Meine neue Gelassenheit in der Schwangerschaft. Mein Beitrag zur Difference Maker Kampagne von Clinique.

Es ist noch gar nicht lange her: Am 31.Dezember 2015, die Silvesternacht stand kurz bevor, saß ich auf einem fancy Bett in einem fancy Hotel inmitten von Singapur, mein Mann machte ein Nickerchen und ich ließ gedanklich das Jahr Revue passieren lassen. Mal kurz inne halten, High-und Lowlights durchgehen. Objektiv betrachtet ein fantastisches Jahr, sowohl Karriere-technisch als auch privat. Die tollen Reisen, Kampagnen, Meilensteine der Selbstständigkeit, ein perfektes erstes Ehejahr, grundlegende Zufriedenheit. Ich weiss, ich bin ein glücklicher Mensch.

Trotzdem heulte ich mir zwei Stunden lang die Augen aus dem Gesicht. Denn subjektiv betrachtet, so empfand ich es in diesem Moment mit dem lauten, wuseligen Verkehr von Singapurs Straßen im Hintergrund, lief rein gar nix rund in diesem Jahr. Schuld war eine heftige Hormontherapie, die mich in der zweiten Jahreshälfte und besonders um Weihnachten rum völlig ausknockte. In der direkten Familie gab es den ersten heftigen Krebsfall (der gut ausging) und ein sehr persönlicher Streit ging mir schon lange an die Nieren.

Ich war gesundheitlich einfach nicht fit, empfand 2015 in dieser Situation als wahnsinnig beschissenes Jahr und machte drei Kreuze, dass es endlich zu Ende war. Und nahm mir vor, dass 2016 nur besser werden kann. Am nächsten Morgen flogen wir weiter nach Bali und es folgten die schönsten, entspannendsten und inspirierendsten neun Tage, die man sich wünschen konnte. Aus Bali habe ich jede Menge Zen, innere Zufriedenheit, Stabilität und den selbst erdachten #ZenFriday mitgebracht (ihr erinnert euch vielleicht an meinen Editor’s Letter?) – ich kann gar kein genaues Ereignis benennen, das meine Bewunderung für die positive Lebenseinstellung der Balinesen, dieses bedingungslose Glücklichsein, ausgelöst hat. Aber mir war plötzlich klarer denn je zuvor, dass positives Denken, Gesundheit, Ausgeglichenheit und eine gesunde Einstellung zum Job und der eigenen Karriere so wahnsinnig wichtig sind. Ich habe mir in meinen Zwanzigern beruflich regelrecht den Allerwertesten aufgerissen und darf die Lorbeeren davon heute ernten. Aber in diesem Tempo weiter hetzen, immer höher, weiter, besser und (noch) schneller zu springen?

Es stand für mich einfach in keiner Relation mehr. Weil es nicht noch besser oder toller laufen könnte und man dennoch neuen Kicks und Erfolgserlebnissen hinterher hechelte, ohne dabei auf seine innere Stimme und die Gesundheit zu hören.

Auf meiner persönlichen Agenda stand nämlich schon immer ganz weit oben, eine Familie zu gründen. Das entscheidet man vielleicht selbst, aber dann nimmt die Natur den restlichen Verlauf in die Hand – und die wollte bei mir einfach nicht. Viele Arztbesuche, Diagnosen, Hormontherapien, Spritzen und viel abgesessene Zeit in Wartezimmern entmutigten mich nie, aber sie zehrten offenbar doch mehr an meinen Nerven, als ich es mir während des gesamten Jahres eingestehen wollte. An besagtem Silvesterabend beendete ich das Kapitel gedanklich und nahm mir mit verquollenen Augen vor: 2016 werde ich schwanger und 2016 wird ein tolles Jahr, wenn ich mehr auf mein Bauchgefühl höre, einen Gang runter schalte und mich auf die wirklich wichtigen Dingen des Lebens konzentriere.

