Closet Diary mit Elisa Schenke, Content Strategist

Happy new Week ihr Lieben! Für den richtigen Start in die neue Woche sorgt heute die Wahlberlinerin Elisa Schenke.

Die 23-Jährige zog für ihr Marketing-Studium in die Hauptstadt und lebt seit mehr als vier Jahren hier. Elisa hat zwei Praktika in der PR gemacht, im Einzelhandel gearbeitet und erfüllte sich 2012 einen großen Traum und gründete ihren eigenen Blog Schwarzersamt. Hier geht es vor allem um Mode, Beauty und Design. Nebenbei arbeitet sie seit vergangenem Jahr noch in der PR als Strategie Consultant.

„Ich bin ein sehr optischer Mensch, den nichts glücklicher macht als eine aufgeräumte und schön eingerichtete Wohnung. Na gut, ein paar neue Schuhe vielleicht auch“, sagt Elisa über sich. Und Blazer! Es gibt Wenige, die so treffsicher für jede Gelegenheit den passenden aus dem Kleiderschrank ziehen und wie von selbst so wunderbare Outfit-Kombinationen aus dem Ärmel schütteln.

Warum die Kopenhagen Fashion Week zu ihren Lieblingen zählt, Heattech-Teile ihre Lifesaver sind und was sie aus unserem Closet Diary über sich gelernt hat, erzählt euch Elisa einfach mal selbst:

Elisa Schenke (@elisaschenke) auf Instagram:

MONTAG

Office calling! Montage sind wie Aufsatzanfänge, sie fallen schwer. Während meines Studentenjobs im Einzelhandel und den allseits beliebten Wochenendschichten dienten sie mir meistens als verschobenes Wochenende, um langsam wieder in die Woche zu starten. Da die Studentenzeiten aber nun hinter mir liegen, muss ich montags irgendwie doch den ersten Satz der Woche schreiben und das passiert meistens im Büro am Rosenthaler Platz, in dem ich freiberuflich als PR & Strategie Consultant arbeite.

Mit dem Laptop unterm Arm und – fester Vorsatz in 2019: dem Mehrweg-Kaffe Becher – gehts an die Wochenplanung. Zu so einem klassischen Bürotag gehört, wie sollte es anders sein: ein Denim-Look. Wenn ich noch Skinny Jeans trage, dann müssen sie wirklich gut sitzen und das tut die Tall Linie von Topshop tatsächlich ganz gut. Dazu einen weit geschnittenen, schwarzen Blazer von & Other Stories und für eine extra Portion Glamour ein paar große Strass-Ohrringe, die ich eigentlich nur für Silvester gekauft habe, aber nun auch so ständig trage.

Blazer – & Other Stories (ähnlich hier), Rollkragenpullover – Uniqlo (ähnlich hier), Jeans – Topshop Tall (ähnlich hier), Stiefeletten – Vintage Kleiderkreisel (ähnlich hier), Laptoptasche – Mon Purse, Sonnenbrille – Celine, Ohrringe – H&M

DIENSTAG

CPHFW calling! Der Dienstag kommt diesmal aus Kopenhagen, es ist Fashion Week. Die Modewoche in Kopenhagen gehört zu meinen liebsten, da die Dänen immer eine unheimlich entspannte und humorvolle Art an den Tag legen. Hygge ist also kein Mythos, da ist was dran. Außerdem gibt es hier ziemlich gute Zimtschnecken. Nicht ohne Grund ist die dänische Hauptstadt also zweimal im Jahr auf Airbnb nahtlos ausgebucht.

In Kopenhagen zeigen vor allem viele skandinavische Labels ihre neuen Kollektionen, die genau den Geschmack meiner reduzierten Garderobe treffen. Unter diesen ist seit zwei Saisons auch Blanche – ein nachhaltiges Jeans-Label, von dem mein Denim-Zweiteiler stammt. Was man nicht sieht: Uniqlo Heattech ist ein absoluter Lebensretter für Fashion Week Looks in der Winter-Saison. Drei Schichten und jeder Look funktioniert auch ohne Jacke, weil man die Jeans-Kombi, die ich vorher von der PR-Agentur abgeholt habe, ja schließlich auch sehen soll. Diese werden dann mit ein bisschen Glück von den Streetstyle Fotografen (Credit: Christian Vierig, The Stylograph) vor der Location der Show fotografiert und generieren dann mit noch mehr Glück Veröffentlichungen in Magazinen. So schließt sich, mal auf das Wesentliche reduziert, das System „Fashion Week Streetstyles“.

