Magic Cleaning: Wie viel Magie steckt in Marie Kondos Ordnungsmanifest? Der Selbstversuch

Zwei Jahre ist der Hype nun schon wieder her, als über kaum ein anderes Buch mehr berichtet wurde: Das Ordnungsmanifest „The Lifechanging Magic of Tidying up„, geschrieben von der japanischen Aufräumberaterin Marie Kondo, machte weltweit aus kleinen Messies Ordnungsfanatiker. Weniger ist mehr lautet die Devise, die den Menschen zu einem glücklicheren machen soll – das glauben wir einfach mal, denn immerhin wurde Kondo 2015 in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen laut Time Magazine aufgenommen.

Ich liebe Aufräumen, ich mag Ausmisten und mache beides regelmäßig – allerdings eher konzeptlos. Das führt dazu, dass mein Kleiderschrank ungefähr eine Woche lang perfekt aufgeräumt ist, danach aber wieder ins Chaos zurück fällt. Das soll sich nun ändern!

Vergangene Woche habe ich mich also eingelesen in das doch eher radikale Entrümpelungsprogramm, das sich auf den gesamten Besitz und Haushalt bezieht. Ich möchte den Selbstversuch mit dem Kleiderschrank beginnen, dem Herzstück meiner „Besitztümer“. Und zwar um Platz zu schaffen für den Nachwuchs, denn der wird über kurz oder lang was von meinem Ankleidezimmer abhaben wollen (auch wenn ich mich weiterhin vehement dagegen wehre…). Die Idee ist folgende: Werfe zunächst den gesamten Kleiderschrankinhalt in die Mitte des Raumes.

Gesagt, getan: 10 Minuten später lag der Inhalt auf dem Boden. Hier zusammen gerafft in 20 Sekunden:

Es benötigt keinen Profi um zu erkennen, dass dies genug Kleider sind, um ein Jahr lang jeden Tag etwas anderes anzuziehen – mache ich natürlich nicht. Die Aufgabe lautet nun: Nimm jedes einzelne Kleidungsstück in die Hand und überlege, ob es dich wirklich glücklich macht, sprich: „Does this spark joy“? 

 

Das ist ja schon fast tiefgründig, denn wie viel Freude bereitet mir eine Socke? Oder eine Sporthose? Mein Pyjama? Richtig: nada. Je länger ich also in dem Berg hocke, desto weniger kann ich emotionale Bindungen zu meinen Kleidungsstücken herstellen. Da bewegt sich mehr bei meiner Taschen- sowie Schuhsammlung. Aber die ist heute noch nicht an der Reihe.

Ich konzentriere mich, benötige insgesamt ca 4 Stunden über zwei Tage verteilt für das Joy-Projekt und merke, dass mich nur wenige Kleidungsstücke ernsthaft glücklich machen. Denn es gelten nicht mal die Ausreden: „Oh, das war aber teuer das Teil.“ Oder: „Das habe ich doch bei Anlass xy getragen, so eine schöne Erinnerung!“. Die Frage ist vielmehr: Reagiert meine Intuition positiv, neutral oder negativ beim Anfassen eines jeden Shirts und Pullovers? Und danach wird dann sortiert.

 

Nach dem Ausmisten kommt das Aufräumen, die wirklich zeitaufwändige Aufgabe. Sortiert werden soll nach Kategorie, nicht dem Ort. Sprich: Hosen gehören zu Hosen, egal ob Sommer oder Winter – und natürlich in denselben Schrank. Die passenden Falttechniken erklärt Kondo wohl auch, ich habe aber zwei linke Hände und kann mich maximal auf das Rollen einigen. So hat man alles besser im Überblick (gilt auch für Koffer!):

Unterwäsche, Socken, Tücher: Am liebsten wäre es Kondo, man faltet und rollt auch die Teile. Ich fühle mich schon mit den Schuhkartons wie die Ordnungsqueen!

Allein der Anblick des unten stehenden Bildes lässt mich aufatmen:

Es mag nicht ganz so radikal aussortiert sein wie Marie Kondo es vorschlägt (Mode ist immerhin noch meine Leidenschaft und mein Job!), aber ich habe rund 1/3 meines Kleiderschranks reduziert. Eine absolute Befreiung!