Zweieinhalb Monate später war ich schwanger. Und ich glaube, dass unser Bali-Urlaub in vielerlei Hinsicht ein echter „Difference Maker“ war. Alles, was ich mir so halbwegs vorgenommen hatte, bestätigte sich dann auch prompt in den ersten Schwangerschaftsmonaten: Auf seinen Körper zu hören, zur Ruhe zu kommen und wirklich mal los zu lassen (ein Nickerchen am Nachmittag hätte ich mir früher niemals gegönnt) sind nicht nur wichtig für die Gesundheit, sondern zeigen, wie wichtig eine Prioritätsverschiebung sein kann.

ZEN-Modus auf Bali

 

Ich habe länger überlegt, ob ich dieses private Thema ansprechen möchte. Seit Verkündung der Schwangerschaft habe ich so viel positives, herzliches und emotionales Feedback erhalten und eure Freude war für mich wirklich beeindruckend. Ich habe aber auch private Nachrichten bekommen, dass es trotz Kinderwunsch leider nicht selbstverständlich ist, schwanger zu werden. Wem sagt ihr das! Denn hier auf Journelles widme ich mich lieber den positiven und schönen Dingen des Lebens, Problemchen werden weg gelächelt, Privates ausgeklammert. Mit meiner etwas anderen Geschichte möchte ich ein klein wenig zurück geben und euch Mut machen: Bei mir läuft selbstverständlich nicht alles rund oder aalglatt, auch wenn man nach außen strahlt.

Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist und die innere Einstellung den Unterschied machen kann, so wie in meinem Fall. Mein grösstes Ziel im Leben, natürlich neben einem gesunden Kind? Innere Zufriedenheit und Gelassenheit. Der Rest regelt sich irgendwann und irgendwie von ganz allein.


Auslöser für diesen Post ist Clinique mit der wirklich schönen Kampagne „Difference Maker„, die das Selbstvertrauen von Frauen stärken soll, indem sie initiativ werden, sich engagieren, etwas bewirken – Clinique hat stellvertretend für die Millionen von Frauen in aller Welt, die täglich den kleinen oder großen Unterschied im Leben anderer machen, sechs Frauen ausgewählt, die ihre eigenen ganz persönlichen Geschichten erzählen. Auch sie wurden aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres politischen und gesellschaftlichen Backgrounds zu Difference Makern und engagieren sich für Organisationen, die im Bereich Gesundheit oder Bildung Hilfe leisten.

Mit dabei sind Gina Rodriguez, Erendira Ibarra, Victoria Pendleton, Jessica Nkos und Ning Chang. Für Deutschland ist Moderatorin Nazan Eckes eines der Kampagnengesichter, die ihre persönliche Geschichte als Kind mit Migrationshintergrund und von ihrem Engagement bei der „Stiftung Lesen“ erzählt. Passenderweise ist auch Nazan gerade schwanger…

Habt ihr auch schon eine solche #DifferenceMaker-Geschichte erlebt? Es kann auch eine bestimmte Situation gewesen sein, die unser Leben verändert hat. Eine Reise, auf der wir neue Eindrücke gewinnen, ein Buch, das einem die Augen öffnet, die Geburt des Kindes, das uns zur Mama werden lässt, ein Umzug in eine fremde Stadt… Wer war euer ganz persönlicher Difference Maker, oder: Für wen seid ihr ein Difference Maker? Hier ist Nazans Geschichte:

– In Kooperation mit Clinique –

Kommentare

  1. Respekt für so viel Ehrlichkeit. Schön, auch mal hinter die Fassade schauen zu dürfen. Hier auf Journelles kommst nimmt die schillernde Persönlichkeit natürlicherweise viel mehr Raum ein, aber Ecken und Kanten und Problemchen machen nicht nur menschlicher, sondern eben auch viel sympathischer.

