Closet Diary mit Kira Kim

7 Tage, 7 Looks!

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Na, wenn das mal kein tolles Closet Diary ist! Die 37-jährige Kira Kim überrascht uns in dieser Woche mit einer ganz ausführlichen Version, die super viele Einblicke in ihr Leben und den Alltag zwischen Kind und Karriere gibt. Als Mutter einer 4-jährigen Tochter lebt und arbeitet sie in Berlin Mitte. Geboren wurde Kira in Südkorea, aufgewachsen ist sie jedoch in einer Kleinstadt in Ostwestfalen Lippe. Jobtechnisch ist sie auch ganz schön rumgekommen: „Für mich ging es zunächst in die Modewelt und nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Maßschneiderin für Damen, bevor ich Architektur studierte. Darauf folgte ein Master in Ausstellungsdesign und Anfang 2012 zog es mich dann beruflich in die Hauptstadt, wo ich bis heute geblieben bin.“

Seit mehr als 2,5 Jahren arbeitet Kira im Customer Support für die Firma Reform. Der Name ist den meisten von euch sicher ein Begriff und ihr habt unsere schicken Fronten wahrscheinlich schon mehrfach in Jessies Traumküche und in ihrem Flur bewundert, oder? „In meinem Job erstelle ich interne Vorlagen, Produkt- und Montageinformationen und entwickle Maßnahmen zur Verbesserung der Customer Experience.“ Ihren Stil würde Kim als minimalistisch bezeichnen. Mode ist für sie wichtig, aber „für mich als Mutti muss es natürlich auch, bis zu einem gewissen Grad, bequem und vor allem spielplatztauglich sein.“ Wie das aussieht, zeigt uns Kira Kim im Closet Diary der Woche. Viel Spaß beim Lesen!

Kira Kim (@kirakimchichi) auf Instagram:

MONTAG

Bei der Arbeit bin ich absolut strukturiert, super organisiert und man könnte meinen sogar etwas perfektionistisch. Was das Aufstehen morgens, vor allem montags morgens angeht, bin ich leider das genaue Gegenteil und gerade nach einem langen Wochenende ist es für mich der absolute Horror. Ich starte meine Woche daher nicht mit einer entspannten Meditations- oder Yoga-Praxis, sondern damit, mich und meine Tochter unter höchstem Zeitdruck für die Kita fertig zu machen, zu frühstücken, um dann in letzter Minute aus der Wohnung zu hetzen. Mein Mann Jeong muss montags morgens immer sehr früh los, damit er Fine nachmittags abholen kann. An allen anderen Tagen in der Woche, habe ich Nachmittagsdienst und Jeong die Frühschicht.

Nach einer schnellen Dusche schnappe ich mir eine meiner Lieblingshosen, eine schwarze fließende Satin Hose. Sie ist eigentlich zu dünn für diese Jahreszeit, aber so gemütlich mit dem Gummizug und perfekt für einen ganzen Tag am Schreibtisch zuhause. Zu der schwarzen Hose kombiniere ich eine klassische weiße Baumwollbluse und einen beigen Wollpullover.

Dann muss ich zumindest obenrum nicht frieren – Problem gelöst. Aber das Kind muss natürlich noch in die Kita und Mitte November sind die Temperaturen morgens schon recht kühl. Für den zehnminütigen Fußweg zur Kita entscheide ich mich daher für einen langen schwarzen Mantel und Stiefel, damit dann auch untenrum nichts friert. Schnell noch den passenden Schal zum Pulli, eine Tasche mit Maske und Wechselsachen für das Kind und los geht’s.

Mit dem klassischen schwarzen Mantel von Cos hatte ich schon seit Jahren geliebäugelt. Mein Mann fand aber immer, dass er aufgrund der Länge und des Gürtels aussieht wie ein Bademantel. Der Mantel gehört bei Cos seit Jahren standardmäßig zur Herbst- und Winterkollektion. Er wird meist leicht am Revers geändert, aber der Schnitt bleibt eigentlich immer gleich. Vor drei Jahren habe ich mir den Bademantel dann aber trotzdem gekauft.

Fast alle meine Stiefel, Sandalen und schicken Schuhe sind von Vagabond. Ich mag den Style der schwedischen Firma sehr, aber vor allem bieten sie einen Großteil ihrer Schuhe auch in Größe 35 an, und das zu einem bezahlbaren Preis. Wenn man also nicht gerade auf das Modell schwarzes oder weißes Lackschläppchen aus der Rubrik Kommunion und Konfirmation der Kinderabteilung steht, haben wir Frauen mit kleinen Füßen nicht allzu viel Auswahl bei schicken Schuhen, geschweige denn Stiefeln. Aber in Bezug auf Damenschuhe in Untergrößen hat sich in den letzten Jahren tatsächlich einiges getan und immer mehr Firmen bieten nun auch Schuhe in kleinen Größen an. Nichtsdestotrotz könnte die Auswahl natürlich noch vielfältiger sein und daher habe ich auch noch keine gute Alternative oder Ergänzung zu Vagabond gefunden.

