Closet Diary mit Sophie van Daniels, Freelancer

Die Temperaturen werden wärmer, die Tage länger und so allmählich dämmert es uns: Der Winter neigt sich dem Ende. Und so schlittern wir geradewegs in einen hoffentlich sonnigen Frühling und können es kaum erwarten, euch nun die letzten Bilder aus dem Winter von unserer heutigen CD-Kandidatin zu präsentieren. Hier findet sich auch großartige Inspiration für den Frühling wieder, versprochen!

Sophie van Daniels (toller Name!) kennt ihr vielleicht von ihrem Blog Basicapparel, für den sie seit knapp vier Jahren über alles rund um die Liebe zu Basics, Interior und Reisen schreibt. Nach Stationen in Holland, wo sie studiert hat, und Taipeh in Taiwan, ist Sophie sehr spontan nach Berlin gezogen und hat hier in einer Branding Agentur im Bereich Markenstrategie gearbeitet. Vergangenes Jahr hat sie sich selbstständig gemacht und arbeitet seitdem als Freelance Strategin, Fotografin und Bloggerin.

Sophie hat die Fähigkeit, sich schlichte Basics herauszusuchen und sie so zu kombinieren, dass es ganz und gar nicht langweilig wirkt. Allein deswegen mögen wir ihren Instagram-Account, auf dem sie neben ihren Outfits auch visuelle Inspirationen teilt.

Hier kommen ihre 7 Tage, 7 Looks und ein kleiner Einblick in ihren Arbeitsalltag:

Sophia van Daniels (@sophievandaniels) auf Instagram:

MONTAG

Montage nerven. Besonders in Berlin, wenn es regnet. Ich habe noch nie verstanden, wie manche Menschen am Montagmorgen gut gelaunt ins Büro kommen können. Gut, dass ich von zu Hause aus arbeite und somit etwas langsamer in die neue Woche starten kann (und mit viel Kaffee!).

Heute steht der lang ersehnte Termin beim Steuerberater an. Leider muss ich dafür meine Aktenordner quer durch Berlin tragen – mit den Öffentlichen. Dafür eignet sich meine Paperbag von Comme des Garcons zum Glück perfekt. Dazu trage ich meine Lieblingsjeans, einen schwarzen Kaschmir-Pullover – in der Hoffnung nicht zu frieren – und schwarze spitze Stiefeletten. Der Mantel ist ein Vintage-Fund von Burberry. Meine Sonnenbrille hätte ich vermutlich auch bei Schnee angezogen, denn es ist mein letzter Phoebe-Philo-Céline-Kauf gewesen und dieser sollte gebührend zelebriert werden. Ich habe sie aber nicht beim Steuerberater getragen, versprochen!

Mantel: Vintage Burberry, Pullover: Arket (ähnlich hier), Jeans: Toteme, Schuhe: &Other Stories, Sonnenbrille: Celine (ähnlich hier), Tasche: CDG (ähnlich hier)

DIENSTAG

Wie ihr wisst, war gestern der Termin beim Steuerberater. Heute geht es darum all die To-do’s, die ich aufgetragen bekommen habe, abzuarbeiten. Alle Belege sortieren, fehlende Dokumente zusammentragen, mich mit Elster auseinandersetzen und lauter ähnlich spaßige Aktivitäten. An solchen Tagen bereue ich die Entscheidung, mich selbstständig gemacht zu haben, ein kleines bisschen. Trotzdem erledige ich alles mehr oder weniger gewissenhaft und setze mich dann an die lang aufgeschobenen Emails. Schnell wird noch eine Rechnung geschrieben, bevor ich merke, dass ich für meine Verabredung mit Freunden schon sehr spät dran bin.

Zum Glück wissen alle meine Freunde und Bekannten, dass ich in meinem Privatleben chronisch zu spät komme. Es bleibt keine Zeit fürs Umziehen, also bleibe ich in meiner grauen Wollhose. Ich ziehe noch ein graues Wollhemd über meinen dünnen Merinopullover. Outfits in einem Farbschema sind zur Zeit einfach genau meins und deshalb ziehe ich nur noch schnell meinen grauen Mantel drüber und verlasse im Laufschritt meine Wohnung.