  2. Johanna sagte am

    Ich habe großen Respekt davor, wie offen Du mit einem so schwierigen Thema umgehst. Ich freue mich selbst unglaublich über meine derzeitige Schwangerschaft, bin gerade 28+1 und Deine Worte erinnern mich wieder daran, wie dankbar man für diesen Umstand (und auch sonst so ziemlich Alles im Leben!!!) jeden Tag sein muss. Dir und #minijournelles weiterhin alles Gute!
    xx
    J

  3. Liebe Jessi, danke für Deine bewegenden Worte…

    Mir ist ein ähnlicher Wandel passiert, ich bin im letzten Jahr durch mein zweites juristisches Staatsexamen gefallen, für eine Juristin in etwa das Schlimmste, was passieren konnte.
    Ich denke auch, es lag an meiner inneren Einstellung, ich hab nur noch gelernt, wollte zuviel, habe mich selbst vernachlässigt.
    Dadurch konnte ich mich immer schlechter konzentrieren und hatte einen richtigen inneren Wiederstand gegen die Klausuren entwickelt.

    Dann kam ein Umdenken, beim zweiten Versuch habe ich viel weniger gelernt und statt dessen Dinge in meinem Leben umgesetzt, die ich schon immer wollte, mich nur nie getraut hatte. Und siehe da: auf einmal klappte es…

    Diese innere Einstellung macht so viel aus, durch das Durchfallen habe ich gemerkt, dass das Leben nicht vorbei war, meine Freunde sich nicht von mir abgewand haben und das Leben auch mit einer vermeindlichen Niederlage lebenswert war.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deine neue Gelassenheit beibehällst!

  4. Danke dir für deine ehrlichen Worte! Und danke für die Inspiration!
    Ich wünsche dir alles Gute und Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!

    Herzliche Grüße,
    Jess

  5. Wow, vielen Dank für deine offenen Worte und dass du diese persönliche Geschichte mit uns teilst. Das macht sicher sehr vielen Frauen Mut!

    Eines unter vielen prägenden Ereignissen für mich war ein Coaching, in welchem herauskam, dass ich keine Führungskraft sein will und so kündigte ich die Stelle als Teamleitung und ging als „normal“ Mitarbeiterin zurück in mein Team. Für diese Entscheidung bin ich noch heute dankbar.

    Liebste Grüße aus Freiburg und noch mal vielen Dank, Neele

  6. Annabel sagte am

    Ein Wahnsinns-Post! Vielen Dank dafür 🙂

    Alles, alles Gute, ganz viel Gesundheit und weiterhin Glück für die Schwangerschaft und die Zukunft 🙂

  7. Alle hier finden dein outing so toll aber nur 2 hatten auch den Mut offen zu sprechen.
    Wenn ich die Dritte sein darf?….Wandel 1…ein Autounfall im Ausland und No.2 …
    ein 10 tg. Schweigeseminar. Beide hatten vorerst mein Innerstes aufgewuehlt doch
    meine Einstellung zu Vielem geaendert.

    • Danke Jessy. Ich musste grad ein Tränchen verdrücken. Seit deinen Hochzeitsvorbereitungen verfolge ich deinen Blog und finde dich einfach großartig. Als die Baby-News kamen, hat mich das echt mitgenommen und zugleich habe ich mich so sehr für dich gefreut. Und genau: Ich dachte, perfektes Leben, perfekter Style und nun auch noch ein Baby.. Ich stecke nämlich in genau deiner Situation Ende 2015.. Diagnostik, Unsicherheit, viele Enttäuschungen, jetzt Hormontherapie. Du machst mir so sehr Mut. Alles Liebe für dich!

  8. Auch von mir danke für deine Ehrlichkeit!

    Ich hatte 2014/2015 eine ziemliche gesundheitlich-emotionale Achterbahnfahrt (ganz allgemein gesagt ging es dabei auch um das Thema Familienplanung). Und für mich waren dabei wichtige Erkenntnisse: Gefühle ausdrücken, Schmerzliches nicht mit sich alleine herumtragen. Offenheit schafft manchmal die erstaunlichsten Reaktionen aus dem Umfeld und manchmal sogar ganz neue Verbindungen.
    Und: Vieles hat man nicht in der Hand. Der Zufall, glückliche Fügungen oder Pech spielen eine größere Rolle, als man manchmal denkt.
    Oft geht es tatsächlich darum, gut mit den Karten zu spielen, die man bekommt.
    (Für diesen Satz werfe ich direkt mal einen virtuellen Euro ins Phrasenschwein!)

