Interview mit Sasha Sarokin, Buying Manager bei net-a-porter

Im Rahmen meiner Brautkleidanprobe vergangene Woche bei net-a-porter in London habe ich noch schnell die Gelegenheit ergriffen, ein Interview mit Sasha Sarokin, Buying Director bei net-a-porter, zu führen. Sie ist zuständig für den Einkauf der Designer Ready to Wear und Accessoires und inzwischen seit 6 Jahren an Bord. Die schöne Kalifornierin lebt quasi im Flieger,

Im Rahmen meiner Brautkleidanprobe vergangene Woche bei net-a-porter in London habe ich noch schnell die Gelegenheit ergriffen, ein Interview mit Sasha Sarokin, Buying Director bei net-a-porter, zu führen. Sie ist zuständig für den Einkauf der Designer Ready to Wear und Accessoires und inzwischen seit 6 Jahren an Bord. Die schöne Kalifornierin lebt quasi im Flieger, jettet von Fashion Weeks in Showrooms und auf Parties und kommt gerade von der Australian Fashion Week.

Ich treffe sie im Showroom und schon aus der Ferne erkennt man den typischen NAP-Look: Dunkeblauer Blazer, weisses Shirt und schwarze Zigarettenhose zu Leopumps von Gianvito Rossi, dazu trägt sie filigrane Schmuckstücke. Wir sprechen über Fehleinkäufe, den typischen Alltag in ihrer Position, ihren Werdegang, Sommer- und Taschentrends und darüber, wie die Modebranche in 5 Jahren aussehen wird.

 

Du warst gerade auf der Fashion Week in Sydney. Hast du dort etwas für Net-a-porter.com gefunden?

Hoffentlich! Es gibt dort eine Reihe von tollen Designern, die ich besonders für ihren „Casual Luxe Vibe“ bewundere. Ich komme ursprünglich aus Kalifornien, für mich haben die Australier eine besonders natürliche Affinität zu ihrem Lifestyle: sie genießen einfach die australische Sonne. Und ihr Stil ist der Hammer! Ein Mix aus Beach und Bohemian, das ist ihr Lifestyle.

Sasha Sarokin während der Mercedes-Benz Fashion Week Australia 2014, Foto: Getty Images

Ich war das letzte Mal vor 5 Jahren auf der Fashion Week in Australien und war beeindruckt, dass dort alle Kleider der heimischen australischen Designer tragen.

Das ist wirklich interessant, auch aus der Business-Perspektive betrachtet. Obwohl es so eine große Insel ist, blüht dort die Modebranche wirklich auf. Ich versuche den australischen Designern soweit wie möglich eine Grundlage zu geben, damit sie im internationalen Markt agieren und wie ein internationaler Designer denken können. Die Modewoche in Sydney war so inspirierend, ich hatte so viel Spaß und möchte jedes Jahr wieder dorthin.

Gibt es ein australisches Accessoire Label das du besonders magst?

Ryan Storer Australia. Als der Schmuck-Einkäufer auf ihn stieß, mussten wir Ryan einfach dazu bringen für uns zu produzieren. Wir haben auch Karla Spetic für net-a-porter gewinnen können, sie ist wirklich toll. Ich habe die Shows von Michael lo Sordo, Maticevski und Dion Lee gesehen, der bald seine Zweitlinie auf den Markt bringt  – es gibt viele junge und aufstrebende Talente und Australien stellt einen großen Markt für uns dar, also sind wir sehr daran interessiert sicherzustellen, dass wir diese Talente auch unterstützen. Wir wollen sie als globale Talente supporten und ebenso auch für sie von Bedeutung sein.

Ear Cuff mit Roségoldauflage und Swarovski-Kristallen von Ryan Storer

Wie sah dein Werdegang als Einkäuferin aus?

Ich bin Buying Manager für net-a-porter.com und betreue  sowohl den Designer Ready to Wear Bereich als auch alle non apparel Produkte, sprich Schuhe, Taschen, Schmuck und Accessoires. Insgesamt betreue ich etwa Dreiviertel der Produkte des Shops. Ich habe vor 6 Jahren als Senior Buyer für den Designer Ready to Wear Bereich angefangen, als ich dann zum Buying Manager befördert wurde, habe ich in den Accessoire-Bereich gewechselt. Jetzt mache ich beides und bin Teil eines fantastischen Teams von unglaublich talentierten Einkäufern.

