Karriere-Interview: Chiara Ferragni aka The Blonde Salad

Italien ist nach wie vor ein Sehnsuchtsland: Die Zypressenhügel der Toskana, Trüffel-Spaghetti und die elegante Mode von Labels wie Dolce & Gabbana, Prada oder Valentino… wir lieben das alle! Was aber gibt es Neues aus Italien? Und welche Marken sollte man unbedingt kennen, weil die Qualität hervorragend ist und zwar schon seit Jahrzehnten? Die „Studio Italia – La Perfezione del Gusto“-Kampagne von Karstadt Premium hat es sich um Ziel gesetzt, den ganzen April über ein „Best of Italy“ zu präsentieren. Dazu zählen u.a. Labels wie Aquazzura, MSGM, Sara Battaglia, Missoni, Ortigia oder Valextra, deren Mode und Produkte es im April und Mai im KaDeWe in Berlin, im Alsterhaus Hamburg oder bei Oberpollinger in München zu begutachten gilt.

Und wer könnte bei der großen Opening-Sause gestern im KadeWe besser als Botschafterin fungieren als Über-Bloggerin Chiara Ferragni aka The Blonde Salad? Ein molto bene Anlass für Journelles ein bisschen über ihre Karriere zu plaudern!

Chiara, du bist eine der weltweit erfolgreichsten Mode-Blogger UND Jura-Studentin. Sag’ ehrlich: Gehst du wirklich noch in die Uni?

Ja, das tue ich! Ich muss nur noch ein paar Prüfungen machen…

Du hast deinen „The Blonde Salad“ 2009 gegründet. Heute zählt die Seite 100.000 Views täglich, 800.000 Unique Visitors und zwölf Millionen Page Impressions im Monat. Das ist der Wahnsinn! Was glaubst du macht dich so erfolgreich?

Man selbst zu sein ist immer der beste Schlüssel zum Erfolg. Ich folge immer meinem Instinkt, meinen Träumen, meinen Ideen… und hier bin ich!

Einer deiner Hashtags auf instagram lautet #theblondesaladneverstops: Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Ich arbeite 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, wobei ich aber eher selten im Büro sitze. An einem gewöhnlichen Tag wache ich auf, mache mich fertig und genieße erst mal ein schönes Frühstück. Dann geht’s los: Ich mache mit Greg Fotos, später gehe ich mit meinen Kollegen Mittagessen und habe ein paar Meetings, zwischendurch gehe ich ein bisschen shoppen, plane meine nächste Reise, abends treffe ich mich mit meinen Freunden zum Dinner, anschließend blogge ich und dann geht’s ab ins Bett!

Wer ist dieser Greg, der die Fotos für mich macht?

Mein Freund und Kollege Gregorio Capineri Tosetti, der zur TSB Crew gehört. Er kann auch super instagram Fotos schießen – es ist gar nicht einfach mit einem iphone Fotos zu machen, aber ich liebe instagram, es ist mein liebster Social Media Kanal! Ansonsten machen wir die Fotos mit einer Canon 5D.

Apropos instagram – glaubst du dass die Foto-und Video-Sharing-App den Blogs in Zukunft den Rang abläuft?

Haha, also mir macht es super viel Spaß! Es ist schnell, es ist einfach und ich kann immer sehen, was meine Freunde treiben. Ich sehe mit ihren Augen, bekomme etwas von ihrem Leben mit und was sie gerne mögen. Ich glaube, dass instagram noch viel viel größer wird, als wir uns vorstellen können.

Na, dein Blog geht ja auch ziemlich durch die Decke. Man hat das Gefühl du jettest nur noch um die Welt. Wie viele Leute arbeiten für dich?

Zwölf. Ihr müsst auf dem Laufenden bleiben, dann lernt ihr sie kennen!

So ein großes Redaktionsteam macht einen Blog nicht nur professioneller sondern gibt auch mehr Sicherheit. Das Team Journelles hat erst kürzlich über negative Kommentare unter Blog-Posts diskutiert. Wie gehst du damit um?

Ach, ich bin daran gewöhnt. Früher habe ich sie alle gelesen, jetzt mache ich das nicht mehr. Manche sind echt unter aller Kanone, haha. Das Business hat sich sehr verändert, seitdem ich angefangen habe. Es verändert sich immer noch, aber so ist das Leben!

Wie bist du eigentlich auf den Namen „The Blonde Salad“ gekommen?

Das war ein Joke! „Blonde“ weil ich früher die Haare noch blonder getragen haben und „Salad“, weil ich auf meinem Blog einen Themenmix präsentieren möchte mit all den Zutaten aus meinem Leben: Partys, Freunde, Mode und so weiter.

Apropos Mode – du kommst aus einer kleinen Stadt namens Cermona in Nord-Italien. Wie kommt man da mit Mode in Kontakt?

Also bitte, Cremona ist nicht so weit von Mailand entfernt. Ich habe eine sehr modebewusste und stylische Mutter (Anmerkung: Chiaras Mutter Marina Di Guardo ist Reise-Bloggerin und Buchautorin). Meinen Sinn für Mode habe ich auf jeden Fall ihr zu verdanken und auch, dass ich schon mit sehr jungen Jahren mit Mode in Berührung gekommen bin.

