Bye bye Office, hello Baby Break!

Ich weiß noch, wie mich Jessie auf der Dachterrasse des Soho House bei einem Schörlchen erklärte, wie diese App namens Instagram funktioniert und mich nebenbei fragte, ob ich Lust hätte bei ihrem neuen Blog mitzumachen. Das war vor über vier Jahren.

Oh my, was haben wir in dieser Zeit alles zusammen erlebt: Wir sind von Jessies Esszimmertisch in ein eigenes Büro gezogen, haben unzählige Reisen unternommen (immer noch meine Lieblinge: die Journelles-Wiesn und der Louis-Vuitton-Trip nach Rom), Designer-Flohmärkte und das Journelles Café organisiert, wo ich jedes Mal auch meine Schmuckkollektion verkauft habe, dem Launch von JOUUR. entgegengefiebert, den ein oder anderen Shitstorm überstanden und über 4.000 Artikel geschrieben, darunter über 350 Karriere-Interviews.

Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt für mich. Ich werde Mutter und muss selbst eine Antwort auf die Frage finden, die ich oft in Interviews gestellt habe: „Wie gelingt es dir, Familie und Job unter einen Hut zu bekommen?“ Jessie, Ari und Kerstin und die dazugehörigen Väter machen es vor und an dieser Stelle möchte ich meinen Kolleginnen und jeder anderen Mutter meine Bewunderung aussprechen.

Meine Yoga-Lehrerin sagt immer: „Wir gebären nicht aus dem Intellekt heraus, sondern aus dem Instinkt.“ Für eine Frau wie mich, die jeden Tag neue To-do-Listen macht und gerne wüsste, was in den nächsten 25 Jahren passiert, ist jetzt umdenken bzw. loslassen angesagt. Schon die Schwangerschaft hat mich gelehrt mehr auf meinen Körper zu hören. Alles ist runder und weicher geworden.

Bevor ich als Autorin ein Weilchen aussetze, um mein Kind kennenzulernen, will ich mich bedanken. Bei euch Lesern für die Treue, das viele Lob und berechtige Kritik, aber auch bei dir Jessie. Ich bin von Anfang an ein Mitglied von Team Journelles und habe in dieser Zeit mehr gelernt, als ich mir hätte vorstellen können. Nicht nur über das Bloggen an sich und den Umgang mit Kommentaren, Social Media, Photoshop, die besten Winkel für Selfies und Outfit-Shoots, sondern auch, wie man sich in diesem ganzen Zirkus rund um die Front Row, Kooperationen und Goodies treu bleibt.

Als studierte Journalistin war es mir anfangs selbst nicht geheuer, dass ich vom Print immer mehr in den Online-Bereich wechsele und nicht nur für renommierte Magazine, sondern auch für Blogs schreibe.

Dass Blogger heute immer noch belächelt werden ärgert mich. Es geht um viel mehr als schöne Bilder auf Mykonos oder Chloé-Handtaschen: Wir haben es geschafft parallel zu einer oftmals immer noch von Männern dominierten Medienwelt und einen eigenen Berufszweig aufzubauen, der für Frauen in fast jedem Alter zum Traumberuf geworden ist (wenn auch manchmal aus den falschen Motiven). Wir gründen Redaktionen, schaffen neue Jobs und lassen damit andere Frauen an unserem Erfolg teilhaben. Das bedeutet für mich der Hashtag #empowerment. In welcher anderen Branche gelingt das schon so konsequent?

Mit 39 frage ich mich, wie meine Perspektiven in der Branche aussehen und wie ich diesen Beruf in Zukunft ausüben werde. Kann ich neben Influencern mit 1 Million Follower mithalten und muss dafür Side Boobs und die Kante meiner Unterhose zeigen oder wie Chiara Ferragni nackt in die Badewanne springen? Natürlich nicht.

Gerade wir Frauen erleben oft Sinnkrisen, in denen wir alles infrage stellen, uns im Vergleich zu den anderen nicht gut genug oder schön genug fühlen und durch Konkurrenzdenken die eigene Kreativität lahmlegen. (Lesetipp dazu auch unser Interview mit Nora Tschirner!)

