Top 12: Abstrakte Kunstwerke, die wir uns leisten können und wollen

Kunst und Kreativität waren lange keine so gesellschaftlich tonangebenden Themen wie sie es heute sind. Früher waren es nur ein paar wenige, die das Glück hatten, eine Fotokamera zu besitzen. Heute laufen wir alle mit einer in praktischer Mini-Version für die Hosentasche herum. Und benutzen sie täglich.

Ein jeder ist irgendwie kreativ: Macht Fotos, bearbeitet sie, stellt Collagen zusammen oder fügt mithilfe der passenden Kreativ-App gar künstlerische Pinselstriche oder Farbkleckse hinzu. In der Berufswelt boomt die Kreativbranche – und auch außerhalb von diesem Feld wird überall geschätzt, wer selbständig arbeitet und innovative und kreative Ideen hat. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem lege ich dieses Buch eines tollen Kultursoziologen ans Herz.

In diesem Zeitalter ist es auch fast schon normal, dass man sich zuhause mit Kunst umgibt. Bezeichnend für die Entwicklung hin zum kreativen Zeitalter – und gleichzeitig sehr wunderbar für sowieso schon Kunstliebende – ist die wachsende Zahl der aus dem Internetboden sprießenden Online-Kunsthäuser. Sie sorgen dafür, dass junge Künstler kleine, günstige Arbeiten an Menschen in die ganze Welt verkaufen können. So wird Kunst bezahlbar und unsere Wohnung bunter.

 

Berlin von Christine Frank
Berlin von Christine Frank

 

Um euch auf den Geschmack zu bringen, habe ich ein paar meiner Lieblingswerke herausgesucht und lege euch ans Herz, selbst einmal auf die Suche zu gehen. Es verstecken sich sehr viele Perlen auf Plattformen wie dem Kunstsupermarkt, dem Kunsthaus Artes oder bei Artstation. Fündig wird man sonst auch immer wieder auf etsy oder eben direkt über die Webseiten der Künstler, die ich meist durch Pinterest, Blogs oder Empfehlungen aufspüre.

 

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Christine Falks konstruktivistische Sicht durch ein „Fenster gehört zu meinen Favoriten aus dem Kunstsupermarkt. Das Raster, welches das Glas in vier gleiche Teile teilt, bestimmt auch die Aufteilung des Bildes. Zwei Häuserfronten in Weiß und Beige werden durch das Fenster-Viereck zerschnitten. Der kaminrote Keil, den man zunächst vielleicht nur als geometrische Form wahrnimmt, wird beim genaueren Ansehen als Dach verständlich. Vielleicht der Blick aus dem Fenster der Ferienwohnung in einem Urlaubsort, wo die Uhr ganz langsam tickt und Häuserwände im warmen Sonnenlicht flimmern – oder auch einfach nur der alltägliche Ausblick aus dem Küchenfenster.

 

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Dieser Print einer abstrakten Malerei via Duealberi überzeugt durch seine Farben und die gekonnte Anordnung der Formen. Das Bild ist leicht, aber trotzdem nicht zu pastellig und bekommt durch das kräftige Blau sowie die schwarzen Akzente, Tiefe und Substanz. Ich mag diese Komposition sehr.

 

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In diesem Bild sehe ich mosaikartige Formen, die zusammengesetzt ein turmartiges Gedankenschloss ergeben – oder vielleicht auch nur eine ganz feine Zusammenstellung an passenden Farben und aufeinander aufbauenden Formen. Mir gefällt das Zusammenspiel der filigranen Kritzeleien mit der deckend aufgetragenen Farbe sehr. Das Werk trägt den Titel „No man’s Land“ und ist von der Künstlerin Lola Donoghue.

 

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Den Künstler Matthias Brandner kannte ich bis jetzt noch nicht. Genau wie ich kommt er aus Freiburg und hat in Berlin Architektur studiert. Sein Werk „Ohne Titel“ wirkt frei, spontan und ist gerade durch diese ungewollte, zufällig entstandene Perfektion wunderschön.

 

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In sich schwimmende und verlaufende Acryfarbe auf Leinwand: Das Werk „Ohne Titel“ von Jeannette Krämer erinnert mich ein bisschen an die Tabletts von Studio Formata. Da ich die Optik dieser Marbling-Technik liebe, finde ich auch dieses Werk famos. Krämer hat schon als Goldschmiedin gearbeitet, sie hat Jura studiert – und arbeitet seit 2005 als Bildende Künstlerin.

 

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Die Künstlerin Gisela Halbe hat für dieses Werk mit Öl auf Büttenpapier gemalt. Büttenpapier ist sozusagen die Urform des Papiers. Es wird mit einem Sieb aus der sogenannten Bütte geschöpft. Zu Bütte kann man heute auch Zuber, Wanne oder Bottich sagen. Das Schöne ist, dass man die Struktur des Herstellungsvorgangs noch erahnen kann und die Ränder, wenn man sie unverarbeitet lässt, den typischen fransigen Rand haben.

 

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„Vier Variationen um ein Quadrat“ von Verena Löwensberg ist ein Werk aus dem Jahr 1980. Die Farbserigrafie auf Karton fügt sich mit seinen Grundfarben in jedes mondriansche Interieur ein und setzt mit dem einzigen davon abweichenden Ton in Türkis einen schönen Akzent. Löwensberg kam aus der Schweiz und war eine Vertreterin der Zürcher Schule des Konkreten. Keines ihrer Werke hat einen richten Titel, Kommentare zu ihren Arbeiten hat sie sich gespart und auch eine formulierte Theorie fehlt. Deshalb soll sie wohl zu sagen gepflegt haben: „Ich habe keine Theorie, ich bin darauf angewiesen, dass mir etwas einfällt.“ Sehr sympathisch.

 

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Ashley Mary ist eine zeitgenössische Künstlerin, Designerin und Illustratorin. Ihren Arbeitsprozess kann man über ihren Instagram Account sehr gut verfolgen. Die Arbeiten sind allesamt eher zurückhaltend und in Pastelltönen gehalten. Das einheitliche Bild wird aber oft genug von starken Farben kontrastiert und aufgebrochen. Ich mag ihre Werke, vor allem die leicht gepunkteten Formen, die immer wieder auftauchen, gefallen mir gut. Hier gibt es eine Übersicht ihrer neuesten Werke aus diesem Jahr.

 

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Junpei Ori lebt und arbeitet in Tokyo. Seine Arbeiten sind so klar und einfach, dass sie fast schon eine beruhigende, meditative Wirkung haben. Nicht selten verarbeitet der Künstler die Grundformen von Designobjekten in seinen Arbeiten. Im unteren Bild ist das beispielsweise der Servierwagen des finnischen Designers Alvar Aalto. Seine Arbeiten kann man per Mail anfragen.

 

Bild im Header: Ashley Mary

Kommentare

  1. alicjaschindler@gmail.comkathi.homeier@gmx.de
    Katharina sagte am

    Hallo liebe Alicja,

    toller Artikel und noch viel tollere Künstler.
    Die Arbeiten von Ashley Mary sprechen mich sofort an und es würde mich interessieren ob man diese auch irgendwo käuflich erwerben kann?! Weißt du da zufällig was? 🙂

    Lieben Dank und Grüße
    Katharina

  2. alicjaschindler@gmail.comanna.cosma.harder@web.de

    Unfassbar wie grossartig Journelles mit Alicia’s Einträgen bereichert wird!
    Ich schreibe sonst keine Kommentare, aber das kann ich einfach nicht unkommentiert lassen 🙂

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