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Oh New York! Unsere Reise mit Kleinkindern in den Big Apple

Wenn die liebe Verwandtschaft nach New York zieht, dann muss man ihr bei Zeiten einen Besuch abstatten – und damit endlich mal wieder diese großartige Stadt besuchen, die mir in den vergangenen Jahren stets dieses Bauchkribbeln verliehen hat. Unser fünfter Hochzeitstag bot sich an, ihn im Big Apple zu feiern – natürlich mit Kindern. Eine völlig neue Art, die Stadt zu erkunden, soviel ist klar!

Unsere Reise war großartig. Furchtbar anstrengend. Sehr laut und ermüdend, das Kribbeln war kaum mehr da. Dafür hatte sich eine Art „Zuhause“-Gefühl eingestellt, weil ich so vieles noch von meiner früheren Reisen kannte: Wege, Orte, Restaurants und Läden. Ich kannte alles und vieles war doch neu – und wo die Familie ist, da fühlt es sich auch nach Heimat an. New York ist hektisch und großspurig, viel zu teuer, weil man ja immer noch Steuern und Trinkgeld obendrauf rechnen muss, und bleibt aber die spannende Metropole, bei deren fantastischer und aus Filmen so berühmter Skyline das Blut ordentlich durch die Adern pumpt. Zu gut erinnere ich mich, wie aufregend meine damaligen Reisen waren. Das war die große weite Welt, in der einfach alles möglich war!

Und jetzt? Habe ich mich vor allem darauf fokussiert, wie man sich als Familie im Großstadtdschungel fortbewegt, wie unterschiedlich man in den einzelnen Stadtteilen lebt und ob die Attraktivität der Stadt schwindet, weil mit Kindern nicht mehr so viel möglich ist.

Dann da sind ja diese unendlichen Möglichkeiten! Restaurants, Bars, Shops, selbst die Touristenaktivitäten finde ich ja spannend – diesmal sind wir beispielsweise aufs 7 World Trade Center, das höchste Gebäude in New York, gefahren, statt das Rockefeller Center oder Empire State per Speed-Fahrstuhl zu erklimmen. Und auch die Brooklyn Bridge haben wir überquert – morgens um 7 Uhr, weil der Jetlag uns schon mitten in der Nacht rausgerissen hat. Eine schöne Idee, weil auf der 1,8 Kilometer langen Sehnsuchtsbrücke nur wenige Radfahrer auf dem Weg nach Manhattan unterwegs sind und wir gerade mal zwei Hochzeitsfotoshootings begegnen.

Meine „what to see“-Liste habe ich im Vorfeld bei Google Maps erstellt, um so immer wieder per Zufall an Orten zu landen, die ich mir abgespeichert hatte – man nur eben nie weiß, ob man mit den Kindern auch wirklich dran vorbei kommt. Denn die haben bei einem solchen Trip Priorität, bestimmen den Rhythmus und machen Pläne oft obsolet.

Als Ausgangsposition hatten wir diesmal die Lower East Side, was ich großartig fand: Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken, man ist in wenigen Minuten in Soho und kann von dort aus in den Norden oder weiter ins West Village ziehen. Bevor wir beim Onkel übernachtet haben, ging es ins The Ludlow Hotel. Eine bessere Lage ging nicht: Gleich gegenüber von Katz Delikatessen, wo einst Meg Ryan stöhnte, der Drybar, Reformation, The Frankie Shop,  und superguten Kaffe- und Frühstücksläden. Mit einem Beistellbett kamen wir in einer mittleren Zimmerkategorie (etwa 300 Euro pro Nacht) auch gerade eben mit dem Platz aus und das winzige Badezimmer wurde durch schöne güldene Armaturen, der Lage und dem Blick über die Stadt wieder wett gemacht.

 

 

New York mit Kindern

Via Instagram habt ihr mir unheimlich viele Fragen gestellt, ob und wenn ja wie man New York mit Kindern machen kann. Meine Antwort? Na klar kann man das. Jedoch kommt es wirklich auf das Alter, die Kinder und auch die Nerven der Eltern an. Wir haben zum Beispiel unseren Tag mit wenigen Ausnahmen um den Mittagsschlaf gelegt, so  dass dieser im Hotel gehalten werden konnte, ich habe im Vorfeld Spielplätze notiert und Aktivitäten wie den Central Park Zoo oder das Intrepid Museum auf einem alten Flugzeugträger auf die Agenda gesetzt. Unser zweieinhalbjähriger Sohn hat gerade jedoch eine ordentliche Trotzphase und läuft gern auch mal mitten auf den wuseligen Straßen davon, klettert über Absperrungen im Museum und wirft sich bei einem „Nein“ mitten auf den Boden. Das braucht starke Nerven, insbesondere wenn der kleine Bruder beschlossen hat, sich ausschliesslich wie ein Pascha durch die Gegend tragen zu lassen, weil ihm der Kinderwagen nicht mehr recht ist.