    • Absolut. Akzeptanz ist aber ein wirklich guter Punkt. Für mich auch, denn wenn man sich sagt, dass man vieles eben nicht in der Hand, kann das auch super hilfreich sein. Und hat mich teilweise entspannt.

  9. Wow, danke für deinen tollen Post. Es überrascht mich immer wieder, wie man/ich immer wieder denke: „Hej, bei allen anderen läuft es super smooth, aber in meinem Leben gibt’s gefühlt immer nur Stolpersteine“. Bei mir war bisher 2016 ein echt beschissenes Jahr. Viele grundlegende, gesundheitliche Probleme und viele Sorgen. Einiges davon kann ich gar nicht selber beeinflussen…vieles andere kann man jedoch selber gestalten. So plump es sich auch anhört, aber das Leben ist halt eine Herrausforderung und es kommt ganz drauf an, was wir daraus machen. Und es läuft selten perfekt. Wichtig ist nur sich schöne Momente zu schaffen und diese also solche auch zu erkennen und genießen. Da werd ich ganz emo :/. Ich wünsche dir alles Gute für deine kleine Family, liebe Jessie!

  10. „Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist und die innere Einstellung den Unterschied machen kann, so wie in meinem Fall..“ – Liebe Jessie, das klingt so gut, aber leider ist das nicht immer so. Wie bei mir/uns. Nur mit anderem Ausgang. Trotz aller Therapien bzw. dessen, was man gewillt ist auf sich zu nehmen bzw. was man ertragen kann (nicht nur psychisch und physisch, sondern auch finanziell). Dennoch habe ich die Hoffnung, dass irgendwann zumindest die Einstellung den Unterschied macht und man auch so sein Glück wiederfindet, wenn auch ein anderes als man sich irgendwann mal gewünscht hat …

  11. Toller Post Jessie.

    Danke dass du so offen bist.

    Du bist super! Folge dir seit lange.

    Liebe Grüße aus Copenhagen

    Jenny

  12. Wow, ein wirklich sehr toller, offener und bewegender Post. Vielen vielen Dank dafür! So etwas macht tatsächlich Mut!
    🙂

  13. Wunderbarer Text liebe Jessie und so viel Wichtiger und von viel mehr Substanz als immer nur ein perfektes Bildchen nach dem Nächsten. Danke für deine ehrlichen Worte & die Inspiration! Das allerliebste für Dich & Deine kleine Family <3

  14. Katharina sagte am

    Toll! Und auch sehr heftig, was Du da schreibst. Danke für so viel Offenheit und Persönliches, wirklich. Umso mehr freue ich mich, dass Du schwanger bist! Es ist ein magischer Moment, der so vieles ändert.
    Deinen Erfolg hast Du Dir wirklich verdient und ich kann nur ahnen, wieviel arbeit das war. Aber vor allem zählt doch, dass man persönlich das erreicht, was einen glücklich macht. Und das zu erkennen dauert manchmal. Bei mir steht seit anderthalb Jahren nun auch meine Tochter an erster Stelle, na klar, auch mein Mann. Aber diese Vollkommenheit kann man nicht beschreiben – Du wirst es selbst erleben!
    Alles Liebe, Katharina

  15. Liebe Jessie, ich drücke dich virtuell mal eben ganz doll. Du bist eine tolle, starke und inspirierende Frau! Alles Liebe für euch. Big big hug!!

  16. Deborah sagte am

    Vielen Dank für deine Ehrlichkeit! 2015 war echt ein beschissenes Jahr, auch für mich… Habe den tollsten Grossvater der Welt verloren, den schlimmsten Arbeitskollegen der Welt dazugewonnen und irgendwie machte alles keinen Sinn mehr! Doch 2016 ist anders; wir haben andere Probleme aber auch andere Freudemomente! Ich gratuliere Dir ganz herzlich und drücke fest die Daumen, dass alles Gut kommt! Ich weiss, dass 2017 noch viel besser sein wird, als 2016 schon ist….

