Trend du Jour: Grunge 2.0

Das Moderad wird wohl nicht mehr neu erfunden, das haben wir gerade wieder bei den Cowboy-Stiefeln festgestellt. Stattdessen bedienen sich die Modemacher an Trends aus der Vergangenheit und lassen diese alle paar Jahre wieder neu aufleben. Dries van Noten setzt sich regelmäßig meisterhaft über Tendenzen und die Ideen seiner Kollegen hinweg und kreierte diese Saison damit

Das Moderad wird wohl nicht mehr neu erfunden, das haben wir gerade wieder bei den Cowboy-Stiefeln festgestellt. Stattdessen bedienen sich die Modemacher an Trends aus der Vergangenheit und lassen diese alle paar Jahre wieder neu aufleben. Dries van Noten setzt sich regelmäßig meisterhaft über Tendenzen und die Ideen seiner Kollegen hinweg und kreierte diese Saison damit einen unvorhersehbaren und gleichsam zauberhaften Look: Nennen wir es Grunge 2.0. 

Eigentlich scheint das Zusammenfassen einzelner Kollektionen überkommen. Lieber kümmert man sich um den Gesamtzusammenhang und kündigt große Trends an. Aber im Fall von Dries van Noten muss eine Ausnahme gemacht werden – zu grandios sind die Entwürfe des belgischen Designers. Grundgedanke ist die während der Modewoche ach so oft zitierte „Duality of Women“ – hart und zart, feminin und maskulin. Es scheint fast, als habe van Noten sich in den Kleiderschränken von Courtney & Kurt bedient, alle Teile zusammengeworfen, die Materialien durch Seide und Chiffon ersetzt und ein paar dreidimensionale Stickereien ergänzt.

Weite Karohosen verlieren ihre staubige Spießigkeit und werden mit taillierten Westen und spitzen Pumps kombiniert. Das gleiche Muster findet sich auf Chiffonblusen und -westen, die mit funkelnd bestickten Röcken einen stimmigen Kontrast ergeben. Silber glänzende Heels und Täschchen mit Leopardenmuster lassen mein Herz endgültig bis zum Hals schlagen. Obendrein ist die Kollektion außerdem herrlich tragbar und könnte ohne große Umschweife von den Modeketten übernommen werden.

Und so könnte man Grunge 2.0 auch in der eigenen Garderobe ausprobieren:

 

Bilder aus der Collage: Kurt Cobain by Jesse Frohman; Dries van Noten Spring 2013.

 

Von Julia

Vor 5 Jahren zog ich mit dem Wunsch, Modedesign zu studieren, von Mannheim nach Berlin - im Sommer 2011 dann hatte ich meinen Abschluss am Lette Verein in der Tasche. Um die Modebranche ein wenig besser kennen zu lernen und auch andere Dinge als Nähen, Zeichnen und Schnitttechnik zu probieren, habe ich seit dem redaktionell bei LesMads, Interview Magazin Deutschland und dem Zeit Magazin gearbeitet. Außerdem bin ich als Stylistin - zuletzt u.a. für It‘s Fashion TV - tätig.

Eines der faszinierendsten Dinge an der Mode ist für mich, wie sie die Art, wie wir uns fühlen und bewegen beeinflusst und verändert. Mode ist somit ein Kommunikationsmittel und ein Medium zwischen unserer Identität und unserer Umgebung. Wenn es nach mir geht, muss Mode jedoch nicht immer strengen Kriterien und Anforderungen standhalten. Ich bin absoluter Befürworter von spontanen Gefühlsergüssen beim Anblick eines Kleidungsstückes.

In diesem Sinne gibt es von mir auf Journelles jede Woche das Neueste aus den Onlineshops, alles zum Thema Shopping, Trendjournale und die schönsten Stilikonen.

Kommentare (2) anzeigen

2 Antworten auf „Trend du Jour: Grunge 2.0“

nö,nö,nö….nicht mit einem so schönen text und einer prima collage einem den mund wässrig machen, dann noch beispiele für normalsterbliche auswählen und ankündigen, dass man keine kollektionen besprechen kann! in zukunft bitte mehr davon, ob trend oder nicht,yo…

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.