#MBFWB: William Fan F/W 2017/18

Lust auf eine exotische Reise nach Asien? So war gestern die Show bei William Fan auf der Fashion Week Berlin

Was das faszinierende an Chinatown ist? Es liegt nie in Asien. Sondern in New York City oder auch mal in London. Es werden chinesische Waren, wie Essen, Maneki-nekos (Winkekatzen) oder seidene Kimonos angeboten, aber nur wenig davon ist wirklich traditionell, sondern eher abgestimmt auf die moderne Gesellschaft und deren Vorlieben.

Ganz ähnlich war es bei der gestrigen Show von William Fan im ehemaligen Staatsratsgebäude – was positiv gemeint ist! Der Berliner Newcomer hat sich innerhalb von nur zwei Saison zu einem der Favoriten der Modejournalisten und Einkäufer gemausert.

Ein glänzend roter Vorhang teilte die Kulisse von den geladenen Gästen ab, dahinter verbarg sich das wahre Asia-Paradies, in dem sich während der gesamten Show Statisten und Mitarbeiter von William Fan die Zeit vertrieben, durch die wild blinkenden Stände bummelten und sich bestimmt fragten, wie sie mal eben so und ohne Jetlag in Hongkong landen konnten.

William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)

Und die Mode? Vielleicht hat sich William Fan nach seinen letzten beiden Kollektionen (die eine hatte das Motto „Party“, die andere „Das Leben nach der Party“) gedacht, dass so ein Partyleben doch äußerst anstrengend zu sein scheint und man dringend Urlaub benötigen würde – gesagt, getan und ab nach Hongkong zu den Wurzeln des Designers. Der Titel der neuen Kollektion lautet übrigens: „Afternoon Stories“.

Die Entwürfe spiegelten diesen Kontrast einmal mehr wider: Typische William-Fan-Details wie gebundene Elemente, das Spiel mit Volumen sowie mit Längen und Lagen trafen hier auf moderne Schnitte. Longblazer, extreme Schlaghosen in Überlänge oder verkürzt, sowie ein Materialmix aus Samt, Metallic und Strick sorgten für eine tolle Abwechslung.

William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)
William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)
William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)

Das Highlight der Kollektionen waren die glamourösen, glitzernden und metallischen Materialien, die für Partyfeeling in Chinatown sorgten – kein Wunder, schließlich hat William Fan für den Vogue Salon doch mit Kristallhersteller Swarovski zusammengearbeitet.

Mein absoluter Lieblingslook war der Mantel mit Schmuckstein-Besatz in Nadelstreifenoptik mit Bindegürtel und breitem Revers (siehe Header).

Wenn das im nächsten Winter nicht mehr Licht in die dunkle Jahreszeit bringt, dann weiß ich auch nicht mehr. Auch super: die Bomberjacke in Metallic-Rosa, der silberne Mantel und die funkelnden Hosen.

William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)
William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)
William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)

Mein Fazit: Die Show von William Fan war mein persönliches Highlight der Berlin Fashion Week. Nicht nur die Kulisse war einzigartig und hob sich sehr von den anderen Präsentationen ab, auch der Fakt, dass mich bei William Fan die Männerkollektion genauso sehr begeisterte und interessierte wie die der Frauen, ist toll.

William Fan H/W 2017/2018 (Foto: Getty Images für Der Berliner Modesalon)

In meinen Augen hat er absolut zu Recht das Fellowship Programm von H&M und dem Fashion Council Germany gewonnen! Denn der junge Designer hat mit seinen neuen Entwürfen für den nächsten Winter genau die richtige Dosierung von Glamour, Lässigkeit und Modernität getroffen, die ich in Deutschland gerne so viel öfter auf den Straßen sehen würde.

(Fotos: Getty Images für Der Berliner Modesalon)

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.