    Liebe Grüsse
    Deborah (März-Mami 2017)

  17. Ich kommentiere ja wirklich selten, aber heute muss ich auch sagen: Wow, danke für deine berührenden, ehrlichen Worte! Man vergisst doch sehr schnell, dass nicht immer alles so glatt läuft wie es auf den ersten Blick auf Blogs, Social Media etc immer scheint und dass dahinter auch Menschen mit echten Problemen stecken! Jetzt freue ich mich umso mehr für dich, euch und bewundere ich sehr für deine Gelassenheit und Zufriedenheit! Kurz inne halten und einfach mal glücklich sein halte ich für sehr wichtig, denn das vergisst man im Alltag so schnell.

  18. Hey Jessie, ich habe dich seit Jahren gemocht. Wusste nie so richtig so genau warum. Ich dachte eher, dass du am natürlichsten in dieser Blogger-Welt wirkst. Nach diesem Post hast du auch meinen Respekt verdient.

    Ich freue mich für dich.

  19. Liebe Jessie, ich wünsche dir von Herzen alles Gute!! Und es gibt wirklich viele Paare, bei denen es mit dem Schwangerwerden schwierig ist – in meinem Bekanntenkreis unterziehen sich auch gerade zwei einer Hormontherapie. Schön, dass es bei dir geklappt hat. Und ja, manchmal scheint es, als wolle einen das Leben in die Knie zwingen. Bei mir war es das Jahr, als mein Vater starb, ich eine Fehlgeburt erlitt und ich zwei Hörstürze hatte, aufgrund derer ich nicht arbeiten konnte, was für mich als Freiberuflerin finanziell natürlich verheerend ist … Aber das alles liegt nun vier Jahre hinter mir und ich habe in der Zeit so viel Unterstützung erfahren, dass ich rückblickend ganz gerührt bin. Nur mein Vater fehlt mir noch sehr …

  20. Liebe Jessie,

    von Herzen Danke für Deine Offenheit.
    Ich danke Dir vor allem auch für die Thematisierung eines scheinbar immer noch extremen „Tabuthemas“.

    Ich sitze im selben Boot: mit Vollgas & Ehrgeiz durch´s Studium immer nach der besten Leistung strebend, errungen durch maximale Härte gegen mich selbst. Mit „cum Laude“-abgeschlossen, selbstständig gemacht, To-Do-Listen beackert, Termine über Termine absolviert.

    Und dann kommt das große Babythema und beißt einen erstmal so richtig doll in den Arsch.

    Es bremst einen aus: ist man als Kontrollfreak doch gewohnt immer die Kontrolle zu haben. Und dann muss man hinnehmen, dass man – anders als man es gewohnt ist -eben nicht mit Leistung, Härte gegen einen Selbst, Kontrollwahn und Ehrgeiz weiterkommt. Das macht hilflos und ängstlich. Gerade wo es doch so wichtig wäre „loszulassen“ und der Baby-Sache gelassen entgegenblicken.

    Fast schlimmer jedoch finde ich die mangelnde „Schwesternschaft“ unter uns Frauen. Kaum jemand würde zugeben, dass es schwierig ist/war.

    Du bist mit diesem Post eine wunderbare Ausnahme. Schon fühlt man sich weniger allein und weniger als „Verlierer“. Neigt man doch dazu plötzlich überall Schwangere zu sehen & beneidet sie um die vermeintliche Mühelosigkeit hinter ihrer Schwangerschaft.

    Was mich schrecklich stört & verärgert: es ist immer noch völlig ok, Frauen einfach so zu fragen, ob sie denn Kinder haben wollen würden, warum sie denn noch keines hätten, wo sie doch schon so lange verheiratet seien o.ä.

    Man wird zu oft ungefragt belehrt, dass man es bereuen würde, kein Kind zu haben. Manchmal würde man am liebsten laut schreien, dass man es sich so nicht ausgesucht habe. Gerne hört man dann auch, dass man sich völlig oberflächlich und egoistisch der Karriere und dem eigenen Lifestyle verschrieben habe. So etwas schmerzt. Nur leider will und kann man sich – gerade was das Thema betrifft – nicht jedem öffnen. Ich stecke selbst von meiner Mutter wertende Kommentare ein, die mich jedesmal zutiefst verletzten.

