Closet Diary mit Miriam Nehring, Senior Editor bei Condé Nast

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Wir starten mit einer echten Power-Frau in die neue Woche! Miriam Nehring ist nicht nur Senior Editor bei Condé Nast in München, sondern auch gleichzeitig die Mama von Drillingen und einer wundervollen Tochter. Wie schafft die vierfache Mutter es nur, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen und dabei trotzdem so elegant auszusehen? Wir sind begeistert und freuen uns sehr, euch die ehemalige Londonerin, die zuvor als Fashion Writer bei der Yoox Net-a-Porter Group angestellt war (und währenddessen sogar das Gesicht einer exklusiven Kampagne für Balenciaga wurde!), heute vorzustellen. Vorhang auf für Miriams Closet Diary!

Miriam Nehring (@miriam_akousa) auf Instagram:

MONTAG

Happy Monday! Meistens stolpere ich eher in die Woche und mein Montagmorgen lässt sich wohl am besten als etwas chaotisch beschreiben. Die Kinder (unsere Tochter ist neun Jahre alt, unsere drei Kleinen sieben) gehen alle in die Schule und um es rechtzeitig aus dem Haus zu schaffen ist es doch manchmal recht hektisch. Auf frisches Brot vom Bäcker und ein gemeinsames Frühstück verzichten wir aber dennoch nicht.

Als Outfit wähle ich heute meinen Lieblingspulli vom Modelabel working title. Draußen regnet es in Strömen und da kommt dieser bunte Gute-Laune-Boost gerade richtig. Das Designer-Duo des Labels working title, Antonia Goy und Björn Kubeja, habe ich vor einigen Jahren in London kennengelernt. Ich arbeitete damals noch als Fashion Writer bei Net-a-Porter und war während der London Fashion Week zu einem Event des German Fashion Councils eingeladen. Christiane Arp, Editor-in-Chief der deutschen Vogue präsentierte dort aufstrebende Designer aus Deutschland und das Label hatte es mir sofort angetan. Bis spät abends stand ich noch mit Antonia und Björn zusammen, wir sprachen über Gott und die Welt und sind auch so in Kontakt geblieben.

Und wie der Zufall so will habe ich die beiden in diesem Jahr wieder bei einem Vogue Event zum Thema „Sustainability“ getroffen. Das working title für nachhaltige Mode steht war mir auch damals schon bewusst. Aber ich glaube ich habe erst an diesem Vogue-Abend dank der zahlreichen Podiumsdiskussionen zum Thema Nachhaltigkeit verstanden, wie kompromisslos und visionär die beiden das Thema angehen.

Pullover: working title (ähnlich hier), Tanktop: Zara (ähnlich hier), Hose: Claudie Pierlot (ähnlich hier)

DIENSTAG

Heute habe ich mich für eine Bluse des französischen Labels Maje entschieden und kombiniere diese mit einer weit ausgestellten Jeans von Cinq à sept und einer roten Tasche von Mansur Gavriel. Momentan wechselt das Wetter ständig zwischen hochsommerlichen Temperaturen und regnerischem Aprilwetter. Und so kann man lediglich an der Wahl meiner sommerlichen Sandalen von & Other Stories ablesen, dass es bereits Juni ist.

Eigentlich hatte ich Journelles bereits im März zugesagt, ein Closet Diary zu erstellen. Dann kam Corona und ich habe es schlichtweg nicht geschafft, neben Homeoffice und Hometeaching meine täglichen Looks festzuhalten, geschweige denn, noch einen ansprechenden, bestenfalls humorvollen Text zu verfassen.

Dann wurde der Afroamerikaner George Floyd in Minnesota von einem weißen Polizisten getötet und seitdem bin ich ruhelos. Als Woman of Colour begleitet mich das Thema #blacklivesmatter vom Aufwachen bis spät in die Nacht. Und neben der Trauer, Wut und Ohnmacht, die ich spüre, habe ich dennoch das hoffnungsvolle Gefühl, dass sich etwas ändern wird. Auch hier in Deutschland. Dass wir endlich die Unterhaltungen führen, die vielleicht schwierig und unangenehm sind, uns aber als Gesellschaft weiterbringen.

Bluse: Maje (ähnlich hier), Hose: Cinq à sept (ähnlich hier), Tasche: Mansur Gavriel, Schuhe: & Other Stories

MITTWOCH

Es ist wirklich erstaunlich, wie viel man doch auch im Homeoffice umsetzen kann – die gesamte Arbeitswelt wird sich nach den Erfahrungen der letzten Monate wohl grundsätzlich ändern. Wenn ich, wie heute beispielsweise, viel redaktionell arbeite, dann kann ich das ohne Probleme von zu Hause machen.

