TOP5: Handtaschen, in die es sich zu investieren lohnt

Früher galten die Hermès Birkin Bag oder Chanel 2.55 als die Taschen schlechthin. Inzwischen bietet beinahe jedes Label übersaisonale Taschen-Modelle an, weil viele Frauen lieber in Klassiker als in kurzlebige It-Bags investieren wollen. Ich zum Beispiel. Vor fünf Jahren habe ich die von Sofia Coppola für Louis Vuitton entworfene Tasche SC Bag in einem Magazin gesehen und mich so verliebt, wie sich nur eine Frau in eine Handtasche verlieben kann. Ich musste sie besitzen.

Gewiss habe ich dieses überaus kostspielige Accessoire nicht mal ebenso zwischendurch geshoppt – monatelang habe ich mein Sparschwein gefüttert und an meinem Geburtstag um Zuschuss von meiner Familie und meinem Mann gebeten. Dann bin ich mit dem Zug nach Düsseldorf gefahren und habe die Tasche in der Louis Vuitton Boutique auf der Kö gekauft. An der Kasse wurde mir flau im Magen, denn so viel Geld hatte ich noch nie zuvor auf einmal auf den Kopf gehauen – schon gar nicht für einen Modeartikel! Seit 5 Jahren begleitet mich die SC Bag abwechselnd mit einer Balenciaga City Bag (acht Jahre alt) und einer Celine Trio Bag (ein Jahr alt). Wenn es regnet, renne ich nachhause und stelle „Sofia“ niemals auf den Boden, denn ich hege und pflege sie so gut es geht.

Im Sommer waren wir sieben Wochen getrennt: Da musste Sofia zur Reparatur. Die Paspelierung an den Seiten hatte sich gelöst und im Louis Vuitton Store im Berliner KadeWe wurde mir freudig verkündet, dass die Instandsetzung 280 Euro kosten würde. Einen Moment lang dachte ich „So viel Geld investiere ich doch nicht in eine alte Tasche!“, im nächsten Moment dann genau das Gegenteil: „Natürlich investiere ich so viel Geld in diese Tasche – sie ist ein Klassiker!“ Also wurde das gute Stück nach Paris geschickt und dort – so stelle ich es mir vor – von einem erfahrenen Täschner in mühevoller Handarbeit wieder flott gemacht.

Es hat sich gelohnt: Sofia kam beinahe neuwertig zurück und die Lederschnipsel an den Reißverschlüssen wurden ohne Aufpreis ebenfalls erneuert. Selbst die Handtaschen-verwöhnte Jessie schleicht hier immer wieder um die SC Bag herum und führt sie in unserem neuen Büro spazieren. Ich kann das verstehen: Das Kalbsleder wird von Tag zu Tag schöner und die kobaltblaue Farbe passt zu jedem Outfit. Ein Blick in den Louis Vuitton Onlineshop zeigt: Der Preis für den „Inbegriff des zeitlosen Glamours“ ist in den letzten Jahren gestiegen – aktuell liegt er bei ungefähr 3.000 Euro. Meine liebe Kollegin Okka Rohd von Slomo ist ebenfalls stolze Besitzerin dieser Tasche und sagt: „Ich mag ihre Farbe (mal kein Schwarz) und ich mag, dass sie gleichzeitig modern und klassisch ist.“ Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen. Welche Handtaschen-Modelle ebenfalls als solide Anlage gelten, seht ihr in der Galerie:

  1. Bowlingbag Duffle Bag von Saint Laurent, ca. 1.390 Euro via Mytheresa
  2. PS11 von Proenza Schouler, ca. 1.525 Euro via Luisa via Roma
  3. Paraty Bag von Chloe – ca. 1.295 Euro via Net-a-Porter
  4. Classic City von Balenciaga – 1.145 Euro via Balenciaga
  5. Céline Classic Box Bag, ca. 2.500 Euro online leider bislang nicht erhältlich – Händler-Infos via Celine

Kommentare

  1. Alexa, soweit ich weiß kostet die SC Bag in der großen Größe (wie Du sie hast) aktuell 3400 Euro. Enormer Preisansteig, wenn man bedenkt, dass sie für 2700 Euro auf den Markt kam.

  2. Schön, dass du so viel Freude mit deiner Tasche hast! Dann hat sich die Ausgabe für dich doch gelohnt. Ich persönlich würde jedoch niemals über 1000 Euro für eine Tasche ausgeben, ehrlich gesagt noch nicht mal über 500. So schön kann ich eine Tasche gar nicht finden 😀 Mein Herz schlägt für anderes – aber da ist eben jeder und jede anders.

  3. Ich finde es super, dass du Sofia pflegst und reparierst. Das sollten wir mit allen Sachen machen, die uns etwas bedeuten. Nichtsdestotrotz hätte ich von einer derart teuren Designerhandtasche mehr Lebensdauer erwartet. Manchmal bezweifel ich, ob Designerware wirklich gleich Qualität bedeutet oder der hohe Preis nicht einfach nur ein Indiz für den Marktwert ist.

  4. Milenoi sagte am

    Lustig. ich habe mir die Bildergalerie gerade angeguckt und mir vorgestellt es wären Handtaschen in der Kaufhausabteilung für 69,95. Mir gefällt keine einzige… Ich frage mich manchmal schon ob nicht die märchenhaft klingenden Namen „Chloe, Hermes, Proenza Schouler… “ das eigentlich Zauberhafte darstellt.

    • Klar ist der Name bei Accessoires im Luxusbereich extrem wichtig!!! noch mehr bei Kosmetika, Parfüm und Sonnenbrillen. Geringer Materialwert aber über den Namen super gut super teuer zu verkaufen.
      Aber ist das bei Klamotten anders?

