Der Boom der Streetstyle-Ikonen, die zu Modedesignern werden

Instagram hat uns viel gebracht: Fotos von perfekt angerichtetem Essen zum Beispiel. Oder von halbnackten, scheinbar perfekten Körpern im Dauerurlaub. Oder Celeste Barber mit ihren herrlich ironischen Fotos. Letzteres macht die anderen Bilder fast schon wieder wett. Instagram hat besonders die Modeindustrie verändert. Eine gute Idee allein kann heute die Modebranche erobern oder zumindest in einem kleinen Rahmen erfolgreich sein und neue Impulse für den Markt setzen – nur dank Instagram.

Was sich jedoch besonders herauskristallisiert, sind Designer, die allein durch die App erst existieren und genauer gesagt: Streetstyle-Ikonen, die zu Designern werden, ihre eigene Marke gründen und buchstäblich sofort in erfolgreiche Labels verwandeln.

Wenn ganze Karrieren, Marken und Beziehungen von Instagram getragen werden, wer sagt dann, dass das erfolgreiche Modehäuser nicht auch sein können?

Es ist nicht wirklich überraschend, dass Frauen, die ihre Leidenschaft in einen Job verwandelt haben und mit ihren Outfits eine Quelle der Inspiration für Millionen von Nutzern sind, früher oder später ihre eigenen Modemarken gründen. Sie haben die richtigen Qualifikationen: Popularität, eine solide Basis von treuen Fans, die wahrscheinlich ihre Kleidung kaufen werden, die richtigen Kontakte zur Förderung ihrer Marke, einen guten Geschmack und Wissen über die Modewelt sowie in vielen Fällen eine gewisse wirtschaftliche Stabilität. Vor allem ist es ihnen gelungen, ein Image zu kreieren, das für einen guten Stil und Coolness steht. Und eine starke Markenidentität ist schon die halbe Miete für ein erfolgreiches Label.

Der Beweis, das dieses Konzept gut funktioniert? Na, zu aller erst haben wir Réalisation Par, das von den beiden Instagram-Stars Alexandra Spencer und Teale Talbot ins Leben gerufen wurde. Die beliebteste Pariser Modeikone Jeanne Damas hat ihre eigene Marke Rouje Paris, die italienischen Stylistinnen Giorgia Tordini und Gilda Ambrosio haben Attico gegründet und gerade erst haben wir das neueste Mode-Projekt La Veste von Blanca Miró und Maria de la Orden entdeckt.

Sie alle sind das Ergebnis einer immer zugänglicheren Modebranche, bei der angesehene Blogger genauso viel zu sagen haben wie hochwertige Modemagazine, Einkäufer in den Reihen neben Influencern Platz nehmen und eben Streetstyle-Ikonen zu Modedesignern werden.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man an diesem Konzept und damit der Qualität des Labels nicht zweifeln darf. Doch die Tatsache, dass hinter einem Kleid kein Modedesigner steckt, bedeutet nicht, dass es sich um ein Kleidungsstück von schlechter Qualität handelt – die Fälle der Olsen-Zwillinge mit The Row und Victoria Beckham haben uns ja schließlich eines Besseren belehrt.

Vielleicht treffen die Seidenkleider mit tiefen Ausschnitten von Realisation Par oder die Glitzer-Slipper von Chiara Ferragni nicht jedermanns Geschmack, doch die Entwürfe kommen zweifelsohne an! Wenn Kayne West oder ein Ex-Spice-Girl die Modebranche inzwischen von sich überzeugen konnten, wieso sollten es Instagram-Promis nicht auch schaffen? Im Zweifel sollte man nicht alle Labels über einen Kamm scheren, sich gleichzeitig nicht nur von hübschen Bildern leiten lassen und im Einzelfall bewerten. Viele dieser Art von Labels sowie seine Gründer werden in nur einigen Jahren wieder irrelevant werden, die Mehrheit sogar schließen müssen. Doch genauso sicher wie das passieren wird, ist auch, dass sich die ein oder andere Marke zu einem großen Modehaus entwickeln könnte. Schließlich hat Coco Chanel ihre Karriere auch in Bars und Clubs als Sängerin begonnen …

Ein neues Modelabel auf dem Radar

Blogger, Influencer und etablierte Marken wie Ganni oder Stine Goya haben Kopenhagen auf unsere Modelandkarte gebracht. Es mag eine kleine Metropole sein, aber sie ist voller frischer Designs und kreativer Labels. Vergangene Saison hat sich eine neue Marke etabliert, für die sich die beiden Skandi-Girls Thora Valdimars und Jeanette Madsen mit dem Concept Store/ der Brand Birger Christensen zusammengeschlossen haben.

Im August gelauncht, kann man die Entwürfe von Rotate bereits auf Net-a-Porter kaufen. Und sind wir mal ehrlich: Diese zwei dänischen Grazien hätten so ziemlich alles vorstellen können, man hätte sich auf sie gestürzt. Highlights aus der Kollektion sind ein rosa Jacquard-Minikleid mit voluminösen Puff-Ärmeln und hohem Ausschnitt sowie ein langes hellblaues Metallic-Strickkleid und ein schwarzer Blazer mit Stickerei am Kragen.

Geplant sind noch weitere Kollektionen. Und für die Zweifler: Jeannette Madsen hat ihre Karriere als Designerin angefangen, Thora Valdimars arbeitete als Fashion Director bei dem Modemagazin Costume. Da muss es doch gut werden.

The collection is not typically Scandinavian. You see a bit of skin and the cuts underline your personal “advantages” and unique features. That can be an exciting material that falls perfectly, a bare back, a short dress with long sleeves or vice versa. You never get too bare, there’s always a balance. In addition, each dress can be styled up or down – so you can wear them for a night on the town or add a pair of jeans and sneaks for work.

Fotos via PR (Birger Christensen) sowie instagram/_jeannettemadsen_

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