Aber auch die Projektarbeit über Zoom und selbst die Finalisierung eines Kundenmagazins in verschiedensten Sprachversionen hat im Homeoffice erstaunlich gut funktioniert.

Trotzdem freue ich mich doch sehr heute wieder im Büro zu sein, meine Kollegen zu sehen und zudem an neuen Ideen und Konzepten arbeiten zu können. Das Condé Nast Office befindet sich sehr zentral, in unmittelbarer Nähe des Odeonsplatzes und ist sowohl architektonisch als auch in Sachen Interior-Design ein Hingucker.

Am Nachmittag geht es zur Ausstellung „Thierry Mugler: Couturissime“ in der Kunsthalle München. Ich hatte für ein Kundenmagazin im Vorfeld über die Ausstellung berichtet und konnte sie jedoch selbst, bedingt durch die Schließung der Museen noch nicht sehen. Um so gespannter bin ich nun auf die Ausstellung, die spektakuläre Haute-Couture-Designs und Prêt-à-porter-Outfits und Kreationen des visionären Couturiers Thierry Mugler verspricht.

Als Outfit trage ich heute eine weit geschnittene Hose in Blau von Tibi zu einem weißen Top von The Kooples und ein Halstuch von Roeckl als Haarband. Da ich meine Haare oft zum Zopf trage setze ich gerne mit Haarreifen und -bändern Akzente.

Mantel: Burberry Vintage, Top: The Kooples (ähnlich hier), Hose: Tibi, Tuch: Roeckl, Brille: Chloé, Tasche: Gucci Vintage, Schuhe: Steve Madden (ähnlich hier)

DONNERSTAG

Nach der gestrigen Fashion-Inspiration ist mir heute nach ein bisschen Glamour. So kombiniere ich einen schlichten Rock und Rollkragenpullover mit einer extravaganten Kette von Vanda Jacintho. Sie ist ein Geschenk meiner Londoner Freundinnen und verleiht jedem Outfit eine glamouröse Note.

Auch wenn die Fashionbranche von vielen als oberflächlich angesehen wird, hat sie mir persönlich, auch als Woman of Colour viel gegeben – selbst wenn auch hier Diversität viel zu wenig gelebt wird. Gerade meine Zeit in London hat mich geprägt, das Leben in einer Stadt, in der alles erlaubt ist, kein noch so ausgefallenes Outfit für Aufsehen sorgt und ANDERS Sein gefeiert wird. Bei Net-a-Porter war kein Ohrring zu groß, kein Outfit zu extravagant und keine Highheels zu hoch, man hätte aber genauso gut – und auch das sah man nicht selten – mit Jogginghosen und pinken Badeschlappen ins Büro kommen können, und es hätte keinen gestört. Diese Toleranz ist befreiend.

Täglich fanden Brand-Workshops statt, eine einmalige Möglichkeit alles über die Geschichte, die Designer und die DNA der Brands zu erfahren, ausgewählte Roben von Alaïa bis hin zu Oscar de la Renta betrachten und anfassen zu können und das außergewöhnliche Handwerk dieser kunstvollen Kreationen zu verstehen.

Bei Condé Nast in Deutschland wird diese Liebe zur Mode ebenfalls gelebt – weniger verrückt, aber dafür ausgefallen und stilvoll. Dennoch ist mein Stil in Deutschland wieder zurückhaltender geworden, weniger farbenfroh und die großen Ohrringe trage ich höchstens noch abends. Aber das kann sich ja auch wieder ändern, meine Kette werde ich sicherlich bald wieder tragen.

Rollkragen: COS (ähnlich hier), Rock: Massimo Dutti (ähnlich hier), Sandalen: &Other Stories, Kette: Vanda Jacintho (ähnlich hier), Tasche: Vintage Gucci

FREITAG

Homeoffice ist nicht gleich Homeoffice. Heute habe ich den Nachmittag frei und nachdem ich die ersten Wochen des Lockdowns gefühlt zwischen Schreibtisch und Herd verbracht habe und mittags wahrscheinlich alle erdenklichen Variationen von Eiergerichten, sprich Omelette, Pfannkuchen und Rührei kreierte, bin ich heute nach getaner Arbeit mit einer Freundin zum Mittagessen im Bi Beo, einem modernen vietnamesischen Restaurant verabredet. Meine Freundin launcht gerade ihre neue Produktlinie Be Olea, ein Öl auf Basis des Wirkstoffs CBD, sprich natürlichem Cannabidiol – welches gerade als Wellness-Elixir gefeiert wird. Wir beraten über Vermarktungs- und PR-Strategien, digitale Plattformen und Produktdesigns.