    • viennarightnow sagte am

      Denke ähnlich. Für 69,95 würde ich vielleciht die eine oder andere mitnehmen … aber bei diesen Preisen no way! Ich verstehe, dass eine in Europa handgefertige Tasche was kosten muss – und natürlich auch was kosten soll. Aber die von Vuitton & Co verlangten Preise sind schlichtweg unrealistisch. Ich besitze eine sehr schöne handgefertigte Umschlagtasche aus Frankreich (auch das Leder wurde in Frankreich, sogar in der gleichen Region hergestellt) welche 370 Euro gekostet hat. Hier erscheint mir Leistung und Preis nachvollziehbar und daher bin ich vollkommen einverstanden diesen Preis zu zahlen. Aber doch keine 2.000 Euro aufwärts …

  5. Schöne Tasche! Weiter viel Spass damit.
    Die Preissteigerungen bei Accessoires bzw. Taschen sind in der Tat enorm. Allein bei Mulberry wurden innerhalb eines Jahres zweimal die Preise erhöht
    Die Preissteigerung als Wertsteigerung für die eigene Tasche zu sehen. dürfte dennoch nur in Ausnahmefällen zutreffen, Stichwort Kelly. Birkin.
    Aber Taschen lassen schon deutlich besser über die einschlägigen Foren oder eBay wieder verkaufen als ehemals super angesagte Klamottage.
    Die großen Drei sind und bleiben in dem Bereich
    aber LV, Hermès und Chanel. Die haben alle keinen Sale und kein Outlet. Den Rest bekommt man auch mal als „Schnapper“ bzw. alle haben Outlets, wo auch Subs oder Salemodelle zu erwerben sind. Die drei Großen machen ihr überschüssiges Zeug lieber kaputt.
    Auf Deine Liste sollte in jedem Fall eine der günstigsten Hermès, die Evelyne (ab 2000) und auch ein Chanel-Teil.
    Taschen sind a…teuer, mir machen sie aber auf Dauer mehr Spass als Fummel.

  6. Steffi Gtl sagte am

    Die Tasche ist klassisch schön und ich halte es generell damit, dass jeder mit seinem eigenen Geld machen soll was er möchte ohne mit der selbstgerechten Moralkeule andere Menschen erschlagen zu werden. ABER mir persönlich ist das Investitionsargument immer etwas suspekt. Addiere ich auf die 3000 Euro der Tasche die 280 Euro der Reparatur hinzu und teile das ganze durch fünf Jahre, waren das bisher 656 Euro Handtaschenbudget pro Jahr. Für jemanden der regulär No-Name-Handtaschen (auch Leder-Fachhandel) nutzt rentiert sich diese Anschaffung auf gar keinen Fall (abgesehen evtl vom Wiederverkaufswert). Es ist nun mal ein Luxus-Produkt für ein modeinteressiertes Publikum.

  7. hclsaltaicd sagte am

    Ich war (und bin) seit langer Zeit Fan der Sofia Coppola Tasche. Allerdings würde ich sie ebenfalls niemals kaufen – dein Artikel hat das gerade wieder bestätigt. Ich bin bereit viel Geld auszugeben für einen Klassiker, der zu allem passt und nicht aus der Mode kommt. Ob die SC ein Klassiker ist, kann man noch nicht abschätzen, das geht m.M.n. erst nach vielen, vielen Jahren. Aber auf jeden Fall sind die Chancen ganz gut dank schlichtem Design (anders als die Balenciaga-Tasche!). Aber für mich steht Funktion und Qualität im Vordergrund. Natürlich kann eine Tasche nicht jeden Zweck erschlagen, aber wenn man bei ein paar Tropfen gleich nach Hause rennen muss, sie nicht auf dem Boden abstellen kann… Und trotzdem nach wenigen Jahren zur Reparatur muss – das ist einfach zu unpraktisch. Es gibt wirklich tolle Taschenhersteller, mit gutem Namen, im klassischen Design, die deutlich weniger kosten und eine bessere Qualität haben. Sie sind halt nicht in, sie sind kein Statement. Allgemein finde ich teure Taschen kein Teufelszeug wie manch anderer. Früher hat man für Schmuck ein Vermögen ausgegeben, heute gibt es eine Tendenz zur (großen) Designertasche – das hängt bestimmt mit der Emanzipation der Frau zusammen. Am Rande: „Normale“ Louis Vuitton Taschen sind deutlich billiger und werden mit dem Alter immer schöner. Und eine Chanel 2.55 ist sein Geld in meinen Augen wert, denn diese Tasche ist wirklich immer in und unendlich vielseitig. Die hier aufgelisteten Taschen müssen ihr Überleben erst noch beweisen, meiner Meinung nach ist das immer noch die Kategorie „It-Bag“, für die lohnt es sich keinesfalls so viel Geld hinzublättern.

  8. Vielen Dank für deine interessanten Anregungen! Ich spekuliere auch schon seit längerem auf die Proenza Schouler PS11 – aber bin einfach unsicher, ob sie nicht doch eher in Richtung auslaufenden It-Piece geht statt in Richtung: Anaschaffung fürs Leben.
    Mit meiner Céline Trio Bag bin ich bisher auch sehr zufrieden und erfreue mich jedes Mal aufs Neue an ihr! Und ihr schlichtes Design passt einfach zu allem, was ich unglaublich schätze.

    Katarina x
    http://katarina-ahlsson.se

    • Hey Katarina, ich habe die PS11 und sie ist toll – anders, aber dennoch ein Klassiker. Schon seit 3 Jahren!

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