Reisen: Soneva Fushi und Soneva Jani – oder auch: Das allerschönste Erlebnis auf den Malediven

Weiter geht's mit Jessies Reisetagebuch von den Malediven! Next Stop: Soneva Fushi und Soneva Jani

Noch bevor man auf Soneva Fushi ankommt – vom Wasserflugzeug holt uns das Boot ab, um uns in zehn Minuten zur Insel im Baa Atoll zu bringen – nimmt uns die Crew die Schuhe ab. „No news no shoes“ lautet die Philosophie, die wir uns in wenigen Stunden zu Herzen nehmen und völlig vergessen, wieso man überhaupt so viel Schuhwerk braucht. Meine sechs Paar Sandalen jedenfalls kommen in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz.

Gründerin Journelles

Im Vorfeld tut es manchmal gut, nicht so viel vorrecherchiert zu haben, was einen erwartet. Denn besonders das Robinson-Crusoe-Erlebnis, das auf Soneva Fushi den erheblichen Unterschied zu anderen Inseln auf den Malediven macht, muss man selbst erlebt haben. Als Sonu und Eva vor über 25 Jahren ihren Honeymoon auf den Malediven verbrachten, wollten sie nie wieder weg – da man aber nicht mal mit dem nötigen Kleingeld mal eben so eine Insel kaufen kann, mieteten sie die Insel und erschufen Soneva, was sich aus ihren Namen zusammen setzt. Zuvor hatten Eva, ein ehemaliges schwedisches Model, und der Geschäftsmann Sonu aus der Schweiz das inzwischen weltweit renommierte The Six Senses entwickelt und verkauft – um sich ihren persönlichen Traum von Luxus zu erfüllen.

Denn wenn man den Standard von 5-Sterne-Hotels kennt und lebt, dann sieht selbst in der Luxuswelt alles gleich aus. Wenn man also ausbrechen und zur Ruhe kommen möchte, dann geht das auch ohne strikte Kleiderordnungen, perfekt angeordnete Palmenreihen und Marmorbäder. Kein Wunder, dass es bis vor wenigen Jahren nicht mal WLAN auf der Insel gab – und auch jetzt empfohlen wird, es nachts auszuschalten, da es nicht gut fürs Wohlbefinden und die Gesundheit ist.

 

Das wilde, ursprüngliche Gefühl lernen wir gleich am ersten Abend kennen, als wir mit unseren Rädern zum Restaurant am Strand, gefühlt ganz nah an den Sternen, fahren wollen – und uns in dem ursprünglichen, nur spärlich mit kleinen Fackeln beleuchteten Urwald verfahren. Die Insel ist wild und spektakulär schön, hier leben zahlreiche Vogelarten, Hühner sowie 200 Kaninchen, die einfach so durch die Gegend hoppeln. Nachhaltigkeit liegt den Gründern besonders am Herzen: auf der Insel wird eigens Wasser wieder verwertet (und, fürs richtige Karma natürlich auch an dem ein oder anderen Kristall entlang geschleust), viele Holzmöbel in der eigenen Werkstatt gezimmert und in der hauseigenen Glasschmiede werden mit den Scherben von der eigenen sowie den Inseln in der Umgebung neue Gläser geblasen.

Villa No.70 auf Soneva Fushi

Das Besondere an der Insel? Ein Teil der Villen kann gekauft werden – unsere Villa Nummer 70 war das neu gebauteste Schmuckstück auf der Insel und gehört einem Schweizer Ehepaar, das es für etwa drei Millionen Dollar gekauft hat. Wenn man die Villen in der Zeit der Abwesenheit über Soneva vermieten lässt, erhalten die Besitzer die Hälfte der Übernachtungsraten. Es gibt zwar einen vorherrschenden Bau- sowie Einrichtungsstil, jedoch werden die Villen den Wünschen des Käufers entsprechend gebaut. Wir sind daher in den Genuss eines atemberaubend schönen Hauses gekommen, das trotzdem bodenständig wirkt. Durch die massive Verarbeitung von Holz erinnerte mich das Haus immer wieder an eine Skihütte – ultragemütlich, und das inmitten des Baa Atolls!

Die Insel wurde inzwischen übrigens zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt und wird nachhaltig bewirtschaftet.

Das bedeutet: So gut es geht, verzichtet man auf Plastik –  auf der ganzen Insel ist kein Müll zu finden. Das tut auch dem Hausriff gut: Zwar hat die Korallenbleiche im Jahr 2016 die lebhaften Farben der Korallen weiter verblassen lassen, unsere Schnorcheltour direkt vor der Haustür war aber trotzdem sagenhaft ,weil fischreich. Wer noch mehr von der fantastischen Unterwasserwelt mitbekommen möchte, dem sei ein Ausflug mit dem Meeresbiologenteam empfohlen: Wir haben nicht nur Mantarochen aus nächster Nähe erleben dürfen, sondern auch Schildkröten, und Mangrovenrochen. Das Team vor Ort kümmert sich auf Soneva Fushi und Soneva Jani um die Überwachung von Schildkrötennestern sowie den zahlreichen Rochen, arbeitet an den Restaurationen der Korallenriffe im Baa Atoll und nimmt sich der Bekämpfung der Meeresverschmutzung an. Ein respektvoller Umgang mit den Tieren und der Natur wurde uns, den Touristen, besonders nahe gelegt.