Zurück zuhause beginnt dann um 8.30 Uhr mein Arbeitstag im Homeoffice. Da ich freitags nie im Büro bin quillt meine Mailbox montags morgens immer über und ich verbringe die ersten Stunden damit alle Mails abzuarbeiten. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr haben wir uns vor einigen Wochen aber einen richtig schönen Arbeitsplatz im Schlafzimmer eingerichtet. Unsere 69 qm große beziehungsweise kleine Wohnung hat nämlich kein extra Gäste-/Bürozimmer, aber immerhin hat unser Schlafzimmer nun eine weitere Funktion.

Bluse: & Other Stories (ähnlich hier), Wollpullover: H&M (ähnlich hier), Mantel: COS (ähnlich hier), Hose: Weekday (ähnlich hier), Schal: Totême (ähnlich hier), Tasche: Mansur Gavriel, Stiefel: Vagabond

Tatsächlich war ich schon einige Wochen vor dem jetzigen zweiten Lockdown light wieder im Homeoffice. Es hieß, wer irgendwie von zuhause arbeiten kann, soll dem Büro, wenn möglich fernbleiben. Da dann auch Fines Kita vor zwei Wochen aufgrund von Corona positiv getesteten Personen, bis auf eine Notbetreuung geschlossen wurde, arbeiteten wir wieder beide von zuhause, im Wechsel inklusive Kinderbetreuung. Glücklicherweise ist Fine seit einigen Tagen wieder in der Kita, sodass so langsam wieder der Alltag bei uns einkehrt. In meiner Mittagspause bringe ich schnell ein Paket zur Post. Die Tochter einer guten Freundin hat heute Geburtstag. Das Paket wird natürlich nicht mehr pünktlich ankommen, aber ich schiebe es einfach auf Corona und die Überlastung der Post. 😉 Heute kümmern sich Jeong und Fine um das Abendessen und ich verlasse das Büro aka Schlafzimmer erst nachdem ich zum Abendessen gerufen werde und den Laptop zuklappe. Der Montag wäre also geschafft!

DIENSTAG

An Tag zwei der Woche fällt mir das Aufstehen immer etwas leichter. Da der Mann heute nicht so früh raus muss und ich Fine nachmittags von der Kita abhole, startet der Tag für uns alle drei etwas entspannter. Es gibt sogar frischen Kaffee und ein kurzes gemeinsames Frühstück. Heute entscheide ich mich für eine schwarze oversized Bluse und die super bequeme Pedal- Pusher von CLOSED. Die Jeans mit Stretchanteil habe ich vor ein paar Jahren bei der Vogue Fashion Night im Bikini Berlin gewonnen. Ich war abends mit einer Freundin zum Shoppen verabredet und hatte nur ihr zuliebe bei dem Gewinnspiel mit gemacht. Kurze Zeit später fand ich dann einen Glückwunschbrief und den Gutschein über eine CLOSED Jeans meiner Wahl in meinem Briefkasten. Frau muss auch mal Glück haben!

Heute muss ich ausnahmsweise ins Büro. Ich treffe mich mit meiner Kollegin um die Einarbeitung einer neuen Kollegin ab nächster Woche zu besprechen und vorzubereiten. Wir werden uns für die Einarbeitung aufteilen und abwechselnd im Büro sein. Außerdem habe ich dienstags immer zwei wichtige Meetings, die heute dann auch im Büro stattfinden werden. Schnell den Laptop in eine Hülle packen und ab unter den Arm und meine Céline Tasche über die Schulter. Der Weg ins Büro ist nämlich noch kürzer als der zur Kita.

Die Céline Tasche ist meine ständige Begleiterin und meine absolute Lieblingstasche. Ich habe sie mir 2017 für unsere standesamtliche Hochzeit gekauft. Anstatt mehrere hunderte von Euro für ein Kleid auszugeben, wollte ich mir einen kleinen Shopping Traum erfüllen und investierte in die klassische Trio Bag. Ein Brautkleid trägt man in der Regel nur einmal. Eine Tasche vielleicht sogar das ganze Leben und man kann sich ständig an diesen einen besonderen Tag erinnern, wenn man sie trägt, egal ob im Alltag oder aber zu einem schicken Dinner.

