Best-Of #MBFW: Unsere Highlights im Berliner Salon

Das Schöne am Berliner Salon ist die Zeit und Ruhe. Man kann sich die neuen Kollektionsteile in Ruhe anschauen, anfassen und muss nicht wie bei einer Modenschau nach einer Viertelstunde wieder vor die Tür. Dazu bekommt man ein Gefühl für aktuelle Trends, Strömungen, neue Labels und kann vor Ort die Designer persönlich treffen.

Dieses Jahr fand der Berliner Salon zum ersten Mal in der Villa Elisabeth und der St. Elisabeth-Kirsche in Berlin-Mitte statt. Welche Designer und Looks wir dort so gesichtet haben und was wir für die kommende Saison im Kopf behalten werden, erfahrt ihr hier im Überblick.

WILLIAM FAN

Keine Frage, William Fan ist wahnsinnig talentiert, kreativ, ehrgeizig und vor allem fleißig. Am Montag war er im H&M Showroom, wo die Zusammenarbeit bei der Förderung von deutschen Modetalenten im Rahmen des zweijährigen Fellowship Programms des Fashion Council Germany und H&M gefeiert wurde. Fan durfte zwei Jahre lang im Bereich Einkauf, Produktion, Design und Personal von H&M lernen und wurde intensiv gecoacht.

Am Dienstag stand er dann vor seinen Entwürfen im Berliner Salon, um jeden Interessierten von seinen Kollektionen zu erzählen – nur um dann keine drei Stunden später in einer Karaokebar seine Runway-Show zu präsentieren (dazu bald mehr!). So viel Leidenschaft, Zeit und Fleiß, die William Fan in sein Label steckt, Hut ab!

AEYDE

Seinen sicheren Job bei der großen E-Commerce-Plattform Zalando kündigen, um ein eigenes Schuhlabel zu gründen? Dieses Risiko würden nicht viele eingehen. Für Luisa Krogmann und Constantin Langholz-Baikousis, die Gründer von Aeyde, hat es sich aber gelohnt: Das beliebte Schuhlabel macht vieles anders und besser als traditionelle Unternehmen, vor allem aber steht Aeyde für luxuriöse Qualität, die man sich leisten kann.

HORROR VACUI

Große Horror-Liebe, die so ganz und gar nicht gruselig ist: Inspiriert von Nachthemden des 15. bis 16. Jahrhunderts  zeigen sich die Kleider und Blusen des Münchner Labels wieder wunderbar märchenhaft und verspielt. Wer aber meint, dass Horror Vacui unmöglich alltagstauglich sein kann, irrt sich: Man schaue sich Jessie an, die einen eines Besseren belehrt und die Blusen und Kleider während ihrer Schwangerschaft Tag ein, Tag aus getragen hat.

BELIZE

Ein Abstecher nach nebenan in die Villa Elisabeth lohnte sich gleich doppelt und dreifach: Zusammen mit dem Mode Salon war auch der Vogue Salon an den neuen Standort umgezogen. Und dort haben wir direkt unsere Lieblinge Belize und die Designerin Valeska Duetsch entdeckt. Das spannende Newcomer Label haben wir ja schon ewig auf dem Radar, auch im Marché hat sich Belize gut verkauft und Jessie trägt ihre Designs sowieso sehr gern! Neben ihren wunderbar unbeschwerten Entwürfen präsentierte das Label auch ihre erste Swimwear-Linie.

REGINA WEBER

Unser absolutes Highlight beim Vogue Salon, war der Mantel von Regina Weber aus getrockneten Blüten. Wie cool ist das denn?! Die deutsche Designerin war zum ersten Mal mit dabei – und hat uns mit ihrer charmanten Kollektion direkt in ihren Bann gezogen. Bitte mehr!

IRIS VON ARNIM

Wir bewundern Iris von Arnim für alles, was sie ist. Wirklich wahr! Die heute 73-jährige Hamburgerin war die Erste, die sich in Deutschland an das Design von Strick wagte und hat sich ihren Erfolg von Anfang an allein „erstrickt“. Nach einem schweren Unfall Anfang der 70er fing sie im Krankenhaus an, bunte Pullover mit nicht selten wilden Prints zu stricken. Der Startschuss für ein Label, das in Deutschland fast schon eine Institution ist.

Heute sind die Cashmere-Kleidungsstücke wesentlich schlichter als früher. Im Berliner Salon haben wir uns ganz besonders in den braunen Oversize-Mantel sowie die farblich passende Stoffhose verliebt.