Und dann war da noch das kulinarische Erlebnis … das Essen, ach, das Essen! Ich glückliches Kind durfte schon in den Genuss vieler Luxushotels auf der ganzen Welt kommen und führe als Frühstücksfanatikerin meine persönlichen Toplisten. Nachhaltig beeindruckt war ich vom W Hotel in Hongkong, den Rang abgelaufen hat dem Hotel nun aber offiziell das Soneva Fushi. Man sitzt auf sehr rustikalen Holzstühlen im Sand, aus der Entfernung erinnerte mich das Setting sogar an ein Zeltlager. Aber die Magie entfaltet sich in einzelnen Räumen, die nie überfüllt waren oder in denen man das Gefühl hatte, dass Essen weggeworfen werden muss. Vielmehr wird dank der verschiedenen Stationen frisches Essen zubereitet, Brot gebacken, jeder Fruchtwunsch erfüllt.

Was ich noch nie gesehen habe? Einen Käseraum. Unter zahlreichen Glasglocken stehen abwechslungsreiche Käsesorten – glücklicherweise ist der Raum, genau wie der Chocolate Room – den gesamten Tag geöffnet. Genau wie die Eisstation.

Das Restaurant „Fresh in the Garden“ liegt in einem Baumhaus umgeben von einem großen Kräuter-und Gemüsegarten, der Name ist Programm: Alle Zutaten stammen von der Insel und aus der näheren Umgebung. Die wacklige Holzbrücke überqueren wir auf dem Heimweg deutlich schwerer – nicht zuletzt, weil das Herz noch ein wenig mehr Liebe beim Sterne gucken durch das massive Teleskop tanken durfte.

Ein paar Outfits in der schönsten Umgebung

Unser Haus hat sich natürlich als tollste Kulisse angeboten. Sobald unser kleiner Sohn sich ins Lalaland verabschiedet hatte, wurde die Kamera rausgeholt. Meine Lieblingslocation? Ganz klar die Sandbank fünf Minuten von der Hauptinsel entfernt, auf der wir einen großartigen Sonnenuntergang erleben durften. Ein Mal in der Woche lädt das Hotelmanagement zum Cocktail hierher ein – vor einem Jahr hat hier Supermodel Isabeli Fontana geheiratet! Schaut euch mal das Video an, es ist einfach nur herrrrrlich!

Kleid: Zazi Vintage.

Kleid: Zimmermann.

Bluse: Sea NY via April First

Bluse: JOUUR.

Kleid: Stella McCartney.

Bikini von Marysia Swim (ähnlich hier und hier).

Soneva Jani: Eine Nacht der Superlative

Wir haben Soneva Fushi nach drei Tagen so sehr in unser Herz geschlossen, dass wir ehrlicherweise gar nicht mehr weg wollten. Für unsere letzte Nacht durften wir aber noch mal in den Genuss eines Hotels der Superlative kommen: Soneva Jani, ebenso entwickelt von Sonu und Eva, hat vor rund einem Jahr geöffnet und besteht ausschliesslich aus Wasservillen, die über eine gigantische Steglandschaft miteinander verbunden sind.

Auch das Haupthaus steht auf Stelzen im Wasser, dem es samt Restaurant, Spa, Kids Club und Fitness-Studio an nichts mangelt. Das Resort der Superlative sieht bei unserer Ankunft mit dem Speedboat, das knapp anderthalb Stunden von Soneva Fushi braucht, aus wie Atlantis. Oder ein Disneyland für Erwachsene, da beinahe alle der 25 Villen mit einer Wasserrutsche ausgestattet sind. Das Meer ist Türkisblau, alles funkelt und glitzert und man kommt ehrlicherweise kaum mehr aus dem Staunen raus.

Egal, wohin man blickt: Die Wasservillen haben uns die Münder offen stehen lassen, seien es die Ausstattung oder der Ausblick. Mehrmals mussten wir uns kneifen, ob dieser Ort wirklich real ist – und fühlten uns fast schlecht, was für unwahrscheinliche Glückspilze wir sind, SO ETWAS erleben zu dürfen!