An meinen kurzen Tagen mache ich mittags immer nur eine kleine Pause. Ich hole mir schnell bei unserem Lieblings-Vietnamesen Quà Phê um die Ecke ein Bánh Bao und einen Avocado-Salat. Um Viertel vor vier klingelt mein Kita-Erinnerungs-Wecker und ich verlasse pünktlich um 16 Uhr das Büro. Nach der Kita geht es dann noch schnell für eine Stunde auf den Spielplatz und dann wird es auch schon wieder dunkel.

Mantel: Monki (ähnlich hier), Hose: Closed (ähnlich hier), Tasche: Céline (ähnlich hier), Stiefel: Zign (ähnlich hier)

Meine Lederstiefel mit Plateau waren letztes Jahr eine der besten Anschaffungen und sind absolut spielplatztauglich, da die Füße mit dicken Socken auch im Winter lange warm bleiben. Als wir zuhause ankommen wartet eine schöne Überraschung auf uns. Ich hatte vor ein paar Tagen das neue Buch und Weihnachtskarten von Gretas Freunde bestellt. Ich liebe alle Bücher von dem kleinen, aber feinen Berliner Verlag und vor allem Sarahs tollen Illustrationen. Wir hatten damals leider keine schönen Fotos von unserer Hochzeit. Ich schrieb Sarah einfach eine Mail und fragte sie, ob sie nicht ein Familienportrait von uns illustrieren könnte. Das Original hängt nun bei Fine im Zimmer und die gedruckten Postkarten schickten wir als Danksagung an unsere Familien und Freunde.

MITTWOCH

Ich habe die letzte Nacht wenig bis gar nicht geschlafen, da ich den ganzen Abend und die halbe Nacht damit verbracht habe eine Serie bei einem bekannten Streaming Anbieter, zu schauen. Ich musste die insgesamt acht Folgen komplett durchgucken, weil sie einfach so gut waren. „Liebe und Anarchie“ spielt in Stockholm und handelt von einer erfolgreichen Beraterin und verheirateten Mutter zweier Kinder und einem jungen IT-Techniker. Falls ihr sie noch nicht gesehen haben solltet, ich kann sie wirklich sehr empfehlen. Nicht nur die Story ist gut, ich mag Sofie als Hauptfigur total. Emanzipierte Karrierefrau und Mutter mit super hippem Style und schon alleine wegen der Einblicke in die schönen schwedischen Interiors, lohnt sich das Gucken der Serie allemal.

Dem entsprechend bin ich heute morgen extrem müde und greife daher direkt zu meinem absoluten neuen Lieblingswohlfühllook. Das Overshirt kombiniert mit einem weißen Basic-Shirt kann sich auch bei spontanen Videokonferenzen sehen lassen. Dazu passend und im gleichen Ton die super bequeme Jeans von Muji.

Fine hat sich heute morgen zum Frühstück Milchreis gewünscht. Wir essen den warmen Milchreis am liebsten mit Apfelmus. Nach dem wohltuenden Frühstück geht es erstmal ab an den Schreibtisch, da warten nämlich noch ein Paar Sheets und Mails die ausgefüllt und bearbeitet werden müssen.

Mittags gehe ich schnell die Straße runter und gönne mir ein leckeres Mittagessen von Klub Kitchen, auch eins meiner Lieblingsrestaurants hier im Kiez. Für den kurzen Weg ziehe ich mir schnell meine Veja Sneaker und eine schwarze Daunenjacke über. Portmonnaie inklusive Schlüssel und Maske hänge ich mir um und eine Mütze muss auch noch mit. Das Portmonnaie mit Schlüsselband von Acne Studios war meine erste Anschaffung in diesem Jahr und ist perfekt für kurze Spielplatzbesuche, oder Einkäufe und so praktisch mit dem extra Haken für Schlüssel und Maske. Da es doch kälter und nasser ist als gedacht, entscheide ich mich nachmittags für meine Regenstiefel von HUNTER, die sind nämlich nicht nur funktional, sondern auch noch sehr bequem und schick dazu. Die Daunenjacke habe ich mir vor fünf Jahren in Seoul gekauft. Sie ist leider schon ziemlich runtergerockt, aber bisher hat mich noch keine andere vom Material, Schnitt und vor allem von der Länge zu hundert Prozent überzeugt, sodass ich mich auch dieses Jahr noch nicht von ihr trennen konnte, obwohl sie immer öfter Federn verliert.

