Gesprächsstoff: #YouDidNotEatThat

Als Modeblogger gehört es fast schon zum guten Ton, auf seinem instagram-Account neben modischen Ergüssen auch Cupcakes, Eis, Bagels, üppige Buffets und leckeres Essen abzulichten. Je lieblicher der Look des Cupcakes, gern auch in Verbindung mit Blumen und einem Ausschnitt des eigenen Outfits, desto höher die Chances auf viele Likes. In vielen Fällen eine Farce,

Als Modeblogger gehört es fast schon zum guten Ton, auf seinem instagram-Account neben modischen Ergüssen auch Cupcakes, Eis, Bagels, üppige Buffets und leckeres Essen abzulichten. Je lieblicher der Look des Cupcakes, gern auch in Verbindung mit Blumen und einem Ausschnitt des eigenen Outfits, desto höher die Chances auf viele Likes. In vielen Fällen eine Farce, denn die abgebildeten Leckereien werden kaum gegessen.

Um das Bild zu relativieren, das auf instagram propagiert wird, hat eine bislang unbekannte Person den instagram-Account @youdidnoteatthat ins Leben gerufen, um mit Reposts und ironischen Bildunterschriften darauf hinzuweisen, dass die dünnen Bloggerinnen/Models ganz sicher nicht den riesigen Burger, fünf Eis oder die Pizza gegessen haben. Daher fragen wir uns heute in einer neuen Runde Gesprächsstoff, woher dieses Phänomen stammt, wie die Realität wirklich aussieht und was unsere Erfahrungen damit sind.

Jessie: Dinner-Parties, Brunches, Süßes – in der Modebranche wird in Verbindung mit Kollektionspräsentationen so ziemlich jeder kulinarische Traum wahr. Gehört schliesslich zum guten Ton, der Presse ein Rundumsorglospaket zu schnüren. Auf Blogger-Events sind Macarons und Cupcakes ein Garant für Bilder, an jeder Ecke gibt es Snacks, bei Abendveranstaltungen gehört ein Glas Champagner dazu. Würde jede Redakteurin all diese Leckereien wirklich essen, gäbe es seit Jahren keine Size Zeros mehr.

Wenn ich mein Essen fotografiere und teile, dann kann man aber mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass ich es schon längst verputzt habe. Gibt es ein Flying Buffet, so findet man mich dort, wo die Kellner damit rauskommen. Wäre ja auch reine Verschwendung, all die schönen Dinge zu verschmähen! Damit bin ich auf weiter Flur aber alleine – zwar wird gern fotografiert, aber gegessen dann doch nicht.

Einerseits bekommen die Mädels meinen Respekt für so viel Selbstdisziplin, es spricht rein gar nichts dagegen, standhaft zu sein, streng seiner Diät zu folgen und auf seine Gesundheit zu achten (ich muss das noch lernen). Es ist nur absurd zu beobachten, wie unglücklich das Essen zwar angeschmachtet und abgelichtet wird, der Genuss aber verweht bleibt. Noch absurder, dass man dann später die Bilder auf instagram mit dem Titel „so yummy!“ findet, obwohl gar nicht probiert wurde. Ein Phänomen, sich mit vermeintlichen Kalorienbomben abzulichten, nur um ein normales Bild zu suggerieren.

Alexa: Nachdem ich sämtliche Topmodels und Blogger in Cannes live gesehen habe, kann ich sagen: Alles echt Fake. Die essen den ganzen Tag gar nichts! Das Schokoeis fürs Foto flog in den Sand, stattdessen wurde Kette geraucht. Warum machen die das, frage ich mich? So nach dem Motto: Wenn ich das esse, darfst du das auch essen?

Kerstin:  Es wird natürlich wenig bis gar nicht gegessen. Ein skinny Körper kommt nicht vom Naschen und Fast Food Essen. Sieht nach diesen Fotos so aus, ist aber leider hart erarbeitet bzw. erhungert. Wer selbst gerne nascht weiss, dass nach einigen Spaghetti Eisbechern die Waage nach oben schlägt. Natürlich gibt immer mal einen Glückspilz, der futtern kann, was er mag, aber die meisten sind wohl eher dazu verdammt stets auf die Ernährung zu achten. Deshalb finde ich den instagram-Account natürlich sehr lustig!

