100 Jahre Bauhaus: Unsere 10 Interior-Highlights im Bauhaus-Stil

Gerade einmal 14 Jahre lang existierte das Bauhaus und doch können wir Einfüsse dieser Stilbewegung noch heute in unseren Wohnungen erkennen. Dass die Produkte, die die Vertreter des Bauhauses hervorgebracht haben, zeitlos sind, ist keine Frage. Getreu dem Motto „form follows function“ zählte die Funktionalität der schlichten und doch einzigartigen Entwürfe und im Fokus stand immer eine klare Formsprache. Also alles Eigenschaften und Designmerkmale, die wir uns genauso heute von unseren Möbelstücken wünschen.

Dieses Jahr wird das Bauhaus 100 Jahre alt – und wir blicken hier auf die Stilrichtung zurück und präsentieren euch unsere zehn Interior-Highlights im Bauhaus-Stil:

Was ist eigentlich das Bauhaus?

Ursprünglich 1919 von Walter Gropius als Kunstschule in Weimar gegründet, war das Bauhaus eine Art Gegenbewegung zur Massenproduktion. Kunst und Handwerk sollten nicht länger getrennt voneinander unterrichtet werden, da Handwerk eine Kunst und umgekehrt Kunst ein Handwerk sei. In vielen Werkstätten, die von Keramik über Grafik bis hin zu Bühnenbildnerei reichten, lernten die Studierenden die verschiedenen Disziplinen von je einem Werkstattmeister, der die Technik des Handwerks beherrschte, und einem Formmeister, der für die ästhetischen Aspekte des Bereichs zuständig war.

Interessanterweise war das Hauptziel der Bauhaus-Bewegung eine klare, minimalistische Architektur – das sieht man zum Beispiel gut am Bauhausgebäude in Dessau. Die ikonischen Möbelstücke waren letztendlich bloß die Nebenerzeugnisse, die nach der Bauhausphilosophie in den Werkstätten produziert wurden. Und dennoch wurden sie 100 Jahre nach der Entstehung nicht vergessen. Die klaren Linien der Möbelstücke und Wohnaccessoires sind noch immer elegant und zeitlos – und Vorbild für viele Interior-Labels, die sich mit Lookalikes überschlagen.

Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! Denn es gibt keine ‚Kunst von Beruf‘. Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen dem Künstler und dem Handwerker. Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers.

 – aus dem Bauhaus-Manifest von 1919

Ihr wollt auch ein Stückchen Bauhaus in eure vier Wände einziehen lassen? Hier kommen unsere Top10 der Bauhaus-Originale und Lookalikes:

1. Die Wagenfeld Leuchte: Wer kennt sie nicht, die klassische Bauhaus-Lampe? Die 1924 von Wilhelm Wagenfeld als Hausaufgabe in der Metall-Werkstatt entworfene Tischlampe gehört mittlerweile zu den am meisten kopierten Lampen weltweit. Ob auf dem Schreibtisch, auf dem Sideboard oder auf dem Nachttisch, wir hätten nichts dagegen, wenn diese Lampe auch bei uns einziehen würde.

2. Der S 285 von Thonet: An diesem von Bauhaus-Absolvent Marcel Breuer designten Schreibtisch würde uns das Arbeiten doch viel leichter fallen, nicht wahr?

3. Der Risom Side Chair von Knoll: Die Kombination aus Holz und festem Stoff kommt euch bekannt vor? Der 1921 von Marcel Breuer und Gunta Stölzl gestaltete Stuhl mit farbiger Gurtbespannung war hier das Vorbild.

4. Die Barcelona-Palisanderliege: Zeit für ein Nickerchen! Auf dem Designklassiker der Barcelona Serie von Ludwig Mies van der Rohe schlummern wir besonders gut. Der Architekt, der von 1930 bis 1933 Leiter des Bauhauses war, entwarf die bekannte Interior-Serie übrigens nur als Ergänzung für den von ihm designten Barcelona-Pavillon anlässlich der Weltausstellung von 1929. Schön, dass seine Möbelstücke auch noch 90 Jahre später so großen Anklang finden.

5. Das Rosenthal-Tee-Service: Zugegeben, das Porzellanset, das Walter Gropius 1969 entworfen hat, kam erst nach der eigentlichen Bauhaus-Zeit auf den Markt. Dennoch kann man den unverwechselbaren Stil auch hier deutlich erkennen. Wer also seine Kaffeetafel ganz im Sinne des Bauhauses decken möchte, sollte nicht zögern und das Service schnell in seinen Warenkorb wandern lassen.

6. Der LC2 Sessel von Cassina: Der schweizerisch-französische Architekt Le Corbusier war zwar nicht wirklich am Bauhaus tätig, lernte jedoch bei Peter Behrens, demselben Industriearchitekten, bei dem auch Gropius und Mies van der Rohe in die Lehre gingen. Somit weist Le Corbusiers Arbeit eine ähnliche Formsprache auf und der bekannte aus Stahlrohren und Polsterkissen bestehende Sessel darf bei dieser Aufzählung nicht fehlen.

7. Der Freischwinger: Bitte Platz nehmen! Ohne den Freischwinger wäre diese Liste nicht komplett. Der Stuhl ohne Hinterbeine wurde 1927 von Ludwig Mies van der Rohe entwickelt, von Marcel Breuer verbessert und seitdem von vielen Interior-Brands adaptiert.

8. Das Cluster Table Set von Ferm Living: Einfach, gradlinig und multifunktional – da wären die Vertreter des Bauhauses aber stolz gewesen! Außerdem erinnern die Tische doch auch ein wenig an die Satztische von Marcel Breuer, oder?

9. Der Läufer der Manufaktur Christopher Farr: Anlässlich des Jubiläums legt die englische Manufaktur Christopher Farr einige Teppiche der Bauhaus-Weberin Gunta Stölzl neu auf. Unser Liebling? Der pastellfarbene Läufer in rosé, gelb, blau und grün.

10. Die Bauhaus Tapete: Verkaufsschlager waren seinerzeit aber nicht etwa die funktionalen Möbelstücke sondern die Bauhaus Tapeten. In Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv in Berlin legen die Firmen Rasch und Sikkens jetzt eine neue Tapeten Kollektion im Bauhaus-Stil auf. Aus 42 Tapetenoberflächen und 72 Farbtönen können wir unsere eigene Bauhaus-Tapete kreieren.

Text von Kira Rosenkranz

Bild im Header via Instagram.com/rasch.tapeten

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