T-Shirt: Uniqlo (ähnlich hier), Hemd: Monki (ähnlich hier), Jeans: Muji (ähnlich hier), Hausschuhe: Birkenstock, Daunenjacke: 8seconds (ähnlich hier), Gummistiefel: Hunter, Ledergürtel: COS (ähnlich hier), Mütze: Acne Studios

Ich war damals zum ersten Mal bewusst in Korea, knapp 30 Jahre nachdem ich von meiner deutschen Familie adoptiert wurde. 2015 habe ich mich dann endlich getraut eine Reise in mein „Heimatland“ beziehungsweise in das Land zu unternehmen, in dem ich geboren wurde. Und das waren drei total verrückte Wochen. Aber das ist eine andere Geschichte und würde diese hier um einiges sprengen. Nach der Kita passiert heute nicht mehr viel. Es regnet schon den halben Tag und Fine und ich machen es uns mit Kakao und Lebkuchen gemütlich. Verregnete Herbsttage können auch was Schönes haben.

DONNERSTAG

Heute ist schon wieder der letzte Arbeitstag für diese Woche. Der Tag startet entsprechend entspannt und freudig. Für den kleinen Endspurt kurz vor Ende der Woche wähle ich ein semi- bequemes Outfit aus einer braunen weiten Hose und einem grauen oversized Kapuzenpulli. Den Oversized-Look entdeckte ich für mich tatsächlich schon vor meiner Schwangerschaft vor ca. fünf Jahren und hielt auch noch lange nach der Geburt daran fest. Ich wollte mir während der Schwangerschaft nichts neues kaufen was 1. offensichtlich nach Schwangerschaftsmode aussieht und ich 2. später nicht mehr weitertragen kann. Außerdem gehörte ich leider nicht zu der Gruppe von Müttern, die durch das Stillen schlanker werden als jemals zuvor, da ich nach nur acht Wochen abstillen musste.

Die 26. Schwangerschaftswoche bescherte mir außerdem noch eine schöne Schwangerschaftsdiabetes inklusive Wassereinlagerungen im Hochsommer. Ab diesem Moment hieß es kompletter Verzicht auf alles was schmeckt und Spaß macht, zusätzlich ein straffes Sportprogramm bis kurz vor der Entbindung, inklusive regelmäßiger Blutzuckertests. Ich nahm trotzdem fast zwanzig Kilo zu.

Bei einer Größe von 156 cm nicht gerade wenig und ich habe letztendlich drei Jahre gebraucht, um meine überschüssigen und durchaus hartnäckigen Schwangerschaftskilos wieder loszuwerden. Ein halbes Jahr später kam Corona und der erste Lockdown inklusive neuer Corona Kilos. Somit feierte der Oversized-Look in meinem Kleiderschrank ein großes Comeback und glücklicherweise ist der Look auch immer noch nicht aus der Mode gekommen, ganz im Gegenteil.

Die New Balance Sneaker habe ich mir letzten Sommer gekauft. Der Klassiker wurde 2019 als V5 Version neu rausgebracht, 1982 erschien das 990er-Modell erstmals. Ich bin seit jeher Sneaker- Fan und teile diese Leidenschaft auch mit meinem Mann. Kleiner Tipp für Frauen mit kleinen Füßen: Schaut einfach mal in der Kids- oder Teenie-Abteilung. Die gehen teilweise bis Größe 37/38 und es gibt viele Modelle auch schon für die ganz Kleinen. Und wenn man Glück hat kann man zum Ende des Sommers auch noch einen Back-to-School Schnapper machen.

Tatsächlich habe ich die New Balance Sneaker in grau und in schwarz. Man findet in meinem Schrank relativ häufig ein und dasselbe Kleidungsstück oder Accessoire in doppelter Ausführung oder in verschiedenen Farben. Gefällt mir ein Teil besonders gut, kaufe ich es mir immer wieder neu oder aber direkt in mehreren Farben.

Ich musste Fine heute morgen versprechen, dass ich ihre Katze Minka mit zur Kita bringe, wenn ich sie abhole, daher funktioniere ich nachmittags meinen kleinen faltbaren Longchamp Rucksack zur Katzentasche um. Der Rucksack ist total praktisch für den Spielplatz oder aber für kleinere Einkäufe und dazu auch noch ganz schick. Fine hat auf dem Rückweg von der Kita noch Fotos von mir gemacht und ich finde, sie sind super geworden. Die kleine Fotokünstlerin möchte aber anonym bleiben und nicht erkannt werden.

