#CPHFW: die wichtigsten 5 Ideen, die wir uns von den Skandinaviern abgucken

Auch wenn die Copenhagen Fashion Week nun ein paar Takte her ist und man online zahlreiche Bilder gesehen hat, holen wir auch noch mal unsere Highlights aus der Tasche. Denn in einer Welt von Instagram und Livestreams kommt man nicht wirklich hinterher und wird von den ersten Eindrücken überhäuft, sobald das letzte Model den Laufsteg verlassen hat. Für einen etwas anderen Blick auf die skandinavischen Designtalente haben wir nun, gefiltert durch die Journelles-Brille, unsere Highlights rausgepickt. Zusammengestellt aus besonderen Inspiration und neuartigen Ideen.

Die Copenhagen Fashion Week hat sich mittlerweile zu einem kleinen Highlight für uns entwickelt, wird man doch bei der pausenlosen Aneinanderreihung von Fashion Weeks ein wenig müde. Bei den Skandinaviern verspüren wir jedoch diesen entspannten Lichtblick im Modetrubel. Ganz nach dem Hygge-Motto präsentieren sich unkomplizierte und unaufgeregte Kollektionen, die in ihrer Zeitlosigkeit und Einfachheit nicht nur auf dem Laufsteg funktionieren, sondern einen „will ich haben“-Moment auslösen. Dabei wird jedoch nicht nur ästhetische Mode gemacht, nein: die Kollektionen werden politisch, transportieren neue Ideen und Gefühle und zeichnen ein neu definiertes Bild von Schönheit, Weiblichkeit und Wahrnehmung. Also, wenn das kein Grund ist, nochmals auf diese wunderbar inspirierende Modewoche zu blicken, dann wissen wir auch nicht!

Von Puffärmeln und kurzen Schnitten

Das dänische Label Rotate Birger Christensen können wir mittlerweile zu unseren Lieblingen zählen. Auch in Jessies Kleiderschrank finden sich schon ein paar wenige Teile der Marke. Die Gründerinnen und Freundinnen Jeanette Madsen und Thora Valdimars verstehen es, unverkennbare Kleider und Schnitte für Partymomente zu kreieren und dabei die richte Balance zwischen Mädchen- und Frau-Sein zu finden.

Mit skulpturalen Puffärmeln, die mittlerweile zu Rotate gehören wie die Avocado aufs Brot, interpretieren die beiden Däninnen die feminine Silhouette auf neue und spannende Weise. Neben verspielten bis eleganten Abend- und Cocktailkleidern überraschten sie in dieser Saison ebenfalls mit zweiteiligen Sets aus kurz geschnittenem Oberteil und Rock oder Hose. Mit tiefer ausgeschnittenem Dekolletee, lässig lockeren Schnitten und bunten bis glitzernden Prints oder Dekorationen wurde ein harmonisches Bild einer selbst- und stilbewussten Frau gezeichnet. Einer Frau, die gerne die Tanzfläche betritt und alle Augen auf sich zieht, wenn sie ein Kleid von Rotate trägt. Denn das ist wahrlich ein Eyecatcher der Extraklasse!

Leder ist das neue Schwarz

Mit einer etwas zurückhaltenderen Version des Ganni-Girls zeigt die dänische Marke in dieser Saison eine Kollektion mit Fokus auf coolen bis eleganten Basics. Ungewohnte Schnittlinien und Formen sowie verspielte Details geben dem ganzen den gewohnt mädchenhaften Charme – diesmal mit einem leichten Tomboy Touch und kühler Toughness.

Dabei setzt Ganni auf das Erfolgsrezept der Zeitlosigkeit und dem Kontrast aus zarter Weiblichkeit und maskulinen Schnitten. Wirkliche Aufmerksamkeit erregte bei uns jedoch der Materialeinsatz und der Prominenz von schwarzem Glattleder, das sich nicht nur auf die gewohnte Bikerjacke beschränkte. Stattdessen kam sie in Blousons bis Culottes daher und wurde durch Jeansstoff oder mädchenhafte Krägen ergänzt. Eine spannende Idee, die zeigt, wie sich der Charakter des derben Materials durch bewusste Kontraste verändern kann.

Monochrom kennt keine Langeweile!

Für die aktuelle Kollektion des schwedischen Labels Rodebjer ließen sich Designerin Carin Rodebjer und das Malerduo Nadiia x Masha Reva von Pablo Picasso inspirieren. 

Zwischen all den kindlich verspielten Farben wirkten die monochromen Looks in passenden Farbnuancen wie wandelnde Tupfer im Gemälde. Dabei zeigte sich, dass Einfarbigkeit keineswegs auch einfältig ist. Von Kopf bis Fuß in einem Farbtopf: Wir sind überzeugt und können es gar nicht abwarten den raffiniert wirkungsvollen Looks selbst in die Tat umzusetzen.

Eine Ode an die moderne Frau

Mit diesem Titel präsentierte By Malene Birger ihre neueste Kollektion auf dem Laufsteg. Inspiriert von Peggy Guggenheim zeigte das Label eine, wie Chefdesignerin Mahilde Torp Mader selbst sagt, starke und spektakuläre Kollektion. Mit starken Prints und luxuriösen Materialien soll der Blick auf die Schönheit unserer Welt und uns selbst transportiert werden. Nadelstreifen-Anzüge, fließende Kleider, grober Strick und derbe Mäntel in 80er Schnitten, die detailliert und filigran aufeinander abgestimmt wurden, zeichnen eine Bild des weiblichen Facettenreichtums.

Und neben der Inspiration ungewohnt harmonischer Looks, wie feine Spitze zur maskulinen Anzughose oder gelbem Minikleid und dickem Seemanns-Mantel, fanden wir bei By Marlene Birger vor allem den Impuls für mehr Selbstbewusstsein. Für mehr Unabhängigkeit und Mut, sein eigenes Gefühl für Stil und Schönheit zu leben, ganz wie Peggy Guggenheim eben.

Keine Angst vor Mustern

Wenn man es ganz genau nimmt ist Leyla Piedayesh natürlich keine Skandinaviern. Überzeugen tut die Berlinerin dennoch jede Saison aufs Neue. Mit ihrem Label lala berlin hat sie der deutschen Hauptstadt schon länger den Rücken gekehrt und sich derweil in Kopenhagen zum ortsfremden Highlight hochgearbeitet.

Mit einer düster kraftvollen Kollektion zeichnet sie ein starkes und selbstbewusstes Frauenbild. Auch die Models scheinen etwas grimmig drein zu schauen. Das dabei jedoch nicht nur schwarze und dunkle Nuancen auf dem Laufsteg zu sehen sind, überrascht umso mehr. Denn auch mit wildem Musterkombination transportiert die geborene Iranerin ihre Message der modernen Weiblichkeit. Wenn Blumenmuster auf Schmetterlinge und Tigerprints auf Streifen treffen, wirken die Outfits – dank harmonischer Farbwahl – beinahe kunstvoll und malerisch. Eine wunderbare Inspiration, selbst die Angst vor kindisch zusammen gewürfelten Outfits zu verlieren und einfach mal aus der Komfortzone der Prints zu steigen.

Text von Sarah Luisa Kuhlewind

Bilder via PR. 

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