Wie viele Einkäufer seid ihr?

Insgesamt sind wir 7 Einkäufer in unserem Team.

Wie kann man sich deine tägliche Arbeit vorstellen? Wie unterscheiden sich deine Arbeitstage während der Fashion Week zu denen im restlichen Jahr?

Im Monat der Modewochen springe ich hin und her zwischen den Shows und den Showrooms. Ich muss auf so vielen Schauen wie möglich sein, um zunächst einmal die Stimmung und die Atmosphäre einer Kollektion einfangen zu können. Im Showroom, der danach stattfindet, gebe ich dann Feedback zur Kollektion. Ich arbeite jetzt schon eine lange Zeit als Einkäufer und kenne den Geschmack von net-a-porter, also möchte ich immer sicher gehen, dass wir nur die besten Produkte, die es auf dem Markt gibt, für den Shop einkaufen.

Arbeitest du denn auch am Computer wenn du im Büro bist?

Das ist unterschiedlich – ich arbeite natürlich viel an meinem Schreibtisch, denke über kreative Konzepte nach, informiere mich auf Blogs und halte mich auf dem neusten Stand. Ich bin aber auch viel auf der Straße und in Shops unterwegs und habe natürlich auch sehr viele Meetings. Wir sind eine sehr dynamische und tatkräftige Firma, wir betreiben Editorial Marketing und Personal Shopping und all diese Dinge. Oft repräsentiere ich in diesen Meetings die gesamte Abteilung der Einkäufer, ich bin also auch in wichtige Business Themen involviert.

Das klingt zunächst wenig modisch.

Doch, das ist es – zumindest wenn man die Leute im Raum oder das, was auf dem Whiteboard zu sehen ist, betrachtet (lacht). Wenn unsere Gründerin Natalie Massenet nicht im Haus ist, muss sehr viel Brainstorming betrieben werden. Es ist fast schon ein Traum mit Natalie, Lucy, unserer Präsidentin Allison und unserer Marketing-Chefin Lisa arbeiten zu können.

Stehst du unter Druck wenn es dann letztendlich um den Einkauf geht? Schließlich dreht es sich dabei um viel Geld – hast du manchmal Angst, dass sich etwas dann nicht verkauft?

Absolut! Besonders wenn man sich persönlich in etwas verliebt hat. Wir denken, dass wenn wir als Einkäufer etwas mögen, unsere Kunden es ebenfalls lieben werden. Schlussendlich würde man es als Einkäufer sehr bereuen, sich gegen etwas zu entscheiden, das man persönlich toll findet, und somit die Chance vergibt, es zu verkaufen. Wenn wir eine Kollektion toll finden, stehen wir vollends dahinter, auch wenn das dann der Moment ist, in dem der Verkaufsdruck entsteht. Es ist eine große Investition und wir müssen sicher sein, dass es sich auch verkauft.

Der Unterschied zwischen einem guten Stylisten und einem guten Einkäufer ist das Geld, das hinter jedem Style steht, den man liebt. Und das ist dann der entscheidende Punkt. Bis jetzt hatten wir immer Glück und vertrauen in unsere Kunden.

Hast du dich schon einmal komplett verschätzt was die Mengen angeht und hast du aus der Situation gelernt?

Immer. Die Wahrheit ist: ein Einkäufer liegt nie komplett richtig. Wir kaufen immer entweder zu viel oder zu wenig ein. Sofern wir keine Größe vergessen haben oder eine Größe ausverkauft ist, ist mein Ideal, dass nach hunderten verkauften am Ende genau ein Teil jeder Größe unverkauft bleibt. Da das leider nie vorkommt, liegen wir immer falsch. Soweit ich weiß, sind wir jedoch noch nie wirklich am Ziel vorbei geschossen. Ich bin jedes Mal wieder davon begeistert wie intuitiv das ganze Team arbeitet und wie erfolgreich wir alle damit sind. Diese kleinen Erfolge sind die Basis unseres vertrauensvollen Rufs.

Ich besitze ein Tasche von Mansur Gavriel, die zu Beginn exklusiv bei NAP vertrieben wurden und immer ausverkauft sind – wie findest du solche Perlen?