Kapuzenpullover: H&M, Hose: Muji (ähnlich hier), Sneakers: New Balance, Ledergürtel: & Other Stories, Rucksack: Longchamp, Schal: Acne Studios, Mütze: Acne Studios

FREITAG

Freitag ist normalerweise „Me Time“ und Freundinnentag! Fine und ich schlafen dann immer länger und ich bringe sie meist erst gegen 9 Uhr in die Kita. Da wir momentan unsere Kontakte bis auf das Nötigste beschränken, treffe ich mich heute nicht mit einer Freundin, sondern auf ein schnelles Draußen-Essen mit dem Mann. Jeong arbeitet in der Nähe vom Zoologischen Garten und ich verbinde unser Mittags-Date mit einer kleinen vorweihnachtlichen Shopping-Tour im Westen Berlins. Um den Ansturm in den Geschäften kurz vor Weihnachten zu entkommen, fange ich dieses Jahr besonders früh mit den Besorgungen an.

Für unser kurzes Date wähle ich meinen schwarzen Lederrock, eins meiner wenigen Vintage-Teile in meinem Schrank. Ich habe ihn zufällig vor zwei Jahren bei neuzwei in Neukölln entdeckt. Er ist super bequem und passt dazu auch noch perfekt. Bei meiner Größe habe ich oft das Problem, dass Hosen und Röcke zu lang sind und ich sie selber kürze oder kürzen lassen muss. Zu dem Rock trage ich die weiße Baumwollbluse von Montag und da drüber einen schwarzen oversized Wollpullover.

Nachdem ich Fine in die Kita gebracht habe, gehe ich noch schnell in den Supermarkt, damit das vor dem Wochenende auch schon erledigt ist. Ich liebe es, wenn wir das Wochenende frei nutzen können, ohne den halben Samstag mit Erledigungen zu verbringen. Ich habe mir im Sommer bei Muji eine ganz schlichte schwarze Umhängetasche gekauft, hauptsächlich für den Spielplatz, da ich da immer die Hände frei haben will und ich meine Céline Tasche etwas schonen möchte. Passend zur Muji Tasche gab es zum Geburtstag eine kleine Wasserflasche in DIN A7 Größe vom Mann (die passt übrigens auch in die Trio Bag!). Da wir ziemlich gut darin sind unterwegs grundsätzlich zu wenig zu trinken, haben wir zumindest immer einen Notfallschluck dabei. Für meinen Kurztrip in den Westen packe ich also noch den Spielplatzflachmann gefüllt mit Wasser ein.

Lederrock: Vintage (ähnlich hier), Bluse: & Other Stories, Wollpullover: H&M, Wollmantel: COS (ähnlich hier), Umhängetasche: Muji (ähnlich hier), Sneakers: Nike

Jeong holt sich mittags eine Currywurst mit Pommes und ich entscheide mich für eine leckere und super gesunde Bowl, damit mir dieser 2. Lockdown und das viele Sitzen und Nichtstun nicht schon wieder zum Verhängnis wird. Denn die Yoga Matte ist diese Woche leider auch zusammengerollt geblieben. Nach dem Essen mache ich mich auf den Weg zurück nach Mitte. Ich habe jetzt noch zwei Stunden Zeit, bis ich Fine abhole und nutze die Gelegenheit vom Sofa aus, in Ruhe ein Paar Telefonate mit der Familie und Freunden, zu führen.

Wir hatten am Vortag mit Fine besprochen, dass wir ihr Zimmer aufräumen und den Bereich unter ihrem Hochbett einmal komplett leer räumen, damit da auch mal richtig geputzt werden kann. Nachdem ich sie aus der Kita abgeholt habe, schreiten wir direkt zur Tat. Ich tausche dafür noch schnell meinen Lederrock gegen meine „Montagshose.“ Nachdem der untere Teil des Hochbettes frei von Spielzeug ist, hat sich Madame überlegt, dass sie heute Nacht unten in der Bärenhöhle schlafen will. Gesagt getan. Mama Bär und Baby Bär liegen gegen 21 Uhr mit vollen Bäuchen vom Abendessen in der Höhle und schlafen zusammen ein.

SAMSTAG

Wie die letzten Tage und Wochen auch, haben wir keine großen Pläne für das Wochenende. Heute ist also erstmal ausschlafen angesagt. Was Fine unumstritten von mir geerbt hat ist, dass sie am liebsten jeden Tag zwölf Stunden schlafen würde. Besser könnte der Samstag also nicht starten, denn sie wird tatsächlich erst gegen 8.30 Uhr wach. Herrlich! Während wir zwei Mädels noch im Bett liegen (Mama Bär hat die Höhle gegen 22.30 Uhr verlassen, Baby Bär eine Stunde später), Hörbuch hören und kuscheln, holt der Mann Brötchen.