(Kommenden Freitag veranstalte ich daher einen Journelles Office Sale, mehr dazu morgen.)

Die ersten Tage mit meinem erleichterten Kleiderschrank sind super verlaufen – noch ist alles ordentlich, ich habe den Überblick und konnte easypeasy für unser Ostsee-Wochenende packen. War ja schliesslich alles übersichtlich vorsortiert.

Ich bin gespannt, ob mich der Selbstversuch lange auf Ordnungskurs hält – ausserdem soll man laut Kondo gar nicht mehr das Bedürfnis haben, wahllos zu shoppen. Da berichte ich natürlich gern…

Kommentare

  1. jessie@journelles.demaridalor@yahoo.de

    Ganz toll hilft mir die farbliche Sortierung innerhalb der Warengruppen (Shirts, Kleider, Jacken etc). So wirkt der Schrank ruhiger und wenn du eine weiße Bluse suchst, weißt du ganz genau, wo du sie findest!

  2. jessie@journelles.debrigitte@mabri-di.de
    Brigitte sagte am

    Ach Jessie, ich liebe?Deinen Blog!!! Ich frage mich immer, wie Du das alles so hinbekommst!! Haben Deine Tage mehr als 24h???
    Ich habe auch gerade die letzten zwei Tage ausgemistet!!
    Mein Anlass: Ich erwarte leider kein Baby, sondern mein ältestes „Baby“ v dreien (20, 18, 16) zieht morgen wg. Studiumbeginn aus ?.
    Ich hab gleich dazu auch noch meine Küche, Schuschrank usw ausgemistet.
    Ich finde es herrlich befreiend u nehme mir auch vor nicht mehr so viel zu horten!!! Ob’s mir gelingt? 😉

  3. jessie@journelles.deelisa.wolter@hotmail.de

    Wenn du die rot/schwarz/weiße Acne Lederjacke aus dem Snapchat Video zum Thema verkaufst – ich würde sie dir abnehmen 🙂

  4. jessie@journelles.dejlusa@gmx.de

    Liebe Jessie,

    ich kann das nicht mit ansehen! Ich liebe es, Ordnung und Struktur zu schaffen.
    Es ist zwar schon viel besser, aber mit dem Ergebnis wäre ich noch nicht zufrieden.
    Meld dich gerne bei mir, wenn ich da nochmal nachhelfen soll 😉 Seit ich klein bin, mache ich zweimal im Jahr Großputz im Kleiderschrank – Konto kann mir nichts erzählen! Im Austausch mit ein paar deiner aussortierten Teile wäre ich dabei..

    Tipp: Bereits deine Schrankaufteilung könnte optimiert werden! Dann wäre so vieles leichter.

    Liebe Grüße,
    Jenny

    • jessie@journelles.deleala@web.de

      oh bitte gerne tips hier geben? was meinst du denn zur schrankaufteilung, was ist da optimal? grüsse!

    • jessie@journelles.degknoche@me.com

      Liebe jenny – bitte veröffentliche deine Tipps! was wäre für dich optimal?
      lg Gaby

  5. jessie@journelles.deelli.s.leipzig@t-online.de
    Elisabeth sagte am

    HUT AB, liebe Jessie 🙂 Und bitte, bitte verrate mir doch: Ist dein Chinti & Parker Watermelon Kaschmirpulli auf dem Toss- oder dem Take-Stapel gelandet?
    Hab schon mehrere Male bei euch per Mail genervt und kauf ihn dir SOFORT ab, ich schwöre! Ganz, ganz liebe Grüße, Elisabeth

  6. jessie@journelles.dejulia.porzelt1@gmail.om

    hey jessi
    super!!!
    wäre es denn möglich, die teile auch mal anderweitig zb Tictail zu verkaufen?
    ich würde so gerne mal vorbei schauen, nur komme ich aus bayern und da lohnt es sich wegen der langen anreise für 2-3 stunden irgendwie nicht
    kannst du mal schreiben ob es möglich wäre???
    danke lg

  7. jessie@journelles.deninajahn@gmx.de

    Ganz ehrlich, dieser Anblick deiner angehäuften Berge von Klamotten ist pervers! All diese Flusen-Woll-Teile kannst du direkt aussortieren, macht man mit Baby nicht, wirst du selber auch schnell merken.