Straight Denim Jeans & Jacke – Blanche (ähnlich hier), Rollkragenpullover mit Ärmelschlaufen – Clane (Tokyo Brand) (ähnlich hier), Cowboy Boots – Calvin Klein Denim (ähnlich hier), Tasche – JW Anderson, Sonnenbrille: YUN Berlin

MITTWOCH

Off duty! Mitte der Woche kommt dann auch mein wahres Ich zum Vorschein, das meistens schwarz trägt. Den Mantel habe ich auf Kleiderkreisel von einer Berlinerin erstanden, die einen ihrer Berghain-Mäntel aussortiert hatte. Da ich eher zur Sonntags-Brunch, -Flohmarkt und -Yoga Fraktion gehöre, habe ich mir so ein Stück des Berlins eingekauft, wofür Menschen aus aller Welt hierherkommen: die Elektro-Szene. Das ist das Schöne an Vintage-Teilen, sie haben alle eine Geschichte.

Die Geschichte zu meinen Schuhen kenne ich leider nicht, aber die sind auch Secondhand und ebenfalls von Kleiderkreisel. Für Frauen (I feel you!) mit meiner Schuhgröße – 42, ist es ziemlich praktisch den Filter einfach auf „Neues“ zu stellen und zwei Mal die Woche durch die neusten Artikel zu stöbern. Mit einer 42 ist es nämlich noch wie mit der alten Instagram Timeline, es gibt einen Punkt, an dem man dann alles gesehen hat. Und der kommt ziemlich schnell.

Den digitalen Flohmarkt-Bummel für alle Millenials gibt es auch auf meiner zweiten Lieblings-Plattform: Vestiaire Collective. Dem Kleiderkreisel für Luxus- und Premiumteile. Hier habe ich meine Loewe Barcelona Bag erstanden, die mir sehr gute Dienste erweist. Neu gekauft ist dagegen der Wollschal von Acne und die Weekday Jeans. Übrigens auch ein sehr empfehlenswerter Laden für alle Menschen, die nicht nur große Schuhe, sondern auch lange Jeans brauchen.

Ledermantel – Vintage (ähnlich hier), Jeans – Weekday (ähnlich hier), Stiefeletten – Vintage Kleiderkreisel (ähnlich hier), Schal – Acne StudiosTasche – Loewe Barcelona Bag

DONNERSTAG

On duty! Produktionstag. Zusammen mit Sophie Daniels, die Bloggerkollegin, Fotografin, Freundin und Mitbewohnerin zugleich ist, habe ich ein Studio gemietet, um Bilder für meine Webseite und unser aller Freund und Helfer zu produzieren: Instagram. Das Setting ist hier natürlich abstrakter und gestellt, den Look würde ich aber 1:1 so an einem Donnerstag tragen: beige Blazer-Hosen Kombination mit schwarzem Shirt und Vagabond Cowboy Boots. Den Blazer habe ich – ihr ahnt es, Vintage in Seoul erstanden, die Hose ist aber aus dem handelsüblichen Arket, einem meiner High Street Lieblingsbrands mit tollen Schnitten und Materialien.

Das Motto des Shootings war „tonal dressing“ also zu deutsch: farblich abgestimmte Looks. Mit ein bisschen Glück könnt ihr die Strecke dann auf meiner Webseite finden, wenn ich noch drei Photoshop-Nachtschichten bis zur Veröffentlichung meines Closet Diaries einschiebe. Wenn nicht, dann wäre dies die Quintessenz des Ganzen: farblich abgestimmte Teile und einfarbige Looks sind easy zu kombinieren und je nach Schuh- und Accessoire-Wahl für jeden Anlass einsetzbar. Also kauft euch farblich passende Anzugsets!

Blazer – Lad Musician (Tokyo Brand)/ (ähnlich hier), Woll-T-Shirt – Uniqlo (ähnlich hier), Hose – ArketStiefeletten – Vagabond (ähnlich hier)

FREITAG

Party Feet! Kopenhagen hat es vorgemacht, offene Schuhe sind auch im Winter voll okay. Na gut, zumindest wenn man zu einer „Drinnen-Party“ will. Als Kontrast zu den schicken Pumps gibt es einen großen Puffer-Coat von meinem Lieblingsschweden Arket und eine auf Vestiare Collective erstandene Loewe Puzzle Bag, die ich in dieser Farbe über ein halbes Jahr gesucht habe. Und weil bestimmt gleich Stimmen bezüglich der Steghose laut werden, muss ich zu meiner Verteidigung anbringen: ich habe den Trend das erste Mal nicht mitgemacht und meine Kinder müssen ja schließlich später auch was zu lachen haben. Für den Moment finde ich die Kombi aus Steghose, langem Blazer und Pumps jedenfalls durchaus Freitag-Abend tauglich.

Puffer Jacket – ArketSteghose – Zara (ähnlich hier), Pumps – Vagabond (ähnlich hier), Tasche – Loewe Puzzle Bag (ähnliche Farben hier oder hier), Sonnenbrille – Celine, Ohrringe – H&M

SAMSTAG

Tokyo Exploring! Für den Samstagslook habe ich mich meiner Tokyo Garderobe aus letztem Oktober bedient: einer braunen Anzughose aus der Männerabteilung (auch ein Vorteil, wenn man groß ist), die einzig wahren Sneaker, die mich seit Jahren begleiten – Adidas Stan Smith und einem Lederblazer, gefunden in einem Vintage Store in Seoul. Allgemein kann ich allen Freunden des reduzierten Stils Seoul und Tokyo nur wärmstens ans Herz legen. Vor allem die Vintageshops lassen dort jedes Minimalisten-Herz höher schlagen, da dieser Stil vor allem in Japan eben schon in den früheren Jahrzehnten präsent war und damit in den Secondhand-Stores zu finden ist. Logische Schlussfolgerung.

