Karriere-Interview: Nina Trippel, Co-Founder Cee Cee Newsletter und Cee Cee Creative

Eine alte Gründerregel besagt, man soll sich in seinem Freundeskreis umschauen und beobachten, welche Bedürfnisse und Gesprächsthemen es gibt – daraus entstehen die besten Geschäftsideen. Drei Fragen, die alle Berliner beschäftigen: Was sind die angesagten Restaurants? Wo gibt es den besten Kaffee? Welche Ausstellungen muss man gesehen haben?

Die Modejournalistin und Stylistin Nina Trippel und der Grafiker Sven Hausherr lernten sich bei einem Magazin-Projekt kennen und schickten sich von Schreibtisch zu Schreibtisch per Email ihre Berlin-Tipps hin und her. Daraus entstand 2011 die Idee, einen Newsletter zu machen, der nicht nur die wichtigsten Updates zum Stadtgeschehen beinhaltet, sondern sich optisch von einem herkömmlichen Newsletter abhebt. Das Newsletter-Magazin Cee Cee war geboren.

Fünf Jahre später lesen jeden Donnerstag 30.000 Abonnenten, was in der Hauptstadt los ist und ziehen los, um die Tipps selber zu entdecken. Das anfängliche Hobby-Projekt hat sich zu einem wichtigen Berliner Medienunternehmen entwickelt: Nach dem ersten Buch ist gerade „Cee Cee Berlin No.2.“ (Distanz Verlag) erschienen und aus Cee Cee ist eine Kreativagentur entstanden.

Wir sprachen mit der gebürtigen Frankfurterin Nina Trippel über ihren Werdegang und wie man mit einem Newsletter Karriere macht.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Nina. Ihr habt gerade das zweite Cee Cee Buch auf den Markt gebracht – was steht drin?

Unsere jüngsten Neuentdeckungen. Also alles, was wir seit dem ersten Buch neu entdeckt haben und was uns gefallen hat, aber auch einige Klassiker. Es geht uns nicht immer nur um die neuen Sachen, sondern auch Orte, die die Zeit überdauern, weil dort mit Leidenschaft gearbeitet wird und gute Leute dahinter stehen. Die Mischung macht’s!

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Cee Cee Berlin No.2 (Distanz Verlag)

 

Ist das Cee Cee Buch so etwas wie ein schicker Reiseführer für Berlin?

Um es in die Tasche zu stecken ist das Buch zu schwer, aber es gibt einen neuen überarbeiteten Stadtplan, den man mitnehmen kann. Insofern ist das Buch an sich schon ein Reiseführer, aber auch ein Statement. Die Idee von Cee Cee ist, dass man rausgeht und selber etwas erlebt. In Berlin verändern sich viele Dinge sehr schnell und da freut man sich, wenn man ihnen Raum und Zeit geben kann. Irgendwann schaut man zurück und sagt: „Ah, so war Berlin damals.“ Unser Buch ist eine Momentaufnahme der Stadt.

Das Buch ist also nicht nur einfach eine Zusammenfassung der Newsletter aus den letzten Jahren?

Nein, es gibt ein eigenes Buch-Konzept, so wie bei der ersten Ausgabe auch. Wir haben vor einem Jahr mit den Ideen angefangen und das letzte halbe Jahr dann sehr viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Der Schwerpunkt ist die Internationalität Berlins. So ist das erste Restaurant, das im Buch vorgestellt wird, Osmans Töchter und der erste Gast-Beitrag über einen arabischen Imbiss stammt von Sara Chahrrour, die mit Finding Berlin einen tollen Blog führt. Berlin ist sehr kosmopolitisch geworden, was sich u.a. an den vielen neuen Restaurants verdeutlicht, die von Leuten geführt werden, die von woanders stammen.

Außerdem haben wir wieder viele neue Gastschreiber gewinnen können, z.B. den Designer Vladimir Karaleev, der gerne ins Teehaus im Englischen Garten geht, wie wir jetzt wissen. Außerdem mit dabei sind Lisa Feldmann von der L’Officiel, der Produktdesigner Christian Metzner, aber auch Leute die die Stadt prägen, wie Kavita Meelu von der Markthalle Neun, die im Gründerteam des Street Food Thursday ist und viele Veranstaltungsreihen, etwa „Burgers & Hip Hop„, entwickelt hat. Solche Maker & Shaker haben wir eingeladen, ihre Lieblingstipps zu teilen.

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Osmans Töchter in Cee Cee Berlin No.2

 

Erzähl uns bitte mehr von dir: Woher kommst du und welche Ausbildung hast du?

