Smart gepackt: 9 Tage Israel – nur mit Handgepäck

Man könnte sagen: Ich bin einigermaßen herum gekommen. Ich war schon Campen in Schottland, Backpacking in Thailand, bin zum Surfen nach Portugal und habe mit einer Archäologie-Truppe Jordanien und Israel bereist. Marokko kenne ich von West nach Ost und zur Documenta ging es nach Athen. Man könnte also ebenso meinen, ich würde mich mit Freuden dem Packen widmen. Dem ist leider nicht so. Für mich ist Packen wie ein Zahnarztbesuch: ein notwendiges Übel. Am liebsten würde ich jemanden dafür einstellen.

Dennoch habe ich mir im Laufe der Zeit einige Tricks und Kniffe erarbeitet, womit mein innerer Packmuffel-Schweinehund zwar nicht besiegt, jedoch etwas beruhigt wird. Morgen heißt es für mich: Well, hello, Tel Aviv and Jersualem! Für neun Tage kehre ich in das gelobte Land zurück und werde nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern auch ganz viel Hummus essen, Museen besuchen und Kaffee mit Kardamom trinken. Hier verrate ich euch, was in meinen Koffer wandert und wie ich lediglich mit Handgepäck reise!

Beim Reisen mit Handgepäck ist Köpfchen gefragt!

Handgepäck! Himmel, hilf! So wenig Platz für so viel Urlaub … denkt man gerne. In Wirklichkeit reicht die kleine Koffervariante jedoch fast immer aus. Denn wenn man mal ehrlich ist, zieht man doch nur die Hälfte der mitgenommenen Garderobe an. Oder wie mein Freund zu sagen pflegt: „Wir sind hier nicht auf einer Modenschau, Lisa.” wo er recht hat …

Was braucht man also für neun Tage Israel? Der Gedanke, etwas anderes zu tragen als Wollpullover und Mantel sorgt vorab auf jeden Fall für ordentliche Verwirrung und ich muss erst mal überlegen, was meine Frühlingsgarderobe in petto hat. Das Wetter soll konstant um die 20 Grad für uns bereithalten. Auf der Agenda stehen hauptsächlich Kultur, Erkundungen und Essen. Zudem muss man wissen, dass in Ländern wie Israel viele religiöse Sehenswürdigkeiten nach bedeckten Knien und Schultern verlangen. Weiters handelt es sich beim Nahen Osten um Wüstenland. Es kann abends daher rasch relativ kalt werden. Diese Rahmenbedingungen im Kopf mache ich mich an die Organisation meiner Reisegarderobe.

Kofferpacken in 5 Schritten! Basics und Trend-Pieces machen den Mix!

1. BASIC, LEICHT KOMBINIERBAR & SCHNELL DRÜBER GEZOGEN

Die Basis meiner Urlaubsgarderobe sind weiße und schwarze Shirts und Tops sowie ein warmer Pullover und ein Cardigan. Für neun Tage beschränke ich mich auf drei mehr oder weniger einfarbige und zwei Print-Shirts von Paloma Wool (ich warte schon den ganzen Winter, sie endlich wieder ausführen zu können!). Die können unter den Cardigan und den Pullover gezogen werden. Lassen sich zu Kleidern und Shorts kombinieren und sind pflegeleicht, sollte mal ein Fleck darauf kommen.

Zu den Basics gesellen sich nun bequeme und unkomplizierte Teile. Es sollte eine gute Mischung aus relativ leicht zu kombinierbaren Unterteilen und Einzelstücken sein. Kleider, die man einfach überwerfen kann und in denen man angezogen ist. Röcke, Hosen und Shorts, bei denen man nicht ewig herum kombinieren muss und die auch nach einem Tag Laufen noch in Form sind. Ich entscheide mich für eine klassische, abgeschnittene Levi’s 501, den durchgeknöpften Minirock von Topshop, Kleid und Shorts von Cecilie Copenhagen und ein Kleid mit langen Ärmeln und eine pinkfarbene, butterweiche Lederjacke, beides von Ganni.

2. BUNTE LIEBLINGSTEILE FÜRS HERZ

Natürlich heißt Handgepäck nicht, dass man ausschließlich in Nicht-Farben umherlaufen muss. Gerade so aufregende Länder wie Israel, mit seinen Souks und duftenden Gewürzen, machen Lust auf Farbe. Ein, zwei gemusterte Kleider, eine bunte Stoffhose und ein Rock reichen mir aus. Ich schaue auch darauf, dass die Teile möglichst über das Knie reichen. So kann ich bei Besuchen von Klagemauer, Yad Vashem oder Grabeskirche einfach ein Tuch um meine Schultern schlingen und bin nicht unangemessen gekleidet. Logisch, dass für alle Fälle auch eine Strumpfhose in meinen Koffer wandert.