Das ist ganz unterschiedlich. Oft ist es Mundpropaganda, viele meiner Freunde und Bekannten sind große Kunden der Seite und manche sind sogar Designer. Sie sind genauso begeistert von den Produkten wie ich, manchmal entdecken wir tolle Sachen während der Fashion Week wenn wir abends zum Dinner mit Freunden verabredet sind. Dann bin ich natürlich die Erste, die jemanden packt, wenn sie etwas Interessantes entdeckt. So stolpere ich über viele fantastische Designer. Auf das Schmucklabel Arme de L’Amour bin ich gestoßen, weil die Designerin Ivana Berendika ihren Schmuck selbst trug, als ich zu einem Dinner mit Freunden in New York verabredet war. Als ich sie nach ihrem Schmuck fragte, sagte sie, das sei etwas was sie für sich selbst mache – nur ein Jahr später verkauften wir ihren Schmuck exklusiv in unserem Onlineshop. Diese Sachen passieren einfach.

Die Taschen von Mansur Gavriel kamen über die Einkäuferin des Designer Ready to Wear Bereichs, die das Label von einer Freundin aus New York empfohlen bekam, über den Schreibtisch des Einkäufers für Taschen bei net-a-porter zu uns. Der entscheidende Punkt für den Erfolg ist also, ob ein Einkäufer den richtigen Blick dafür hat, ein interessantes Produkt zu entdecken. Und das macht mir daran persönlich am meisten Spaß.

Welchen Schmuck trägst du selbst gerade?

Ich trage Ringe von Anita Ko und Geschenke von meinen Eltern. Der Name des Labels fällt mir leider nicht mehr ein, aber die Designs ähneln sehr denen von Diane Kordas. Sie ist eine der besten Designer für „Naked Jewellry“, ihr Schmuck ist sehr filigran und modisch und auch der Preis ist erschwinglich für Frauen, die gerne in ein Fine Jewellry Basic investieren wollen. Ich liebe es, Schmuck von Frauen wie Anita Ko zu tragen, die ich auch persönlich kenne.

 

Wenn du 5 Designer oder bestimmte Kleidungsstücke nennen müsstest, die deiner Meinung nach in der kommenden Saison Bestseller bei net-a-porter werden, welche wären das?

Das absolute Must Have für die Sommersaison sind die schlichten Bikinis von Eres – ich habe gleich einen gekauft, als wir sie auf der Seite hatten. Zurzeit möchte ich, und ich denke unsere Kunden sehen das genauso, lieber in etwas investieren, das zeitlos und nicht nur ein Kauf für eine Saison ist. Wenn ich an den Sommer denke, denke ich an Schuhe von Álvaro Gonzales – super simple Sandalen, die wir diesen Sommer neu in den Shop bringen. Ich liebe die schlichten, fließenden Crêpe de Chine Kleider von Mason by Michelle Mason.

Im Sommer und besonders auf Reisen möchte ich nicht immer von Kopf bis Fuß in Designer-Klamotten gekleidet sein, vielmehr sollen auch einfache Basics im Koffer sein. Ganz oben auf meiner Wunschliste für den Herbst steht ein pastellfarbener Mantel aus Sherling von Gucci. Wenn es ein Teil gibt, das die gesamte Saison gekauft wird, dann ist es Outerwear in Pastellfarben. Wir lieben den Fake Fur Trend, für mich macht Mode auch einfach mehr Spaß, wenn dabei kein Tier zu Schaden kommt. Jacken aus Tweed inspiriert von Chanel oder eine Military Jacke von Balmain könnte ich mir auch gut für die nächste Saison vorstellen. Genauso wie die Block Heel Boots, die ich in der Show von Saint Laurent gesehen habe.

Das Interesse innerhalb der Branche für Fine Jewellry steigt und besonders interessant für ist die Wirkung, die Schmuck auf ein simples Outfit hat. Beispielsweise mein heutiges Outfit: Alle Teile die ich trage sind Basics, aber der Schmuck wertet alles noch einmal auf. Genau so geht es mir mit Pumps – heute trage ich meine super bequemen Gianvito Rossi Pumps. Absolut zeitlos.

Also sind auch die Leoprint-Heels eine Investition wert?