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Tine: Lustige Idee, eigentlich müsste es auch einen #YouDidNotBuyThat– und einen #YouDidNotWakeUpLikeThat-Account geben, denn der zugrunde liegende Wunsch ist ein- und derselbe. Aber ich denke, die Leser sind klug genug, einschätzen zu können, wie viel Sahnetorte man sich in Wirklichkeit reinpfeifen kann, wenn man so dünn sein möchte. Es heisst ja nicht umsonst Size Zero. Und ob ich wirklich Respekt für diese Selbstdisziplin habe soll oder viel eher Mitleid, darüber bin ich mir nicht ganz im Klaren

Jessie: Lustig ist der Account allemal. Und auch das genaue Gegenteil zu all den healthy Detox und Sport-Kanälen, die den anderen Lifestyle proklamieren. Aber wieso wollen uns die Models weis machen, wie „unsereins“ zu schlemmen? Um Nahbarkeit zu demonstrieren?

Kerstin: Ich glaube, dass nicht immer eine Intention dahinter steckt. Doch wenn, dann zeigt es wohl eher, wovon viele träumen. Dass man alles erreichen kann, ohne viel zu opfern. Erfolgreich zu sein ohne Mühen, schlank ohne Verzicht. Aber: das sind nur Schäume!! Leider.

Julia: Das Problematische an der Entwicklung finde ich, dass User/Follower/Leser mittlerweile derart in die Irre geführt werden und ihnen nun suggeriert wird, dass man viel essen, dünn sein und damit auch noch Kohle verdienen kann. Früher war wenigstens klar, dass Models einen hohen Preis zahlen um dem Schönheitsideal unserer Zeit zu entsprechen.

Heute heißt es von allen Seiten „wir buchen nur gesunde Models ohne Essstörung“ also muss man sich eine neue Lüge ausdenken und sein Umfeld glauben machen, dass man unkontrolliert essen und gleichzeitig einen Traumkörper haben kann. Das gilt in der Realität nur für die wenigsten.

Das Schönheitsideal was nun entstanden ist und mit einem Lifestyle einhergeht der ständiges Schlemmen als Sportersatz propagiert finde ich fast schlimmer als die Models der 90er, wo immerhin klar war, dass sie nicht essen und nur rauchen. Kate Moss gab ja zu „nothing tastes as good as skinny feels„. Auch ziemlich bekloppt aber wenigstens ehrlich.

Jessie: „Nothing tastes as good as 10k likes feel!“

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Kerstin: So sehe ich das auch. Da wird man mittlerweile ganz verrückt und zweifelt an sich selbst. Wie kann die Eiscreme futtern und trotzdem so dürre sein. Gerade in der Modewelt arbeitend, bemerke ich täglich den Druck, perfekt sein zu müssen. 5 Kilo zuviel wird schon mit Maßlosigkeit gleichgestellt und mit rümpfender Nase kommentiert. Ich bekomme dauernd zu hören: oh, hast du abgenommen. Oh, du hast aber zugenommen. Irgendwann weiß man gar nicht mehr, was denn jetzt „normal“ schlank, zu dick oder zu dünn ist. Keine schöne Erfahrung!

Julia: Jessie um deine Frage konkret zu beantworten: Ich denke es geht darum das nach wie vor geltende magere Schönheitsideal neu zu vermarken und zwar mithilfe der Lüge, dass man nicht länger für Größe 32 hungern muss, sondern das heute auch ohne Essstörung und mit gesundem Appetit machbar ist.

Alexa:  Auf der anderen Seite findet man über instagram auch den Gegentrend, dieses ganze „Clean Eating“/“Detox“- und Sport-Thema, was Beispiel die Mädels von Fit_Trio oder Gisele Bündchen und Izabel Goulart (#BodyByIza) propagieren. Aber letztendlich geht es auch nur ums dünn sein.