Wenn ich nach über 15 Jahren Berufserfahrung eines weiß, dann das: Nicht wer auf den Partys in den schönsten Kleidern tanzt und mit jedem PR-Menschen Best Friends ist kommt weiter – diese Leute liegen irgendwann mit Burnout in der Ecke – sondern diejenigen, die sich auf die Qualität ihrer Arbeit konzentrieren, bereit sind immer wieder etwas Neues zu lernen und sich ihre Persönlichkeit nicht verbiegen lassen. Das würde ich übrigens auch genauso meiner Tochter sagen.

In diesem Sinne: Macht es gut, wir sehen uns wieder! Nur das Beste, Eure Lexi

(Foto: Marlene Sørensen für Mint & Berry Mom)

Kommentare

  1. Oh, ich werde Dich wirklich sehr vermissen auf Journelles, ich mag Deine Artikel, Deine Art zu schreiben soooo gerne! Ich wünsche Dir ganz viel Zeit, Ruhe und Freude beim Kennenlernen Deiner Tochter! LG Hannah

  2. Du und deine tollen Texte werden hier sehr fehlen, liebe Alexa. Ich wünsch dir eine wunderbare Zeit als Jungmami und freue mich schon jetzt auf deine Rückkehr!

  3. Ich kommentiere selten, möchte Dir aber meine Anerkennung fuer diese direkten, ehrlichen und weisen Worte aussprechen. Danke!
    Alles Gute fuer die kommende Zeit mit Deinem Kind.

  4. Herzlichen Glückwunsch zum Baby und eine gute Kennenlernzeit! Deine Texte lese ich immer gern, sie sind qualitativ hochwertig und man merkt, dass Du Dein Handwerk gelernt hast und noch dazu begabt bist. Das wird immer gefragt sein, da bin ich mir sicher – egal wie lange Du Deine Babypause ausdehnst!
    LG

    • Das möchte ich unbedingt so unterschreiben! Du wirst mir hier sehr fehlen, Alexa, aber ich wünsche dir alles erdenklich Gute für den neuen, aufregenden Lebensabschnitt. <3

  5. Liebe Lexi, auch ich kommentiere selten, möchte Dir aber gern alles Gute für Deine Auszeit und das Kennenlernen mit Deiner kleinen Tochter wünschen. Ich werde Deine Artikel hier sehr vermissen, da ich Deinen Schreibstil und Humor sehr mag. Genieß die Zeit mit der Kleinen, sie werden so schnell groß….. Liebe Grüße

  6. Liebe Lexi, ich kann mich den vorhergehenden Schreiberinnen nur anschliessen, Du wirst mir mit Deinem professionellen Schreibstil, Deinem Humor und Augenzwinkern sehr auf Journelles fehlen. Jetzt aber erstmal alles Gute für die kommende Zeit und viel Spaß mit Deiner Tochter! Alles Liebe, Conny

  7. Stephanie sagte am

    Liebe Alexa, ich glaube, jede Phase des Mutterseins ist auf Ihre Art ganz besonders. Die Anfangszeit ist jedoch irgendwie magisch! ? Genieße die Zeit in vollen Zügen. …und auch ich werde dich hier vermissen! Nur die allerbesten Wünsche, Stephanie

  8. Danke für Dein Engagement und die Liebe, die in Deiner Arbeit als Journalistin steckt und die in jedem Deiner Texte zu spüren ist. Es gibt sehr viele Menschen, die genau das schätzen und dankbar und froh sind, solche Werte in der derzeitigen Blogosphäre zu finden! Ein Grund warum ich diesem Blogazine schon seit Beginn an und auch schon zu früheren LES MADS Zeiten die Treue halte, weil ihr es schafft authentisch und menschlich zu bleiben und vor allem eigensinnig. Ich bin selbst Mutter einer bereits fast 20-jährigen Tochter und es ist einfach die beste Zeit, das eigene Kind aufwachsen zu sehen, es zu begleiten und Tag für Tag zu erleben. Es ist einem meist erst so richtig bewusst, wenn sie dann irgendwann „groß“ sind und weitesgehend auf eigenen Beinen stehen, wie wunderbar diese Zeit ist, die man als Mutter dem eigenen Kind widmet. Also genieße das in vollen Zügen 🙂

  9. Alles Gute von the bottom of my heart! Take your time. Wir freuen uns, wenn du wiederkommst und werden dich natürlich vermissen! Zum Glück gibt es ja noch Instagram 🙂

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