Wer dir bei instagram folgt weiß, dass du in letzter Zeit viel um die Welt jettest. #theblondesaladgoestobrazil, #theblondesaladgoestohollywood und heute #theblondesaladgoestoberlin. Was wird trotz deiner Weltgewandtheit immer typisch italienisch an dir bleiben?

Wahrscheinlich mein Stil-Bewusstsein. Und die Tatsache, dass ich italienisches Essen so sehr liebe!

Du hast schon mit vielen tollen Fotografen und Designern zusammengearbeitet, deine eigene Schuh-Kollektion entworfen, gemodelt und TV-Shows moderiert. Welches Projekt ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Das kann ich echt nicht sagen. Ich arbeite gerne sowohl mit Luxusmarken als auch kreativen Newcomern zusammen. Ich liebe meinen Job und gebe immer 100 Prozent. Für dieses Jahr ist einiges geplant: The Blonde Salad wird sich verändern und ich werde für die Herbst Winter Saison 2014/2015 eine neue Chiara Ferragni Schuh-Kollektion präsentieren.

Kommen wir zu den schnellen Fragen: Was muss immer mit, wenn du auf Reisen gehst?

Bequeme Kopfhörer von Philips, mein Beautycase. Ein bequemes Outfit ist ein Muss. Flache Schuhe, am besten Sneakers. Ein Hoodie, eine große Tasche.

Die 5 wichtigsten Kleidungsstücke in deinem Kleiderschrank?

Ein schwarzes Kleid, Boyfriend Jeans, eine weiße Bluse, schwarze Boots und Louboutins.

Deine 5 Lieblings Beauty-Produkte?

Mascara, Lip Balm und Eyeliner. Nicht zu vergessen roter Lippenstift und eine Feuchtigkeitscreme.

Die 5 schönsten Dinge in deiner Wohnung?

Mein Kleiderschrank, mein Sofa, meine Espresso-Maschine, mein Bett und mein Badezimmer!

Dein Lieblings…

…workout: Bauchübungen!

…duft: Blonde Violet von Tom Ford.

…abendessen: Sushi.

…modeblog: The Blonde Salad.

…onlineshop für Mode: Net-A-Porter.

…stadt: Los Angeles. Es ist so toll. Das Wetter ist super und alle sind so relaxt und nett.

…ort um zu Entspannen und neue Ideen zu schöpfen: Ich liebe Joshua Tree und im Malibu Creek State Park zu wandern. Es tut so gut und ist herrlich entspannend.

Kommentare

  1. Bloggerin und Blog-Konzept schreien „international“, „Fashion“ und „Hochglanz“, aber für mich funktioniert das nicht: Zu glatt, zu wenig Ecken, Kanten und Lebendigkeit. Vielleicht ist das nur meiner deutschen Biederkeit geschuldet, aber auch wenn’s um Mode geht, finde ich etwas weniger Verliebtheit in die schöne (bei dieser Bloggerin oft eigene) Oberfläche spannender… Das Gute ist: Andere Blogs machen’s besser – Ihr auch!

  2. simple-et-chic sagte am

    Danke für dieses tolle Interview. Genau die Fragen hätte ich ihr auch gestellt :). Ich liebe ihren Stil und ihre relaxte Art. Hoffentlich kommt sie im Sommer zur Fashionweek, dann bekomme ich sie auch mal zu Gesicht. Wirklich sehr inspirirend. Ich freu mich schon auf die nächsten Interviews. lg

  3. k4rlakatherine sagte am

    ich glaub ihr leben ist toll und beneidenswert, ihren blog zu lesen wird mit der zeit jedoch langweilig. außerdem denke ich, ihr erfolg kam (vll nicht nur, aber doch etwas) dadurch dass halt ziemlich gut aussieht (blond, dünn etc, das schaut man sich halt gerne an ;-)) und genung geld für einen großen kleiderschrank hatte. (das kommentar klingt jetzt ziemlich hämisch, aber das will ich eig nicht. sie hatte einfach glück im leben. genauso wie z.b. kristina bazaan… da hab ich ehrlich gesagt mehr respekt vor dir jessi, den du hattest sicherlich ehr andere „startbedingungen“) alles in allem mag ich chiara trotzdem irgendwie… LG

    • Stefanie sagte am

      ich stimme ich dir vollkommen zu. ich schreibe ihr ihren ruhm und erfolg auch dem guten startkapital und der perfekten selbstinszenierung zu. sie besitzt einfach unmengen an kleidung, so ziemlich jede designertasche und ist obendrauf auch noch hübsch. aber einen wirklich inspirierenden stil findet man bei ihr nicht, eher ein misch-masch an nicht leistbaren kleidungsstücken…
      deshalb ist sie für mich nicht modebloggerin, sondern eine nette und äußerst erfolgreiche und fotogene geschäftsfrau. 🙂

  4. Mir kommt sie in dem Interview fast ein wenig dümmlich vor, liegt vllt an den kurzen „tja, so isses halt“ Antworten. Lieblingsmodeblog ist ihr eigener? ^^

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