  8. jessie@journelles.deSabrinalovesitall@web.de
    Sabrina101 sagte am

    Hallo Jessie,

    toll, dass Du bereits einDrittel Aussortieren konntest. Ich komme auch ursprünglich aus der Modebranche und hatte einen ähnlichen Kleiderschrankinhalt wie Du. Vor ca. einem Jahr habe ich mit der Konmari-Methode begonnen auszusortieren und jetzt mache ich sogar bei dem Projekt 333 mit von http://www.bemorewithless.com und es fühlt sich großartig an. Noch schaffe ich die 33 Teile im Schrank (inkl Outdoor, Schuhe, Accessoires und Schmuck) nicht ganz, aber ich arbeite daran und es funktioniert, ich bin immer gut angezogen mit Lieblingsteilen. Ich habe 90% meines Kleiderschrankinhaltes spenden können.
    In Deinem Job sind 33 Teile natürlich nicht machbar. 😉
    Viele liebe Grüße

    Sabrina

  9. jessie@journelles.dems.berkowski@googlemail.com

    Wie grandios!
    Aber auch schade, so spontan nach Berlin kann ich leider nicht, Ich würde mich so doll über einen Tictail Verkauf freuen.

    Liebe Grüße,
    Moni

  10. jessie@journelles.dekittyzamor@hotmail.com
    Cathérine sagte am

    Liebe Jessie,

    ich schliesse mich meinen Vorrednerinnen hier und auf Instagram an und bitte gaaaanz inständig um einen Tictail Shop. Das wäre sowas von großartig (quasi beyond). Im Kopf plane ich zwar schon einen Kurztrip nach Berlin (ohne Mann und unseren kleinen Mitbewohner), aber der Verkauf per Shop wäre himmlisch.

    Liebe Grüße ausm Pott
    Cathérine

  11. jessie@journelles.deandie.anheuer@gmail.com

    Hallo liebe Jessie, Respekt!!! ich hätte aufgrund von Überforderung fluchtartig das Zimmer verlassen…vor allem in der 37.Woche:)
    Habe mittlerweile meine Kleine zu Hause (3 Wochen alt) und wollte die Zeit daheim nutzen um ein wenig auszumisten…mal schauen ob ich das auch so gut hin bekomme…. xx

  12. jessie@journelles.deinfo@stephanie-wetzel.de

    Super Thema, auch für mich ein wichtiges in meinem Leben zurzeit, und sehr unterhaltsam rübergebracht. Ich mache das Aus- und Einräumen gerade halb freiwillig, denn ich ich habe einen neuen Kleiderschrank bekommen, also liegt gerade alles draußen und jetzt kann ich gleich mit Deiner Methode an meinem Urlaubstag einräumen – danke!!!

  13. jessie@journelles.dekontakt@lettersandbeads.de

    Ich habe Anfang des Jahres auch zum ersten Mal den Namen Marie Kondo gelesen, habe mich aber noch nicht an die Radikalkur getraut. Die große Aufräumaktion steht also nach aus, aber immerhin meine Unterwäscheschublade musste schon dran glauben. Die ist nach all der Zeit immer noch so hübsch ordentlich wie zu Anfang, das System funktioniert hier also schon mal. Das stimmt mich zuversichtlich für eine zukünftige Ausmistung 😀

    LG Biene

  14. jessie@journelles.deinfo@allispretty.net

    Dein Artikel kommt wie gerufen. Unser Umzug steht bevor und ich möchte davor noch mal richtig klar Schiff machen. Ein Glück, dass Berlin nicht gerade um die Ecke ist und ich bei deinem Office Sale nicht zuschlagen kann (hach!)

    Liebe Grüße
    Leonie

  15. jessie@journelles.desabine@ahungrymind.com

    Liebe Jessie,
    da konnte doch schon eine Menge gehen, toll!
    Ich persönlich bin inzwischen bei unter 50 Teilen für Herbst und Winter, aber ich kann gut verstehen, dass du mehr „brauchst“ (bzw. möchtest), wo Mode essentiell für dich ist und du auch gerne experimentierst. Ich bin auch geschmacklich der minimalistische Typ, deshalb funktioniert das Reduzieren bei mir richtig gut. Aber es ist ein Prozess und es scheint dir gut getan zu haben, also keep going slowly! 🙂
    xx Sabine

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