Aus High-End wird im Handumdrehen High-Street

Immer diese Verführungen! Was meinen Konsum in High-Street-Läden angeht, so habe ich mich kräftig herunter geschraubt. Denn seitdem ich mehr in Designerware investiere,  genauer überlege und im Endeffekt viel mehr davon habe, leiste ich mir auch nicht mehr meine kleinen Aussetzer wie „Ich kauf hier kurz was bei COS“, „Nur die eine Bluse von Zara“

Immer diese Verführungen! Was meinen Konsum in High-Street-Läden angeht, so habe ich mich kräftig herunter geschraubt. Denn seitdem ich mehr in Designerware investiere,  genauer überlege und im Endeffekt viel mehr davon habe, leiste ich mir auch nicht mehr meine kleinen Aussetzer wie „Ich kauf hier kurz was bei COS“, „Nur die eine Bluse von Zara“ oder „Hab doch nur 3 Basics bei H&M mitgenommen“. Das läppert sich. Und so fühlte ich mich oft dabei ertappt, dass ich mir am Ende des Monats ja doch den teureren Mantel hätte leisten können.

Seit etwa zwei Jahren habe ich diese kurzfristigen Shoppinggelüste im Griff, bin aber – das bedingt der Job– dauerhaft umgeben von verlockenden Angeboten, neuen Trends und neuen Klamotten im Minutentakt. Die grossen Ketten produzieren im Handumdrehen die Laufstegdesigns, noch bevor die Designer ihre eigenen Kollektionen ausliefern können. Aus High-End wird High-Street. Und mir läuft momentan trotzdem das Wasser im Munde zusammen, wenn ich mir die neuen Zara-Entwürfe ansehe.

Wir hätten hier zwei Exemplare der Dries-van-Noten-Blusen, schöne Marni-Wedges, ein perfektes Streifenshirt (zugegeben, das macht jeder) und die Bomberjacke von Isabel Marant. Die Boyfriend-Jeans könnte von Current/Elliott sein und ich WILL ALLES! Dafür haue ich mir imaginär auf die Finger, lege erstmal brav in den Warenkorb, ohne eine Bestellung abzusenden, und freue mich auf eure Meinungen zu dem Thema.

Die Traumobjekte in der Einzelansicht:

 

P.S.: Die Jeans, das Streifenshirt und die Karobluse – sind das nicht auch dauerhafte Investitionen, die weit mehr als eine Saison überdauern?!

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

Kommentare (17) anzeigen

17 Antworten auf „Aus High-End wird im Handumdrehen High-Street“

Finde es ebenfalls besser, auf ein schönes Stück zu sparen (oder den Sale abzuwarten!), als nur mal schnell was von Zara mitzunehmen. So ging es mit mit der Kopie des Sandro-Mantels. Angezogen sah es nicht schlecht aus. Aber die Qualität war unterirdisch. Hab ihn hängen gelassen und zwei Wochen später wollte ich ihn schon nicht mehr. Hab mich dann für eine schlichtere Variante von Theory entschieden (wesentlich teurer) und habe den Kauf nicht eine Sekunde bereut. In den letzten Jahren wanderten bei mir vielleicht 2-3 Teile von Zara und Co. in den Kleiderschrank, aber nur, wenn die Qualität auch stimmte.

Die Zara-Teile sehen online immer toll aus. Wenn man sie dann in der Hand hält, sieht man, dass auch dort die Qualität gewaltig nachgelassen hat. Die Jeans habe ich beide vor paar Tagen anprobiert. Sahen furchtbar aus leider.

Ich mache es mittlerweile so, dass ich nur noch „für mich gute Qualität“ – also kein Polyester mehr kaufe bei H&M und Zara. Damit komme ich ganz gut klar, minimiert zwar die Auswahl, aber dafür hält die Kleidung auch und ich fühle mich wohl.

Ha, ha, mach ich genauso – ich leg’s in den Warenkorb und dann drücke ich nicht den Bestellbutton oder ich kehre auch mal gern an der Kasse um und hänge das Teil wieder zurück an den Ständer, wenn mich plötzlich die Einsicht trifft. Polyesterzeug kaufe ich gar nicht mehr – drum fällt für mich auch das meiste von Monki oder Topshop flach. Ich hab mir angewöhnt, mir meine Wünsche auf einen kleinen Zettel zu schreiben und was da nicht draufsteht, wird auch nicht weiter angeguckt.
ABER … die Zara-Wickelkarobluse (allerdings die mit Rot auf dem großen Bild) ist dann doch in meinen Kleiderschrank eingezogen, die ist einfach so toll (und aus 100% Cotton)!!