Mantel: Massimo Dutti (ähnlich hier), Hemd: Basicapparel.dk, Pullover: Acne, Hose: Mango Committed (ähnlich hier), Stiefeletten: Mango (ähnlich hier), Tasche: Simon Miller

MITTWOCH

Mein Wecker klingelt um 6:30 Uhr, denn heute ist ein Tag im Studio angesagt. Ein Blick aus dem Fenster verrät: Schnee. Euch ist es vermutlich noch nicht klar: Winter ist nicht mein Ding. Schnee noch viel weniger. Zum Glück bin ich heute als Fotografin unterwegs und muss in aller Frühe noch nicht gut aussehen.

Mein Outfit für den Tag muss bequem, beweglich und warm sein. Entschieden habe ich mich für mein kariertes Hemd von einer koreanischen Marke und eine dünne, weite Wollhose. Dazu ein Longsleeve. Dieses liegt mir besonders am Herzen, denn es stammt aus dem Vision for Children Merch von Wana Limar und war mit der Rücken-Aufschrift „POZILEI“ schon häufig ein Konversationsstarter. Ich trage fast jeden Tag Kontaktlinsen, aber zum Fotografieren im Studio trage ich gerne meine Brille. Apropos beweglich, meine Adidas Yung Sneaker dürfen heute natürlich nicht fehlen.

Hemd: Aland (ähnlich hier), Longsleeve: Vision For Children Merch, Hose: COS (ähnlich hier), Schuhe: Adidas, Brille: Ace&Tate, S-Kette: Celine

DONNERSTAG

Nach einer gefühlten Ewigkeit zeigt sich tatsächlich die Sonne in Berlin. Ein sonniger Tag in Berlin bedeutet: Es ist Zeit für Content Production. Relativ spontan wird am Morgen besprochen, an welcher Location fotografiert wird. Ich habe immer ein paar Outfits im Kopf, die ich gerne noch ablichten möchte. Wenn also das Wetter mitspielt, muss ich nicht mehr lange darüber nachdenken, was ich anziehe. Gegen zehn Uhr machen wir uns auf den Weg, denn vorher ist es selbst bei gutem Wetter häufig noch zu dunkel.

Heute will ich meinen absoluten Traummantel fotografieren. Ich fühle mich immer ein bisschen wie Sherlock Holmes, wenn ich ihn trage (muss ich noch mehr erklären?). Dazu trage ich eine große Statement-Sonnenbrille und mein Haare zur Abwechslung ganz glatt. Normalerweise lasse ich meinen Naturwellen freien Lauf, aber heute war mir nach etwas Hair Styling.

Mantel: Arket, Leggings: Zara (ähnlich hier), Stiefeletten: Mango (ähnlich hier), Tasche: Celine, Sonnenbrille: Celine

FREITAG

Zum Ende der Woche wird es nochmal stressig. Ich sitze um 8:00 Uhr mit dem ersten Kaffee am Schreibtisch, denn ich gehöre zur besonderen Spezies der Nicht-Frühstücker. Ich muss noch ein paar Dokumente durcharbeiten, bevor ich um 9:30 die erste Telefonbesprechung für ein aktuelles Strategie-Projekt habe. Der aktuelle Stand und die To-do’s werden besprochen. Gerade an einem Freitag, wenn das Wochenende schon in greifbarer Nähe ist, hilft es mir Business-Wear zu tragen, um mich zu motivieren. Deshalb trage ich auch im Home Office meinen schwarzen Blazer – auch dieser ist ein Mitbringsel aus Seoul. Dazu ein schwarzes T-Shirt und eine dunkle Jeans. Ich bin am Nachmittag mit der Arbeit für das Projekt fertig, da bleibt mir Zeit, mich mit administrativen Arbeiten wie der Pflege der aktuellen Spesentabelle zu beschäftigen. Ich buche noch einen Flug für einen Kundentermin im Süden Deutschlands und dann mache ich gegen 18:00 Uhr Schluss für diese Woche.

Am Abend bin ich mit Freundinnen auf einen Wein im Common Ground verabredet. Von zu Hause arbeiten, ist super und funktioniert für mich erstaunlich gut, trotzdem nutze ich solche Gelegenheiten, um mich schick zu machen. Ich ergänze mein Tagesoutfit noch um einen großen Vintage-Gürtel, Sock-Boots und eine kleine schwarze Tasche. Gut möglich, dass ich auch noch einen roten Lippenstift aufgetragen habe.

