FANgirling – #MBFWB William Fan S/S 2018

Fashion Week Highlight Numero Uno? Die Show von William Fan! Wir haben alle Infos für euch!

Eine Frage, die auf der Fashion Week am meisten gestellt wird: „Welche Show hat dir bis jetzt am besten gefallen?“ Und diesmal gab es DIE eine Antwort. William Fan. Jeder, dem ich begegnete, bestätigte mir, was ich schon längst wusste: Fan ist eines der begabtesten Modetalente Deutschlands – und bringt frischen Wind in die Branche, die sonst immer durch Understatement versuchte zu glänzen.

Keine Seidenkleider, ciao schlichte Schnitte, weg mit modischer Zurückhaltung. Bei Fan macht Mode einfach Spaß – inklusive Soundtrack, Farbe und Setting. Da wird sogar das sonst so dunkle Berliner Modevölkchen zur knallbunten Partymenge.

Was es für eine gelungene Fashion Show braucht (außer toller Mode natürlich!): Das S-Duo – Setting und Sountrack. Bei William Fan war das eine Bushaltestelle – wer hat dort nicht seine halbe Jugend verbracht?! – und ein Kinderzimmer im 90er-Look mit Bravo-Postern, Lava Lampe und Kassettenrekorder.

Dazu der Soundtrack unserer Jugend: „Für Elise“ von Beethoven, die wohl meist gehassteste Klavier-Hymne, die aber jeder im Schlaf beherrscht, „Billie Jean“ von Michael Jackson, „Super Sonic“ von Jamiroquai und als Einstieg die Titelmelodie von den „Simpsons“ und „Die Nanny“. Das Grand Finale verpasste mir dann den Ohrwurm der Woche, der mir bis heute nicht aus dem Kopf geht: „Dein ist mein ganzes Herz“ von Heinz Rudolf Kunze. Bitte einmal anhören und ganz laut mitsingen!

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So eine Show, die so viele Gefühle auslöst, bei der Leute sich auf einmal an Erlebnisse erinnern, die so weit weg schienen und für immer vergessen, das gelingt nicht vielen kleinen Labels, sondern oft nur den riesigen High End Labels, die für’s Setting oft fünf bis sechsstellige Beträge ausgeben – man denke an Chanels Haute Couture Setting mit dem Eiffelturm – und mit einer viel größeren medialen Präsenz rechnen, einfach weil die Kontakte so viel internationaler und gereifter sind.

Umso schöner zu sehen, dass Berlin genau das auch kann und man uns eben nicht, wie oft behauptet, unterschätzen sollte. Wir sind international, wir können Mode und das auch noch in höchster farblicher Auflösung.

Dabei war die Kollektion, die Fan präsentierte, eine Hommage an seine Heimatstadt Garbsen. Leere Landstraßen, Kuhfelder, die Bushaltestelle vor der Tür – eine Dorfjugend, wie sie im Buche steht. Auch die Mode setzte sich dabei mit den Ikonen der 2000er-Jahre auseinander: Ein bisschen Simpsons hier, RTL da und eine ganz große Prise MTV und VIVA: Slogan-Shirts, metallische Anzüge, Nadelstreifen, sportliche Elemente wie Anglerhüte, Sweatkleider, aber auch Federboas kamen zum Einsatz.

Die Message? Einfach wieder Teenager sein, tragen, was die Persönlichkeit ausdrückt, frech und wild sein und sich keine Gedanken darüber machen, was andere Menschen von einem denken könnten.

Und genau das hat William Fan auch gemacht und damit unsere Modeherzen begeistert. Wir sind gespannt, wo der Bus nach Garbsen als nächstes hält… wir schnuppern jedenfalls schon internationale Luft!

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Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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Eine Antwort auf „FANgirling – #MBFWB William Fan S/S 2018“

War auch mein Favorit! Aber wo bekommt man denn seine Sachen in B? Der Online-Store ist nicht so gut gefüllt…

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007
den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.