Ich habe an der HFK in Bremen „Integriertes Design“ studiert. Das bedeutet der Studiengang war fächerübergreifend: Produkt-, Grafik- und Modedesigner haben nicht nur unter einem Dach studiert, sondern auch gemeinsame Kurse belegt. Man wählt einen Schwerpunkt, bei mir war das Mode, und ist dann verpflichtet Kurse aus den anderen Kategorien zu belegen und sich mit den Designern aus den anderen Disziplinen auszutauschen.

Nach dem Abschluss ist man vielleicht nicht so spezifisch ausgebildet, wie jemand von der Fachhochschule, hat aber einen Sinn für Proportionen, Formen und Farben und im besten Fall einen Geschmack entwickelt, der sich auf alles mögliche anwenden lässt.

Nach dem Studium habe ich ein Praktikum in New York gemacht, bin dann 2007 nach Berlin gegangen und habe in der Moderedaktion von „Style & the Family Tunes“ angefangen, sowohl Texte über Modedesigner zu schreiben als auch Fotoproduktionen zu betreuen. Daraus ist eine Festanstellung entstanden. Später bin ich zur freien Autorin geworden und habe parallel für Firmen das Styling übernommen.

Mit welchen Erwartungen bist du damals nach Berlin gekommen?

Wenn man an der Kunsthochschule studiert, ist man sehr frei und hat keine Ahnung von der Realität, bis man ins kalte Wasser geworfen wird. Berlin ist ein hartes Pflaster, die Stadt macht es einem nicht leicht. Damals gab es kaum ein Business, die großen Zeitschriften saßen damals wie heute in Hamburg und München und damit auch das Geld.

Auf der anderen Seite gab es spannende Projekte wie die Independent-Publikation „Liebling“. Aber Geld zu verdienen und eine berufliche Perspektive zu finden war schwierig.

Wie und wann hast du deinen Partner Sven Hausherr kennengelernt?

Im Rahmen der Berliner Fashion Week gab es ein Daily-Magazin namens „Derzeit“, das zwei Mal im Jahr an den vier Tagen der Modewoche erschienen ist. Die erste Ausgabe hat mir super gefallen, so dass ich mich dort beworben habe. Es war ein ganz junges Team und am Ende habe ich die Chefredaktion geleitet.

Sven war der Grafiker und hat die Events organisiert – so haben wir uns kennengelernt. Wir haben uns immer mit unseren Neuentdeckungen gebattelt: „Hey, kennst du schon dieses neue Café oder den und den Shop?“ Dabei haben wir festgestellt, dass wir beide gerne neue Sachen entdecken und einen Blick dafür haben. So hat sich die Idee ergeben, das wir was zusammen machen. Einen Geschäftspartner zu haben, mit dem man alles besprechen und entscheiden kann, ist etwas Tolles. Das war 2010 und im April 2011 haben wir den ersten Newsletter verschickt. Ich wollte eigentlich was Gedrucktes machen, aber wir hatten kein Budget. Also wurde es etwas Digitales – das kostet zwar auch was, hat aber zumindest keine Druckkosten.

Wie kam es zu dem Namen?

Der Name kommt aus dem Email-Verkehr, jemanden „in CC setzen“ bzw. „Carbon Copy“, dem Durchschlagpapier aus Kohle, mit dem man früher eine Kopie machen konnte. Wir schicken also eine Email-Kopie an unsere Freunde. Das Logo sind zwei Din-A4-Papiere übereinander, perspektivisch gesehen. Das „CC“ in der Domain-Adresse steht für Kokosinseln. Das fanden wir lustig.

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Berliner Mauerpark im Sommer in Cee Cee Berlin No.2

 

Mit Cee Cee habt ihr ein neues Format erfunden. War euch das damals bewusst, dass ihr euch damit eine berufliche Perspektive schafft?

Wir haben es einfach gemacht und ehrlicherweise habe ich das Ganze nicht hinterfragt. Ein Newsletter schien uns praktisch, weil man den Leuten so direkt Bescheid sagen kann.

Anfangs waren es ja auch nur 200 Leute aus unserem Freundeskreis, dann hat sich die Sache rumgesprochen und immer mehr Menschen haben sich angemeldet. Am Anfang hatten wir nur eine Website, auf der man sich anmelden konnte, ohne ein Archiv, so wie heute.

Warum wurde der Newsletter deiner Meinung erfolgreich?