Lederblazer – Vintage Seoul (ähnlich hier), Hose – ADD (Korean brand)/ (ähnlich hier), Sneaker – Adidas Stan SmithOhrringe – Maria BlackSonnenbrille – YUN

SONNTAG

Get your greens! Wie am Mittwoch schon erwähnt, findet man mich heute am ehesten in einem Frühstückscafé im Prenzlauer Berg oder auf dem Flohmarkt am Mauerpark/Arkonaplatz. Zweiterer ist sehr empfehlenswert für Möbel und Kleindekorations-Schätze. Diesen Tipp könnt ihr dann auch gleich wieder vergessen, damit noch was für mich übrig bleibt. Danke!

Aber weil ihr es seid, habe ich noch einen zweiten Tipp auf den Sonntag: Lissabon. Hier sind auch die sonnigen Fotos entstanden, das erklärt auch den fehlenden Rollkragenpullover. Lissabon als Wochenendtrip, um Sonne im Winter tanken. Lissabon als Stadt der Pastel de Nata und der Straßenflohmärkte in der Nähe des Botanischen Gartens, auf dem ich diesen grandiosen Gürtel gefunden habe. Somit sind das also gleich zwei Looks in einem. Und zur Feier des Tages gibt es dann auch noch ein wenig Farbe auf die Augen: ein heller, warmer Grünton in Form eines – ok einmal noch – Secondhand Blazers aus der – ihr ahnt es – Männerabteilung.

Eigentlich war dieses Closet Diary ja für euch gedacht, aber am Ende der Woche habe ich auch noch etwas über mich selber gelernt: Meine liebsten To-Go Outfits sind Vintage Blazer und Anzughosen in den Farben schwarz, beige, braun und grün, kombiniert mit Vintage-, aber immer noch teuren Taschen und hin und wieder einem Jeans-Teil. Ob ich damit wohl den Nerv der Zeit treffe? Man weiß es nicht. 

Blazer – Vintage Humana (ähnlich hier), Anzughose – Vintage Men’s Humana (ähnlich hier), Boots – Calvin Klein, Tasche – JW AndersonGürtel – Vintage

Kommentare

  1. Ich mag das diary auch sehr gern! Würde mich aber wirklich freuen, auch einmal ein CD von Menschen außerhalb der Mode/PR/Journalismus zu lesen, da würde ich mich wirklich sehr freuen. Vielleicht startet ihr einfach mal einen Aufruf oder so?
    Beste Grüße
    Lisa

    • Nina M. sagte am

      Geht mir ähnlich. Ich fände es auch toll, mal eine gut gekleidete Ärztin, Polizistin, Verwaltungsangestellte, Erzieherin oder was auch immer zu sehen.
      Schön wäre auch, wenn mal eine Frau wie z.B. Elisa hier etwas mehr zu ihrem Berufsalltag erzählen würde, z.B. in Form eines Karriere-Interviews. Ich selbst arbeite im Gesundheitswesen und ertappe mich oft dabei, dass ich ich überhaupt keine Vorstellung habe vom Berufsalltag einer bloggenden PR-Freelancerin. Konkreter: Mich würde interessieren, welche Tätigkeiten dabei ganz direkt Geld einbringen, und welche eher…der Imagepflege, der Kontaktpflege und dem sonstigen Drumrum dienen. Bei Elisa hätte mich z.B. interessiert: aus welchen Gründen fährt sie nach Kopenhagen zur Fashion Week? Weil sie eine Einladung (Einladungen?) hatte? Auf eigene Rechnung, als privater Kurztrip quasi? Oder gibt es einen Auftraggeber, für den sie hinterher darüber schreibt? Oder trifft sie dort Kunden?
      Der Alltag von Frauen aus dem Mode- oder PR-Bereich wirkt auf mich oft sehr nebulös. So entsteht dann vermutlich auch bei manchen der (meistens sicher falsche) Eindruck eines Jetset-Lebens, das nur aus Reisen, Meetings, Fashion Weeks und Shootings besteht und dazwischen ein wenig Yoga und brunchen gehen.
      Über einen realistischen Einblick würde ich mich sehr freuen.

  2. Tolle Outfits! Finde sie sehr erwachsen. Dachte erst, die Dame sei Anfang 40 vom Kleidungsstil her 🙂 Sehr gerne übrigens mal andere als nur aus dem ewigen Pool der Agenturen, Blogger etc. Und sehr gerne auch mal 35+ 🙂 Lieben Dank und einen schönen Mittwoch

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Geben Sie einen Text ein

Ich akzeptiere

Geben Sie Ihren Namen ein