Ich hüpfe schnell unter die Dusche während der Kaffee noch kocht. Das Wochenende soll nochmal richtig schön werden, daher entscheide ich mich heute für ein bisschen „Farbe“. Es soll aber auch bequem sein für zuhause, eine schnelle Putzaktion und den Spielplatz. Ich schnappe mir also den zitronengelben Kapuzenpullover und meine sechs Jahre alte Lieblingsjeans. Diesen Sommer habe ich überraschenderweise die Farbe Gelb für mich entdeckt. Aber wie passend als „Banane“, so werden wir Menschen asiatischer Herkunft, die im Westen leben, aber vollkommen integriert sind, nämlich bezeichnet. Wer könnte also besser gelb tragen als ich?

Die Jeans habe ich mir vor etlichen Jahren als Motivationshose gekauft. Eines der wenigen Teile meiner Motivation Collection, die ich tatsächlich irgendwann mal tragen konnte und es hat auch nur 4,5 Jahre gedauert.

Nach dem Frühstück bringen wir noch schnell die Wohnung auf Vordermann und dann geht’s ab nach draußen. Heute ziehe ich meine neuen Lieblingssneaker an. Sie sind für meine Verhältnisse ziemlich bunt und passen perfekt zu dem gelben Kapuzenpullover. Ich habe sie mir diesen Sommer gekauft, aber allzu oft werde ich sie dieses Jahr wohl nicht mehr tragen können. Dazu wähle ich einen schwarzen Mantel im Oversized-Look, der übrigens auch schon seit sechs Jahren in meinem Schrank hängt. Ich überlege nicht lange und schnappe mir intuitiv meine Lieblingstasche, auch wenn sie nicht besonders spielplatztauglich ist. Zufälligerweise treffen wir gute Freunde von uns auf „unserem“ Spielplatz zwei Straßen weiter. Während wir ein kurzes Schwätzchen halten und uns über die aktuelle Corona-Situation in Job und Kita unterhalten, macht Jeong ganz unauffällig ein paar Bilder von mir.

Gegen frühen Abend machen wir uns auf den Heimweg und holen noch schnell Burger und Pommes bei Shiso Burger, weil wir mal wieder keine Lust haben zu kochen, wie so oft am Wochenende. Heute hat Jeong Fine-Dienst und ich nutze die Zeit für eine ausgiebige Gesichtspflege und gönne mir eine tiefenreinigende Maske.

Kapuzenpullover: Monki (ähnlich hier), Mantel: Monki (ähnlich hier), Jeans: Monki (ähnlich hier), Tasche: Céline (ähnlich hier), Sneaker: Aasics, Schal: Acne Studios, Brille: Ace & Tate

SONNTAG

Der Sonntag beginnt ähnlich wie der gestrige Tag. Ausschlafen und dann erstmal ausgiebig frühstücken. Sonntags gibt es immer Aufbackbrötchen und Croissants. Da Jeong neuerdings das Backen für sich entdeckt hat, wird unsere Küche nach dem Frühstück kurzerhand zur Backstube umfunktioniert. Ich kann mich währenddessen in aller Ruhe duschen, Haare waschen und anziehen. Zur Feier des Tages, entscheide ich mich für ein schickes, aber durchaus bequemes Outfit.

Der schwarze Jumpsuit ist eins meiner absoluten Lieblingsteile in meinem Schrank und auch eins der ältesten. Man kann ihn zu jedem Anlass tragen, egal ob casual oder schick, mit Sneakern oder High Heels. Ich kombiniere den Jumpsuit heute mit einer Strickjacke und Chucks. Die Chucks fallen im Übrigen sehr groß aus, sodass ich sie als Kindervariante in Größe 34 trage. Da wir später noch Fines Kita-Freundin auf dem Spielplatz treffen, lege ich mir schon mal meine Gürteltasche von PRADA raus. Neben Rücksäcken sind Gürteltaschen für mich die besten Spielplatzbegleiter geworden.

Die Gürteltasche habe ich mir letztes Jahr selber zu meinem Geburtstag gegönnt. Das tolle Bild bei uns im Schlafzimmer war 2019 auch ein Geschenk an mich selbst, kurz vor Weihnachten. Ich finde, Frau sollte öfter, wenn möglich ein bisschen Geld in zeitlose Designerstücke und in Kunst investieren. Außerdem ist die Künstlerin Dora Földes aus Berlin und dazu auch noch Besitzerin des schönsten Vintage-Ladens namens Grus Grus in Berlin Wedding.

