Closet Diary mit Melissa Bech, Gründerin von Blanche

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Nachhaltige Mode erhält seit einigen Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit und ist ein Thema, das für die Modebranche unabdingbar, gar essentiell, wird. Viele neue Labels mit entsprechender Ethik haben sich bereits etabliert und auch viele große Modefirmen stellen ihr Unternehmen allmählich um.

Auch für unsere heutige CD-Kandidatin Melissa ist das Thema eine Herzenssache und nimmt großen Einfluss auf ihr Leben: In Detroit, Michigan, geboren zog sie im Alter von 14 Jahren nach Kopenhagen in die Heimatstadt ihrer Eltern zurück, wo sie 2017 gemeinsam mit Mette Fredin das nachhaltige Denim-Label Blanche gegründet hat (der aufmerksame Leser weiß, wir haben bereits mehrfach über die Marke berichtet).

Gerade bereiten die beiden Gründerinnen die Modenschau für die Kopenhagen Fashion Week für Anfang August vor (wir sind schon gespannt!). Vorher nimmt euch Melissa aber noch mit durch ihre Woche und ihren Kleiderschrank und beweist eindrücklich, dass Stil keine Frage von vielen Klamotten ist.

Melissa (@melissabech) auf Instagram:

MONTAG

Der Sommer hat auch endlich Kopenhagen erreicht. Ich beende also meinen sehr laaaangen Montag (der fühlt sich unendlich an) an einem meiner Lieblingsplätze: La Banchina. Hier scheint die Sonne den ganzen Abend über und man kann in den See springen, wenn es zu heiß wird. Seit einiger Zeit habe ich natürlichen Wein für mich entdeckt. Die beste Kombi? Wein und Brot (mit Öl)! Ich werde wahrscheinlich den ganzen Sommer über davon leben 😉

Badeanzug: Her-Line (ähnlich hier), Jeans: Blanche, Sonnenbrille: Folk & Frame

DIENSTAG

Bei Blanche bereiten wir uns gerade darauf vor, die Kopenhagen Fashion Week mit einer Show im August zu eröffnen –yay! Deshalb sind wir gerade viel unterwegs: Heute zum Beispiel schaue ich mir einen potentiellen Veranstaltungsort an, der sich leider als weit über dem Budget 😉 herausgestellt hat. Es ist wirklich schwierig, einen guten Standort im Stadtzentrum zu finden, der nicht zu oft genutzt wurde und trotzdem bezahlbar ist.

Es ist also immer sehr spannend unsere Show zu planen: Es gibt so viele Faktoren, an die man denken muss, und so viele Dinge, die man integrieren und berücksichtigen möchte. Es wird auch wirklich stressig, aber ich denke dann immer daran, dass das Publikum nicht all die Dinge sieht, an die ich denke (sehr beruhigend!).

Jacke: H&M Studio (ähnlich hier), Top: Blanche, Rock: Issey Miyake (ähnliches Modell hier), Schuhe: Converse, Tasche: Blanche

MITTWOCH

Ich habe mich mit unserem Agenten in Stockholm getroffen, daher kommt hier ein klassisches „Airport Selfie“. Ich muss viel für die Arbeit reisen, da wir derzeit in acht Ländern vertreten sind.

Wir haben vor zwei Jahren mit Blanche angefangen und es war eine verrückte Reise bisher. Vor kurzem hat uns Selfridges in London in das Sortiment mit aufgenommen, darüber bin ich sehr stolz. Das Reisen kann sehr anstrengend werden, aber ich versuche immer, die Wartezeit zu genießen; ich bin süchtig nach Podcasts! 😉 Ich hoffe, dass ich eines Tages meinen eigenen machen kann.

Jacke: Sandro (ähnlich hier), Top: Blanche, Jeans: Blanche, Tasche: Blanche, Sandalen: Marni

DONNERSTAG

Das Bild haben wir vor unserem Blanche-Headquarter im Zentrum von Kopenhagen (in der Nähe meines Lieblingscafés: Sonny) geschossen – und das ist so ziemlich meine Alltagsuniform.