Ich liebe diese Art des kreativen Austauschs, insbesondere mit anderen Müttern. Nach der Geburt meiner Drillinge hatte ich eine längere Babypause und wir sind in dieser Zeit nach London gezogen, so dass ich mich sowieso beruflich erst einmal neu orientieren musste. Schritt für Schritt habe ich dann wieder den Weg zurück in die Arbeitswelt gefunden. Ich bin eigentlich Psychologin und habe mit diesem Abschluss immer in der Wirtschaft gearbeitet. Erst in London bin ich zufällig in der Fashionbranche gelandet und dann mit 38 Jahren als vierfache Mutter noch mal zum Studieren ans Condé Nast College gegangen. Anschließend ging ich als Fashion Writer zu Net-a-Porter. Zurück in Deutschland arbeite ich nun als Senior Editor bei Condé Nast Germany

Kleid: working title (ähnlich hier), Tasche: Mansur Gavriel, Schuhe: & Other Stories

SAMSTAG

Wochenende! Unser Wochenende startet erst einmal mit einem ausgiebigen Frühstück oder besser gesagt Brunch. Meist verbringen wir wirklich den kompletten Vormittag damit und zelebrieren es als ausgelassenes Familienessen. Schließlich sind wir ja eine richtige Großfamilie.

Der Sommer macht seinem Namen heute alle Ehre und so steht ein Ausflug an den Tegernsee auf dem Programm. Als wir von London nach München zogen schwärmten mir alle auf die Frage, „wie das Leben denn in München so sei“ vom Münchner Umland vor. Das machte mich natürlich skeptisch. „Was war denn falsch an dieser Stadt, dass jeder Dir sofort erzählen musste, wie nah doch die Berge seien, von den zahlreichen Seen in der Umgebung berichtete, ganz zu schweigen von der Nähe zu Italien. Hatte diese Stadt nichts zu bieten?“

Nun verstehe ich es: Die Lage von München ist einfach einzigartig und die Stadt hat sehr wohl einiges zu bieten, um so schöner ist es aber, dass man am Samstag noch ins Museum gehen kann oder in der Stadt ausgeht und den nächsten Tag an einem der Seen verbringt. Für den Ausflug an den See wähle ich ein sommerlich sonniges Kleid in Gelb von Kate Spade.

Kleid: Kate Spade (ähnlich hier), Schuhe: Mansur Gavriel, Haarreif: H&M, Tasche: Coach (ähnlich hier)

SONNTAG

Verrückt, die Woche ist schon wieder vorbei. Wir fahren mit der ganzen Familie für ein Picknick mit dem Fahrrad an die Isar. Ich muss zugeben, dass ich mir erst vor ein paar Wochen ein Fahrrad gekauft habe, in London spielte das Fahrrad als Fortbewegungsmittel eher eine untergeordnete Rolle.

Aber München ist eine absolute Fahrradstadt und so bin auch ich zum Freund des Fahrradfahrens geworden. Ich trage heute als letztes Outfit des Closet Diaries ein weißes Sommerkleid von Dodo Bar Or und kombiniere dieses mit sportlichen Sneakern.

Kleid: Dodo Bar Or (ähnlich hier), Tasche: Alexander McQueen, Sonnenbrille: Marc Jacobs (ähnlich hier)

Einleitung von Sarah Luisa Kuhlewind.  

Bilder via Miriam Nehring. 

Kommentare

  1. Geht es noch schöner? ich glaube nicht 🙂 Wundervolle Style-Inspos und ich habe mich so in diesen Montags- Pulli verliebt

  2. Das ist wirklich ein richtig schönes CD!
    Richtig gut gefällt mir der Mix zwischen teuren Einzelteilen (von Burberry oder Gucci) und günstigeren Sachen (bis ZARA und H&M). Sehr inspirierend! 🙂

  3. Sehr sympathisch, Looks sind nicht alle 100% meine, aber Montag, Dienstag und Donnerstag sind sehr toll. Extrem spannend ist auch Miriams Lebenslauf und die Tatsache das sie meinen Lieblings Vietnamesen featured. Plus endlich mal wieder jemand aus München…

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