Breast Cancer Awareness – 10 Dinge, die man über Brustkrebs wissen muss

Sich auf Journelles ausschliesslich mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen zu dürfen, empfinde ich als großen Luxus. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass stets alles Rosarot und in Watte getaucht ist oder das Leben easypeasy und sorgenfrei vor sich hin rauscht. Im Gegenteil habe ich in all den Blogjahren immer mal wieder persönliche Geschichten ausgepackt – nur eben in Maßen. Denn wenn man sich mit Mode, Interior oder Reisen beschäftigt, dann muss nicht auch zwingend noch mein gesamtes Privatleben breit getreten werden. Auch das empfinde ich sehr angenehm.

Wenn es aber Themen gibt, für die ich mich mit unserer Reichweite stark machen kann und dazu eine persönliche Verbindung besteht, dann plaudere ich gern aus dem Nähkästchen. Besonders, weil das Thema Brustkrebsfrüherkennung einfach JEDEN etwas angeht – und so verdammt wichtig ist! Als bei meinem Schwager vor zwei Jahren Krebs diagnostiziert wurde und wir bei Freunden wieder und wieder mit dem Thema konfrontiert wurden, habe ich meinen Mann erst mal zu einem Totalcheck geschickt. Und spreche seitdem regelmäßig über Vorsorge und das berühmte „auf sich achten“. Und ärgere mich gleichzeitig darüber, dass man immer erst aktiv wird, wenn bereits etwas passiert ist. Dabei kann eine ordentliche Vorsorge Leben retten:

Mit dem Mammographie-Screening-Programm kann man Brustkrebs frühzeitig erkennen. Die Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust kann nicht tastbare Tumore in einem frühen Stadium sichtbar machen und wird zwischen dem 50. bis 69. Lebenjahr von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) getragen. Das Mammographie-Programm ist ein zusätzliches Angebot zu der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt. Die Teilnahme am Mammographie-Screening ist freiwillig und für gesetzlich krankenversicherte Frauen kostenfrei. Auch privat krankenversicherte Frauen haben Anspruch.

Aus dem Grund ist es umso wichtiger, schon früh ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen und unsere Mütter, Tanten, Omas und Freundinnen darauf hinzuweisen. Ich habe meine Mama direkt gefragt, wann sie das letzte Mal bei der Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung war: Sie geht jedes Jahr hin, was mich sogleich beruhigt hat!

Hier sind die wichtigsten Fakten rund um Mammographie und Früherkennung:

  1. Wie viele Frauen erkranken in Deutschland überhaupt an Brustkrebs?
    70.000 Frauen erkranken pro Jahr in Deutschland an Brustkrebs. 970 von 1.000 untersuchten Frauen erhalten einen unauffälligen Befund.
  2. Welche Früherkennungs-Untersuchungen für Brustkrebs gibt es?
    Es gibt das Abtasten, bei dem Frauen im Alter von 30 Jahren im Rahmen der „Krebsfrüherkennung für Frauen“ einmal jährlich Anspruch auf eine ärztliche Tastuntersuchung haben. Die Ultraschalluntersuchung wird jüngeren Frauen empfohlen, weil ihr dichteres Brustgewebe Röntgenstrahlen oft nicht durchlässt. Der Ultraschall ist allerdings nur eine ergänzende Untersuchungsmethode, die sich nicht zur alleinigen Früherkennung eignet. Und dann gibt es da noch die Mammographie.
  3. Was ist eine Mammographie und wie funktioniert sie?
    Jede Brust wird zwischen zwei Plexiglasscheiben möglichst flach zusammengedrückt. Sie wird dann aus zwei Perspektiven per Röntgen durchleuchtet. Je flacher die Brust gedrückt ist, umso geringer ist die benötigte Strahlendosis und umso aussagekräftiger ist die Aufnahme.
  4. Wer bekommt ein Mammographie-Screening?
    Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben das größte Risiko, an Brustkrebs zu erkranken und zu versterben. Daher haben sie auch den größten Nutzen von einer regelmäßigen, zweijährlichen Mammographie in einem organisierten Programm.
  5. Kostet die Untersuchung etwas?
    Nein, ab 50 Jahren wird die Früherkennung von allen Krankenkassen getragen. Auch privatversicherte Frauen haben einen Anspruch.
  6. Wie hoch ist die Strahlenbelastung durch die Mammographie?
    Je jünger die Frau ist, desto strahlenempfindlicher ist ihr Brustgewebe.
  7. Was kann man zur Vorbeugung von Brustkrebs machen?
    Es gibt Faktoren, die sich beeinflussen lassen. Dazu zählen Übergewicht und mangelnde Bewegung. Sie erhöhen das Krebsrisiko allgemein. Manche Wissenschaftler denken, dass es am höheren Östrogenspiegel von übergewichtigen Frauen liegt, andere sehen einen Zusammenhang mit Stoffwechselfaktoren wie z.B. einem höheren Insulinspiegel. Des Weiteren spielen auch ein gesunder Lebensstil in Sachen Nikotin und Alkohol eine große Rolle.
  8. Welche Rolle spielen Gene?
    Eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Hatte die Mutter oder Schwester einer Frau Brustkrebs, erhört sich ihr Risiko um den Faktor 2-3.
  9. Vorurteile: Können Brustimplantate, enge BHs, hormonhaltige Verhütungsmittel oder aluminiumhaltige Deos das Krebsrisiko erhöhen?
    Wissenschaftler sehen den Zusammenhang kritisch, es gibt aber gesicherte Studien, die das Erkrankungsrisiko in Sachen hormonhaltige Verhütung und aluminiumhaltige belegen.
  10. Wie kann man aktiv seinen Lebensstil beeinflussen, um das Brustkrebs-Risiko zu senken?
    Wir haben dazu alle für euch zusammengetragen. Diese findet ihr unten.