3. DIE RICHTIGEN SCHUHE & PRAKTISCHE TASCHEN & ACCESSOIRES

Bei einer Sache muss ich mir selbst auf die Schulter klopfen und das ist das Auswählen von Schuhen für den Urlaub. Ich habe eingesehen, dass hier Bequemlichkeit das A und O ist und es einfach nichts bringt, wenn man in schicken Schühchen zwar gut aussieht, aber nach einem Tag seine Füße in die Tonne schmeißen kann – und die Schuhe im Zweifel gleich mit. Für Israel halte ich es ähnlich schlicht. Ich packe meine geliebten Nike Rifts ein, einfach die besten Schuhe für lange Märsche in wärmeren Gefilden, sowie meine Arizona Birkenstocks. Als Notfallschuh noch ein Lederslipper von COS. Mehr brauche ich nicht.

Wichtigster Begleiter und hoffentlich täglich im Einsatz: meine Cat Eye Sonnebrille von Persol.

Auf Reisen trage ich am liebsten Gürteltaschen. So weiß ich iPhone, Geldkarten und Wertsachen sicher verstaut. Mein Israel-Trip wird gleichzeitig auch der erste öffentliche Auftritt meines jetzt schon größten Unvernunftskaufes 2018: die Simon Miller Bag. Ich habe sie bei Net-a-Porter im Sale geschossen und werde sie vermutlich aufgrund von Diebstahlpanik nie ausführen. Aber wir werden sehen.

4. BEAUTY, PFLEGE & MAKE-UP

Was meine Beauty- und Pflegeroutine angeht, bin ich ein sehr genügsamer Mensch. Ich benutze eigentlich nur Biokosmetik, mache bei der Pflege allerdings manchmal eine Ausnahme, da ich extrem empfindliche Haut habe. Daher greife ich gerne zu Apotheken-Brands wie La Roche Posay. Die Hyalu B5 von La Roche Posay spendet toll Feuchtigkeit und polstert vom Reisen müde Augen wieder auf. Mein Duschgel und Parfum Pomegranate Noir von Jo Malone stammt aus einer Goodie Bag und da ich es bereits im Sommer im Portugal-Urlaub mit hatte, weckt es schöne Erinnerungen. Da ich mich fast nie richtig schminke, greife ich auch im Urlaub zu altbewährten Basics. Eine BB Cream, ein Highlighter-Stick und Concealer, fertig. Alles von Nude by Nature.

Wichtig bei Handgepäck: Flüssigkeiten über der 100 Milliliter-Marke dürfen bekanntlich nicht mitfliegen. Ich bin kein allzu großer Fan von Reise-Sets, da es meine vertrauten Produkte in diesem Format nicht gibt und es meiner Meinung nach auch wieder für mehr Plastikmüll sorgt. Ich hebe daher alte Fläschchen oder Tiegel auf und fülle vor jeder Reise einfach Shampoo, Haaröl, Bodylotion und Co. um. Alternativ eignen sich auch die Fläschchen von Muji, diese kann man auch immer wieder verwenden. Bisher hat mir meine kleine Reiseportion immer mehr als genügt.

5. MEINE REISE-TIPPS & -TRICKS

Wer mit Handgepäck reist, wird automatisch zum Pack-Fuchs. Hier kommen noch meine Tipps, mit denen ich inzwischen sehr gut fahre (bzw. fliege).

  1. Eine Liste zum Abhaken wirklich aller Dinge, die mit müssen (inkl. Schlüpfer und Zahnbürste) sorgt für Überblick und nichts wird vergessen.
  2. Das Abfüllen von Pflegeprodukten spart Geld, Gewicht und Platz und ich mache es auch, wenn ich mit normalem Gepäck verreise.
  3. Ohrringe, Ketten und Ringe am besten in einer alten Kaugummi-Dose verstauen. So geht nichts verloren und die Ketten vertüddeln sich nicht.
  4. Wer nicht mit fertigen Looks arbeiten kann (wie ich), legt sich super kombinierbare Teile zurecht und achtet darauf, dass im Notfall alles miteinander funktioniert.
  5. Mini-Waschmittel (zum Beispiel von Kaell) sind perfekt bei kleinen Flecken oder wenn man seine Sachen zwischendurch mit einer Handwäsche auffrischen möchte.
  6. Den Koffer zweimal packen! Das erste Mal kommt alles hinein, was man mitnehmen möchte, dann folgt eine zweite Sortierrunde. Hier zahlt sich hart bleiben aus!
  7. Eine maximale Anzahl an Teilen setzen, die man mitnimmt. Für neun Tage Israel nehme ich zwölf Kleidungsstücke mit (ohne Unterwäsche und Accessoires).
  8. Wer shoppen möchte, übt sich beim Packen noch mehr in Verzicht und spart sich den Platz im Koffer für wertvolle Mitbringsel.
  9. Packt so, dass alles in einen Koffer und eine kleine Tasche passt. Das macht die An- und Abreise entspannter.
  10. Holt euch unbedingt einen Trolley mit vier Rollen. Es hat mein Leben verändert.
  11. Scannt Reise und Impfpass vor dem Urlaub ein und legt euch die Datei in die Cloud oder schickt sie euch als Mail.
  12. Für alle Übervorsichtigen: Holt euch eine Kreditkarte, bei der man Geld vorab einzahlen muss. So habt ihr nicht nur ein festes Budget, sondern auch weniger Schaden und Ärger, sollte sie geklaut werden.
  13. Packt unbedingt ein Notizbuch ein und notiert euch während der Reise alle Gedanken, schöne Momente, Adressen und das tolle Abendessen! Ihr werdet euch so darüber freuen, wenn ihr zu Hause die Reise nacherlebt!