Die beste Invesition überhaupt. Ein 85mm hoher Absatz wirkt bei Gianvito Rossi wie ein Heel mit 10cm. Er weiß, wie sich Frauenfüße in hohen Schuhen anfühlen. Ich bin immer wieder überrascht, dass es nicht mehr weibliche Schuhdesigner gibt, schließlich wissen die doch was wir Frauen in hohen Schuhen durchmachen.

Gianvitto Rossi ist momentan im Kommen, genau wie Aquazurra.

Er ist fantastisch! Auch ein Mann, der trotzdem immer an den Komfort der Frauen denkt. Sophia Webster ist auch eine tolle Schuhdesignerin, und sie ist eine Frau.

Kommen wir zu Taschen – es gibt ständig neue It-Bags auf dem Markt, würdest du sagen es gibt zurzeit ein Modell, welches absolut zeitlos und nahezu perfekt ist?

Mein persönlicher Favorit und auch bei den anderen Einkäufern sehr beliebt ist die Marni Trunk Bag. Man sieht sie überall bei uns im Büro und meistens sind die Verkaufszahlen dann ebenso hoch. Eine Tasche aus Echtleder für unter 1000 Euro, die so viel Platz bietet – fast wie ein magischer Hut! Generell sehen wir die Schultertasche wieder im Kommen, sie war in den 70er Jahren sehr angesagt, kann aber ebenso gut sehr klassisch und zeitlos sein. Ich habe sie die ganze Fashion Week getragen.

Die Trunk Bag von Marni

 

Den Fransen Trend, so wie Valentino oder Gucci ihn gezeigt haben, sehen wir ebenfalls sehr stark für die nächste Saison. Überall sieht man Clutches, die komplett mit Fransen bedeckt sind, und auch das Modell von Valentino (ausverkauft!) hat sich bei uns sehr gut verkauft. Es ist immer schön zu sehen, wenn eine Laufstegkollektion so gut bei den Kunden ankommt.

Wenn man so viel mit Mode zu tun hat kann es auch mal vorkommen, dass man von Zeit zu Zeit gelangweilt ist, zumindest geht es mir manchmal so. Was tust du, um Inspiration zu finden?

Am Wochenende kleide ich mich immer sehr einfach, meistens sieht man mich in einem Sweater mit Breton-Streifen, Boyfriend Jeans und Slip-Ons von Common Projects – das ist meine Uniform. Oft trage ich auch einen Oversize-Parker, ich lebe zurzeit quasi in einem von Thakoon Addition. Manchmal ist Mode wie Intervall-Training, man muss sie sehen, um Spaß daran zu haben. Oftmals kleide ich mich sehr intuitiv so, wie ich mich gerade fühle.

Slip-Ons von Common Projects

Das wichtigste an Mode ist für mich, dass sie zum eigenen Lifestyle passt. Es sollte nie eine zusätzliche Aufgabe sein oder etwas, das man zwingend tun muss. Es sollte etwas sein, das Spaß macht. Ich denke nicht darüber nach was ich trage, schlüpfe in meine schwarzen Jeans, ein weißes Shirt und einen Blazer in Navyblau und fühle mich fantastisch weil dann mein Äußeres mein Inneres widerspiegelt. Wenn ich Samstagabend mit meinen Freundinnen ausgehe und Spaß haben möchte ziehe ich einen Rock an und ein Paar High Heels und fühle mich sofort schick. Ich habe gerade erst ein Zitat von Tom Ford gelesen:

Trage nie nie nie nie etwas das dir ein schlechtes Gefühl gibt.

Und das ist wahr, es geht darum, der eigenen Intuition zu vertrauen.

Was hast du studiert und wie bist du zu deinem Beruf gekommen?

Eigentlich habe ich Politikwissenschaften studiert. Meine Ausbildung war sehr traditionell, ich bin auf eine kleine Universität gegangen und wollte eigentlich immer Anwältin werden. Ich habe Mode schon immer geliebt, meine Mutter ist Künstlerin und hat den besten Geschmack von allen.  Sie war immer sehr streng und hat mich nie die Sachen anziehen lassen, die ich womöglich gern getragen hätte – als ich fünf war wollte ich immer wie eine Prinzessin aussehen. Ich bin mit einer großen Aufmerksamkeit für Mode aufgewachsen, aber ich habe nie erwartet, dass daraus mal eine Karriere wird. Irgendwann wollte ich dann Anwältin für Mode bzw. für Designer werden, eine ziemliche Nische in der Branche. Direkt nach meinem Studienabschluss habe ich den Sommer in New York verbracht und ein Praktikum im Fashion Business gemacht. Kurz darauf stellte mich der Chef der Firma für ein Jahr als Assistentin ein.