Mehr Informationen zum Thema findet ihr hier.

In der Modebranche wird dem Thema Brustkrebs übrigens schon lange viel Aufmerksamkeit gewidmet. Stella McCartney launchte gerade erst ihre neue „Breast Cancer Awareness“-Kampagne. Dafür designte sie eine Limited Edition des Ophelia Whistling Sets, das man seit dem 1. Oktober in „Poppy Pink“ im Onlineshop kaufen kann.

Model der Kampagne ist niemand Geringeres als Alicia Keys. Ein Teil Verkaufserlöse kommt dem Memorial Sloan Kettering Breast Examination Center of Harlem zugute, in deren Nachbarschaft Keys geboren wurde und aufwuchs. Der andere Teil geht an das Linda McCartney Centre, das 2000 im Namen von Stella McCartneys Mutter gegründet wurde, die mit nur 57 Jahren selbst an Brustkrebs verstarb.

SO KANN MAN SEIN KREBSRISIKO SENKEN

  • Nicht rauchen!
  • Sich gesund ernähren und Übergewicht vermeiden: Wenig rotes Fleisch essen, es erhöht insgesamt das Krebsrisiko. Nicht zu viel Zucker und Fett – selbst kochen, industriell gefertigte Lebensmittel möglichst umgehen.
  • Kein oder wenig Alkohol trinken: Nicht mehr als ein Glas Alkohol als an fünf Tagen in der Woche
  • An allen Vorsorge-Untersuchungen zur Früherkennung teilnehmen. Dazu gehören auch Darmspiegelungen, sowie Abstriche beim Frauenarzt und Mammographie-Screenings.
  • Sonnenbrand vermeiden
  • Infektionen verhindern, die zu Krebs führen: HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, Hepatitis gegen Leberkrebs

 

In freundlicher Kooperation mit der Kooperationsgemeinschaft Mammographie

Kommentare

  1. Für Frauen unter 50 ist Ultraschall eine gute Methode zur Früherkennung (besonders bei familiärer Vorbelastung). Wenn es einen positiven Befund gibt beim Ultraschall wird ggf. auch schon in jüngeren Jahren zusätzlich eine Mammographie empfohlen. Die Methoden ergänzen sich in bei der Diagnose, da beide Methoden vor und Nachteile haben. Die Strahlenbelastung ist bei der Mammo natürlich ein Thema, daher wird bei jüngeren Frauen eher der Ultraschall& Tastuntersuchung gemacht.

    KOOPERATION MIT DER KOOPERATIONSGEMEINSCHAFT MAMMOGRAPHIE

    Wurden deshalb jegliche Informationen zum Thema Ultraschall einfach weggelassen? Dann finde ich die allgemein gehaltene Überschrift unpassend! Lieber sollte es dann einen deutlichen Hinweis geben, dass sich der Artikel auf Infomationen über Mammographie beschränkt. Beim Lesen des Artikels entsteht nämlich der Eindruck unter 50 stünden einem nur die Tastuntersuchung und “gesund Leben” als Vorsorge zur Verfügung.

    • Sorry habe das nochmal gelesen, die US wird erwähnt- allerdings als “keine Früherkennungsmöglichkeit“ abgetan. Das ist m.E. so nicht richtig. Sie hat keine Strahlenbelastung, also für jüngere Frauen geeignet und ist WEIT aussagekräftiger als eine Tastuntersuchung. Ich bin auch der Meinung, dass Mammographie irgendwann unumgänglich ist- aber den US gegen die Mammo so abzutun halte ich für fahrlässig.

