TOP7 Labelwatch: Rixo London, Alyx Studio, Pampelone Clothing, Comfort Objects…

Frischfleisch! Diese 7 Newcomer sollte man jetzt auf dem Radar haben

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich in einer Modeblase lebe, am Sommerloch und relativer Ruhe in der Modeszene oder dass Markennamen im Moment überpräsent sind. Der Logo-Wahn ist allgegenwärtig: Adidas auf jedem T-Shirt, Gucci #alldayeveryday oder Supreme auf allen Hipster-Caps der Welt. Brand-Overload, ich habe die Nase voll, bin gelangweilt, will endlich etwas Neues sehen.

Der einfachste Weg? Instagram! Raus aus seiner eigenen kleinen Welt, raus aus Berlin, weg mit den großen Marken – ich habe mich nächtelang durch die Bilder gescrollt auf der Suche nach neuer Inspiration in Sachen Stil, Outfits und Labels. Und bin fündig geworden. Trüffelsuche erfolgreich, Modelust wieder da.

Diese 7 Labels und ihre Stories haben mich restlos überzeugt und ich kann sie euch nicht länger verheimlichen. Denn was die großen Labels im Überfluss haben – Geld, Aufmerksamkeit der Medien und Erfolg – das fehlt den kleinen oftmals noch. Und das muss geändert werden.

Rixo London

Rixo London gehört unter diesen Newcomer-Labels vielleicht schon zu den alten Hasen im Business: In letzter Zeit sah man die Entwürfe des Labels öfters an Influencern, mittlerweile wird eine kleine Auswahl der Kollektion sogar bei Net-A-Porter verkauft.

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Trotzdem ist das Label, das erst 2015 in London von Henrietta Rix und Orlagh McCloskey gegründet wurde, am Anfang seiner Karriere. Die Idee kam den besten Freundinnen sicherlich beim Bummel über den Flohmarkt, schließlich beschreiben sie sich selbst als Sammler und Horter was Vintage-Mode angeht. Diese Einflüsse sieht man auch an den Designs des Labels: Zarte Kleider, die an die Schnitte der 70er-Jahre angelehnt sind, handbemalte Seidenprints, fließende Silhouetten und ganz viel Farbmut – und das zu einem (noch!) bezahlbaren Preis: Für wallende Seidenkleider zahlt man um die 300 Euro, für eine Schluppenbluse knappe 180 Euro. Immer einen Blick wert: Die Vintage Sektion des Onlineshops, dort finden sich immer tolle Fundstücke aus anderen Jahrzehnten – heiße Ware und daher leider oft super schnell vergriffen. Meine liebste Alternative zum gehypten Réalisation Par.

Alyx Studio

Mode-Schulbuch auf Seite 78 aufschlagen und notieren: Matthew Williams. Achtung, nicht mit Matthew Williamson verwechseln, der mit knallbunter Strandmode bekannt wurde. Matthew Williams macht nämlich ganz andere Mode, manche würden sagen für die Cool Kids. Dabei ist er selbst so eines: Hat in der Kreativagentur Donda von Kanye West gearbeitet, aber auch mit Brands wie Nike, Hood by Air, Supreme und Stussy, bis er sich dazu entschloss, sein eigenes Label Alyx zu gründen – das man mittlerweile in einem Atemzug mit Vetements und Off-White nennen kann. Belohnt wurde er dafür 2016 mit einer Nominierung für den LVMH Prize for Young Fashion Designers (wir berichteten hier).

Was das Label so besonders macht? Die visuelle Macht der Worte. Knickt man T-Shirts werden aus Worten ganz andere Statements – fast schon wie geheime Nachrichten. Gerade angesagt? Die Lara Heels. Egal ob Bella Hadid oder It-Girl Sarah Snyder – der Hashtag #alyxgirls erobert gerade die Instagram-Welt.

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Pampelone Clothing

Genug von geradlinigen Designs, versteckten Botschaften und It-Girls – der Sommer ist da und wir wollen einfach am Strand entlangspazieren, ein Buch lesen und den Wind in den Haaren spüren. Das geht in den Lara Heels von Alyx Studio nicht ganz so gut, dafür bietet sich unsere andere Neuentdeckung dafür an: Pampelone Clothing. Das Label, das mit zarten Hippie-Kleidern, bunten Bestickungen und luftigen Tuniken die Côte D’Azur zwischen deutsche Betonbauten holt, wurde von Publizistin Holly Anna Scarsella gegründet. Die wuchs in Saint Tropez aus und weiß also ganz genau, was südfranzösischer Stil bedeutet. Der Namen kommt übrigens vom Pampelonne Strand und das Label produziert fair in Indien.