Ich arbeite gerne in Kopenhagen – es ist wirklich meine Lieblingsstadt der Welt. Bei der Gründung der Marke war es uns wichtig, dass unser Hauptsitz leicht zu finden und gut erreichbar ist. Es gibt für mich keinen gewöhnlichen Tag im Büro. Es gibt ständig Treffen mit Kunden, Journalisten, Stylisten, Influencern und Lieferanten. Das ist der Teil, den ich liebe – mit kreativen und inspirierenden Menschen zusammenzuarbeiten. Das hält mich am Leben und bringt mich durch die harten Zeiten, hehe 😉

Top: Helmut Lang (andere Farbe hier), Jeans: Blanche, Schuhe: Birkenstock, Sonnenbrille: Celine

FREITAG

Für eine Hochzeit geht es nach Südfrankreich! Meine guten Freunde Frederikke Raun (sie macht tollen Schmuck!) und ihr Ehemann Max haben Freunde und Familie zu einer zweitägigen Hochzeit eingeladen. Es war magisch: Ich bin bei Hochzeiten immer sehr emotional und vergieße am Ende jeder Rede eine Träne.

Mein Freund will selten Fotos machen, aber ich habe ihn dazu gebracht, mit mir dafür zu posieren 😉 Ein Kleid für Hochzeiten zu finden ist echt hart und ich liebe es umso mehr, wenn ich ein Vintage-Kleid gefunden habe, weil man dann auf der sicheren Seite ist, dass niemand das gleiche trägt.

Kleid: Vintage (ähnlich hier), Schuhe: Asos (ähnlich hier)

SAMSTAG

Die zweitägige Hochzeit endete mit einer riesigen Poolparty! Am Tag nach der Hochzeit waren wir alle zum Mittagessen mit vielen Getränken und zum Pool spielen eingeladen. Ich bin ein echter Wettkampftyp, also gab ich alles (und habe das Pool-Rennen dennoch verloren). Dazu gab es laute Musik, alle waren entspannt und locker und tanzten den ganzen Tag über.

Bikini: Jade Swim (ähnliches Modell hier), Hut: Vintage (ähnlich hier), Sonnenbrille: Viu

SONNTAG

Ich arbeite sehr viel unter der Woche, sodass mir meine Sonntage heilig geworden sind. Ich mag es auch nicht, Menschen zu sehen (außer meiner Familie, meinem Freund oder sehr engen Freunden). Ich bin eigentlich ein sehr sozialer Mensch, aber ich bin auch von Sternzeichen Zwilling, also brauche ich Zeit für mich. Im Allgemeinen bestehen meine Sonntage aus langen Spaziergängen, Podcasts hören und gutem Essen. Ich wohne in Vesterbro in Kopenhagen und kann Prolog-Kaffee sehr empfehlen!

Oh ja, und ich sehe gerne aus, als wäre ich im Fitnessstudio gewesen, hahaha.

Weste: Prada (ähnlich hier), Sweatshirt: Vintage (ähnlich hier), Leggings: Nike, Schuhe: Birkenstock

Kommentare

  1. Wahnsinnig toller Style – sehr skandi-like. I like. Weniger gut gefällt mir allerdings, dass man an vielen Stellen erkennt, dass der Text lieblos mit einem Überstetzungsprogramm o.ä. ins Deutsche transferiert wurde. Das liest sich einfach nicht schön 🙁

  2. Verena sagte am

    Ich finde es sehr wenig überzeugend, eine „nachhaltige“ Marke zu gründen, jedoch scheinbar gar kein Gefühl dafür zu haben, dass das Jetsetter-Leben eine der größten Umweltsünden ist. Das ist total schade und obwohl ich mich immer über neue Labels freue, die sich der Nachhaltigkeit verschreiben, kann ich das einfach nicht mehr für glaubwürdig halten. Ich finde das außerdem so schwierig, weil dadurch der ganze Umweltgedanke immer mehr an Kraft verliert, wenn wir als Konsument*innen solche Labels als „unbedenklich“ „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ wahrnehmen.

