Mein Guide für Kapstadt, Hout Bay und Umgebung – Familientipps inklusive

Besser hätte 2020 gar nicht starten können: Am 1.Januar, nach einem herrlich gemütlichen Reinfeiern mit Käsefondue und unseren lieben Freunden, sind wir am Abend in den Flieger Richtung Kapstadt gestiegen. Dem Winter, dem Weihnachsstress, dem vergangenen Jahr entfliehen und die Akkus aufladen. Mit nur einer Stunde Zeitunterschied ist Südafrika ein beliebtes Reiseziel mit Kindern, was wir vor Ort anhand der immensen Kinderfreundlichkeit und Ausrichtung auf die Kleinsten sogleich bestätigen können – selbst die Kindersitze beim Mietwagenverleih sind tiptop und nagelneu!

Und da die Einreise nun noch leichter ist – man benötigt lediglich den Reisepass für die Kinder, nicht mehr die beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde – dürften Kapstadt, die Garden Route und Umgebung auch in Zukunft das optimale Winterreiseziel sein. Ist schliesslich Sommer, dort unten.

 

Mit zarten 18 Jahren war ich schon mal in Kapstadt, aber meine Erinnerungen sind stark verblasst. Ich erinnere mich noch an den starken Wind am Kap der guten Hoffnung, freche Affen, eine unangenehme Kluft zwischen Schwarz und Weiß und die leer gefegten Straßen nach 20 Uhr. Alles beim Alten: Es war genau so windig, abends recht kühl, die Kriminalität ist in der Innenstadt nach wie vor vorhanden und auch die Zweiklassengesellschaft ist immer mal wieder spürbar. Etwas durchmischter als noch vor 15 Jahren war es subjektiv betrachtet dennoch, was konkret heißt, dass nicht nur die Schwarzen die Weißen bedienen, sondern es auch umgekehrt der Fall ist. Man in Hotels auch schwarze Gäste findet – das muss man leider schon erwähnen, weil es einfach nicht selbstverständlich ist.

Bei unseren Fahrten außerhalb der Stadt führen die Townships  automatisch zu Beklemmungen und man fragt sich, wie zum Teufel noch mal man so leben kann – und wie ungerecht das Leben ist, während wir wie im Disneyland die Sonnenseiten der wunderschönen Landschaft genießen können.

Wir wohnen in Hout Bay, einem Vorort südlich von Kapstadt, gleich am Meer. Für Familien ein Traum, weil es viele kinderfreundliche Cafés, Aktivitäten, die Weinberge und eben schöne Strände gibt. Auch hier gibt es ein kleines Township, nicht unweit unseres Hauses in den Bergen. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, rund 8 Millionen Touristen reisen jedes Jahr hin, Tendenz steigend.

Die Herzlichkeit und der Optimismus der Einwohner sind es, die mich in Südafrika einfangen, denn wenn man ehrlich ist, ist Kapstadt unheimlich europäisch. Es gibt kaum etwas, das es bei uns nicht auch gibt – mit Ausnahme der herrlichen Natur und des Lichts, natürlich. Und diese schönen Seiten möchte ich mit euch teilen. Hier ist mein Guide für euch, den ich auch in meinen Instagram Stories in den Highlights abgespeichert habe!

 

Unsere erste Unterkunft: Ether House

Zusammen mit zwei befreundeten Familien haben wir das Ether House mit Ether Cottage über Airbnb gemietet. Das Cottage wird immer vermietet, das Haus seltener, weil hier wirklich eine Familie mit amerikanischen Wurzeln wohnt. Wir waren insgesamt 6 Erwachsene und 5 Kinder und es war ein wahnsinnig gutes Preis-Leistungsverhältnis für ein großzügiges Haus mit Garten, Pool und wunderschönem Ausblick. Wir haben uns mit den Kindern sehr wohlgefühlt, haben sehr viel gegrillt und gekocht und konnten auf der großen Veranda sogar zwei Yoga Sessions machen. Pro Paar haben wir etwa 110 Euro pro Nacht in der Hauptsaison bezahlt.

 

Lieblingsstrände in der Umgebung

Llandudno: Unser absoluter Lieblingsstrand liegt nur 10 Minuten von Hout Bay entfernt. Mit weitläufigem Sandstrand, Felsen im Meer und der Vermietung von Schirmen und Liegen unsere Wohlfühlloase! Es gibt kein Café, daher am Besten selbst Verpflegung mitnehmen. Einzig die Parksituation war etwas schwierig, wir haben häufig lange auf einen Parkplatz ganz unten gewartet, was okay war, so lange die Kinder geschlafen haben.

