Das Highlight der Berliner Modewoche: Im Kunstgewerbemuseum mit William Fan

Jede Kollektion von William Fan erzählt eine Geschichte; mit eigenen Charakteren, einem besonderen Hintergrund, einer eigenen kleinen Welt. Wie kaum ein anderer Berliner Designer versteht er es, ein 360-Grad-Konzept zu bieten, das aus erleben, hören und sehen besteht. Und nicht zuletzt gelingt es Fan, der 2015 sein eigenes Label gründete, immer wieder, DIE Show der Saison zu entwerfen, zu der alle wollen, aber nur wenige dürfen.

Während der Berlin Fashion Week präsentierte er seine neue Spring/Summer 2020 Kollektion in den prestigeträchtigen Museumswänden des Kunstgewerbemuseum in Berlin. Zu Beginn der Modenschau lief als Referenz an einen Audioguide eine Einleitung zur Kollektion auf Deutsch, Englisch, Chinesisch und Holländisch – die Sprachen, die der Designer auch selbst spricht (fleißig!). Im Anschluss an die Modenschau konnten die Gäste auf dem Weg hinaus durch die Galerie des Museums laufen und die Accessoires sowie zehn finale Looks an Models in den Vitrinen zusammen mit den Schätzen aus vergangenen Jahrzehnten entdecken.

Es wäre leicht zu behaupten, das kreative Spektakel würde eigentlich die Mode in den Hintergrund drängen. Aber im Gegenteil, Fan stellt seine Kollektionen in den Mittelpunkt, während die Location dafür den idealen Rahmen bietet und damit essentiell für die Bedeutung der Show ist.

Während es vor einigen Saisons die Bushaltestelle aus seiner Kindheit oder das laute China-Restaurant seiner Eltern war, das Jahr drauf waren es die Natur und ihre Ruhe, vergangene Saison tauchten wir ins Nachtleben ab, war es jetzt also ein Museum. Auch das hat natürlich einen Hintergrund: Symbolisch bringt er damit seine Kollektion und Mode im Allgemeinen in einen Dialog mit den historischen Schöpfungen.

Das hat er sehr konkret in seinen Entwürfen übersetzt: Verspielte Silhouetten und plastische Drapierungen wurden von Pailletten und Spitze geschmückt; skulpturale Prints trafen auf technische Materialien und knallige Farben (wie beim neongrünen Mantel). „Die Kollektion als eine Collage modischer Artefakte wird zu einer Hommage an das künstlerische Reichtum vergangener Jahrzehnte“, heißt es in der Pressemitteilung über Fans Vision.

Genau das ist es, wovon wir in Deutschland mehr brauchen: Weniger undurchdachte, trendorientierte Konzepte (bei drei verschiedenen Schauen lief der gleiche, gerade sehr beliebte Song von Billy Eilish „Bad Guy“ ohne so recht zur Show zu passen), dafür brauchen wir Mut, Ideen und eine eigene klare Vision, die man bis ins kleinste Detail durchzieht. Chapeau, William!

Es gibt auch einen kleinen Blick hinter die Kulissen der SS20-Show von William Fan:

Bravo!!!

Alle Fotos via PR

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