    • Liebe Verena,
      Ich stimme deiner Kritik nur teilweise zu. Ich bin der Meinung, ein großes Problem liegt nach wie vor in der Definiton von Nachhaltigkeit bzw. darin, dass der Begriff sehr breit gefächert ist. Momentan springen viele Labels auf den Zug auf (weshalb Greenwashing ebenso heiß diskutiert wird), aber ich kenne spontan keine Marke, die zu 100% nachhaltig ist. Geht das überhaupt? Ich denke, wirklich nachhaltig wäre es, wenn der Mensch seine Einstellung zu Konsum bzw. wie man mit der Umwelt und seinen Mitmenschen umgeht, grundlegend ändert. Nachhaltigkeit ist nicht nur die Aufgabe einer Marke, sondern auch des Konsumenten.
      Liebste Grüße,
      Kathi

      • Liebe Kathi,
        danke für Deine Rückmeldung. Ich stimme Dir zu, dass die Unklarheit, die der Begriff „Nachhaltigkeit“ mit sich bringt, ein großes Problem ist.
        Finde allerdings Deinen Punkt, Nachhaltigkeit als Aufgabe der Konsument*innen zu definieren, sehr schwierig. Oder habe ich Dich da falsch verstanden?

        Auch was den Punkt einer anderen kommentierenden Person angeht, stimme ich nicht überein. Ich finde keineswegs, dass die Logik diktiert, dass eine Person, die selbst nicht 100% nachhaltig (was auch immer das bedeuten mag) lebt, keinen wertvollen Beitrag für Nachhaltigkeit in die Welt tragen kann.

        Viel mehr ist mein Punkt, dass ich es für unglaubwürdig halte, wenn ein Mensch ein Label gründet, dass er*sie selbst als nachhaltig bezeichnet, dann aber (augenscheinlich) unreflektiert von seinem*ihren Jetsetter-Leben berichtet. Ich finde, da dies ein Artikel ist, der sehr vielen Menschen zugänglich gemacht wird, sollten wir, angesichts der Tatsache, dass die Nachhaltigkeitsdebatte sehr viele Probleme hat und oftmals sehr unklar und undeutlich diskutiert wird, darauf achten, dass keine undifferenzierten Beiträge auftauchen, in denen einerseits von Nachhaltigkeit und andererseits vom Flugverkehr berichtet wird.

        Ich kenne das Phänomen, dass diese Art der Kritik im Internet nicht gerne gesehen wird. Angesprochene fallen oft in die Abwehrhaltung, ärgern sich kritistiert zu werden, obwohl sie sich doch bemühen. Ich nehme diese Gefühle wahr und möchte sie keineswegs übergehen. Ich kann das total nachvollziehen und stimme 100% zu, dass kein Mensch, vor allem nicht in einem Land wie Deutschland, komplett nachhaltig (was auch immer das heißen mag – wir haben immer noch keine Definition, auf die wir uns einigen) leben kann.
        Gleichzeitig finde ich es persönlich extrem wichtig, auf die Widersprüche, die der „Nachhaltigkeitstrend“ mit sich bringt, aufmerksam zu machen.

        Ich hoffe nicht, Menschen auf diesem Weg persönlich anzugreifen. Vielmehr wünsche ich mir differenziertere Beiträge über dieses Thema und eine Diskussion über die Spannungsfelder.

