JOURgarderobe: Closet Diary mit Melanie-Jasmin Jeske alias Melodie Michelberger

Closet Diary Melodie Michelberger

Die Kolleginnen von Femtastics oder Edition F haben Melanie-Jasmin Jeske alias Melodie Michelberger zurecht als Phänomen bezeichnet: Als Public Relation Consultant und Communications Editor betreut die 38-Jährige mit ihrer Agentur Michelberger PR nicht nur eine Reihe an spannenden Jungdesignern, sondern ist auf sämtlichen Kanälen, sei es Facebook oder Instagram, dauerpräsent: „Ich kommuniziere und netzwerke einfach für mein Leben gerne. Nicht nur Redakteure, Blogger und Stylisten mit den Modelabels, sondern auch Kreative mit Kreativen aus anderen Bereichen.“

Hastags, die man im Zusammenhang mit ihrem Namen immer wieder liest, sind #girlboss, #grlpwr oder #trustthegirls. „Girlboss bedeutet für mich mein Ding zu machen. Frei und unabhängig zu sein. Es ist mir immer schon schwer gefallen, in hierarchischen Strukturen zu arbeiten. Dieses Gefühl mein eigener Boss zu sein ist für mich das schönste überhaupt“, sagt sie.

Klar, dass so eine Frau kein graues Mäuschen ist. Nicht nur ihr Talent zu kommunzieren fällt auf – auch in persona ist Melodie eine Erscheinung. „Ich mag gerne Kleider in denen ich mich zu Hause fühle. Es macht mir nix aus, wie ein kunterbuntes Blumenbouquet aus der monotonen Masse herauszustechen.“

Ihr Markenzeichen ist der platinblonde Bob mit überlangem Pony. „Meinen Pony trage ich schon seit praktisch immer, es gibt Kindergartenfotos, auf denen sehe ich ganz genauso aus wie heute.“ Nicht nur ihrem Haarstyling bleibt die Mutter eines kleinen Sohnes treu. Seit 18 Jahren lebt sie in Hamburg und zwar in einem ganz bestimmten Kiez: „Ich lebe oberhalb den Ladungsbrücken direkt an der Grenze zu St. Pauli in der Neustadt. St. Pauli ist schon fast mehr ein ‚State of Mind‘, als nur ein Stadtteil. Unter der Dusche die Schiffshörner zu hören freut mich auch nach 18 Jahren in Hamburg noch genauso, wie am ersten Tag!“

„Na denn man tau“, wie der Hamburger sagt: Das sind Melanies 7 Tage, 7 Looks!

MONTAG

Journelles Closet Diary Melodie Michelberer

Closet Diary Melody Michelberger

Wie jeden Morgen bringe ich zuerst meinen 7-jährigen Sohn in die glücklicherweise relativ nah gelegene Grundschule. Dieses „Kind-in-die-Schule-bring“-Outfit wäre bestimmt auch mal ganz interessant gewesen, es ist aber leider eher ein Wirrwarr von Kleidungsstücken. Denn meistens bin ich so spät dran, dass ich nur fix in eine Jeans (der einzige Moment, in dem selbst ich mal eine Jeans trage!) hüpfe und irgendeine Jacke über das Schlafshirt ziehe. Kurz Zähne putzen, Kontaktlinsen rein und losgeflitzt. Um 8 Uhr bin ich dann meistens schon wieder zurück und mache mir erst einmal einen Kaffee, dann duschen „richtig“ anziehen und los.

Heute ist es ein besonders grauer, windiger Tag in Hamburg und ich treffe mich mit den Kleiderei-Girls Pola und Thekla zu einem konspirativen #trustthegirls-Frühstück. Angesichts des trüben Wetters draußen, greife zum farbenfrohen Seidenkleid von Reality Studio mit Blumenprint von Milleneufcentquatrevingtquatre.

Sicherheitshalber nehme ich auch noch die muckelige Strickjacke von Acne mit, die wiederum genauso aussieht, wie die dunklen Wolken heute über Hamburg. Da ich es noch nicht glauben kann, dass der Sommer schon wieder vorbei sein soll, trage ich ausnahmsweise mal Socken in den Plateau-Sandalen. Wahrscheinlich haben schon x Leute gesagt, das wäre ein No-Go, ist mir aber egal. Irgendwie finde ich es ganz gemütlich. Außerdem passen die Socken zum Armreif, das ist mir tatsächlich erst heute aufgefallen.

