sei es gedankt, dass dieses Vorhaben nie in die Tat umgesetzt wurde. Inzwischen habe ich den Plan ad acta gelegt und habe mich auf Blau- und Grüntöne eingeschossen.

Um das USM Haller Sideboard schleiche ich nach wie vor seit Jahren herum. Der Preis ist hier bisher mein größter Feind. Bis vor ungefähr zwei Wochen hatte ich das Stück in Gelb aber nicht mal ansatzweise auf dem Schirm. Schuld ist nun eine Freundin, die sich eben dieses Modell gegönnt hat und es belebt ihr ganzes Wohnzimmer so ungemein, dass ich nun von der Sonnenfarbe träume.

Als weitere Idee bin ich bei meiner Recherche über einige schöne, orangefarbene Möbel gestolpert. Hier hat mir der moderne, kubistische Sessel mit den goldenen Füßen am besten gefallen. Warum? Weil er gleichzeitig unheimlich gemütlich und kantig aussieht und durch die Farbkombination einen leichten Retro-Charakter bekommt. Wer weiß, vielleicht setze ich diese Idee durch ein knallorangenes Polsterkissen auf meinem Holzsessel um. Denn trennen möchte ich mich von ihm noch nicht.

Bilder via USM Haller und Claire Esparros

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