        Liebe Grüße 🙂
        Verena

  3. Unbekannte Person 1: „Entschuldigung, wo geht es hier zur Steinigung lang?“
    Unbekannte Person 2: „Zu welcher wollen Sie denn? ‚Holpriges Deutsch‘, ‚Jetsetter-Leben‘, ‚Lebensstil, den sich 80% der Menschen nicht leisten können‘ oder , Schreiben von Kommentaren im holprigen Deutsch auf nicht nachhaltigen Geräten‘?!“
    Ich glaube, es wäre besser, jeder würde sich zuallererst an seiner eigenen Nase fassen und sein eigenes Verhalten hinterfragen.
    Schreibe ich perfekt? Und zwar ohne Ausnahmen? Wer wurde für mein Smartphone oder Laptop ausgebeutet? Habe ich heute ein Peeling mit Microplastik benutzt oder mich gestern mit einem Wattepad abgeschminkt? Habe ich schon mal Lebensmittel weggeworfen? Nehme ich heute eine schwere Wasserflasche aus Glas mit oder entscheide mich für Plastik, weil der Rucksack auch ohne sie bereits 10 kg wiegt? Ich habe Termine bei drei Kunden in zwei verschiedenen Städten: Ist es überhaupt vertretbar zum Kunden in das 64 km entfernte Karlsruhe zu fahren? Auch wenn ich es mit dem Zug und Fahrrad mache? Ich habe für meine Studenten ein Arbeitsblatt AUSGEDRUCKT, hätte ich es lieber nicht per E-Mail verschickt und somit das Problem ausgelagert? Ist die Webseite, auf der ich mich gerade befinde CO2-neutral? Nein?!!! – Steinigung!

    • Franziska sagte am

      Kann irgendwie verstehen, wenn einem negative Kommentare sauer aufstoßen, aber die diese Kommentare waren jetzt auch nicht unfreundlich oder unreflektiert und weit entfernt von einer „Steinigung“. Finde nicht, dass man unfehlbar sein muss, um seine Meinung zu äußern. Besser als in allen Bereichen zu resignieren, weil man so viel falsch machen könnte. So würde sich nämlich nie etwas ändern. Dann ist es doch besser mal zu diskutieren als still und stumm zu bleiben.

      • Ich resigniere keineswegs. In meinem Leben habe ich Einiges verändert, um etwas nachhaltiger zu leben, bin aber bei weitem nicht da, wo ich sein will. Wenn ich der Logik des zweiten Kommentars folgen würde, zählt meine Anstrengung nicht, weil ich nicht zu 100% nachhaltig lebe.
        Deutsch ist auch nicht meine Muttersprache und auch nach 20 Jahren intensiver Nutzung dieser Sprache bin ich nicht perfekt, ich klinge nicht authentisch. Soll ich etwa für jedes Schriftstück, das ich verfasse, einen Humanübersetzer engagieren, der meine Texte authentisch klingen lässt, damit sich kein Deutschmuttersprachler daran stört? Manchmal geht es nun mal um ganz pragmatische Entscheidungen in Leben.
        Was mich stört, ist dieses Missionieren.
        Wenn mir auf einer Plattform etwas nicht passt oder meinem ethischen, moralischen oder sprachlichen Anspruch nicht entspricht und ich es nicht beeinflussen kann, ziehe ich einfach weiter. Ich würde sogar vorschlagen, die Kommentarfunktion komplett abzuschalten, den Lesern allerdings die Möglichkeit geben, Kritik per E-Mail zu äußern.

        • Franzsika sagte am

          Ich persönlich lese gerne Kommentare und Meinungen anderer und manchmal können da auch fruchtbare Diskussionen entstehen, die bewirken dass ich dann meine eigene Denkweise oder festgefahrene Verhaltensmuster hinterfrage. Wenn mir die Kommentarfunktion auf einer Plattform nicht passt, dann spare ich mir einen Kommentar und ziehe weiter.

  4. Ich finde Melissa schon lange toll und daher ist auch diese CD für mich sehr gelungen, auch weil ich es als sehr authentisch empfinde.
    Und klar merkt man die Übersetzung (find ich persönlich null schlimm), vielleicht das nächste Mal den englischen (?) Originaltext mit abdrucken, dann sind vielleicht alle zufrieden.
    Liebe Grüße!

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