Die Villen haben Gucklöcher in den Böden, um die Fische zu beobachten, ein ausgeklügeltes Soundsystem, so dass wir im ganzen Haus unsere Spotify-Playlist hören konnten, einen von Blicken Anderer abgeschirmten Zugang ins Meer, eine Outdoor-Dusche, Ankleidezimmer, einen Pool der Superlative und dann auch noch ein sich öffnendes Dach, um abends die Sterne vom Bett aus zu bewundern oder tagsüber noch mehr Licht hinein zu lassen.

Looki:

 

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Die rund fünf Kilometer lange, angeschlossene Insel beherbergt noch ein Kino mit der Leinwand auf dem Meer, geschaut wird dann mit Kopfhörern, sowie eine bereits verkaufte 4-Bedroom-Villa – und natürlich die Angestellten, die inmitten der Gärten, in denen das Essen größtenteils selbst angebaut wird, wohnen.

Das Resort ist erst seit einem Jahr eröffnet und das merkt man stellenweise am Service. Auch das Essen konnte uns nicht annähernd so überzeugen wie auf der Insel der grossen Schwester. Ein solches Erlebnis ist nichtsdestotrotz mit keinem anderen Hotel, in dem wir waren, zu vergleichen – das zeigte mir auch das Feedback auf Instagram: Ich wurde regelrecht bombadiert mit Anfragen! Daher hier meine Empfehlung:

Das Resort ist nicht geeignet für Kleinkinder, wie man den Bildern wohl entnehmen kann, ausserdem reichen zwei, drei Nächte vor Ort vollkommen aus. Dann hat man das gesamte (kulinarische) Angebot durch. Satt sehen kann man sich jedoch nicht. Wenn ich mir jetzt unser Video anschaue, kann ich kaum glauben, an einem solchen Ort gewesen zu sein!

Herzlichen Dank an die Teams von Soneva Fushi und Soneva Jani – dankeschön für euren Service, die Herzlichkeit, euer Engagement – und vor allem Dankeschön an Chelsea, unsere Mrs. Friday auf Soneva Fushi, die Levi sofort in ihr Herz geschlossen und einen Schnorchelausflug lang betreut hat <3

Den Unterschied machen, wie überall auf der Welt, die Menschen. Von euch werden wir noch ewig erzählen!

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

Kommentare (10) anzeigen

10 Antworten auf „Reisen: Soneva Fushi und Soneva Jani – oder auch: Das allerschönste Erlebnis auf den Malediven“

Hach, das sind wundervolle Bilder <3 !
Seitdem ich im Six Senses auf Koh Samui einen traumhaften Urlaub verbrachte habe, steht dieses Hotel auf meiner großen "Hier-Möchte-ich-Unbedingt-Hin-Wunschliste". Die Handschrift von Sonu und Eva habe ich sofort auf den ersten Bildern erkannt. Ich habe mich noch nie zuvor in einem Hotel so wohl gefühlt wie im Six Senses, ich denke aber, dass dies locker vom Suneva Fushi getoppt werden könnte. Ich würde am liebsten sofort meine Koffer packen. Bis es so weit ist schaue ich mir aber liebend gerne diesen Artikel an.

Liebe Jessie, da kann ich dir das Six Senses auf Ko Yao Noi empfehlen. Ein Traum ?? Wir waren dort noch ohne Mini. Aber ich glaube, es funktioniert auch mit. Ich würde auf jeden Fall jederzeit wieder dorthin reisen. Die Location, das Design, die Menschen, das Essen, das Meer – hachja, jetzt habe ich Fernweh. Euer Maledivenerlebnis klingt auch sooo wunderschön. Trotz aller Widrigkeiten. Und wenn ich endlich schon mal schreibe: Hut ab vor allem, was du da (er)schaffst, erlebst und mit uns teilst.

Einfach nur atemberaubend schön. Da kommt ganz großes Fernweh auf. Auch sehr begeistert von deinen Looks. Siehst toll aus

Liebe Jessie, beim Anblick dieser Bilder bin ich sehr glücklich, dass es für mich in 2 Wochen los geht: Weihnachten und Silvester auf den Malediven. Leider bin ich jemand, der Mücken/Moskitos ganz extrem anzieht und das hat mir schon manchen Traumurlaub zum Alptraum werden lassen.
Könntest Du mir bitte sagen, wie schlimm das vor Ort tatsächlich ist (Beachvilla gebucht) und ob ich die hardcore Chemie benötige (wobei auch das bei mir oft nicht besonders wirkt)?

Wünsche dir eine tolle Reise! Nicht auf jeder Insel sind Mücken, aber ich habe diesmal ordentlich was abbekommen. Mein heisser Tipp: Bite Away. Kauf es dir unbedingt, man „brennt“ die Stiche sozusagen aus und es juckt nicht mehr, wirklich der Hammer!

Einfach nur wunderschön! Und die Qualität der Fotos sind der Knaller – ein wahrer Augenschmaus

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007
den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.