    Du machst mir mit Deiner Offenheit unendlich Mut was das Babythema betrifft. Mehr Gelassenheit & Entspanntheit weniger Listen mit Basalthemperatur & Zervixschleim
    🙂

    Alles Liebe Dir & Deinem Kleinen
    Liebe Grüße
    D.

  21. Wow, ich find es klasse, dass du dem Vorbild vom ManRepeller folgst und nun deine eigene Geschichte postest. Weiter so 😉

  22. Ach Du Tolle!

    Ich glaube es ist so wichtig zu akzeptieren, dass man einfach nicht alles selbst in der Hand hat und dass man manche Dinge auch geschehen lassen muss. Unsere Gesellschaft gaukelt uns immer vor wir könnten alles haben/ erreichen/ sein; ich glaube das ist einfach ein fundamentaler Irrtum. Akzeptanz, Dankbarkeit für das was ist und positive Gelassenheit bezüglich dessen was kommen mag sind sicherlich wichtige Schlüssel in Sachen Glück.

    Ich wünsch Dir einen Haufen davon!

    Grüße,
    Teresa

    • „Unsere Gesellschaft gaukelt uns immer vor wir könnten alles haben/ erreichen/ sein; ich glaube das ist einfach ein fundamentaler Irrtum. Akzeptanz, Dankbarkeit für das was ist und positive Gelassenheit bezüglich dessen was kommen mag sind sicherlich wichtige Schlüssel in Sachen Glück.“

      Du triffst den Nagel auf den Kopf! Besser kann man es nicht formulieren!

      @Jessie: Danke für diesen Artikel! Du bist und bleibst die Beste!

  23. Liebe Jessie, vielen Dank für deine Offenheit. Ich glaube, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie wichtig es für viele deiner Leserinnen ist, ab und zu mal die ungeschönte Wirklichkeit mitzubekommen.
    Ich verfolge deine Arbeit schon seit vielen Jahren und fand deinen Stil und deine Art immer sehr sympathisch und inspirierend. Trotzdem hatte ich auch immer mal wieder Phasen, in denen ich keine Lust hatte mich ständig mit Konsum auseinanderzusetzen besonders wenn du mit 2000 Euro Handtaschen -soweit weg von meiner Realität- unterwegs warst. Aber dann hast du mich immer wieder mit deinen Einblicken in dein Leben und deine Arbeit (nicht nur fancy Lifestyle sondern Arbeit, Arbeit, Arbeit) gekriegt.
    Schwanger zu werden ist nach wie vor ein kleines Wunder und ich finde es toll, dass du dieses megasensible Thema in dieser Form hier teilst. Vielen Dank dafür und alles, alles gute für deine kleine Familie!!!

  24. Wow, so ein schöner Text!

    Ich kann viele deiner Gefühle total nachvollziehen. 2015 war auch für mich emotional gesehen ein schwieriges Jahr. Der wohl größte „Difference Maker“ war der Tod von einem Freund, der viel zu früh ging. Das ist jetzt über ein Jahr her und hat mein Ruder ziemlich rumgerissen – in welche Richtung es nun gehen soll, weiß ich leider immer noch nicht. Akzeptanz und Zuversicht sind sicher zwei wichtige Schlüsse, an denen ich arbeite. Meine größte Herausforderung ist aber das Loslassen… Oft gelingt das auch und Worte wie deine helfen ein bisschen ;).

    Ach ja, das Babythema! Bietet genügend Herausforderungen für alle Frauen… Schön, dass 2016 für dich einen so positiven Unterschied macht!

    Alles Liebe für dich, dein Kind und deine Familie! Ich wünsche dir, dass du die Gelassenheit immer beibehalten kannst!