Noordhoek Beach: Strände gibt es rund um Kapstadt reichlich. Zum richtigen Baden lädt das kalte Wasser, die hohen Wellen und die Haigefahr nicht ein, ein kurzer Dip geht natürlich schon zur Erfrischung. Lange Spaziergänge gehen dafür wunderbar am Noordhoek Strand!

Kommetje Beach: Ein wirklich ruhiger Strand, nicht viel los, dafür kann man hier stundenlang den Surfern zusehen.

Camps Bay, Hout Bay und Clifton Beach sind auch nett, zum Highlight hat aber das gewisse Etwas gefehlt. In Camps Bay ist es immer sehr voll, man kann den Besuch aber super mit einem Restaurantbesuch kombinieren. Die Kulisse der 12 Apostel im Rücken ist natürlich toll. In Hout Bay würde ich den Besuch mit dem Dunes Restaurant verbinden. Und in Clifton gibt es vier kleine Buchten nebeneinander, die wesentlich windstiller und damit kinderfreundlicher sind. Am Sunset Beach muss man natürlich mal den Sonnenuntergang gesehen haben!

Ausflüge und Aktivitäten

Wir waren mit unseren Kindern richtig viel unterwegs und haben längere Autofahrten immer mit Aktivitäten kombiniert. Strandtage lagen natürlich hoch im Kurs, aber Spielplätze und Tiere gucken natürlich auch. Daher ist das klassische Touristenprogramm mit Kindern in Kapstadt etwas mühselig. Zum Kap der guten Hoffnung haben wir es zwar geschafft, es hat sich aber nicht unbedingt gelohnt – zumal der Eintritt in den Nationalpark rund 50 Euro gekostet hat! Hier sind unsere Favoriten:

Pinguine gucken am Boulders Beach: Der Spaß der am Strand lebenden Pinguinhorden kostet Eintritt, aber kurz vor der Schließzeit ist fast nichts los. Am Nachbarsstrand kriegt man die kleinen Stinker auch oftmals zu sehen, das dann auch ohne Eintritt.

Reiten in Noordhoek: Für 10 Euro können die Kleinen eine Stunde lang über das Gelände von Sleepy Hollow reiten. Erwachsene haben außerdem die Möglichkeit, am Strand auszureiten. Da werden Pferdeträume werden wahr!

 

 

 

 

Straußenarm: Auf dem Weg zum Kap der guten Hoffnung lohnt sich ein Stopp an der Cape Point Ostrich Farm. Hier können Strauße, Schlangen und Krokodile bestaunt werden. Und wer mag, kann im Restaurant Straußenfleisch und -eier verkosten.

Tafelberg: Mit Kleinkindern kann man an der zweieinhalbstündigen Schlange vorbeigehen – wir haben Louis drei Monate jünger gemacht – und einen wunderschönen Ausblick genießen. Unbedingt vorab Online-Tickets kaufen, bestenfalls früh kommen und Sonnenschutz nicht vergessen! Oben auf dem Berg kann man lange herum laufen, die Aussichten sind wirklich schön. Man muss jedoch auch Zeit zum Runterfahren einplanen, da nur zwei Gondeln rauf- und runterfahren.

Chapman’s Peak fahren: Die berühmte 9 Kilometer lange Steilküste schlängelt sich mit 114 Kurven und einem wunderschönen Ausblick am Meer entlang. Der Bau 1915 und die Befahrung waren alles andere als ungefährlich, weshalb viel investiert werden musste, um vor herab fallenden Steinbrocken zu schützen. Für 30 Jahre ist der Drive gerade privat verpachtet und kostet pro Strecke rund 50 Rand Eintritt, um die hohen Umbaumaßnahmen – es wurde zum Beispiel ein kleiner Tunnel in den Felsen gesprengt – in Höhe von 150 Millionen Rand wieder einzunehmen.

Aquarium an der Waterfront: Fische Fische Fische! Nicht mal beim Löwen auf der Safari habe ich meinen Sohn so aufgeregt gesehen. Spricht für das Two Oceans Aquarium an der Waterfront! An unserem Abreisetag war es so windig, dass sich der Besuch sehr gelohnt hat.