Am späten Mittag machen wir uns mit dem noch warmen Apfelkuchen auf den Weg zum Spielplatz um Fines Kita-Freundin zu treffen. Da heute die Sonne scheint, setze ich noch meine schwarze Céline Sonnenbrille auf. Wer weiß, ob es dieses Jahr nochmal so schön sonnig wird. Da Fine heute noch baden muss und wir in Ruhe kochen, essen und danach nicht allzu spät ins Bett gehen wollen, machen wir uns frühzeitig auf den Weg nach Hause. Kurzentschlossen holen wir dann doch die letzte Portion Rote-Linsen-Bolognese aus dem Gefrierfach, anstatt zu kochen.

Jumpsuit: Monki (ähnlich hier), Strickjacke: H&M (ähnlich hier), Schuhe: Converse, Gürteltasche: Prada (ähnlich hier), Sonnenbrille: Celine (ähnlich hier)

Ich hatte vor einigen Wochen einen riesen Topf Linsen-Bolo gekocht und einer befreundeten Familie eine große Portion vor die Tür gestellt, als sie in Quarantäne waren. Einen Teil haben wir selber gegessen und den Rest eingefroren, für schlechte Zeiten oder Tage wie diese – sehr praktisch.

Eigentlich hätte ich heute wieder Fine-Dienst, aber der Mann übernimmt netterweise meine Schicht und ich darf noch die letzten Zeilen für mein Closet Diary schreiben. Glücklich, müde und auch ein bisschen aufgeregt klappe ich um kurz nach eins den Laptop zu und weiß schon jetzt, wer am nächsten Morgen ziemlich müde sein wird und wieder nicht aus dem Bett kommt.

Foto Credits: Jeong-Hoon Kim & Fine Kim

Kommentare (83) anzeigen

83 Antworten auf „Closet Diary mit Kira Kim“

Oh, das ist aber ein wundervolles Closet-Diary, ich bin wirklich begeistert! So nah am normalen Leben/Alltag
und soooooo sympathisch (und so schön und fotogen ohne gestellt zu wirken! Toll!). LG Hannah

Bestes Closet Diary ever! Kira sieht jeden Tag so wunderbar aus (und zwar auch über diese 7 Tage hinausgehend ;))! Love ❤️ love ❤️ love ❤️.

Wunderbares Diary! Tolle, alltagstaugliche Looks und ein ehrlicher, offener Einblick in eine ganz normale Woche!

Tolles Closet Diary und so wunderbar sympathisch geschrieben. Toller Style, tolle Frau und zauberhafte Fine!

So ein schönes Closet Diary! Toll, wie offen es ist und der Style ist umwerfend aber auch total bodenständig und realistisch!

Wow, Kira hat sich wirklich sehr viel Mühe mit ihren Texten gegeben und kommt zudem echt sympathisch rüber. Gefällt mir alles sehr gut!

Was für ein tolles Closet Diary!
Wirklich ganz ganz sympathisch und nahbar, vielen Dank!

liebe Grüße
Sarah

Super sympathisches, authentisches Closet Diary. Und die Klamotten sind auch noch schön. Lieb ich!

Da muss ich auch mal meinen Senf dazu geben! Herrlich sympathisch, authentisch und realistisch und noch dazu tragbare und bezahlbare Looks. I like very mucho!

Ganz lieb geschrieben und wirklich coole Looks. Und wie zuckersüß ist die kleine Fine!? Eine tolle Vorweihnachtszeit!!

Wow! So ein schönes, alltagstaugliches und trotzdem sehr stylisch. Ein sympathischer Einblick in das „normale“ Leben
Best Closet Diary Eber👏❤️

Was für ein schönes schönes Close Diary. Ich habe es gerade mit Genuss gelesen. So viele tolle Einblicke und ich liebe deinen Stil, Kira! Ich bin total inspiriert von deinem Stil. Danke!
Liebe Grüße, Franzi

Was für ein tolles Closet Diary, super sympathische Frau 🙂
Liebe Kira, würdest du verraten, welche Miniflasche du von deinem Mann bekommen hast? Meine Trio würde sich freuen 🙂

Liebe Grüße

Liebe Kira,
danke auch von mir für das tolle CD und die Einblicke in Euren Alltag und Deine liebevollen Beschreibungen. Ich finde auch alle Outfits toll 🙂 und würde gerne noch mehr von Eurer Wohnung sehen, (ähhm, räusper- unersättlich…). – Schönen Advent und liebe Grüße, bleibt gesund und munter
Helen

So ein wundervolles & zauberhaftes Closet Diary.
Da steckt viel Herz drin…
Welch eine Freude!