MAIAMI BERLIN

Ein weiteres, deutsches Label hat es uns schon längst angetan: Maiami Berlin – das Stricklabel von Maike Dietrich, das sie 2004 aus ihrer Leidenschaft für das Handwerk gegründet hat. Und wenn es nach Maiami geht, können wir ab sofort head-to-toe in Grobstrick durch die Straßen ziehen.

LALA BERLIN

Auf Leyla Piedayesch und Lala Berlin ist Verlass. Die Designerin gab uns eine kleine Preview auf ihre neue Kollektion, die sie in zwei Wochen auf der Copenhagen Fashion Week präsentieren wird. Dieses Mal blieben die Farben etwas ruhiger – und sind in Kombination mit den bunten Prints aber immer noch verspielt genug. Unser Highlight? Die Kombination mit karierten Hosen und passender Jacke.

STRENESSE

Lange ist es her, da war Strenesse eine wichtige Marke, die mit Jil Sander oder Hugo Boss als Vertreter der deutschen Mode im Ausland gefeiert wurde. Dem deutschen Label ging es also schon mal deutlich besser, denn vor drei Jahren meldete das Unternehmen Insolvenz an.

Seit einem Jahr ist Strenesse nun wieder bei der Berlin Fashion Week mit dabei und testet, ob der Neustart der Marke gut ankommt. Das tut er! Scharfe Anzüge, fließende Stoffhosen und breite Mäntel – eine gelungene Verweiblichung der Herrenmode.

LARA KRUDE

Von dem Newcomer-Label Lara Krude haben wir vergangenen Sommer zum ersten Mal berichtet. Die Designerin,  hatte mit ihrer Abschlussarbeit vor knapp zwei Jahren den „Designer for Tomorrow Award“ gewonnen. Nun präsentierte sie zum zweiten Mal im Berliner Salon ihre Kollektion mit eleganteren und erwachseneren Stücken als zur letzten Saison. Mehr davon!

WORKING TITLE

Ein weiteres Label, das auf Nachhaltigkeit setzt, ist Working Title mit den Gründern Antonia Goy und Björn Kubeja. Zwölf Jahre lang gab es das Label Antonia Goy, für das die Beiden mit der Zeit immer mehr zusammengearbeitet haben. Für Antonia fühlte es sich irgendwann falsch, den Namen beizubehalten, und so nannten sie das Label kurzerhand in Working Title, Arbeitstitel, um.

Tatsächlich scheint die gezeigte Mode nicht fertig zu sein, zumindest strahlt sie das aus. Doch auf den zweiten Blick offenbart sie ein zeitloses Design und raffinierte Details. Beim Vogue Salon bewiesen sie zum wiederholten Mal, dass an diesem Label kein Weg mehr vorbei führt. Zeitloses Design trifft auf interessante Details wie Kontrastnähte, Layering oder offene Säume.

PHILOMENA

Für viele kein ganz neuer Name in der Modebranche, denn 2014 gründete Julia Leifert ihr nachhaltiges Label Philomena Zanetti, letzteres hat sie vor wenigen Jahren gestrichen. Diese Saison überzeugte die Designerin mit schicken Looks aus weiten Hosen, raffinierten Blusen und oversized geschnittenen Mänteln. Wenn man dann noch weiß, dass die Kollektion fair und ökofreundlich produziert wurde, ist man gleich doppelt begeistert.

WALD BERLIN

Nach einem fulminanten Einstieg vor einigen Saisons mit ihrem Muschelschmuck, bleiben sie auch dieses Jahr Sterne am Schmuckhimmel: Wald Berlin. Kommende Saison wird auf Muscheln auch nicht verzichtet, Wald bleibt sich treu, die Entwürfen werden nur bunter, mutiger und auffälliger. Davon möchten wir mehr sehen!

Bilder via PR / Getty Images für den Berliner Salon

Kommentare

  1. alexandra@journelles.decarolinkerosin89@gmail.com
    Carolin sagte am

    Danke für diesen fundierten, knappen, gut geschriebenen Überblick – on point! Liebe Grüße

    • alexandra@journelles.dealexandra@journelles.de
      Alexandra sagte am

      Huhu Carolin, lieben Dank für deine Nachricht! Ich freu mich 🙂 Liebe Grüße, Alex

  2. alexandra@journelles.deesra@Lovelylines.de

    Toller Post! Ich liebe die Auswahl bei Aeyde, egal zu welcher Jahreszeit 🙂

    Liebe Grüße, Esra

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Geben Sie einen Text ein

Ich akzeptiere

Geben Sie Ihren Namen ein