Interior-Crush Papierlampe – Der Kinderzimmer-Klassiker feiert sein Comeback!

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich darauf mal noch kommen könnte. Papierlampen. Sie sind die Lampen schlechthin, wenn ihr mich fragt. Bis vor ein paar Wochen hätte ich das zwar selbst nicht geglaubt – aber heute bin ich der festen Überzeugung.

Ehrlich gesagt habe ich keinen blassen Schimmer wie es soweit kommen konnte. Alles was mich mit Japan verbindet, ist und war meine Klavierlehrerin. Vielleicht war der Spaziergang durch das Vitra Haus letztens ein wichtiger Ausschlaggeber. Ganz sicher bin ich mir da aber nicht. Warum also so viel Passion für ein ödes, weißes Leuchtmittel, dass man beim Schweden schon seit Jahren ab zwei Öcken bekommt und das wahrscheinlich jeder von uns schon einmal in seinem Kinderzimmer hängen hatte?

Cocolapine Design, Akari-Lampe 3A

Nun ja. Der Beginn der Geschichte ist woanders zu suchen. Nicht in Schweden, sondern in Amerika. Und vielleicht auch in Japan. Bei Isamu Noguchi – einem japanisch-amerikanischer Künstler, Bildhauer und Designer.

Freunde von Freunden

Ab 1951 fertigte er über 100 Entwürfe der Akari Light Sculptures, die es als Tisch-, Steh- und Deckenlampen gibt. Die Leuchten bestehen aus Shoji-Papier und werden in Japan handgefertigt. Das leicht durchsichtige Shoji- oder auch Japanpapier wird beispielsweise auch für das Bespannen von Trennwänden oder als Untergrund für Tuschmalerei und Kalligraphie verwendet.

Der japanische Begriff «akari», den Noguchi als Bezeichnung der Leuchten wählte, steht für Helligkeit und Licht, bedeutet aber auch Leichtigkeit. In diesem Interior Styling von Jannicke Kråkvik und Alessandro D’Orazio sieht man im Vordergrund links den Concrete Chair von Jonas Bohlin, der im Auftrag zu Beginn der 80er für Källemo entstand und im Hintergrund die Akari Tischlampe von Isamu Noguchi aus den 50er-Jahren. Oben, in den Fotos aus zwei wunderbaren Homestories von Freunde von Freunden, seht ihr den runden Klassiker.

Siren Lauvdal

Die Akari-Lampen gibt es in unglaublich vielen Variationen. Teilweise wirken sie wie riesige Skulpturen im Raum, andere sind klein und zart. Meine Favoriten sind gerade die Stehvarianten, insbesondere die 3A, die 1A und die 9AD.

Clare Cottrells Wohnung bei Freunde von Freunden

Wer sich solch eine Lampe aufhängen möchte, der braucht vor allem eins: Platz. Und davon viel. In diesem Loft hier in Manhattan lebt und arbeitet der Designer Neal Beckstedt. Seine Akari-Lampe besteht ebenfalls aus dem durchscheinenden Shoji-Papier. Das Papier wird stets handgeschöpft und die Rippen sind aus Bambus.

Eric Piasecki
Akari Licht-Skulpturen in Japan, 1970. Foto: Michio Noguchi

Noguchi war einer der ersten Künstler, die ganz frei über die Grenzen des Designs und der Kunst hinweg arbeiteten. Angetrieben aus seinem elementaren Interesse an plastischem Gestalten arbeitete er einmal als Bildhauer, dann wieder als Bühnenbildner, Möbelbauer oder Landschaftsarchitekt. In seinen Entwürfen trifft die westliche Tradition auf die japanische. Ab 1927 war er Assistent des berühmten und neben Rodin wegweisendsten Bildhauers der Moderne – bei Brancusi. Zu Beginn der 80er-Jahre begann Noguchi sein eigenes Museum in Long Island aufzubauen. Darin findet man Installationen und Skulpturen, Möbel – und vor allem auch seine Lampen.

Fantastic Frank

Die schönsten Alternativen zum Original

Leider gleichen die Preise der Lampen von Noguchi bei Vitra auch eher kleinen Kunstwerken, statt funktionalen Einrichtungsteilen, die man sich eben mal leisten kann. Deshalb ist meine Vorliebe für die Akari-Leuchten von Noguchi gerade gar nicht mal so praktisch, hm! Logischerweise gibt es außer der teuren Designerteile aber auch günstige Reproduktionen, mit denen sich die Gelüste nach durchscheinenden Leuchtobjekten für’s Erste stillen lassen. Damit ihr euch einen Überblick verschaffen könnt, hier unsere Favoriten in Sachen Papierlampen:

Fotos: Freunde von Freunden, Noguchis Akari 33N über einem Werk mit dem Titel Cut_Paste des Künstlers Stadler in der Carpenters Workshop Galerie in New York, Foto: Fabrice Gousset Photographe, © The Carpenter’s Workshop Gallery, Architectural Digest España, Fantastic Frank, New York Times.

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