Vorhänge: heller Minimalismus adé, hello Gemütlichkeit

Dunkle Vorhänge haben nichts mehr mit muffigen Buden zu tun, sondern wirken pur und malerisch!

Auch wenn ich diese neue Trendrichtung in meinem eigenen Zuhause noch nicht umgesetzt habe und auch nicht weiß, ob ich es jemals konsequent tun werde – ankündigen kann ich es ja schonmal. Denn ich weiß aus sicheren Quellen: Es wird dunkel.

Dunkel und hier und da ein bisschen überladen, gar pompös, aber immer genau in der richtigen Dosierung. Denn kombiniert mit natürlichen Materialien, wie Holz und Kork, verlieren luxuriöse Materialien wie unser neuer All-Time-Favourite Samt ihre Schwere. Sie wirken anders, gar interessant und lassen einen Raum ganz neu wirken. Vorbei sind die Zeiten, in denen alles hell und möglichst auch pastellfarben sein sollte.

Genau in dieses neue Muster passen auch Vorhänge. Ganz hoch im Kurs sind Materialien wie Samt, Baumwolle oder Leinen – also entweder Volle-Ladung-Luxus oder zurückhaltend und natürlich.

Was mich zu diesem Artikel über Vorhänge bewogen hat, sind ganz klar die tollen Fotostrecken, die das Thema seit Neuestem immer wieder vermehrt aufgreifen. Ob das Ganze in der Praxis ebenso leicht umzusetzen ist, bleibt die Frage. Aber mit kleinen dunklen Akzenten in der Bude, wie einer dunklen Wand, einer anthrazitfarbenen Leinengardine oder vielleicht gar einem Samt-Vorhang in Kontrast zu den vorwiegend hellen Bereichen, könnte ich mich tatsächlich anfreunden.

Wie gemalt

Dieses Foto ist für das Asun Magazin entstanden. Fast schon wie aus der Antike gegriffen, wirken die Raffungen der Vorhänge. Zusammen mit dem Pouf von Normann Copenhagen, meiner liebsten Gubi-Pendelleuchte und dem Regal von Menu eine kleine Augenweide, nicht wahr?

Anna Pirkola

Zugegeben…

Okay, so ganz ohne Pastelltöne geht es dann auch noch nicht. Aber ich würde sagen, so langsam werden sie immer seltener. Und außerdem schön zu sehen: Vorhänge müssen nicht immer dunkel und schwer sein oder mit bunten Motiven überladen, sondern können durchaus auch pur, ganz im Sinne nordischen Schicks, ein fast schon malerischer Hingucker sein.

Anna Pirkola
Normann Copenhagen
Anna Pirkola
Buster & Punch

Unsere Lieblings-Vorhänge:

Und wie funktioniert das dann?

Varianten zum Aufhängen gibt es eigentlich drei verschiedene: Schiene, Stange oder Seilsystem. Schienen gibt es aus Metall und Kunststoff – sind aber sowieso zurückhaltend weil sie an der Decke angebracht werden. Wem es lieber ist, dass man die Aufhängung sieht, für den wären Stangen das Richtige. Vorhänge mit Tunnelzug oder eingenähten Löchern zur Anbringung lassen sich einfach darüber ziehen. Als dritte Option gibt es noch die Seilsysteme, die aber eher für feine und filigrane, also leichte Stoffe geeignet sind, weil sie nicht allzu viel Gewicht aushalten. Es gibt auch die Möglichkeit mehrläufige Schienensysteme anzubringen – das hat den Vorteil, dass die Vorhänge gleichzeitig wärmeisolierend und geräuschdämmend wirken und natürlich auch super gut abdunkeln.

Die Gardinenstangen sollten dann laut Expertenmeinung bei Westwing etwa zehn bis zwölf Zentimeter über dem Fenster befestigt werden. Der Abstand zwischen Wand und Gardinenstange sollte mindestens zehn Zentimeter betragen, damit sich die Vorhänge gut bewegen lassen. Für die absoluten Profis gibt es noch die Möglichkeit, ein Kräuselband auf die Rückseite des Vorhangs anzunähen. Das Band bekommt man in der Stoffabteilung oder auch online. In dem Kräuselband verlaufen Schnüre, die man dann ähnlich wie bei Kleidern mit Tunnelzug, zusammen ziehen kann, so dass eine schöne Raffung wie auf den Fotos entsteht. Danach kann man Haken in das Band einfädeln, an denen man den Vorhang an der Schiene oder der Stange befestigt.

Ein bisschen mehr Gemütlichkeit, ein bisschen mehr Dunkelheit – klingt nicht gerade nach Frühling, allerdings kann man es sich ja auch erstmal mit feineren, leichten Vorhängen zum Beispiel aus Leinen gemütlich machen und dann im Winter auf eine dunklere, eventuell gar samtige Variante umsteigen. Was meint ihr, Vorhang, ahoj?

Fotos: Anna Pirkola in Zusammenarbeit mit Katri Kapanen, Normann Copenhagen, Buster & Punch.

Von Alicja

Ich bin Alicja und schreibe für euch über Interior, Design und Kunst. Wenn ich nicht gerade Zuhause die Bude umräume, wilde Collagen fabriziere oder eine neue Postkarten-Ausstellung an meiner Wand kuratiere, dann berichte ich liebend gern über junge Designer, Trends, Künstler und Labels. Bisher auf meinem Blog Kooye – seit Oktober 2016 auch hier auf Journelles.

Im Moment studiere ich Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt Universität. Davor habe ich in Freiburg einen Bachelor in Medienkulturwissenschaft und Kunstgeschichte gemacht. Kunst, Medien, Philosophie und Gesellschaft sind hier meine Themen.
In meinem Alltag mag ich Bücher und Magazine, Pflanzen und Keramik, Kunstausstellungen, mit meinem roten Hollandrad durch die Gegend düsen und Freundinnen-Nachmittage mit Apfel-Zimtkuchen.

Folgt und schreibt mir gern auf Instagram und meinem Blog.

Kommentare (1) anzeigen

Eine Antwort auf „Vorhänge: heller Minimalismus adé, hello Gemütlichkeit“

Liebe Alicja,
eine sehr schöne Zusammenstellung. Ich bin eh ein großer Fan von Farbe und Pracht. Hättest du evtl.einen Tipp für einen schlichten aber hochwertigen Duschvorhang am besten nicht aus Kunststofffasern.
lieben Dank

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.