5 Trendlektionen aus der Vetements Spring 2017 Collection – oder wie man mit 18 Labels gleichzeitig kooperiert

Über das Vetements DHL-Shirt haben wir uns in der Redaktion ziemlich lustig gemacht (unser DHL-Mann Mirko hat schallend gelacht, als wir ihm den Preis gezeigt haben), aber nach dieser Saison muss man sagen: Demna Gvasalia und sein Bruder Guram geben neben Alessandro Michele von Gucci den Beat an, in dem die Herzen der Modefans schlagen.

Nach den ausverkauften Patchworkjeans, deren Kopien jetzt bei Zara und H&M hängen, wurden die wichtigsten Trendsetter in den „Hello Boys“-T-Shirt, Oversize-Hoodies und Blümchenkleidern mit farblich abgesetzten Stehkrägen gesichtet. Jetzt will natürlich jeder wissen: Wie geht’s weiter?

Kann Demna Gvasalia weiterhin die Gesetze der Mode so durchrütteln, wie es ihm bisher gelungen ist? Oder nimmt ihn der Posten als neuer Kreativdirektor von Balenciaga zu sehr ein, so dass die Aussagkraft der eigenen Marke nachlässt?

Nö. Die neue Vetements Spring Collection 2017 ist auf den ersten Blick wieder so untragbar und hässlich, wie die Entwürfe in den Saison zuvor. Zumal im Vorfeld bekannt wurde, dass Vetements für diese Kollektion mit 18 (!) anderen Labels zusammen arbeiten will, darunter Levi’s, Carhartt, Champion, Eastpak, Brioni, Mackintosh, Comme des Garcons, Canada Goose, Manolo Blahnik und Juicy Couture. Ausgerechnet Juicy Couture, neben Van Dutch und Ed Hardy die Trash-Marke schlechthin.

Ihr erinnert euch: Paris Hilton machte die Nicky-Anzüge („Tracksuits“) populär und trug sie am liebsten in Hubba-Bubba-Pink mit Glitzerschrift auf Rücken und Po, auf dem Arm ihren Chihuahua Tinkerbell. Genau hier liegt das Geheimnis der Genialität von Demna Gvasalia. Wenn er den Stil von Juicy Couture in Form von Nicky-Jumpsuits, Hoodie-Kleidern und Popo-Prints wiederbelebt, dann funktioniert das irgendwie.

Vetements Spring 2017 x Juicy Couture (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Juicy Couture (Foto via Vogue.com)

Vetements Spring 2017 x Juicy Couture (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Juicy Couture (Foto via Vogue.com)

 

Das ist längst noch nicht alles, denn die beiden Brüder haben noch mehr Mode-Schmankerl auf Lager, die uns in nächster Zeit garantiert öfter begegnen werden.

Diese 5 Trendlektionen aus der Vetements Spring 2017 Collection sollte man sich neben Nicky also außerdem notieren:

1. Breite Schultern

Und zwar noch breiter, als Don Johnson seine Jacketts in den Achtziger Jahren in Miami Vice trug. Die Jacken und Hosen entstanden in Zusammenarbeit mit Herrenschneider Brioni. Anstatt die Klassiker der Mode zu kopieren, baten Demna und Guram Gvasalia „Die besten der Besten“ einfach direkt, ob sie die Sachen nicht gleich für sie herstellen könnten – nach Vetements-Art versteht sich. Die Ärmel unbedingt hochkrempeln.

 

2. Gucklöcher

Die gestreiften und hellblauen Hemden (Experten erkennen sofort den Stil von Comme des Garcons darin) werden schief geschnitten und ebenfalls in Übergröße getragen, die Knöpfe in der Mitte bleiben offen. Merke: Bauchfrei ist das neue Schulterfrei.

 

3. Workwear

Erinnert sich jemand noch an die k***braunen Carhartt-Hosen von früher mit den weißen Nähten? Glück, wer so eine noch im Schrank hat! Am besten schon mal rausholen und lüften, damit die Buxen im Frühling frisch sind.

Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Carhartt (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Carhartt (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Carhartt (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Carhartt (Foto via Vogue.com)

 

4. Daunenwesten

Das Thema „Dicke Daunenjacken à la Helly Hansen“ hat Demna Gvasalia bereits für die Balenciaga Herbst/Winter 2016/2017 Kollektion verwurstet. Diese Jacken entstanden in Zusammenarbeit mit Canada Goose.

Vetements Spring 2017 x Canada Goose (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Canada Goose (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Canada Goose (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Canada Goose (Foto via Vogue.com)

 

Braun

Und zwar in allen Nuancen von Karamell bis Schokoladenbraun. Echt schön: Bomberjacken von Schott aus braunem Nylon und einem Futter in Burgunder.

Vetements Spring 2017 x Schott (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Alpha Industries (Foto via Vogue.com)

Besonderes Augenmerk gilt den Schuhen, die in Zusammenarbeit mit Manolo Blahnik und Westernstiefel-Spezialisten Lucchese entstanden: Satin-Pumps, derbe Boots und übertrieben hohe Chaps.

Die Kollaboration ist ein genialer Zeitpunkt für Manolo Blahnik, schließlich ist nach dem Ende von „Sex and the City“ der große Run auf seine Pumps vorbei. Die Trends setzten junge Schuhdesigner wie Edgardo Osorio von Aquazzura oder Gianvito Rossi. Jetzt werden die Karten nochmal neu gemischt!

 

 

Zu den Bestsellern der neuen Vetements-Kollektion werden garantiert auch der Jeans-Overall von Levi’s mit durchgehenden Bein-Zippern, die Rüschen- und Blümchenkleider sowie das weiße „Antwerpen“-Sweatshirt (siehe Header), das es schon mal in der T-Shirt-Version gab, zählen.

Vetements Spring 2017 x Levi's (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 x Levi’s (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.com)
Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.com)

 

Und die übergroßen Clutches mit Kettendetails? Der Streetstyle-Liebling 2017!

Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.co.uk)
Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.co.uk)
Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.co.uk)
Vetements Spring 2017 (Foto via Vogue.co.uk)

 

Die Show fand übrigens in den Galeries Lafayette in Paris statt. Während der Öffnungszeiten.

(Fotos: Vetements Instagram, Vogue.com, Vogue.co.uk)

Kommentare

  1. Ich checke dieses Label nicht. Wo kommt das überhaupt so plötzlich her? Ich habe vor 2016 noch nie davon gehört, und ich lese echt viele Modesachen…
    Es ist alles so unfassbar hässlich und in seiner Provokationsabsicht total berechenbar. Einfach lächerlich, sorry.

    • Du alter Journelles-Hase, wir haben schon 2015 darüber berichtet! :p

      >>> Hier entlang
      Aber: Ich verstehe es auch nicht. Eine Rebellion gegenüber allem Dagewesenen, eine „Revolution“ zum rechten Zeitpunkt, vermeintliche Avantgarde. Platz dafür ist ja da, aber der Hype ist nicht gerechtfertigt.

  2. Kathrin sagte am

    Mode kann nicht hässlich & schon gar nicht lächerlich sein. Getragen wird was gefällt. Ich finde die Kollektion sehr erfrischend, provokant und sucht man sich Einzelteile heraus sind diese durchaus gut tragbar.

    Toller Artikel.

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