Ein paar Leute haben Cee Cee am Anfang nicht verstanden, weil der Begriff „Newsletter“ einen negativen Beigeschmack hatte – das ist doch das, was man abbestellt! Wir alle bekommen jeden Tag so viele Emails, es gibt so viele Blogs und Webseiten – man verliert schnell den Überblick und muss sich aktiv dadurch klicken. Das ist Arbeit.

Insofern ist es praktisch, wenn jemand anderes die besten Adressen vorsortiert. Wir wollen alle informieren, die wenig Zeit haben und eine Auswahl aus Berlins unübersichtlichem Event-Kalender haben wollen. Denn hier kann man jeden Tag tausende Sachen machen – wir machen einen konkreten Vorschlag.

Immer, wenn mich meine Freunde fragen, wo wir uns abends zum Essen treffen sollen, fällt mir nichts ein. Kennst du das auch?

Geht mir genauso – ich muss dann auch schnell in unserem eigenen Newsletter nachschauen. (lacht)

Was sind genau deine Aufgaben bei Cee Cee?

Ich bin für die Themen und Texte verantwortlich, Sven für die Bilder und Optik. Durch Cee Cee und unser beider Kontakte haben sich mit der Zeit immer mehr neue Jobs ergeben, für die wir ebenfalls zusammengearbeitet haben. Letztes Jahr haben wir daraus eine Agentur gegründet: Cee Cee Creative. Wir sind eine Kreativagentur für Konzept, Content, Design & Creative Consulting. Wir bieten auch immer mehr Beratung an, z.B. für Firmen, die nach Berlin kommen und sich von uns beraten lassen wollen, wo es interessant ist.

Kannst du ein paar Beispiele nennen?

Für die Modemesse Seek machen wir das Corporate Magazin, vom Konzept bis hin zur Redaktion, Grafikdesign und Launch-Event, zu dem wir unsere Community einladen. Gerade haben wir für das Jüdische Museum Berlin die Marketing-Kampagne konzipiert und gestaltet – die Poster zu „Golem“ kann man aktuell in der Stadt sehen.

 

Wow, das bedeutet der Newsletter ist Grundstein und Aushängeschild einer eigenen Agentur geworden?

Wir haben jetzt zehn Jahre Berufserfahrung, Erfahrung mit großen Kunden und ein Medium mit einer eigenen Leserschaft – es war der nächste logische Schritt, dass wir unsere Kräfte und Wissen bündeln.

Ab wann und wie habt ihr mit dem Newsletter auch Geld verdient?

Wir haben es ganz bewusst die ersten Jahre nicht kommerzialisiert und den Newsletter selbst durch unsere Jobs querfinanziert. Heute gibt es Sponsored Posts, das ist unsere Form der Werbung. Es gibt keine Bannerwerbung, nur bezahlte Beiträge, die als solches gekennzeichnet werden. Wir arbeiten nur mit Marken zusammen, die wir cool finden und schreiben den Text selber – so mischt es sich gut in den restlichen Inhalt ein.

Damit habt ihr eine Schnittstelle mit den Blogs, die zumeist mit Mode- oder Beautymarken arbeiten. Was für Kunden habt ihr?

Wir berichten ja viel über Restaurants und Kultur – die haben oft gar nicht das Budget für so einen Post. Es können durchaus auch bei uns Modemarken sein, die in Berlin einen Shop eröffnen und die wissen, dass sie für ein Opening-Event die meisten Leute durch unseren Newsletter erreichen.

In der Buchbeschreibung von eurem ersten Buch steht, dass ihr pro Woche 10.000 Leser habt – jetzt sind es 30.000. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du und Sven begriffen haben, dass Cee Cee durch die Decke geht?

Zu diesem Zeitpunkt konnten wir nicht absehen, was es für einen Effekt haben würde. Wir waren schon bei 1.000 Lesern total begeistert. Wir hatten keinen Businessplan, keine Benchmarks, die wir erreichen wollten. Wir haben es einfach gemacht, weil wir Spaß daran hatten.

Wenn ich die letzten fünf Jahre Revue passieren lasse und nachrechne, wie viel Zeit ich in dieses Projekt gesteckt habe, kann ich sagen: Ich habe damit kein Geld verdient. So wie die vielen freien Autoren, die sich freiwillig bei uns gemeldet haben, weil sie ebenfalls Spaß daran hatten oder einen Text veröffentlichen wollten. Umso schöner ist es heute, dass heute die Marken auf uns als Agentur zukommen.

Ist der Newsletter inzwischen ein Selbstläufer?