Hier geht’s zum Instagram-Account! P.s. Es gibt auch eine Mini-Me-Kollektion.

Comfort Objects

Haare offen, Mittelscheitel, Dutt, Pferdeschwanz. Diese vier Optionen für den Alltag gibts. Auch wenn ich leidenschaftlich gerne Hair-Tutorials sehe und Ari für meine Experimente manchmal auch herhalten muss, im Alltag habe ich dann nie die Muße sie auch wirklich umzusetzen, denn morgens muss es einfach schnell gehen.

Die Lösung? Haar-Accessoires. Spangen und Co. erinnern mich schnell an kleine Mädchen oder Ballerinas, deswegen fühle ich mich damit schnell verkleidet. Was ich mir aber durchaus vorstellen kann: Scrunchies. Ja, die mögen vielleicht dank ihren 80er-Jahre-Vibes einen schlechten Ruf haben, aber das Label Comfort Objects fegt den mit seiner Website und seinen wunderschönen Haargummis in einer Sekunde weg. Dort trifft nämlich Seide auf Muster, Minimalismus auf Rüschen et voilà: Carrie-Feeling vom feinsten.

Und das kommt auch noch gratis mit dem guten Gewissen: Denn Line Sander Johansen, die das Label im Juli 2015 in Dänemark gründete, legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Alle Accessoires sind aus Vintage-Materialien handgemacht, die sie auf ihren Reisen durch die Welt findet. Deswegen sind die Kollektionen auch immer streng limitiert und schnell ausverkauft. Wer also ein Design findet, was ihm besonders gefällt, der sollte nicht allzu lange zögern.

Catzorange

Verwechslungsgefahr! Nein, das neue Label hat nichts mit dem Restaurant Katz Orange in Berlin-Mitte zu tun, aber beide haben eines gemein: total angesagt. Während das eine individuelle Küchenkreationen anbietet und Restaurantkritiker Heinz Horrmann begeisterte, kriegt das Newcomer-Label von uns den Fashion-Michelin-Stern. Catzorange ist DAS Label für die schönsten Sommertaschen, die wir kennen. Jede wird per Hand im Studio in Brooklyn, wo das Label 2016 gegründet wurde, gefertigt. Es gibt eine Bucket Bag und eine kreisrunde Tasche. Da nehmen wir sogar den Gang zu den netten Kollegen vom Zoll liebend gern auf uns.

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Nanushka

Pssst…wer Journelles immer ganz aufmerksam gelesen hat, für den ist Nanushka kein ganz neuer Name. Trotzdem gehört das Label auf unsere Labelwatch-Liste, denn wir verfolgen die Entwicklung des ungarischen Brands schon lange und sind vom neuen Lookbook mal wieder endlos begeistert: Die Spring Summer Kollektion 2017 überzeugt durch klare Schnitte, ruhige Stoffe wie Leinen, Baumwolle und Jersey-Strick in der Knallfarbe Rot, dabei wirken alle Entwürfe erwachsen, lässig und verkörpern einen Hauch Nonchalance. In der vielseitigen Kollektion ist bestimmt für jeden etwas dabei, meine absoluten Favoriten sind das knöchellange rote Kleid, der schwarze Jumpsuit mit Fransen und der relaxte Blazer.

Reliquia Jewellery

Ich kann mich noch genau an die Stunden erinnern, als ich als Sechsjährige mit funkelnden Augen vor der Schmuckschatulle meiner Oma saß: jeden Ring anprobierte, Ohrringe anhielt und mich mit ihren Ketten im Spiegel bewunderte. Auch heute kann ich das noch gut bei Freundinnen oder meiner Mama, ich bin einfach eine kleine Schmuckelster und habe eine besondere Vorliebe für antik aussehende Ringe und große Ohrringe.

Kein Wunder also, dass Marlene mich gleich für Reliquia Jewellery begeistern konnte, als sie mir den Link schickte. Das australische Brand möchte genau das wiederaufleben lassen: Schmuck, der ganze Familiengeschichten erzählen kann. Die Designs des sind dabei kraftvoll, massiv und modern. Ich hätte nichts dagegen, meiner zukünftigen Tochter ein paar gewellter Kreolen oder den klassischen Siegelring zu hinterlassen.

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.