Jessie: Bleibt uns Zuschauern also nur eines: Kritisch hinterfragen, Kopf anschmeissen und nicht alles glauben, was man sieht. Mich schreckt eine derartige Inszenierung eher ab – „unfollow“ hilft!

Und was haltet ihr davon?

Von Jessie

Ich bin Jessie Weiß, 32 Jahre jung, lebe verheiratet in Berlin, bin Mama von Levi (1), schwanger mit dem zweiten Kind sowie Gründerin von Journelles. Ich liebe Phoebe Philo, Stella McCartney und Isabel Marant, kann aus anatomischen Gründen nicht auf hohen Schuhen laufen, habe einen Céline-Taschentick, tanze und höre leidenschaftlich gern Hip Hop, kann mir selten Ironie verkneifen, leider immer noch kein Französisch sprechen, obwohl ich Paris für die schönste Modestadt der Welt halte, gucke am liebsten Jimmy Fallon, Jan Böhmermann, Game of Thrones oder entspanne beim Serienmarathon auf Netflix, bin ein kleiner Workaholic mit Multitaskingtalent, professionelle Instagram-Durchscrollerin, in jeder Lebenslage tollpatschig, habe ein Faible für skandinavisches Interior und einen Kissen-Tick, bin groß im Wellness machen und wäre daher noch lieber professionelle Hoteltesterin. Mode ist meine grosse Liebe, aber meine Kohle investiere ich eher in Reisen und Essen – und neuerdings fast ausschliesslich in mein Kind.

Als alter Bloghase – 2007 habe ich LesMads mitbegründet – ging im Oktober 2012 mein persönlicher Traum in Erfüllung: Ich habe mich mit "Journelles" selbstständig gemacht. Das Blogazine ist mein digitales Zuhause, News-Plattform, Modetagebuch und tägliche Anlaufstelle für spannenden Content rund um die Themengebiete Interior, Reisen, Beauty und sowohl High Fashion als auch Contemporary Labels und Highstreetmode.

Nebenbei habe ich die Modesendung It's Fashion auf EinsPlus von der ARD moderiert, berate Firmen im Social-Media-Bereich, halte Vorträge und reise um die Welt, um euch täglich den schönsten Content zu präsentieren. Im Juni 2015 habe ich mein eigenes Modelabel JOUUR. gegründet.

2016 ist mein Sohn Levi auf die Welt gekommen. Baby-Themen werden seither auf Mini Journelles behandelt und das nun auch wieder intensiver, da unser zweites Kind unterwegs ist.

Journelles ist inzwischen gewachsen: Wir sind ein sechsköpfiges Redaktionsteam im Berliner Prenzlauer Berg und haben im Sommer 2018 unseren ersten temporären Concept-Store, den Journelles Marché, eröffnet.

Mein Credo: Mode muss Spaß machen, auf Augenhöhe funktionieren und sollte sich nicht so ernst nehmen.

Mehr über mich findet ihr im Presse-Bereich, auf Instagram und ab und an auf YouTube. Subscribe!

Aktuelles Presse-Feature:

VOGUE.DE: "Influencer im Portrait: Jessica Weiß - Alles, nur kein Stillstand"

Kommentare (14) anzeigen

14 Antworten auf „Gesprächsstoff: #YouDidNotEatThat“

Also ich bin inzwischen echt gelangweilt von Cupcakes, irgendwie sind die „vorbei“. Mich langweilen diese Bilder sehr.

Super Thema und Hashtag (Tine, deine sind aber auch ganz gross!). Es stimmt, es wimmelt auf Instagram von Food- und Eat-Bildern. Ich finde sehr spannend, dass Ihr so klar bestätigt, dass das reine Inszenierung ist und das Essen hinterher weggelegt wird. Ehrlich gesagt hatte ich schon gedacht: genau das denk ich mir nur, aus Missgunst und Neid, dass die alles essen können in ihrem perfekten Leben auf den schönsten Terrassen der Welt mit den coolsten Menschen im Arm.
Immer wieder eindrücklich, wie sehr man auf inszenierte Perfektion reinfällt und sich davon (mehr oder weniger) unter Druck setzen lässt.