Nein! Es gibt einen Redaktionsplan und Themenlisten, wir haben ein internationales Team mit Leuten, die Deutsch oder Englisch sprechen. Nachdem wir den Newsletter am Donnerstag rausgeschickt haben, spielen wir die Inhalte auf die Website und Instagram. Der Newsletter bleibt für uns das Medium Nummer 1.

Wahrscheinlich könnten wir eine ausgeklügelte Strategie fahren, aber wir sind unsere eigenen Leser und Konsumenten und wir wollen die Menschen mit Infos nicht überanstrengen: Wir wollen nicht alle fünf Minuten ein Facebook-Update bekommen, sondern versuchen, gezielt zu informieren.

Ein Newsletter nur 1x in der Woche ist ja schon eine künstliche Verknappung, alles andere ist immer und überall sofort verfügbar. Wir bleiben dabei: Es gibt Cee Cee nur 1x die Woche. Wir wollen keine Brand sein, die die Leute anstrengt. Wir wollen easy sein.

 

Welche Themen laufen erfahrungsgemäß am besten?

Es ist jede Woche eine Wundertüte: Man weiß nie, was man bekommt. Es gibt ein paar Leser, die sich für Kunst interessieren, die anderen gehen gerne auf Konzerte, dann gibt es wieder Leute, die weder Kunst noch Musik interessiert. Aber ALLE interessieren sich für Essen! Deshalb stehen die Restaurants oder Cafés immer oben im Newsletter.

Klar, weiß ich genau, welche Themen gut funktionieren, aber wir suchen die Themen eher nach Gesichtspunkten aus wie: Das ist jetzt relevant, das prägt jetzt die Stadt oder das sind gute Leute, die das machen – auch wenn der Artikel vielleicht nicht so gut klicken wird, wie das x. neue Café in Kreuzberg. Mit Cee Cee teilen wir unseren Geschmack. Wenn es dir nicht gefällt, musst du es nicht lesen.

Wäre Cee Cee auch in einer anderen Stadt als Berlin möglich gewesen?

Möglich vielleicht schon, aber nicht so dankbar. Man braucht nur vor die Tür gehen und schon hat man etwas entdeckt, was vorher nicht da war. Dabei muss es gar nicht immer um etwas Neues gehen: Es gibt so viele tolle Läden und Orte, die schon lange da sind und die man noch nicht wertschätzt. Das könnte man gut auch auf Hamburg oder Frankfurt am Main übertragen, aber in Berlin kann man aus einem riesigen Topf das Beste rausfischen.

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Cee Cee Berlin No.2 Launch-Event im Halleschen Haus

 

Eine Cee Cee Ausgabe für Hamburg könnte ich mir gut vorstellen…

Die Überlegung gab es sogar schon mal. Wir könnten Cee Cee total kommerzialisieren. Aber wir haben ein anderes Ziel: Wir wollen lieber unsere Agentur aufbauen und mit coolen Firmen auf unterschiedlichen Ebenen zusammenarbeiten. Zudem würde der Aufbau einer neuen Redaktion viel Zeit und Energie kosten – die stecken wir lieber in andere Projekte wie zum Beispiel das neue Buch oder die Neighborhood Map, die wir zusammen mit dem Voo Store gemacht haben.

Welche Zukunftsperspektive siehst du für Cee Cee?

Wir wollen internationaler werden. Es gibt konkrete Pläne, wie sich Cee Cee fortbewegen wird. Man muss eine gewisse Zeit einen Weg gehen, dann ist man bereit für etwas Neues. Aber ich glaube nicht daran, dass man die Sachen so schnell so groß machen kann.

In Zeiten der Start-ups glaubt jeder nach einem Jahr ein Büro in New York aufmachen zu müssen. Gesundes Wachstum ist was Gutes. Konkretes kann ich noch nichts verraten, aber 2017 wird Cee Cee über Berlins Grenzen hinausgehen!

Wie siehst du deine eigene berufliche Zukunft: Im Bereich Text oder mehr und mehr in der Konzeption?

Ich bin auf jeden Fall von einer Autorin zu einer Redakteurin geworden, d.h. ich überlege mir Formate, gebe Texte in Auftrag, briefe die Leute und überarbeite die Texte von anderen Autoren. Für eigene Texte habe ich leider nicht immer die Zeit und Ruhe, denn als Schreiber braucht man ein Büro, in dem man alleine ist. Hier habe ich ein Team, mit dem ich Meetings habe und wo es immer wieder Fragen gibt – da fällt es mir schwer, einen guten Text zu schreiben – also gebe ich diese Aufgabe immer öfter auch gerne weiter.