Andererseits hat Levi die Großstadt mit all ihren lauten Geräuschen und zahlreichen Feuerwehrwagen, winkenden Feuerwehrmännern, dampfenden Ubahnstationen und den ewigen Sirenen ziemlich ins Staunen versetzt, so dass meist die unkomplizierten Spaziergänge spannender waren als die Aktivitäten. Das Natural History Museum haben wir im Anflug eines Tobsuchtanfalls beispielsweise ausfallen lassen – dafür bin ich allein mit Louis in der Trage ins Guggenheim und auf die Madison Avenue gefahren, was dann wieder ganz wunderbar geklappt hat.

Fortbewegt haben wir uns viel zu Fuß, gern mal 13 Kilometer am Tag. Mitgenommen haben wir unseren Bugaboo samt Sitz für den Gr0ßen und der Babytrage für Louis, in der ich ihn viel durch die Stadt geschleppt habe. Ubahn fahren ist anstrengend, weil es wenig Aufzüge gibt. Wir sind daher oft mit dem Bus gefahren, was Levi ohnehin viel mehr Spaß gemacht hat. Auch ins Uber sind wir mal gesprungen, wenn es schnell gehen musste. Von Brooklyn Dumbo sind wir am letzten Tag mit dem Boot zurück nach Manhattan gefahren, was ebenso ein schönes Erlebnis war.

Shopping

Das klingt etwas Banane, aber mein Tipp: Geht nicht in New York shoppen – erst recht nicht europäische Brands! Die sind drüben so viel teurer und wir haben hier in Europa wirklich genauso viel Auswahl. Einkaufen lohnt sich nur, wenn es die Marken nicht bei uns gibt, Stichwort Glossier und Frankie Shop. Window Shopping empfand ich aber dennoch als sehr befriedigend, weil die Stores architektonisch meist echte Highlights sind. Und den Sale bei Bergdorf Goodman kann man ruhig auch mal auschecken!

Irrwitzig teuer sind die Vintagestores wie The Real Real und What goes around gewesen. Chanel-Handtaschen kosten ab 5000 Dollar, dabei bekommt man sie bei Vestiaire Collective gern mal für die Hälfte bekommt.

Museen

Wie gern wäre ich in mehr Museen gegangen, zum Beispiel ins Whitney, Met oder Moma! Aber mit Kindern einfach (noch) keine Option. Daher waren wir hier:

Central Park Zoo (fällt jetzt nicht direkt in die Kategorie Zoo, aber ihr wisst schon was ich meine)

Lohnt sich für Pinguine, Seelöwen, Bären und den Streichelzoo für Kleinkinder!

Food

Wenn man von drei Mahlzeiten am Tag ausgeht (das finde ich schon viel), dann hatten wir dennoch nicht genug Möglichkeiten, all meine Hotspots auszuprobieren – schliesslich landet man auch gern mal im Food Market oder kocht sich selbst was. Aber Essen kann man in New York wahnsinnig gut! Daher hier all meine Empfehlungen in der Übersicht. Highlight: Unser Hochzeitstag-Date im Kura, einem Japaner, der ein 18-25-Gänge-Menü anbietet und mit persönlichem Sushi-Chef in intimer Atmosphäre mit leckerster Nigiri- und Sashimi-Kunst verzaubert. Dazu gibt es Sake oder Champagner, kleine witzige Anekdoten und ein wirklich besonderes Erlebnis. Alexander Wang war an diesem Abend auch kurz da, ha! Reservierung ist ein Muss, tief ins Portemonaie greifen auch.

Für Frühstück haben wir die besten Waffeln und Eier bei The Butcher’s Daughter gegessen, den Kaffee mochte ich bei Maman am liebsten.

Jajaja (vegane Tacos!)

Dimes (Probiert die Matcha Pankcakes!)

Meine Outfits*:

Blazer: & Other Stories, Hose: JOUUR., Schuhe: Chloé

Bluse: Reformation (ähnlich hier), Rock: H&M (ähnlich hier), Tasche: Dragon Diffusion (in groß)

Pullover: Isabel Marant Étoile (ähnlich hier), Rock: Samsøe & Samsøe, Tasche: Hermina Athens, Schuhe: Chloé

Bluse: Reformation

Pullover: Isabel Marant Étoile (ähnlich hier), Rock: Samsøe & Samsøe, Tasche: Hermina Athens, Schuhe: Chloé

Kleid: Isabel Marant, Schuhe: Chloé, Sonnenbrille: Joseph

Bluse: Reformation, Kette: Alighieri

Top: H&M (ähnlich hier), Rock: H&M (ähnlich hier), Schuhe: Chloé, Sonnenbrille: Joseph

Bluse: Reformation (ähnlich hier), Rock: H&M (ähnlich hier), Schuhe: Chloé, Tasche: Dragon Diffusion (in groß)

Mit dabei gehabt*:

*Hier sind Affiliate-Links enthalten.