Naja, zwischen „hungern um schlank zu sein“ und „gesund essen & Sport machen um schlank zu sein“ gibt es ja eine große Bandbreite… zum Glück 😉 Ob man nur auf zuckrigen und extrem fettigen Kram verzichtet ,oder komplette Nährstoffgruppen weglässt das sollte man unterscheiden. Das eine ist nämlich vernünftig, wenn auch für Naschkatzen wie mich unrealistisch, das andere ist schlichtweg dumm und ungesund.

Ich glaube es Mädchen mit Modelfigur ehrlich gesagt, dass sie auch so
aussehen können, wenn sie einmal die Woche nen Burger oder ein Stück
Sahnetorte verdrücken. Aaaaaaber: Dieses ewige „posing“ mit dem Essen – das wirkt einfach zu unglaubwürdig…

Ich finde den Instagram-Account echt klasse! Dieses ewige „Schaut mich an, ich bin super dünn, esse so viel Eis, Burger, Macarons, bin also voll normal und nicht essgestört“ finde ich so was von daneben! Viele von den Mädls, deren Bilder dort veröffentlicht werden, haben so dünne Ärmchen, dass man sich fragt, ob ihr Arm nicht durchbricht, wenn sie ihr Valentino-Täschen dranhängen, aber neeeeein, sie sind ja voll die Zuckermäulchen, is klar.. Klar wissen ganz viele, dass das nur Fake sein kann, zumindest überwiegend, aber es gibt halt auch genug „kleine Mädchen“, die das nicht so kritisch hinterfragen und deren Selbstbewusstsein in den Minusbereich schrumpft, wenn sie sehen, dass diese ganzen wandelnden Stecken eine Kalorienbombe nach der anderen in sich reinmampfen und trotzdem der Strich in der Landschaft bleiben, während die Normalos unter uns nach einer Woche schlemmen 3 Kilo mehr auf der Waage haben.
Ich habe das Gefühl, dass es momentan nur diese zwei Extreme gibt, die uns medial suggeriert werden sollen: Dünn mit Fast-Food oder dünn mit dem ganzen #cleaneating-Gedöns. Ich kann es echt nicht mehr sehen! Mein Oberschenkel könnten straffer sein, mein Bauch durchtrainierter, aber wisst ihr was? Das ist mir so was von egal, wenn ich gemütlich auf meinem Balkon sitze, den Sonnenuntergang betrachte und einfach nur glücklich und zufrieden bin! Lieber das, als Hunger und das „perfekte Instagrambild“! Was bei mir vor die Linse kommt, ist wie Jessi schon gesagt hat, meinstens schon weg, wenn es online gestellt wird!:)

shopping und essen sind auch meine liebsten themen.
ob sich die mädels darüber hinaus noch mit anderen dingen beschäftigen?

Das gehört letztlich zum Mythos des inszenierten Selbstbildes, alles Image, sozusagen – denn ganz ehrlich: Frauen, die den ganzen Abend nur an einem Salatblatt kauen, um dann mit knurrendem Magen an der zehnten Zigarette zu saugen; das findet wohl kaum jemand sexy. Irgendwie wirkt dieser disziplinierte Dauerverzicht freudlos, krampfig und abtörnend, also genau so, wie diese Mädels auf gar keinen Fall rüberkommen wollen. Alle sind doch immer so sexy, schön, spontan, cool und locker-flockig. Ich finde diese ganze Instagram-Selbstdarstellerei ohnehin ganz furchtbar, aber das ist ein anderes Thema.

