Julieta Benito Sanz stammt aus Madrid und ist Expertin in Sachen Wohnen: Die 32-jährige Spanierin ist Architektin, plant und richtet Wohnungen ein. In Berlin hat sie ein ganzes Haus gestylt und vermietet die Wohnungen jetzt via airbnb, Only Apartments oder be my guest an Leute aus der ganzen Welt. Als ich die Fotos von den Apartments auf Julis Facebook-Seite gesehen habe, wusste ich: Die Frau muss ich nach ihren Bezugsquellen fragen!
Juli, bitte erklär’ kurz, was du machst:
Ich habe in Madrid und Berlin Architektur studiert und dann mit meinem Freund Dirk vor ein paar Jahren eine Immobilien-Agentur gegründet. Anfangs haben wir fast alles gemacht: Beratung, Vermietung, Verkauf. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Vermietungen von möblierten Wohnungen in Berlin und eigene Projekte.
Wie kann man eure Wohnungen mieten und was kostet das?
Mann kann die Wohnungen über verschiedene Agenturen oder Internet-Plattformen mieten und natürlich auch direkt bei uns! Die 1-Zimmer-Wohnungen kosten 900€/Monat, die mit zwei Schlafzimmer 1250 bis 1400€/Monat, inklusive Strom, Heizung, Wasser und Internet.
Woher kommen eure Mieter und was sind das für Leute?
Meistens sind es Leute die über mehrere Monate in Berlin arbeiten, ein Praktikum machen oder studieren: Geschäftsmänner, Flugbegleiter, DJs, Künstler und einmal sogar ein 60-jähriger Texaner, der Laser verkauft.
Apartment statt Hotel: Warum bevorzugen immer mehr Leute diese Alternative?
Wir haben Apartments für uns entdeckt, als wir anfingen mit unserer kleinen Tochter zu reisen. Wir haben gemerkt, dass Ferienwohnungen eine tolle Alternative zu Hotels sind. Obwohl man in einer fremden Stadt ist, kann man sich wie zuhause fühlen. Man entwickelt eine Beziehung zu der Nachbarschaft und zu den Menschen, die dort leben und arbeiten, lernt die Leute in der Bäckerei, dem Markt und in den Cafés kennen. Es ist eine schöne Art eine Stadt fernab der normalen touristischen Attraktionen kennenzulernen.
Wie würdest du deinen Einrichtungs-Stil beschreiben?
Ich mag es einfach und hell, aber mit heimischen Details. Ich will mich auf keinen Stil festlegen und kombiniere gern Minimalismus, Vintage, Folklore, Pop…
Wie dekorierst du ein Zimmer am liebsten?
Im Wesentlichen ist es wie bei einem guten Outfit: Man braucht ein wirklich besonderes Stück, einen Hingucker (wie eine Lampe oder ein Teppich), ein paar unauffällige moderne und praktische Elemente (z.B. von Ikea oder Habitat) und auf jeden Fall etwas schönes Vintage. Es gibt viele Stücke, die nie aus der Mode kommen und mit fast allem funktionieren, wie Thonet-Stühle, Jacobsen-Lampen oder Eiermann-Tische, für den kleinen Geldbeutel auch manche Teile von Ikea wie die Expedit und Billy Regale.
Welche Einrichtungsstile gefallen dir? Beispiele: Häuser, Hotels, Shops, berühmte Architekten?
Ich mag es meistens nicht, wenn die Teile zu offensichtlich miteinander kombiniert sind, oder zu sehr in eine Stilrichtung gehen. Ich lasse mich viel von Blogs inspirieren, in denen man Wohnungen sieht, in welchen die Menschen auch wirklich leben und nicht nur Projekte von Interior-Designern. Meine Lieblings-Blogs sind Freunden von Freunden, The Brick House, My Scandinavian Retreat, The Design Files bzw. Australian homes und My ideal home. Meine Lieblings-Orte: das Liberty House in London und seit neustem die Pensão Favorita in Porto.
Deine Lieblings-Onlineshops für Möbel?
Ebay!
Deine Lieblingsmöbelmarken?
Wenn man sich Ligne Roset oder Vitra Möbel nicht leisten kann, sind Ikea oder Habitat eine super Alternative; für die Kleinigkeiten Manufactum oder Zara Home.
Deine Lieblingsflohmärkte/Vintage-Läden?
Ich liebe Flohmärkte! In Berlin gehe ich meistens auf den Arkonaplatz. Hier gibt es fantastische und sehr ausgewählte Sachen von skandinavischen Möbel über Emaille Schalen oder alte Schautafeln, Werkstattlampen und 60er Jahre Geschirr. Leider sind die Preise nicht immer niedrig.
Welches Möbelstück hast du zuletzt gekauft?
Unser letztes Stück ist ein Karteikartenschrank, den mein Freund auf der Straße gefunden hat. Als letztes gekauft habe ich aber ein Componibili von Kartell für unseren Flur.
Was ist das denn?
“Componibili” – das ist ein Baukastenelement.
Wenn dein Budget kein Limit hätte: Welchen Einrichtungsgegenstand würdest du dir kaufen?
Ein originales Barcelona Daybed.
Was ist “typisch deutsch” in deinen Augen in Bezug auf Wohnungen und Möbel?
Ich habe viel über multifunktionelle und praktische Räume gelernt: Etwa WG-Zimmer, die gleichzeitig Schlafzimmer, Büro und Lounge sind oder die großen Wohnküchen, die zum Kochen, Essen, Ausruhen, Arbeiten und sogar als Spielzimmer für die Kinder fungieren können.
Was kommt als nächstes?
Ich träume von einer kleinen Bed & Breakfast Pension, so was mit 12 Zimmern und einem kleinen Café. Ich bin gerade auf der Suche nach der perfekten Immobilie!

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