Blazer: Mohan – eine koreanische Marke (ähnlich hier), T-Shirt: Funktionsschnitt, Jeans: Toteme, Stiefeletten: Mango (ähnlich hier), Tasche: Mango (ähnlich hier), Schmuck: Maria Black

SAMSTAG

Samstag ist für mich inoffiziell „Kulturtag“. Denn die meisten Leute gehen samstags einkaufen und verbringen (wenn überhaupt) den Sonntag mit Kultur. Ich habe 2018 die Museumskarte für Berlin geschenkt bekommen, damit ich auch WIRKLICH in Ausstellungen gehe. Das Fazit aus 2018 war eher ernüchternd, aber 2019 soll das gleich zu Anfang geändert werden. Auf dem Plan stand die Lee Bul „Crash“ Ausstellung im Gropius Bau. Klar, dass der Gropius Bau nicht unter die staatlichen Museen zu Berlin fällt und ich somit trotzdem für die Ausstellung zahlen durfte. Diese war es aber definitiv wert und ich bin tatsächlich ein bisschen traurig, dass sie nun schon zu Ende ist.

Getragen habe ich für den Anlass meinen Lieblingsmantel von Stine Goya. Ich dachte mein dünner grauer COS Rollkragenpulli reicht, da mir in Ausstellungen immer schnell warm wird. Es stellte sich heraus: Der Rolli hat nicht ausgereicht! Dazu trage ich eine Jeans, die ich im Oktober in einer kleinen Boutique in Taipeh gekauft habe. Wieder dabei sind meine &Other Stories Stiefeletten und die Tasche von Mango.

Mantel: Stine Goya (ähnlich hier), Rolli: COS (ähnlich hier), Hose: unbekannt (ähnlich hier), Schuhe: &Other Stories, Tasche: Mango (ähnlich hier)

SONNTAG

Heute kann ich mich endlich den Fotos von Dienstag aus dem Studio und von Donnerstag widmen. Das Wochenende sollte zum Entspannen da sein, aber es kommt eben ab und zu auch vor, dass noch Arbeit liegen geblieben ist, um die ich mich dann sonntags kümmern muss. Mich stört das nicht weiter, solange es kreative Arbeit wie das Bearbeiten von Fotos ist. Alles andere schiebe ich dann auch gerne bis Montag auf.

Gegen Mittag kommt meine Mitbewohnerin rein und fragt, ob wir einen Kiez Spaziergang machen wollen, was man damit gleichsetzen kann: Wir laufen bis zu meinem Lieblingscafe „Cafe Kraft“ und holen uns dort einen Flat White und ein Croissant und laufen wieder zurück. Es ist heute aber auch so kalt, dass uns wirklich nicht nach einem längeren Spaziergang ist. Ich trage einen dicken Strickpulli, eine extrem weite schwarze Jeans, schon wieder meine schwarzen spitzen Stiefeletten (falls es euch noch nicht aufgefallen ist, ich habe drei Lieblingsschuhe und das war’s dann auch) und einen schwarzen Männermantel aus Kaschmir, den ich in einem Vintageladen in Seoul gefunden habe.

Mantel: Vintage (ähnlich hier), Pullover: Arket (ähnlich hier), Jeans: COS (ähnlich hier), Stiefeletten: &Other Stories, Tasche: Proenza Schouler

Kommentare

  1. Wunderschöne Outfits! So wie angekündigt: Schlicht mit dem gewissen Etwas. Auch Sophias Blog gefällt mir sehr gut. Bin begeistert!

  2. Cleaner Minimalismus, der immer am Puls der Zeit ist. Schön und praktisch zugleich. Ja, es sind vielleicht nicht DIE knallauffälligen wie-auch-immer-Hit-Pieces dabei, aber solch ein in sich stimmiges Konzept zu kreieren, das eine angenehme Kühle versprüht, bedarf Aufmerksamkeit und gute Konzeption zugleich. Schade, dass manche es einfach als lame abstempeln. Ja, Geschmäcker sind verschieden und mein Kleidungsstil ist auch ein anderer, aber dennoch erkenne ich gerne an, dass hinter den Looks eine tolle Grundidee steht.

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