Was bist du für eine Chefin?

Im Internet gibt es viele schlechte Texte, daher bin ich eine kritische Chefin.

Weil du hohe Ansprüche an dich selber hast?

…. und weil ich auch immer Chefinnen hatte, die hohe Ansprüche an mich hatten. Ich habe bei meinen beruflichen Stationen viele spannende Frauen kennengelernt, die die Latte hochgelegt haben. Das hat mich geprägt.

Was müsste ich mitbringen, wenn ich bei euch anfangen möchte?

Wir kriegen viele gute Bewerbungen aus der ganzen Welt, im Moment leider zu wenige von Leuten, die Deutsch sprechen und schreiben können. Aktuell suchen wir eine deutschsprachige Redaktionspraktikantin.

Was sie oder er mitbringen muss: Eine Leidenschaft für das Reisen, die Stadt und das kulturelle Zeitgeschehen. Man muss Lust haben, unterwegs zu sein und verstehen, wie die Stadt lebt. Leute, die für uns arbeiten, müssen sich in der Cee Cee-Welt zuhause fühlen und sie im besten Fall mit neuen Ideen ergänzen.

 

Apropos Cee Cee Welt: Erklär uns bitte noch kurz, was die Cee Cee Lessons sind?

Das ist eine Workshop-Reihe, die wir im November 2015 mit einem Partner gegründet haben. Wir promoten Adressen, Events und Tipps digital – aber wie ist die Übertragungsrate? Gehen die Leute wirklich hin? Viele schauen sich nur die Fotos am nächsten Tag auf Facebook an. Wir wollen aber, dass die Leute wirklich etwas erleben.

Bei den Cee Cee Lessons gibt es immer einen Workshop-Leiter, der etwas tolles kann, was wir nicht können, wie zum Beispiel Jonas Klock von Accidental Concrete, ein Produktdesigner, der mit Beton arbeitet, Rainer Spehl, der Holzobjekte macht oder Manu Kumar von der ManuTeeFaktur.

Wir laden sie ein, um mit einem ausgewählten Teilnehmerkreis ein Produkt herzustellen, wie zum Beispiel eine Betonvase, Schneidebrett oder eine Chai-Mischung. Am Ende hält man etwas Schönes in den Händen und hat etwas gelernt. Wir haben bis jetzt drei Events gemacht, weitere sind in Planung.

Das klingt neben dem Newsletter und der Agentur nach noch mehr Arbeit. Kannst du das Angebot von Cee Cee überhaupt selber nutzen?

Ich habe ein paar Apps, die anzeigen, wie viel man am Tag gelaufen oder Fahrrad gefahren ist. Bei mir steht immer ein grauer Kreis und die Info: „Sie waren 10 Stunden und 36 Minuten bei der Arbeit.“ (lacht) Aber selbst auf dem Weg zur Arbeit kann man einen anderen Weg fahren und das Croissant bei einer anderen Bäckerei ausprobieren und sich überlegen, ob andere Leute das auch lecker finden.

Wo steppt deiner Meinung nach in Berlin der Bär?

In Neukölln. Das mag ein Klischee sein, aber es ist einfach so. Einer meiner Lieblingsorte ist das Café Gordon in Neukölln. Da gibt es das beste Hummus der Stadt und die Jungs, die den Laden betreiben, zwei DJs aus Tel Aviv, sind sehr charmant. Ein guter Ort!

Gäbe es einen Job, der dich von Cee Cee weglocken könnte, zum Beispiel die Modeleitung bei einem großen Magazin?

Klar, früher war es ein Traum für Vogue oder Harper’s Bazaar zu arbeiten – und bis zu Harper’s Bazar habe ich es sogar geschafft. Aber ich mag es, selber Dinge auf die Beine zu stellen. In großen Unternehmen sind die Wege sehr lang.

Bei Cee Cee kann ich selber Entscheidungen treffen, auch wenn man in großen Unternehmen vielleicht andere Möglichkeiten und mehr Sicherheiten hat. Wenn mich die New York Times für das T Magazine anfragt, würde ich es mir vielleicht überlegen. Aber wer weiß, vielleicht arbeite ich in ein paar Jahren auch in einer Strandbar auf den Kokosinseln.

Vielen Dank für deine Zeit, liebe Nina!

PS: Falls ihr in Berlin seid: Cee Cee Berlin No. 2 gibt es auch im Voo Store, bei Do You Read Me?! und im Café Westberlin zu kaufen!

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