Kommentare

    • find ich auch, du siehst wahnsinnig ausgeglichen aus!
      Ich liebe deine Reiseberichte. Für mich können sie gar nicht lang genug sein – gerne noch viel mehr berichten 😉 <3

    • Joanna sagte am

      Auf den Bericht habe ich gewartet! 😃 Deine Bilder haben bei mir die New York Sehnsucht nur noch verstärkt, Jessie! Nächstes Jahr wollen wir unbedingt mal hin…überlege nur, ob wir uns das mit dann zweijährigem Sohn trauen sollen…man sieht ja den Bildern nicht an, wie anstrengend es mit Kindern ist, aber ich kann das sehr gut nachempfinden. 😉

  1. „New York ist hektisch und großspurig, viel zu teuer, weil man ja immer noch Steuern und Trinkgeld obendrauf rechnen muss, und bleibt aber die spannende Metropole, bei deren fantastischer und aus Filmen so berühmter Skyline das Blut ordentlich durch die Adern pumpt.“
    Ein sehr treffender Satz!

    Wir waren Ende März/Anfang April für 10 Tage in New York und hat man mich während des Aufenthalts gefragt, ob ich nochmals hinreisen würde, habe ich verneint. Ich war mit den Eindrücken und der Hektik dermaßen überfordert. Mittlerweile, nachdem alles gesackt ist, würde ich nochmals hinreisen, dann aber nicht nur in New York verweilen. Ich habe auch das Glück, dass ich in der Nähe von NYC Verwandet habe, die wir auch besucht haben. Bei ihnen würde ich bei einer weiteren Reise länger blieben.

    Ich ziehe meinen Hut vor euch, dass ihr mit zwei kleinen Kindern verreist seid!

    Europäische Brands habe ich gemieden, weil ich mir dacht, dass ich die ja auch hier in Europa kriege. Die Stores waren ein wahrer Augenschmaus. Bei The Real Real habe ich mir wunderschöne Schuhe von Mansur Gavriel gekauft und auch bei Glossier habe ich ordentlich zugeschlagen. 😉

  2. Valerie sagte am

    Ich war zur gleichen Zeit mit meinen beiden Kids (3,5 und fast 7) in NY und hab mich die ganze Zeit über Inspiration gefreut – und musste gerade lachen, weil das trotz des Altersunterschiedes der Kinder in etwa genau mein Reisebericht sein könnte – ich war zum 3x da, aber zum 1x mit Kindern und diese Lautstärke ist mir vorher nie aufgefallen. Das Natural History Museum hat mir übrigens einen Regentag gerettet, es ist absolut empfehlenswert. Danke für die Tipps!

  3. Toller Artikel. Vielen Dank dafür. War viermal in New York, liebe diese Stadt, traue mich aber jetzt mit Kleinkind nicht mehr hin, weil ich vermutlich die ganze Zeit bedauern würde, viele Sachen nicht machen zu können. Dein Artikel macht aber Mut, es trotzdem mal zu probieren.

  4. War auch erst vor 10 Tagen für eine Woche als Wiederholungstäter in NYC, die Stadt ist einfach atemberaubend🗽! Vom Fahrrad aus und zu Fuß erkunden ich die Stadt am liebsten. Wart ihr in der LES auch im Tenement Museum? Ist mein Geheimtipp und immer mal einen Besuch wert genauso wie das Bushwick Collective drüben in Brooklyn.

  5. Liebe Jessie, total OT, aber ich möchte dir mal ein dickes Kompliment aussprechen: Ich finde es absolut klasse, wie konsequent du die Persönlichkeitsphäre deiner Kinder schützt und ihre Gesichter nie frontal offen zeigst! Nicht auf dem Blog, nicht bei Instagram. Damit bist du, zumindest was meinen Feed angeht, die absolute Ausnahme. So viele Blogger/innen machen sich darüber offenbar keine Gedanken oder vermarkten ihre Kinder bewusst mit (das abstoßendste Beispiel für mich war ein Baby, das neben einer Celine-Handtasche auf einem Bett lag …) Dabei gehe ich jede Wette ein, dass dir schon zig lukrative Kooperationen im Zusammenhang mit deinen Kindern angeboten worden sind. Haste nicht gemacht und das finde ich echt bemerkenswert.

  6. Dein Bericht macht mir Mut für die anstehende Reise mit unserer Kleinen! Übrigens: Kleiner Doppler im letzten Satz zum Thema Shopping. Hast zweimal bekommt geschrieben 😉 Freue mich schon auf deinen nächsten Reisebericht 😄

  7. Hi Jessie,

    New York, New York big city of dreams, aber du weiß dir zu helfen. Respekt, mit Family ins Big Apple, meine alte Liebe.
    Ich bin hier rein zufällig auf der Recherche was man so als Frau in New York allein machen kann (zur Klarstellung ich bin ein Mann, der für seine Süße was schönes plant und brauche daher weibliche Unterstützung so zusagen:).
    Also, als Mama ist klar und gelungen wie man wohl liest. Aber als Frau, wie kann ich meine Freundin um die 30, empfehlen?
    Schöne Grüße aus Hamburg (auch eine Reise wert übrigens:)
    Nic Hammaburg

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