Schöner Artikel, ihr Lieben. Ich finde mich nämlich auch allzu oft an Tischen wieder, die vollgestellt sind mit Brot und Quark – bloß langt außer mir nur selten jemand zu, sind ja schließlich fiese Kohlenhydrate drin. Ich kenne das sogar aus dem engeren Bekanntenkreis, dass es da Mädchen gibt, die sich schlimm haben anstecken lassen von den Medien. Man hört dann Dinge wie „Ich finde Knochen halt schön“ und gegessen wird, jedenfalls vermute ich das, bloß wenn jemand zuschaut (ist ja ein beliebter Trick, sich schlank zu halten). Wir steuern aber bestimmt auch selbst eine Menge dazu bei. Erstens als Blogger an sich und zweitens als Freundinnen, die ihre Liebsten loben, sobald da Pfunde purzeln. Ich sage deshalb gar nichts mehr, mir ist es ohnehin egal, wie dick oder dünn jemand ist, Schönheit ist doch etwas ganz anderes. Deshalb auch Chapeau für den Instagram-Account. Ein bisschen Humor und Selbst-Ironie tut der Sippe ohnehin mal gut. Ich denke nämlich, dass es sehr wichtig ist, den Damen ab und an den Spiegel vor zu halten, und auch uns selbst. Manchmal posten wir ja Bilder, die wir selbst ganz klasse finden – ohne zu merken, dass das Ganze auf Fremde wirklich seltsam bis unangenehm oder peinlich wirken muss.

andere Menschen/Kinder !!! hatten noch nie einen vollen Ess-Teller..und bei uns müssen die cupcackes farblich zu den Schuhen passen.Mir wird schlecht.

Danke für diese super Entdeckung!
Die Kommentare zu den Fotos sind herrlich – heitern einen auf jeden Fall auf.
Ich finde es allerdings schlimm, wenn das Essen nur dazu dient ein Foto für Instagramm zu bekommen und dann einfach im Müll landet. Gibt genügend Menschen, die sich darüber freuen würden.
Und was mir aufgefallen ist: Die ein odere andere Dame hat vielleicht kein Gramm Fett auf den Ribben, dafür aber lässt die Haltung zu wünschen übrig… Haben vielleicht keine Kraft mehr sich gerade zu halten. 😉

Danke für den schönen und vor allem thematisch wertvollen Artikel. Ihr von Journelles seid schöne und echte Frauen und dazu noch tolle Frauen-Freundinen. Diese bodenständige Webseite macht Mut, dass man in jedem Alter und in jeder Form schön sein kann. Ich hatte die Ehre, Kerstin in ihrem Geschäft in Frankfurt persönlich kennen zu lernen, sie ist echt entzückend. Diese Welt, in der jede ständig Bedarf hat, schönste und tollste zu sein und das alles noch öffentlich mitzuteilen (Instagram, Twitter, Facebook etc) braucht euch. Weiter so ud danke für alle tolle Beiträge

Letztendlich geht es darum die Begehrlichkeiten noch mehr steigern … Blogger sind ja ihr eigenes Produkt und dieses gilt es bestmöglich zu vermarkten.

Was ich absolut schade finde, ist, dass den meisten Blogger nicht bewusst ist, welche Verantwortung sie schlussendlich mit sich tragen. Andererseits sollte es selbstverständlich sein, dass man seinen eigenen Kopf benützt und sich klar macht, dass jemand der Grösse 32 trägt, wohl kaum Kuchen und Torten auf seiner Speiseliste hat.
Trotzdem finde ich bedenklich, mit wie viel Ignoranz sich die beiden Fronten begegnen. Natürlich ist es unterhaltsam zu beobachten, wie man viel zu dürren Mädchen ihre Lügen unter die Nase reibt, aber helfen tut es niemanden. Das ist verspotten, belächeln auf hohem Niveau.
Seiten wo man das „Clean Eating“ zelebriert, geben jeder Frau, die Grösse 38+ hat ein Gefühl man sei der wahrgewordene Elefant im Porzellanladen und Accounts wie #youdidnoteatthat geben der Gesellschaft das Recht über schlanke Menschen urteilen zu können.
Anstatt solchen Sachen Beachtung zu schenken, sollte man aufklären, aber nicht in dem man sich über andere lustig macht. Man stelle sich vor, es gäbe einen Account #youdideatthat und man zeigt eine Adele beim Spaghetti essen, ich muss glaube ich nicht erläutern, welchen Aufschrei ein solcher Account geben würde. Somit finde ich es bescheuert wie viel Aufmerksamkeit, solchen Seiten geschenkt wird- egal ob #fitspo oder #youdidnoteatthat.

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.