Shop the Trend: Ugly Sneakers

Hässlich, hässlicher, ugly Sneakers! Dieses Schuhmodell erobert jetzt unseren Schrank

Jap, manchmal beugen auch wir uns einem Trend. Noch vor ein paar Wochen konnten wir unseren Augen nicht trauen, als wir klobige Turnschuhe an den Füßen von Fashionistas entdeckten – und schüttelten entsetzt den Kopf.

Aber die Modewelt beweist uns wieder einmal: „Sag niemals nie!”, denn schwups, richtig gestylt, können die „hässlichen” Teile doch richtig was und auch wir liebäugeln plötzlich mit den heiß begehrten Balenciaga-Sneakern (die schon so gut wie ausverkauft sind)…

Doch was macht die Sneaker so ugly? Man nennt sie auch „Chunky Sneaker”, „Dad Sneaker” oder „Nerd Sneaker”. Aber sie alle vereinen diese Merkmale: klobige Form, futuristische Sohle, mehrfarbige Nähte und Schnürsenkel oder elastische Verschlüsse. Ganz neu sind die Teile nicht, viele kennen sie aus den 80er-Jahren noch von ihren Vätern oder aus den 90er-Jahren aus der eigenen Jugend. Die Süddeutsche beschreibt den neuen Trend so: „Er sieht aus, als sei man mit einem potthässlichen Turnschuh in einen zweiten potthässlichen Turnschuh reingetreten, und dann noch mal in einen dritten.”

Woher dieser Trend auf einmal kommt? Er setzt sich aus drei Stilrichtungen zusammen. NormcoreAthleisure und der Rückkehr der 90er-Jahre. Besonders die Däninnen wie zum Beispiel Pernille Teisbaek, Annabel Rosendahl und Hannah Stefansson haben den Trend für sich entdeckt und tragen die Turnschuhe in Kombination mit Blümchenkleidern, Oversized Mänteln und Anzughosen rauf und runter.

Das Problem, was wir Berliner damit haben? Bei uns ist der Schuh seit Jahren auf den Straßen sichtbar, anstatt vom neuen Trend überrascht worden zu sein erinnert er uns eher an Berghain-Durchhänger, Bauchtaschen- und Jogginghosenträger am Kottbusser Tor und Hipster-Boys mit Skateboard und Vorliebe fürs VICE Magazin. Uns selbst darin zu sehen? In Berlin irgendwie schwierig, ansonsten aber durchaus vorstellbar.

Bleibt also nur noch die Frage: Wie stylen wir die klobigen Dinger? Das Erfolgsrezept: Man entscheide sich für eine Stilrichtung: männlich oder weiblich. Ob Schulterpolster-Blazer und weite Anzughose oder feminines Midi-Blümchenkleid, bei beiden Looks brechen die Schuhe das Outfit auf – siehe unsere Beispiele von Instagram.

Diese Modelle landen bei uns im Warenkorb:

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

Kommentare (11) anzeigen

11 Antworten auf „Shop the Trend: Ugly Sneakers“

Ganz deiner Meinung Johanna! Finde sie schrecklich, egal wie sie gestylt werden oder welcher Star sie trägt.
Wieso trägt man Ugly shoes, wenn die Beschreibung des Namens schon sagt, was sie sind…nämlich UGLY 🙂

Den Trend finde ich schrecklich.. Wieso zieht man freiwillig etwas hässliches an und bezeichnet es auch noch als Trend? Das mit den hässlichen Weihnachtspullis ist ja noch witzig, aber das? Nein danke 😀

Liebe Grüße
Carry

Tut mir leid, aber hier hätte ich mir auch von eurer Stelle eine kritischere Einordnung gewünscht. So ein Quatsch fördert einfach nur den unnötigen Konsum. Trendteile, die man eine Saison trägt und nachher garantiert nie wieder anzieht und nicht einmal Secondhand wieder los wird. Sowas ist nicht stylisch oder trendy, sondern einfach ignorant und egoistisch.

Ich schließe mich aus oben schon genannten Gründen dem Contra-Standpunkt an. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten! Jedoch etwas nur zu tragen, weil Fashionistas es tun, die ja auch dafür entlohnt werden, halte ich für unecht. Dies steht nicht für einen eigenen Geschmack und Persönlichkeit. Vielmehr handelt es sich dabei um gedankenloses kopieren und dem Zwang auf einer Welle mitzuschwimmen.
Diesen Beitrag kann ich leider nicht mit Interesse lesen.
Ich freue mich aber auf andere gute Artikel von euch!

„Mode heißt ja, den Leuten zu suggerieren, dass etwas, was sie vor Kurzem doof und hässlich fanden, plötzlich toll ist“ (Bernhard Roetzel) – da muss ich mich an die eigene Nase fassen, aber diesen lächerlichen Trend lasse ich trotzdem aus. Wenn man wie ich nicht in der Modebubble arbeitet, bleibt nur „Ugly“ übrig.

Hey! Ich freue mich über diesen Artikel – wäre doch auch komisch wenn eins der führenden deutschen Mode-Blogazines nicht darüber berichten würde?? Und auch toll geschrieben, ich musste tatsächlich laut lachen beim Lesen des Zitats aus der Süddeutschen. Natürlich ist dieser Trend nicht jedermanns/jederfraus Sache, aber einige der Modelle sind doch durchaus tragbar, z.B. die Nike Varianten. Und nachdem ich mich bereits über die Comebacks der Adidas Superstars, Vans Oldskool und Nike Cortez gefreut habe (alles Schätzchen aus meinen 2000er Teenie-Zeiten), wieso jetzt nicht auch dieser Trend?

Das würde ich auch gerne wissen. Könntet ihr vielleicht den Instagram Account dazu verlinken? Danke 🙂

BESTER SCHUH EVER <3
Habe monatelang gewartet und nun gehört er endlich mir. Er wertet jedes Outfit auf und gibt einen besonderen Twist.

GROSSE LIEBE!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.