Zeitz Museum of Contemporary Arts: Allein die Architektur des Museums ist sehenswert und man erhascht noch einen Blick auf das Silo Hotel nebenan, dem wohl teuersten Hotel Südafrikas. Ein Lichtblick an der Waterfront und auch mit Spielplatz kindergeeignet!

Ein Konzert im Botanischen Garten: Wunderschöne Stimmung zwischen den exotischsten Pflanzen. Sehr grün aber sehenswert! Einfach auf der Website schauen, ob Konzerte stattfinden.

Wine Tastings

Nicht umsonst gibt es wahnsinnig viele Weine aus Südafrika. Allein rund um Hout Bay in Constantia findet man viele wunderschöne Weingüter zum Probieren und Picknicken. Unsere Highlight waren:

Groot Constantia

Beau Constantia 

Eagle’s Nest (super leckere Weine und das Tasting kostet 5 Euro!)

Cape Point Vineyards (donnerstags zum Markt fahren)

Eine Stunde von Kapstadt entfernt und ein absolutes Muss: Das Weingebiet um

Stellenbosch/ Franschhoek

ist traumhaft!

Für die letzten Tage haben wir ein Cottage in Boschendal gemietet, dessen traditionsreiches Gut alles zu bieten hat. Im eigenen Werf Restaurant wird super leckere Haute Cuisine serviert, Freitagabends ist der Night Market ein schönes Highlight und das Weine probieren sowie picknicken ist herrlich!

Landschaftlich hat es uns hier besonders gut gefallen. Eine tolle Abwechslung zur Stadt und kulinarisch kommt man allerorts auf seine Kosten. Empfohlen wird überall die Farm Babylonstoren. In der Tat ein wunderschönes Fleckchen: Ein toller Garten und das Essen im Babel Restaurant (reservieren!), das die Zutaten gleich aus dem eigenen Garten holt, ist wirklich gut, wenn auch kostspieliger als andernorts.

 

 

Unsere liebsten Food Spots

Am Besten immer reservieren wo möglich, vor allem mit grossen Gruppen.

  1. Foodbarn in Noordhoek – Ganz klarer kulinarischer Favorit mit Spielplatz nebenan
  2. Oranjezicht Farmers Market an der Waterfront – So geht ein Farmer Market!
  3. Chef’s Warehouse in Kapstadt – Acht Gänge, sehr experimentell, nicht sehr kinderfreundlich
  4. Dunes Beach Restaurant in Hout Bay: Vor allem schön für die Kindern, die im Sand spielen können, während man den Sonnenuntergang bei tollem Seafood genießt
  5. Coffee Sports am Wegesrand: Anhalten lohnt sich, denn der Kaffee und Ausblick dazu sind immer umwerfend.
  6. Clay Café: Ein toller Spot zum Frühstücken. Die Kinder können im Garten spielen und anschließend kann eigenes Porzellan bemalt werden
  7. La Parada  zum Frühstücken: Morgens ein schönes leeres Restaurant zum ruhigen Start in den Tag ohne große Kinderbespaßung, aber mit den besten Breakfast Buns.

ALLE TIPPS IN DER ÜBERSICHT

Unterkunft:

Ether House und Cottage

Weingut Boschendal

Strände:

Noordhoek Beach

Llandudno

Kommetje Beach

Boulders Beach

Places to see:

Sleepy Hollow Horse Riding

Ostrich Farm

Tafelberg

Chapman’s Peak

Aquarium an der Waterfront

Zeitz Museum of Contemporary Arts

Botanischen Garten

Food und Wine Tasting:

Weingut Boschendal

Babylonstoren und das Babel Restaurant

Foodbarn in Noordhoek

Oranjezicht Farmers Market an der Waterfront

Chef’s Warehouse in Kapstadt

Dunes Beach Restaurant in Hout Bay

Clay Café

La Parada

Kommentare

  1. Oh wie toll! Wir werden im März/ April ebenfalls in Hout Bay wohnen und nun freue ich mich noch mehr auf unsere Reise! Danke für die tollen Tipps!

  2. Danke für deinen ausführlichen Reisebericht und die sehr schönen Fotos dazu. Ich fliege morgen nach Kapstadt und freue mich sehr auf die Reise.

  3. Nena P. sagte am

    Wunderschöne Fotos ! Nach knapp 10 Jahren wird es für den nächsten SA Urlaub mal wieder höchste Zeit. Das habe ich mir bei dem Bericht gedacht. Danke!

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