Kleid: Reality Studio, Strickjacke: Acne, Sandalen: Zign, Socken: Falke, Tasche: A.P.C., Armreif: & Other Stories


DIENSTAG

Journelles Closet Diary Melodie Michelberer

Closet Diary Melody Michelberger

Heute habe ich so einiges auf der Agenda stehen: Als erstes zu meiner Steuerberaterin radeln, dann zu einem Mode-Label, das ich ganz neu berate: Black Velvet Circus. Deshalb trage ich heute zur Feier des Tages auch einen Komplett-Look.

Das Hemd hat mich den ganzen Sommer über schon perfekt begleitet und ist zu einem all time favorite geworden. In den geräumigen Ledershopper von Atem passt praktischerweise genau ein Aktenordner und auch noch mein Mac Book rein. Ich bin bekannt dafür, dass ich eigentlich nie wenig Gepäck dabei habe. Ich schleppe meistens mindestens eine riesig große Tasche mit mir herum (manchmal auch 2-3 Taschen), in die alles mögliche reinpasst. Zum Beispiel auch immer ein bodenlanges Regencape von Fjällräven, denn plötzliche Regenschauer sind hier oben keine Seltenheit.

Da ich in Hamburg überall hin mit dem Fahrrad fahre, ziehe ich tagsüber meistens flache Schuhe und am allerliebsten meine gemütlichen Vans an. Wenn sie durch das Hamburger Schmuddelwetter mal wieder eher grau-braun statt strahlend weiß sind, wasche ich sie einfach in der Waschmaschine!

Rock: Black Velvet Circus (Herbst/Winter 2015), Shirt: Black Velvet Circus, Ledershopper mit verstellbaren Henkeln: Atem, Armband: Koshikira, Schuhe: Vans


MITTWOCH

Journelles Closet Diary Melodie Michelberer

Closet Diary Melodie Michelberger

Dieses Kleid trage ich heute nicht zum ersten Mal, es ist eines meiner „Geht-immer“-Kleider. Es ist von der Hamburger Designerin Kathrin Musswessels für die ich auch arbeite. Ich hatte es schon auf Partys, Kindergeburtstagen, Ausstellungen, Hochzeiten und sämtlichen anderen Gelegenheiten an. Und weil mein erstes schwarz-weißes Kleid schon fast auseinander fiel, habe ich mir gerade ein neues Kleid nähen lassen. Was im Übrigen kein Special Service nur für mich ist!

Wenn ich ein Kleidungsstück gefunden habe, das mir gefällt und in dem ich mich hundertprozentig wohl fühle, dann ist es mir auch egal wie oft ich es schon irgendwo „gezeigt“ habe. Wichtig ist mir vor allem, dass ich mich mit einem Kleidungsstück identifizieren kann, dass es zu mir und meiner Figur passt. Außerdem ist das Kleid ein richtiger „Hamburger“, genäht in Hamburg St. Pauli, es hat keinen langen Weg aus einem Sweatshop irgendwo auf der anderen Seite der Welt hinter sich. „Slow Fashion“ heißt für mich eben auch, nicht nur verstärkt lokal zu kaufen, sondern auch schlichtweg weniger, und gezielter einzukaufen.

Heute fahre ich ausnahmsweise mal nicht mit dem Rad zu einem Lunch-Termin in der Stadt mit der wunderbaren Fotografin Iga Drobisz, damit ich die Acne Boots zum Kleid tragen kann. Mit denen rutsche ich sonst nämlich immer von den Pedalen.

Kleid: Musswessels,Stiefel: Acne (hier in Braun), Bucket-Bag: A.P.C. (so ähnlich hier), Ringe: Xenia Bous, Kette: Sabrina Dehoff (ein ähnliches Modell hier)


DONNERSTAG

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Der Himmel ist heute so taubenblau wie das Kleid von Black Velvet Circus. Es ist ein Winterkleid aus Wollgeorgette, ich freue mich schon darauf, es mit einem beigefarbenem Wintermantel und dicken Strümpfen zu tragen. Dauert wahrscheinlich gar nicht mehr lang. Irgendwas ist ganz besonders mit dem Stoff, ich habe fast das Gefühl eine Wolke zu tragen, die meinen Körper umschmeichelt, es ist leicht und trotzdem nicht wie eine Fahne im Wind.

Das Kleid hat einen Gummizug an der Taille so kann ich es tailliert oder auch mit etwas tiefer gezogener Taille tragen. Dazu die Tasche von Beara Beara für ein bisschen Hippie-Feeling, und die Vans, weil schon wieder mit dem Fahrrad zu Terminen und um 16 Uhr meinen Sohn abholen.