WOW!! Das für mich beste Diary 2020!! Endlich mal eine mega symphatische Chicke aber nicht abgehobene humorvolle Frau der man richtig ansieht und er liest wie sehr sie ihre Familie liebt!!! Bin hin und weg !! Danke!! 🙂

So viele Inspirationen weit über Mode hinaus. Hat mir so Spaß gemacht zu lesen und ich hab jetzt auch Lust auf Linsen Bollo aus dem Gefrierfach 😉
Danke für den schönen Einblick in euren Alttag!

Ich bin so begeistert, dass ich ausnahmsweise einen Kommentar schreibe.
Die Outfits sind alle super schön und sehr inspirierend. Und: tragbar!!! Auch wenn mir sonst viel zu viel Mutti-Beiträge stattfinden, ist dieser einfach nur sympathisch und auch als Nicht-Mutter nicht anstrengend.
Besser hätte der Beitrag nicht sein können. Ich freue mich schon auf das nachstylen. Lieben Dank!!!

Wow – so ein tolles Closet Diary. I LOVE IT.
Unaufgeragter, cleaner Style, dennoch immer mit einem gewissen Twist und ehrlich gesagt auch schön, dass nicht nur High-end Kleidung dabei ist. So kann man wirklich mal was nachshoppen 😛

Perfekter Mix aus erschwinglicher Kleidung und dem ein oder anderen Designer Piece – bitte mehr davon <3

Schöne klassische Looks, aber ich muss echt sagen, die Kommafehler stören mich immer mehr! Gibt es kein Lektorat?

Oh je. Jetzt trau ich mich gar nicht dir zu antworten 🙁 Ich hab versucht mein Bestes zu geben. Entschuldige bitte, falls sich hier und da ein kleiner Fehler eingeschlichen hat. Trotzdem ganz lieben Dank für dein Feedback!

Was fuer ein sympathisches Closet Diary! Kira hat sich richtig Muehe mit Text und Fotos gegeben und ich hab durch Tour durch ihre Woche sehr genossen. Besonders grosse Liebe fuer den Sonntagslook und den Tipp mit der Wasserflasche 🙂
LG, Nora

PS: Ich waere ebenfalls sehr neugierig auf eine Wohnungstour 🙂

Große Liebe für das Diary und vielen Dank für die ausführlichen Berichte Kira. Toller Style und so sympathisch <3

Hej,
Normalerweise lese ich kurzrein und schaue mir dann die Fotos an. Hier mochte ich auch den Text – und endlich mal Fotos, wo das Gesicht verschiedene Mimiken hat. Ich mag auch den Stil. Einfach toll! Danke.

Liebe Kim,
ich habe selten so einen schönen Einblick in das Leben eines so sympatischen Menschen bekommen.
Dein Diary ist entspannt, sehr ausführlich (was ich besonders schätze, weil es die Geschichten hinter den Dingen beleuchtet) und nahbar.
Vielen Dank für diese tollen und inspirierenden Outfits!
Hab eine gute Zeit 🙂

Wunderbar: So lässig und dennoch super stilvoll!

Wir verändern unsere Wohnsituation (reduzieren von 140 auf 78qm) und dafür werde ich meinen Walk-in-Closet aufgeben und locker 40% meiner Klamotten aussortieren müssen. Es motiviert mich sehr zu sehen, wie andere Menschen, die aufgrund ihrer Wohnsituation sicher auch nicht viel Raum für Klamotten-Aufbewahrung haben, dennoch immer top gestylt aussehen. Bin begeistert und wünsche mir viel mehr solche „bodenständiger“ und unaufgeregter Beispiele!

Liebe Claudi,
vielen Dank für dein Feedback. Kleiner Wohnraum kann durchaus auch Vorteile haben. Zumindest wird bei uns nicht überflüssig gehortet. Viel Spaß beim Aussortieren 😉

liebe kira, was für ein schönes sympatisches dairy. so eine schöne zusammenstellung und …einen ganz tollen stil hast du. ich würde mir gerne die hose von muji bestellen, aber im onlineshop ist sie nicht mehr vorhanden. wo kann ich diese hose noch bestellen?
noch einen wunderschönen abend wünsche ich dir.

Liebe Karin,
vielen Dank fpr dein tolles Feedback.
Leider ist die Hose schon drei Jahre alt und ich habe sie tatsächlich auch in Japan gekauft. Ich hoffe du findest noch ein ähnliches Modell. Happy Shopping!

Wow was für tolles Diary, so schöne Outfits und was für eine tolle Frau! Minimalistisch und sehr stilvoll. Ich habe dein Diary voller Freude gelesen. Es ist einfach so schön aus dem Leben gegriffen. Vielen Dank für die Einblicke in das ganz normale Leben in 2020

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.