In dieser Woche begleiten wir die Modejournalistin Silke Bücker bei ihrer virtuellen Shoppingrunde. Die 38-jährige Kölnerin ist Style Director beim Modefachmagazin Textilmitteilungen und freie Autorin. Kennengelernt habe ich sie vor einigen Jahren, als sie noch die schönste Boutique der Stadt hatte, Gold im Belgischen Viertel. Inzwischen ist Silke Mama geworden und beweist in vielerlei Hinsicht einen ganz exquisiten Geschmack. Dazu sagt sie:

“Ich gewöhne mir gerade ab, Mode unreflektiert oder inflationär zu konsumieren. Denn mein Kleiderschrank ist reich gefüllt und ich muss regelmäßig aussortieren, um Platz für Neues zu schaffen. Also setze ich auf vielleicht etwas kostspieligere Einzelstücke, von denen ich mir lang andauernde Freude erhoffe und die meine bereits bestehende Garderobe schlau ergänzen. Denn das ist eine echte Herausforderung und ich hasse es, beim Öffnen meines Schrankes Dinge zu sehen, die ich nicht mag.

Außerdem möchte ich nach Möglichkeit nur noch in Boutiquen kaufen und von Menschen beraten werden, nicht online ohne Seele. Das macht viel mehr Spaß und wirklich zufrieden. Und man überlegt einmal mehr, ob man ein Teil wirklich haben möchte oder nur aus einer Laune kurz Lust darauf hat.”

Silkes Top6 der Saison:

  1. Ein weißer Rock soll es sein und zwar nicht irgendeiner. Baumwolle, leicht ausgestellt, aber nicht zu sehr, Reißverschluss hinten, nicht seitlich, midi und nicht mini oder maxi. Und wo finde ich den? Natürlich bei Jil Sander. Denn die kann Röcke und die kann vor allem Weiß. Das Modell auf dem Bild gibt es nämlich auch ohne Kreise in Regenbogenoptik. Und ich bestelle es in meiner liebsten Sander-Boutique in Hamburg. Weil da das Personal so nett ist. Ganz einfach. Gibt es aber auch ganz bestimmt ganz bald im Netz unter www.jilsander.com.
  2. Die ‘Classic’ von Céline. Die schönsten Taschen kommen einfach von Céline. Eigentlich sollte es die ‘Trapeze’ werden, doch ein Bild von Sylvie van de Vaart, die eben dieses Modell auf einem Schnappschuss in der Gala exponiert am Arm trug, schreckte mich irgendwie ab. Außerdem der Umstand, dass grade so ziemlich jede Marke eine Tasche in Trapez-Form im Repertoire hat. Damit war der Reiz im Nu verflogen. Im KaDeWe in Berlin hielt ich dafür die ‘Classic’ in der Hand und wollte sie am liebsten gar nicht mehr hergeben. Keine Tasche ist zeitloser, keine derart auf den Punkt designt – bis ins kleinste Detail. Ich möchte sie in Schwarz und ich möchte sie aus Paris. Dorthin reise ich bald und spare schon mal. Denn wenn ich schon mal so unfassbar viel Geld für eine Handtasche ausgebe, dann muss der Kauf auch angemessen zelebriert und von langer Hand vorbereitet werden. Eine echte ‘Classic’ läuft zum Glück ja nicht so schnell weg.
  3. Die Paris-Bluse von Carven. Wer sich wie ich den Eiffelturm auf die Hand tätowieren lässt, braucht Guillaume Henrys textile Hommage an die Stadt der Liebe, die es als Rock, Kleid, Blazer und eben auch als Bluse gibt. Gekauft. Ohne einmal nachdenken sogar.
  4. Die Karobluse von Dries van Noten. Unfassbar, welchen Hype Dries van Notens Grunge-Kollektion aktuell auslöst. Kaum trudelten die karierten Flanellhemden in den Onlineshops ein, waren sie auch schon wieder ausverkauft. Again and again. Wie gut, dass Köln nur einen Steinwurf von Antwerpen entfernt ist, wo sich Het Modepalais befindet, ein wunderschöner Dries van Noten Flagship. Dort fand ich nicht nur die gewünschte Bluse sondern auch noch einen tollen Rock. Und ich muss zu meiner Verteidigung sagen: Karohemden gehören seit jeher zu meinen Alltime Faves und so passt mir diese Kollektion im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich gut in den Kram.
  5. Der Colourblock-Cardigan von Jil Sander. Jil Sanders subtil-intelligentes Colourblocking hat mir zuletzt sehr gut gefallen, wie mir die Kollektion insgesamt zunehmend besser gefällt. Obwohl ich ein bekennender Fan von Raf Simons´ Sander-Kollektionen bin, der aber letztlich besser Konzept kann als tagtägliche Tragbarkeit zu forcieren. Und darin ist Jil Sander herself schlichtweg eine Meisterin. So zählt auch der Cardigan in Hellblau, Dunkelblau & Creme zu meinen Favoriten der Saison. Denn ich habe beschlossen, in diesem Sommer viel Weiß zu tragen und dazu sieht diese Strickjacke einfach unschlagbar gut aus.
  6. Die Sandalen von Maison Martin Margiela. Wirklich, ich sollte nur noch Schuhe von Margiela kaufen. Denn das sind immer die mit der allerlängsten Verweildauer in meinem Kleiderschrank. Ein paar Jahre Freude erhoffe ich mir auch von dieser Sandale mit coolem Two-Tone-Absatz, der optisch ziemlich was hermacht und total bequem aussieht (was er vermutlich auch ist – so zumindest kenne ich es von fast allen Modellen aus dem Maison MM). Und das Beste: Dank der klugen Farbkombi Steingrau und Roségold passen die guten Stücke zu jedem Schmuckstück und jeder Handtasche. Eine seltene Ausnahme.
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Kommentare

4 Gedanken zu “Shopping mit… Modejournalistin Silke Bücker

  1. Ich bin mit allem sehr einverstanden! Vor allem fühle ich mich von Frau Bücker total verstanden, was den Taschenkauf angeht! In meinem Freundeskreis halten mich einige für verrückt, da ich bestimmte Taschen lediglich in Paris kaufen würde! Chanel aus Brüssel ist einfach undenkbar! ;)

  2. ja echt ey, immer wenn ich blöde leute sehe mit sachen die ich eigentlich gut finde, dann entscheide ich mich natürlich um und kaufe das nicht. denn ich bin natürlich super individuell und lasse mich überhaupt nicht von von Trends beeindrucken… klassisch und stilvoll halt, so sollte es sein.

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