    LG Vera

  25. Anastasia sagte am

    Liebes, dank dir für diesen tollen Artikel.
    Ich bin in der 27. Woche schwanger und kämpfe immer noch mit meiner Gelassenheit – die Abschlussarbeit will noch beendet werden, bevor der kleine Prinz kommt und manchmal gibt es Tage, da will es nicht so klappen, wie es früher geklappt hat und die pure Panik bricht aus; manchmal aber schaue ich auf den dicken Bauch und denke mir “ Du bist erstmal alles was zählt – der Rest wird auch schon klappen; dann eben bisschen später…“

    Hab noch eine tolle Schwangerschaft, danke für die mutigen Worte, die zeigen, dass auch eine Powerfrau wie du, ab und zu mit der Welt kämpft und das Beste für euch Drei dann =)

    Anastasia

  26. Danke für den wunderbaren Post! Ich selbst habe ähnliches erlebt. Und meist sind immer nur die laut, die einmal im Urlaub waren u schwanger wurden oder die die mit 32(!!) „aus versehen“ schwanger wurden. Die anderen schweigen meist.
    Daher danke und alles alles Gute für euch

    • ich verstehe allerdings nicht diesen Hinweis „aus versehen“. Es gibt in der Tat viele Frau, für die 32 vielleicht einfach noch ein paar Jährchen zu früh ist, um Mutter zu werden. Biologische Uhr hin oder her…

  27. Wirklich toll und bewundernswert wie offen, ehrlich und selbstkritisch du dich uns Lesern zeigst. Diese Seite sieht man nun doch bei vielen Bloggern selten auch wenn man doch eigentlich weiß, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat.

    Was mich genauso inspiriert wie dein Post sind die ganzen Kommentare von euch Lesern 🙂 mich berührt die Offenheit von jedem Post- ich habe alle gelesen. Das macht stark und das tut gut. Egal ob es um einen Kinderwunsch, Prüfungsdruck, Karrierepläne geht… Zu wissen was wirklich wichtig ist im Leben und sich gegenseitig daran zu erinnern.

  28. Liebe Jessie,
    auch von mir Danke für Deine offenen Worte. Ich möchte mich gerne anschliessen und von meinem persönlichen Difference Maker berichten.
    Ich war 29 als ich eine Beziehung beendet habe, die fast 10 Jahre gehalten hatte. Ich war zwar schon lange unglücklich gewesen, habe es jedoch einfach nicht geschafft mich zu trennen – nicht zuletzt weil ich gesehen habe wie alle in meinem Umfeld geheiratet und Kinder bekommen haben. Da erschien es mir komplett irre, mich „jetzt“ zu trennen. Ich habe mir damals nämlich auch schon sehr lange ein Baby gewünscht, aber irgendwann ist mir klar geworden, dass das einfach nicht der richtige Mann dafür ist – trotzdem hatte ich eine riesen Angst mit „fast 30“ nochmal von Null anfangen zu müssen.
    Ich hatte damals einen tollen Chef der mir ermöglicht hat 6 Wochen am Stück Urlaub zu nehmen, und da habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Ich bin den Jakobsweg von Burgos nach Santiago gelaufen, 500 km zu Fuss. Diese grossartige Erfahrung hat mir genug Kraft und Selbstvertrauen gegeben, die Trennung endlich durchzuziehen. Ich habe den Sprung gewagt, ohne Netz und doppelten Boden. Zwei Jahre war ich Single, mit allen Höhne und Tiefen – und ich möchte diese unglaublich intensive Zeit nicht missen. 2013 habe ich dann einen alten Freund wieder getroffen, den ich seit Jahren nicht gesehen hatte und, was soll ich sagen, 10 Monate später waren wir verlobt – und schwanger!! 🙂
    Das ist meine persönliche Geschichte. Manchmal muss man den Sprung ins kalte Wasser einfach wagen, auch wenn man nicht weiss was dabei heraus kommt. Es lässt sich nun mal nicht alles im Leben durch planen. (Life is what happens… ;-)) Was ich sagen will: Man wird dafür belohnt. Für seinen Mut und den Glauben daran dass sich am Ende schon alles fügen wird. Das ist es, was ich damals auf dem Camino gelernt habe. Den Camino de Santiago zu laufen war mein Difference Maker 🙂

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