Kommentare

  1. lisa@journelles.denina_pape@gmx.de

    Liebe Lisa,
    Hab eine wunderbare Zeit in meiner zweiten Heimat.
    Aber sei doch so lieb und schau dir „Schalom Israel“ nochmal an. Im hebräischen schreibt man von rechts nach links, du hast die Buchstaben verdreht (:
    Nina

  2. lisa@journelles.desabrinalovesitall@web.de
    Sabrina101 sagte am

    Danke für die tollen Tipps. Ich verreise nach Möglichkeit auch nur mit Handgepäck und freue mich über jeden Tipp, der Platz im Koffer spart. Eine gute Zeit wünsche ich dir.

  3. lisa@journelles.dejulia_schrahe@yahoo.de

    In Anbetracht der momentanen Situation im nahen Osten würde ich auf Kleid und Shorts von Cecilie Copenhagen im PLO-Print eher verzichten…

  4. lisa@journelles.delisa@journelles.de
    Lisa Trautmann sagte am

    Liebe alle,
    ich verstehe die Bedenken. Es ist klar, dass ich nicht kopflos Kleidung einpacke, durch deren Tragen ich jemandem auf den Schlips trete oder selbst Angriffsfläche in einem fremden Land biete.
    Ich war bereits sowohl in Israel als auch Jordanien, wo der Print schlicht zur folkloristischen Kleidung gehört und ihn alle tragen.
    Ich weiss um die vielen Referenzen, die mit dem Kufiya-Print einhergehen, weiss aber auch um die Herkunft, die schlicht traditionell ist. Meine israelischen Gastgeber sehen hier ebenfalls kein Problem, daher sehe ich keinen Affront im Tragen eines Prints, den man hier zudem an jeder Straßenecke erwerben kann.

    Gerade junge Israelis sind hier durchaus in der Lage zu differenzieren und Jordanien etwa hat seit 1997 seinen Frieden mit Israel gefunden. Vielleicht ist es an der Zeit, sich gewisse Symboliken zurück zu holen und aus der Schand-Ecke zu befreien. Gerade, wenn der Ursprung nicht politisch ist.

    Liebe Grüße aus Tel Aviv,

    Lisa

    • lisa@journelles.delbercke@gmx.de

      Wir hatten israelische Schüler zu Besuch in unserer Schule und einer meiner Mitschüler hatte ein Palituch um den Hals gewickelt. Es hat nicht lange gedauert und dieser Schüler wurde ziemlich unfreundlich zurechtgewiesen was ihm denn einfällt und ob er überhaupt wüsste was er da trage …
      (Dazu muss ich noch erwähnen uns Schülern wurde der Besuch vorher nicht angekündigt.)
      So ganz stimmt die Annahme also nicht, mit dem tragen dieses Musters niemanden auf den Schlips zu treten …

      • lisa@journelles.decarinajane.peters@gmail.com

        Sehe ich auch so. Wären ja auch nur zwei Kleidungsstücke, die in diesem einen Urlaub nicht mit in den Koffer wandern würden. Ich kenne auch Israelis, die das anders sehen würden. Aber vielleicht ist es ja wirklich so, wie du es sagst und das Muster wird nur von Israelis außerhalb ihres Landes kritisch gesehen?

        • lisa@journelles.deannavonfritsch@gmail.com

          Ich sehe das auch kritisch. Eine Freundin hatte bei einem Besuch in Israel einen Lala Berlin Pulli an. Kam nicht gut an – weder bei den israelischen Gastgebern noch bei der Security am Flughafen. Ich würde auch dringend empfehlen, das noch mal zu überdenken…

  5. lisa@journelles.deSarahBaeumchen@gmx.de

    Liebe Lisa,
    vielen Dank für die Inspo. Hättest du auch ein paar Reisetipps für Israel? Schöne Unterkünfte, versteckte Restaurants oder auch Orte, die dir besonders gut gefallen haben? Einen guten Reiseführer?