      • Huhu Gerley, lieben Dank für deinen Kommentar und ja: auf jeden Fall ein genauso wichtiger Punkt, den du einbringst. Auf die Methode des Ultraschalls gehen wir daher natürlich auch ein, im 2. Stichpunkt.
        Tasten, Ultraschall, später die Mammographie: Am Wichtigsten ist daran vor allem die Aufklärung, Vorsorge und das gemeinsame „darüber sprechen“, um es immerzu auf dem Schirm zu haben.

  2. Ich finde es positiv hier gelegentlich auch mal etwas über ernstere Themen zu lesen. Dennoch wenn ich betroffen wäre (zum Glück nicht ?), ist Journelles sicher keine relevante Informationsquelle, da vertraue ich auf einen Arzt o Fachleute / Expertenkreise… daher finde ich den „erhobenen Zeigefinger“
    hier etwas übertrieben. Ich finde es gut, dass du das Thema aufgreifst u sicherlich fühlt sich die eine oder andere ermutigt direkt mal einen Vorsorge-Termin zu machen ;). Danke dafür!

  3. Susanne sagte am

    Liebe Jessie,
    ich finde es gut und wichtig, daß Thema Brustkrebs /-Früherkennung anzusprechen, allerdings ist das Mammographiescreening nicht unkritisch zu sehen.
    Daß die „Kooperationsgemeinschaft Mammographie“ das nicht in „ihrem“ Artikel stehen haben will ist nachvollziehbar, dennoch sollte man die Informationen Frauen nicht vorenthalten, wenn es um Brustkrebs geht.
    AM Allerwichtigsten ist es, sich selber regelmäßig die Brust abzutasten! Und zwar inklusive der Achselhöhlen. Wir kennen unsere Brüste am besten und bemerken Veränderungen viel schneller/besser als der Frauenarzt, der die Brust nur zur Vorsorge „sieht“, und leider sind da auch nicht alle Ärzte gleich gründlich.
    Ultraschall kann auch bei „älteren“ Frauen mit dichtem Drüsengewebe wesentlich aussagekräftiger als eine Mammographie sein, da sollte man sich von der Ärztin beraten lassen.
    Daten die das Chochrane-Institut erhoben hat zeigen, daß durch das Mammographie-Screening nur 1 von 2000 Frauen (!) nicht an Brustkrebs stirbt, sollte sie tatsächlich erkrankt sein.
    Und bei 8 von 10 „positiven“ (also auffälligen) Befunden stellt sich hinterher heraus, daß es gar kein Krebs ist. (zum Glück).
    Es werden auch viele Krebsarten diagnostiziert, die das Leben der Frau niemals beeinträchtigt hätten („okkulte Erkrankung“), zB weil sie so langsam wachsen, daß sie nie klinisch relevant werden und die Frau vorher an einer anderen Ursache (Alter) stirbt, weil aber „Krebs“ diagnostiziert wurde, unterzieht sie sich einer anstrengenden und aufreibenden Therapie, von der sie selbst eigentlich gar nicht profitiert und nun statt dessen mit den Nebenwirkungen zu kämpfen hat.
    Wie bei allen medizinischen Maßnahmen / Früherkennung sollte man sich im Vorfeld gut informieren und ein ausführliches Gespräch mit der betreuenden Ärztin führen, um dann für sich selbst eine Entscheidung zu treffen.
    (Über das Ausufern der Mutterschaftsvorsorge kann man sich glaube ich noch länger auslassen, leider ist „unsere Gesundheit“ zu einem Markt geworden, der sich die Sorgen der Menschen zu Nutze macht und viele dazu verleitet, unkritisch Untersuchungen zuzustimmen ohne über deren Konsequenzen nachzudenken).
    Und ein weiterer wichtiger Punkt zu „So kann man sein (Brust-)Krebsrisiko senken“:
    STILLEN! Je länger desto besser.
    Und (aber das sollte klar sein): Nicht rauchen. Da ist dann sogar „echte Vorsorge“ gegen Lungenkrebs!

  4. Super dass ihr dieses wichtige Thema aufgreift. Was ich allerdings vermisse im Artikel: der Hinweis, wie wichtig das regelmäßige Abtasten der eigenen Brust ist! Gerade für alle Mädchen und Frauen unter 50 ist der jährliche Termin zum Abtasten bei der Frauenärztin zu wenig an Vorsorge… Daher lautet die Empfehlung, jeden Zyklus die Brust selbst abzutasten. Manche Krankenkassen bieten übrigens Kurse an bzw. übernehmen die Kosten wo man abgeleitet wird, wie man korrekt die Brust abtastet…

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Geben Sie einen Text ein

Geben Sie Ihren Namen ein