Kleid: Black Velvet Circus (Herbst/Winter 2015), Tasche: Beara Beara, Schuhe: Vans, Schmuck: Koshikira


FREITAG

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Den ganzen Freitag habe ich bis zum frühen Abend in gemütlicher Strickhose vor dem Computer verbracht und gearbeitet. Deshalb freue ich mich, heute noch mal angezogen den Fuß vor die Haustür zu setzen. Direkt in meiner Nachbarschaft unten an der Elbe macht eine Freundin heute eine neue Galerie, ein Project Space auf – Åme Nue.

Freundlicherweise durfte ich mir für diesen Anlass ein Kleid mit bestickter Weste von Lies In Layers aus der kommenden Sommerkollektion ausleihen. Es ist ein sehr schöner Vorteil, wenn man PR für verschiedene Modelabels macht. So kann ich mir immer mal wieder für besondere Anlässe auch mal etwas leihen. Eigentlich möchte ich das Kleid auch gar nicht mehr zurückgeben. (Sorry Girls!)

Das Tolle, neben der besonders schönen Verarbeitung und dem zauberhaften Stoff ist nämlich die Passform. Ich weiß nicht wie das die Lies In Layers Girls schaffen, aber dieses Kleid passt einem Model mit Größe 34/36 und mir mit Kleidergröße 40, must be magic.

Kleid: Lies In Layers (Spring 2016), Spitzenweste: Lies In Layers (Spring 2016), Schuhe: And Other Stories (ähnliche Schuhe hier), Bucket Bag: A.P.C. (so ähnlich hier) Schmuck: Xenia Bous (über Anita Hass)


SAMSTAG

Journelles Closet Diary Melodie Michelberer

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Am Wochenende steht mein Sohn sehr gerne sogar noch ein bisschen früher auf als unter der Woche, sonst hat man ja gar nix vom Wochenende, sagt er. Recht hat er, auch wenn ich eher Typ Langschläfer bin. Immerhin waren wir heute die Ersten in der Schwimmbadschlange. Gleich gehen wir noch ein Eis essen und später gucken wir einen Film. Ein ganz normaler Familiensamstag halt.

In der Quilt-Tasche von A.P.C. hab ich neben dem nassen Schwimmzeug (wie immer habe ich eine Tüte für die nassen Sachen vergessen) auch noch die Wochenendeinkäufe vom Wochenmarkt. Über das „Eishorn“-Sweatshirt freue ich mich ganz besonders, jeder einzelne Pullover wird von der Künstlerin Jessica Dettinger selbst gezeichnet.

In dem Jeansrock mit offenem, ausgefranstem Saum lebe ich. Er ersetzt die Jeanshose, die ich eh kaum trage und obendrauf ist er auch viel bequemer als jede Jeans. Die weißen Sandalen sind von Maison Suneve, hergestellt in einem kleinen Familienbetrieb in Griechenland. Wie fast jeden Tag ziehe ich auch noch etwas Blaues an. Das Hemd ist von Lies In Layers, dieses strahlende, satte Blau ist einfach der Kracher!

Jeansrock: Black Velvet Circus, Pullover: Form of Interest, Hemd: Lies In Layers, Quilt Tasche: A.P.C., Handtasche: A.P.C., Sandalen: Maison Suneve


SONNTAG

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Sonntage sind gemütliche Strickkleidtage. Ich habe das Strickkleid mit blühendem Pflanzenmuster von Anntian bei Konk in Berlin entdeckt. Besser gesagt, in deren Instagram Galerie gesehen und sofort bis über beide Ohren verliebt. Zufälligerweise war ich nur ein paar Tage später in Berlin und habe ich es dann sofort dort gekauft, die Liebe auf den ersten Blick hat sich bestätigt! Der spontane Kauf hat dann zwar meine Finanzen noch ziemlich in Turbulenzen gebracht, aber es ist nach wie vor eines meiner allerliebsten Kleider überhaupt, und wenn es um „blow the rent“ geht, bin ich eh immer die Erste, die „Hurrah“ schreit! Und wenn ich das Kleid mal nicht trage, hängt es bei mir an einem Haken an der dunkelgrünen Wand im Schlafzimmer – als tragbares, mobiles Wandbild quasi.

Heute machen wir nicht viel. Wir hängen zu Hause ab. Mein Sohn spielt am großen Tisch im „Familienzimmer“ Lego, wir hören ein Hörspiel, machen Pfannkuchen, ich sortiere Papierkram. Dann kommt ein Kinder-Freund vorbei und wir gehen zusammen auf den Spielplatz bei uns fast gegenüber in Planten un Blomen. Die Jungs finden extrem witzig, dass ich neben einem exotischen Baum stehend so aussehe, als würde ich dort auch wachsen.