    LG Sarah

    • lisa@journelles.delena.clemens@gmail.com

      Eines der schönsten (Boutique-)Hotels in Jerusalem ist das Harmony Hotel und die Gegend/Straße, in der es steht (Yo’el Moshe Salomon) lege ich jedem, der das hier liest und Jerusalem bereist, unbedingt ans Herz (künstlerische Geschäfte, beste belgische Waffeln [!], gemütliche Restaurants und einmaliges Flair)! 🙂
      Habe Jerusalem mehrfach bereist und auch einmal eine Zeit dort gelebt und ich liebe diese Stadt! <3

      • lisa@journelles.delisa@journelles.de
        Lisa Trautmann sagte am

        Vielen dank! Das notiere ich mir direkt mal! Und tipps werden fleissig gesammelt 🙂
        Und wie gesagt, meine beiden Gastgeber sehen in dem Print kein problem. In der westbank und der altstadt von jerusalem werde ich auf das tragen aber verzichten.
        Liebe grüße!

      • lisa@journelles.deSarahBaeumchen@gmx.de

        Super, vielen Dank für den Tipp! Die Gegend behalte ich auf jeden Fall im Auge. 220 Euro pro Nacht in dem Hotel sind aber leider ein bisschen zu viel für mich. Falls du noch andere Tipps hast (mehr Richtung 100 Euro) wäre das total super. LG Sarah

        • lisa@journelles.desvenjafranziska.mueller@googlemail.com

          Ich kann das österreichische Hospiz in der Altstadt von Jerusalem empfehlen. Wunderschöne Dachterrasse, tolle Lage und schöne Zimmer. Ach ja, und man bekommt – na logo – österreichisches Essen. Mir hat’s da gefallen!

          • lisa@journelles.delena.clemens@gmail.com

            Ja, das würde ich als Budget-freundliche Alternative sofort unterschreiben! War dort auch öfters zu Gast, allerdings nur für Apfelstrudel, nicht mit Übernachtung. Es ist aber eine tolle Ausgangsbasis für die Stadt und man wird durch das Personal sicherlich alle Hilfe bekommen, die man bei Fragen über Jerusalem und Umgebung hat. Ansonsten kann auch Airbnb eine Lösung sein, damit hab ich in Jerusalem auch schon gute Erfahrungen gemacht.
            Tipp am Rande: Für ein besonderes Erlebnis informiere dich mal über einen Aufenthalt in der Grabeskirche über Nacht – oder sei zumindest mit den allerersten (!!) Touristen am ganz frühen Morgen dort, wenn die Kirche aufgeschlossen wird. Es lohnt sich wirklich und macht einen solchen Unterschied zu dem wahnsinnigen Rummel, der dort tagsüber herrscht und die ganze Stimmung kaputt macht.

  6. lisa@journelles.dedianaa.witt@googlemail.com

    Toller interessanter Artikel, lässige und symphatisch authentische Autorin! Lesen macht Reiselust. 🙂 eine gute, farbenfrohe Reise wünschend.

    • lisa@journelles.deneubauer-81@gmx.de

      Stimme @Diana zu. Bei deinen Beiträgen bekommt man einfach nur [b]Reiselust[/b].

  7. lisa@journelles.desissi.sophia.schmidtke@freenet.de

    Ich finde auch, dass man bei diesem Muster sensibler reagieren sollte. Wieso muss es denn genau dieses Teil im Israel-Urlaub sein. Man kann es doch sonst überall tragen. Auch wenn es deine Gasteltern vlt nicht stört, zumindest sagen sie es. Vlt sagen sie dies aber auch nur aus Höflichkeit. Und genau aus dieser Höflichkeit sollte man solche Teile, die ggf. als störend empfunden werden, einfach zu Hause lassen.

    Sonst ist der Artikel toll geschrieben! Ich wünsche Euch viel Spaß! Bin selbst im Mai auch in Israel und würde mich nach der Reise über einen Reisebericht und Anregungen sehr freuen.

  8. lisa@journelles.decoffee2stay@gmx.de

    Perfektes Timing! Bei mir geht es nächste Woche los in den Urlaub nach Tel Aviv und Nazareth und ich freue mich schon riesig. Endlich wird mein Traum von Israel wahr. 🙂

  9. lisa@journelles.dekathigoestoibiza@hotmail.com
    Kathrin sagte am

    Hallo Lisa, gibt es noch einen Reisepost über Tel Aviv von Dir? Lieben Gruß

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