Im Showroom von Dior – und was ist eigentlich ein Re-see?

Gleich nach der Show von Chanel bin ich zum Re-see ins Headquarter von Dior auf der Avenue Montaigne gelaufen, um mir die Herbstkollektion 2015 von Raf Simons anzusehen – diese Idee hatten natürlich auch alle anderen Redakteure, weshalb der wunderhübsche Showroom aus allen Nähten platzte und es unendlich heiß wurde. Ich habe also möglichst schnell meine Bilder gemacht und bin auf Tuchfühlung gegangen, was letztlich der Sinn eines Re-sees ist: Nach der Laufstegpräsentation wenige Tage zuvor laden die großen Luxuslabels, die ausschliesslich in ihren eigenen Stores verkaufen und daher nicht auf Einkäufer angewiesen sind, Presse und Stylisten ein, sich die Kollektion näher anzusehen.

Hier entstehen schon die ersten Tendenzen, welche Kleider wir in naher Zukunft auf den Titelseiten und in Editorials der grossen Magazine entdecken werden. Ich tippe auf die Bodysuits und die Latexboots mit Plexiglasabsatz!

Dior Resee Herbst 2015 (Bild: Journelles)

Drei Dinge stachen besonders heraus bei dieser Kollektion: Die Muster – eine Art moderne Camouflage, die Form – extreme Taillen und bauschige Röcke gab es nicht, und die Materialien – Lack und Wolle, Schlangenhaut-artig gelochte Stoffe und spitze Metallkrägen.

Dior Resee Herbst 2015 (Bild: Journelles)
Dior Herbst 2015 (Bild: Dior)

 

Raf Simons rückt die Dior-Frau von der Blumenwiese und gleißendem Sonnenlicht ins Zwielicht der Dämmerung, macht sie urbaner und freier. Vor allem aber ziemlich sexy. Die engen Lack-Overknees unter den kurzen Röcken und ebenfalls wie eine zweite Haut anliegenden Bodysuits bleiben aber schön classy.

Dior Resee Herbst 2015 (Bild: Journelles)
Dior Resee Herbst 2015 (Bild: Journelles)

Bereits 1947 hat Christian Dior den Leoprint salonfähig gemacht – an diese Tradition knüpft Simons an und geht einen Schritt weiter und kreiert eine ganz neue Spezies. Uns fielen natürlich auch die bunten Taschen und ebenso farbenfrohe Glasabsätze der Schuhe ins Auge. Auch die neue Dior-Sonnenbrille hat nichts mehr mit französischer Verspieltheit zu tun, man würde sie eher als Edelversion einer Pilotenbrille einstufen.

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