So Cliché! Die illustrierten Stereotypen der Fashion Week

Wir Modeleute sind schon ein ganz eigenes Völkchen – immer im Stress und auf der Suche nach den neuesten Trends hetzen wir durch die Großstädte der Welt. Und zwei Monate im Jahr sind wir dann dank der Fashion Weeks gänzlich out of order. Eine Frau, die genau dieses Szenario bestens kennt, ist Julie Houts. Als J.Crew-Designerin bringt

Wir Modeleute sind schon ein ganz eigenes Völkchen – immer im Stress und auf der Suche nach den neuesten Trends hetzen wir durch die Großstädte der Welt. Und zwei Monate im Jahr sind wir dann dank der Fashion Weeks gänzlich out of order.
Eine Frau, die genau dieses Szenario bestens kennt, ist Julie Houts. Als J.Crew-Designerin bringt sie uns Trends immer mit einer Portion Humor in Form von bunten Pom Poms oder einer Rüsche zu viel nahe. Für die neue Sommerkollektion 2017 castete sie übrigens als Models Freunde und Co., mehr erfahrt ihr an dieser Stelle.

Doch nicht nur als Designerin beweist Julie guten Geschmack und Witz, sondern auch bei ihrer zweiten großen Leidenschaft: dem Illustrieren. Wer ihrem Instagram-Account noch nicht folgt, der sollte es spätestens jetzt machen! Zusammen mit Stylebop.com hat sie jetzt den ultimativen Guide für die gerade laufenden Fashion Weeks gezeichnet. Was ihr seht? Unseren alltäglichen Wahnsinn, Tipps, wie man es in die Front-Row schafft und wie das scheinbare glamouröse Runway-Leben wirklich aussieht – mit einer guten Prise Sarkasmus!

Ihr habt noch keine Pläne für die Fashion Week? Versucht es doch mal mit unseren Looks zum Nachshoppen (einfach auf die Produkte klicken) – damit seid ihr garantiert das nächste Streetstyle-Motiv. 😉

 

Der stolze Pfau

 

Das wichtigste bei Pfauen? Das farbenfrohe Gewand. Das darf auch beim Fashion Week-Gefieder nicht fehlen. Weitere Merkmale? Konstantes Posten auf allen Social Media Kanälen, mehrere Outfit-Wechsel am Tag und Schuhe, die nur für den Weg vom Taxi zur Show gemacht sind.

 

Luxuriöses Understatement

 

Wie sagt man so schön: Echtes Geld sieht man nicht. Trifft auch auf diesen Stereotyp zu: Die teuren Loafer verschwinden unter der weiten Palazzo-Hose, das iPhone braucht kein Case (sobald ein Kratzer zu sehen ist, wird schließlich ein neues gekauft) und der Rolli ist… natürlich aus bestem Cashmere.

 

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Model-Off-Duty

 

Neulich haben wir noch über den perfekten Model-Look geschrieben, jetzt sehen wir ihn hier in Perfektion: Denn nur mit Kompressionsstrümpfen (noch aus dem Flugzeug), einem angesagten Hoodie (am besten Vetements) und einem Smokey-Eye um 9 Uhr morgens kann man den Hangover der Aftershow-Party vom vorigen Abend kaschieren.

 

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Die gestresste PR-Beraterin

 

Woran man die wirklich wichtigen Leute in der Branche erkennt? Ist doch klar, sie tragen All-Black-Everything. Dazu kommen High Heels, die so schmerzhaft sind, dass sie nur 45 Minuten vor der Show angezogen werden können, in der Hand THE List, wo drauf steht, wer rein kommt und wer nicht, und das wohl verbreiteteste Laster der Industrie: die Zigarette in der Hand.

 

Die „Ich bin nur hier, um meinen Job zu machen“-Redakteurin

 

Sie haben wohl die größte Hassliebe zur Fashion Week: Moderedakteure. Immer auf dem Sprung von einer zur nächsten Show, bloß kein Backstage-Interview verpassen und nebenbei auf dem Laptop die ersten Schauenberichte schreiben. Woran man sie erkennt: Sneaker, nicht unbedingt schön, aber bequem. Krummer Gang vor dem stundenlangen Sitzen vor dem Computer und ein unordentlicher Pferdeschwanz: Sorry, für mehr war morgens einfach keine Zeit.

 

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Der gelangweilte Modeclown

 

Tja, wie wird man das beste Streetstyle-Motiv? Indem man die verrücktesten Klamotten trägt und dabei am gelangweiltesten aussieht. Immer hilfreich? Zwei Smartphones (eins reicht einfach nicht!) und Stan Smith an den Füßen. Die erden anscheinend den verrückten Look.

 

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.