Abend kommt Yelda vorbei und wir gehen kurz hoch auf das Rooftop (klingt mondäner als einfach Hausdach zusagen), um das Foto für heute zu machen. Den Sonnenuntergang haben wir leider um Sekunden verpasst. Trotzdem ist es immer wieder wunderschön auf dem Dach zu sein, und sei es nur, um kurz ein Foto zu machen und auf den Hafen rüber zu gucken. Dort oben haben wir viele herrlich kitschige, rosé-goldene Sonnenuntergänge und Picknicks erlebt diesen Sommer.

Strickkleid: Anntian, Armband: Sabrina Dehoff, Tasche: A.P.C., Schuhe: Vans

Ein Best of von Melanies Lieblings-Accessoires seht ihr hier:

(Fotos: Yelda Yilmaz)

Kommentare

  1. Was für tolle Klamöttchen und was für eine tolle Frau! Ich kenne Melanie schon von Instagram und sie ist einfach megasympathisch. Ich liebe es, wenn gerade Mamas nicht im Müttereinheitsbrei-Outfit herumlaufen. Also ein großes Vorbild für mich:)

  2. Diese Lady hat einfach Stil, und zwar einen wirklich inspirierenden! Noch dazu ist sie erfrischend ehrlich („(…) damit ich die Acne Boots zum Kleid tragen kann. Mit denen rutsche ich sonst nämlich immer von den Pedalen“ – lol!).
    Mir gefallen besonders Mittwoch und Samstag – um diese Qulit-Tasche werde ich sie ewig beneiden!! Schade, dass es die nicht mehr gibt.

  3. Tolle Bilder und tolle bunte Outfits. Uns haben es vor allem die Teile von Black Velvet Circus angetan. Die sehen einfach nur super aus! Wie immer eine schöne Inspirationsquelle! Danke dafür 🙂

  4. Wow, was für eine sympathische Frau, was für ein außergewöhnlich, erfrischend anderer Style. Da guckt man voll gerne hin, nicht nur wegen der hammer Frisur!
    Eine echte Entdeckung das Closet Diary diese Woche.

  5. Null mein Kleidungsstil, aber einfach eine wahnsinnig tolle Frau! Auch wenn man sie nicht persönlich kennt, sie wirkt einfach super authentisch und scheint Spaß am Leben und an dem, was sie macht, zu haben. Wunderbar!

  6. die fotos anzuschauen hat mir heute bei dem regenwetter richtig gute laune gemacht. sie sieht einfach auf jedem foto toll, frisch und glücklich aus! ganz ganz toll ?

  7. Franziska sagte am

    Die wunderbare Melodie mit ihrem bezaubernden Style, der Hammer-Frise und dieser tollen, sympathischen Ausstrahlung!! Bin schon auf Instragram verliebt und total begeistert, dass ihre tollen Outfits auch hier bei euch gewürdigt werden! Top!! <3

  8. So cool die Frau! Ich folge ihr auf Instagram und mag sie auch sehr gerne. Und witzig, Melodie / Melanie, ich habe zufälligerweise deinen Insta-Zwilling gefunden, schau mal #nycfiona – Ähnlichkeit ist vorhanden 🙂

    LG Steffi

    • Hej Steffi, oh vielen lieben Dank für das schöne Kompliment! Und ja! Fiona und ich = ha ha ha ha ha! Wir haben ja wirklich fast identische Frisuren, sehr lustig!! Danke dafür! Viele liebe Grüße zurück von Melodie

  9. Extrem gut! Sehr sympathisch und ich hab mich auch gleichzeitig in mehrere Marken verliebt – Koshikira und Black Velvet Circus zum Beispiel.

  10. Total toll! Freitag und Sonntag gefallen mir am besten. Der Dienstags- und der Donnerstagslook sind auch super (ganz zu schweigen vom Montag, Mittwoch und Samstag).

  11. Charlotte sagte am

    Also ich finde das stimmt hinten und vorne nicht, die Kombination aus Persönlichkeit und Kinderkleidungsauswahl dazu wirkt nur aufdringlich und geltungsbedürftig, aber jedem seine Aura die er kommunizieren will. 😉

  12. Theresa sagte am

    Melodie ist so eine tolle Frau! Es sollte mehr Beiträge von Frauen wir ihr geben. Es macht Spaß, ihr bei Instagram zu folgen und sich inspirieren zu lassen :). Der Eishorn-Pulli hat’s mir angetan 🙂

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