Ach so, noch was: Natürlich ist es besser, in Teile zu investieren, die langlebiger sind, allerdings finde ich es okay und sehr erfrischend, sich auch mal hin und wieder Teile zuzulegen, von denen man weiß, dass man sie nach einem Jahr schon wieder satt hat. Ich muss nicht alle meine Sachen für die nächsten zwanzig Jahre anziehen können.

aber der mix macht es doch nun mal aus. nichts spricht gegen zara & co – in maßen eben. ich kann doch nicht nur in vermeintliche klassiker investieren. und sorry jessie, aber das was du hier modemäßig präsentierst sieht nun auch nicht so aus, als ob es sich immer um teure „klassiker“ handelt…. wirklich nicht.

Ich finde das weiß-blau gestreifte Shirt nirgendwo auf der Zara Seite. Kann mir jemand helfen? Ich hätte es sehr gerne, so simpel aber genau so eins fehlt mir noch im Kleiderschrank – bei mir kommen gerade auch starke Haben-Wollen-Gefühle hoch…

lieber wenig, dafür ausgewählt shoppen finde ich total gut, und man merkt, dass sich das bei immer mehr bloggern durchsetzt (stichwort 5 piece french wardrobe).
macht ihr irgendwann vielleicht auch mal was zu nachhaltiger mode? ich finde die auswahl an schönen dingen, die fair produziert werden so schwierig, wenn man nicht in die öko-schiene fallen will. und ich blicke ehrlich gesagt auch bei den großen designern nicht durch, wer da wo unter welchen bedingungen produzieren lässt.

Ich finde den Ideenklau der preiswerten Ketten nicht in Ordnung. Allerdings bin ich älter (47) und liebe es, mir für ein Original-Designer-Stück richtig Zeit zu nehmen, es mit Bedacht auszuwählen, zu warten, bis es lieferbar ist und es dann zu bestellen, z. B. auch erst im Sale. Ich denke in Zeiträumen von 5 bis 10 Jahren. So lange sollten Schuhe und Kleidung, die ich mir leiste, schon halten, zeitgemäß aussehen und ich mich wohl darin fühlen. – Mein Statement für mehr Nachhaltigkeit beim Kleidungskauf!

Seit ein paar Jahren achte ich auch auf Qualität. Lieber kaufe ich eine zeitlose Seidenbluse für 100€ im Sale, wie 3 Polyesterteile. Doch Trendmode, die ich eventuell nur eine Saison trage, shoppe ich dann doch bei Zara, Cos usw. Bei Schuhen leiste ich mir aber grundsätzlich nur gute Qualität, denn billig wirkende Schuhe ruinieren jedes Outfit.

Ich bin auch dazu übergegangen lieber in Qualität als in Quantität zu setzen und fahre bisher ganz gut damit. Alles was ich mir für viel Geld kaufe, habe ich mir gut überlegt und den Kauf nicht bereut. Ich liebe jedes Stück!

ich finde die teile schön und so günstig ist zara mittlerweile nun auch wieder nicht. und ich finde wenn dir die sachen gefallen, dann gönne dir doch ein teil auch wenn es von deinem plan abweicht in qualität zu investieren.

naja man muss es ja auch mal so sehen, läden wie zara (h&m meiner meinung nach bis auf die trend-collection nicht) und topshop machen es nun mal auch leuten, die nicht so viel geld für mode zur verfügung haben möglich, sich trotzdem trendbewusst und modisch zu kleiden – als 18jährige schülerin mit nebenjob ist nämlich auch wenn man sich die paar käufe bei zara verkneift am ende des monats leider kein kenzo pulli oder isabel marant mantel oder eine céline tasche drin. da müsste man schon ziemlich lange nackt oder halt unmodisch rumlaufen. deshalb bin ich persönlich sehr dankbar für zara und kaufe dort so gut wie alle teile, außer ein paar einzelteile in kleinen läden in der umgebung. und mit der qualität bin ich gemessen am preis dann auch immer echt zufrieden gewesen.

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.