Probieren geht über Studieren, so lautet eines meiner unzähligen Motti. Besonders, wenn es um neue Beauty-Trends geht (sofern mir andere flinke Finger ob meiner Ungeschicklichkeit helfen). Seit einigen Wochen hängt beim Nagelstudio meines Vertrauens die Info aus, dass nun auch Shellac angeboten wird. Für mich Neuland, der Werbeslogan “der weltweit erste kratzfeste, hochglänzende und verstärkende Nagellack” kriegte mich aber sofort.
Brüchige Nägel, die im Dauerzustand eingerissen waren, begleiteten mich nach kindlicher Knibbelei ein Leben lang, bis ich vor drei Jahren auf Gelnägel umstieg und somit endlich gepflegte Nägel hatte. In der Aussenwahrnehmung ein Muss für mich – und somit ein Gewinn von mehr Selbstbewusstsein.
Wer wie ich ohnehin immer Nagellack trägt, ist mit Gel gut beraten – sofern man sich nicht eine French Manicure oder drei-Meter-dicke-Nägel andrehen lässt.
Shellac bedeutet nichts anderes, als wieder zu seinen Naturnägeln zurückzukehren und in insgesamt 4 Schichten (Unterlack, zwei Schichten Farbe, eine Versiegelung) mit UV-Bestrahlung trocknen lassen. Zwei Wochen, so verspricht es die Werbung, soll der Lack ohne Kratzer und Rissen halten.
Mein Test:
- Tag 1: Erster Pluspunkt beim Verlassen des Studios: die Nägel sind wirklich sofort trocken, da sie noch einmal gesäubert wurden. Keine Macken in den ersten Minuten nach der Maniküre möglich, sozusagen!
- Tag 2 bis 4: Ich bin beeindruckt, bislang sind die Nägel frisch und wie neu.
- Tag 5: Der erste Nagel ist abgebrochen, was vermutlich mit meinen ohnehin brüchigen Nägeln zusammen hängt.
- Tag 8: Zwei weitere folgen. In diesem Zustand sehen die Nägel bereits ungepflegt aus.
- Tag 10: 5 von 5 Nägeln sind leicht beschädigt. Shellac wirbt damit, insgesamt 14 Tage anstandslos zu halten.
Insgesamt ein recht nüchternes Erlebnis, obwohl der Lack selbst beeindruckend gut hält. Sobald aber die Nägel reissen, hat man ein Problem: Shellac kann nur im Nagelstudio auf- aber auch abgetragen werden. Der Kostenpunkt liegt zudem bei rund 15 Euro und die Farbe kann nicht einfach gewechselt werden. Mittlerweile in ich wieder auf Gel umgestiegen – das soll laut Kosmetikerin tatsächlich gesünder für die Haut sein als Shellac.


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