Verrückt! Ist es nicht besser etwas studiert zu haben was auch Richtung Mode geht?

Ich persönlich würde immer empfehlen, das zu studieren, was einen außerhalb der Fashion Branche interessiert, um einen Sinn dafür zu bekommen wer man ist und was einen interessiert. Was wir machen ist keine Gehirnchirurgie, wir lieben die Produkte und haben eine starke Meinung und einen ebenso starken Geschmack. Man muss in diesem Business allerdings auch mit Zahlen umgehen können. Man muss Mode wirklich lieben und vor allem die Geschichte der Mode kennen um sie wirklich zu verstehen. Das beste, was man tun kann, ist viele Interessen außerhalb der Mode zu haben und gleichzeitig genau so viel Wissen über die Mode selbst.

Du informierst dich auch auf Blogs um dich auf dem neuesten Stand zu halten… Welche Adressen klickst du im Web als Erstes an?

Ein bisschen von allem, ich klicke mich jeden Tag durch sehr viele Blogs. Ich liebe Elin Kling, sie hat großes Talent und einen tollen Style. Gerne besuche ich auch das Blog JJJJound von Justin Saunders, ein reines Bildblog mit einem Mix aus Fashion und Kunst. Mich über aktuelle Trends zu informieren ist sehr wichtig für meinen Job, deshalb lese ich täglich WWD, Business of Fashion und die New York Times.

Der Job eines Einkäufers ist für viele ein Traum – welche Tipps kannst du jungen Mädchen geben die davon träumen, bei net-a-porter zu arbeiten?

Eigentlich ist es ganz einfach, ob man es glaubt oder nicht. Es gibt sehr vielen offene Stellen im Buying Retail Team und in der ganzen restlichen Firma. Abhängig von den bisherigen Erfahrungen kommt es nur darauf an wie hart man arbeitet und dass man Leidenschaft zu Mode zeigt. Besonders wichtig ist auch ein Gespür für den Geschmack von net-a-porter zu haben. Ich stelle mir vor, was die Gründerin der Firma wollen würde und versuche dann genau das zu realisieren.

Die Modebranche ändert sich so schnell, was siehst du wenn du 5 Jahre in die Zukunft schaust? Hat sich in deinem Job dann irgendwas verändert?

Die Onlineshopping-Industrie ist noch relativ jung, ich denke bis dahin werden alle ihre spezielle Nische gefunden haben. Die Konsumenten werden viel bewusster und verantwortungsvoller mit ihrem Geschmack umgehen und damit, was und wie viel sie kaufen. Ein wichtiger Punkt ist auch das Bewusstsein dafür, wer von unserem übermäßigem Konsum betroffen ist und die Frage, wie wir konsumieren können um das Leben anderer zu verbessern.

Das hat sicherlich auch Auswirkungen auf die Trends. Ich denke beispielsweise nicht, dass der 80er-Trend in den nächsten 5 Jahren von großer Bedeutung sein wird, dafür aber die nachhaltige Produktion von Kleidung und die Rückkehr zu einer femininen Raffinesse, von einem ästhetischen Standpunkt aus betrachtet.

Herzlichen Dank Sasha!

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

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3 Antworten auf „Interview mit Sasha Sarokin, Buying Manager bei net-a-porter“

Interessantes Interview. Schade nur um die vollkommen misslungene bzw. nicht vorhandene Kommasetzung!

smart und sympathisch!
ich finde es sehr erfrischend, dass sie ihre passion fuer mode bewusst zelebriert, aber auch relativiert, dass es sich dabei gesellschaftich gesehen lediglich um eine schoene nebensache handelt.
ihr rat, sich persoenlich und fachlich auch ausserhalb der fashion-brache zu „finden“ und weiterzuentwickeln ist gold wert. auch ihre meinung zu einem verantwortungsvollerem, nachhaltigeren umgang mit mode zeugt von einem
klaren blick und erdung.

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.