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Die Wohnungsbaukolumne: Die Vorher-Nachher-Bilder

Pheeew, here we go! Nach dem Start meiner Wohnungsbaukolumne (hier geht es zu Teil 1, 2 und 3) wurde es ruhiger, zumindest hier auf dem Blog. Bei Instagram Stories habe ich euch an dem aufregenden und zum Finale hin auch sehr nervenaufreibenden Prozess teilhaben lassen – schaut mal in den Highlights bei @journelles vorbei!

Gebündelt gibt es hier in den kommenden Wochen aber noch das volle Programm sowie das finale Ergebnis. Wer sich nicht gedulden kann, findet unter Journelles Maison einige ausgewählte Möbelstücke und natürlich jede Menge Inspiration in unserer Interior-Rubrik!

Wir sind zwar auch zwei Wochen nach dem Umzug nicht fertig, leben aber immerhin nicht auf einer Baustelle – über die noch immer fehlende Dusche werden wir in ein paar Monaten hoffentlich lachen 😉

Beginnen will ich heute mit einem ersten Rundumschlag in Sachen vorher-dazwischen-und nachher-Bildern.

Mit rein gepackt habe ich Fotos von unserer allerersten Besichtigung vor mehr als einem Jahr; der Zustand der Wohnung war miserabel, aber der Grundriss sprach für sich. Und so konnte ich mir trotz runter gerockten Böden, kaputten und zugepflasterten Türen, Öfen und einem winzigen Bad vorstellen, wie es aussehen könnte.

Begonnen haben wir noch im Dezember 2018, kurz nachdem der Kaufvertrag niet- und nagelfest war, mit dem Rausreißen der alten Böden, die beim besten Willen nicht zu retten waren – und so heftig knarzten. Kurzfristig entschieden wir auch die Vergrößerung des Bades, weshalb zwischenzeitlich gar keine Wände mehr standen, sowie der Um- und Zusammenlegung von Wohnzimmer und Küche. Rückblickend unsere beste Idee, eine Wand zu entfernen, um daraus eine große Wohnküche zu machen. Ich liebe diesen Raum, über den ich mit Abstand am meisten nachgedacht habe!

Im Januar 2019 ging es dann so langsam los. Bodenaufschüttung, Bodenaufbau, Beginn der Malerarbeiten. Wir haben uns für die Qualitätsstufe 3 (Q3) unserer Wände entschieden, was kostentechnisch intensiver war, dafür aber auch zu wunderbar glatt geputzten Wänden geführt hat. Die Arbeiten daran haben ewig gedauert, wirklich ewig. Als Laie versteht man zunächst nicht, an wie vielen Details gleichzeitig gearbeitet werden muss. Allein die Verkofferung einiger Leitungen und Rohre sowie das Abtragen einiger Ecken und Fensterauslässe haben viel Zeit gefressen. Dinge, die mein ungeschultes Auge überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, haben sich wie Kaugummi in die Länge gezogen – zum Beispiel die späteren Fensterarbeiten. Wir haben uns schweren Herzens von den doppelten Kastenfenstern getrennt, um moderne Schallschutzfenster einbauen zu lassen, damit der Verkehrslärm draussen bleibt (wir wohnen leider wieder nicht in einer ruhigen Seitenstraße). Weil die alten schief und scheel waren, haben die Maurerarbeiten noch mal länger gedauert.

Auch die Türrahmen und Türen haben wir komplett aufarbeiten lassen. Da wurde stundenlang die alte Farbe abgebrannt, geschliffen, gespachtelt, mehrmals lackiert. Ganz fertig sind sie immer noch nicht, die Beschläge inzwischen schon. Die Arbeit daran hat sich wirklich gelohnt, denn es sind mit die letzten Überbleibsel des 1911er Altbaus!

 

Das Wohnzimmer

Die Böden im Wohnzimmer waren verhältnismäßig früh verlegt, allein, um die Küche und auch die Malerarbeiten abschließen zu können. Wir haben uns früh für Fischgrätparkett Eiche Natur (einmal geweißt, „Perla“ genannt) von Hinterseer entschieden und ich war monatelang hibbelig, we es wohl aussehen würde. Kein Wunder, dass man sich ganz genau überlegen musste, wie die Verlaufrichtung sein sollte 😉 Ähnlich ging es mir mit dem Farbkonzept, an dem ich viele Stunden gehockt habe (mehr dazu habe ich euch hier erzählt), weil es dann doch essentiell ist. Ich habe zuvor nie mit Wandfarben gearbeitet, aber das Ergebnis ist beeindruckend!

Am Ende des Tages bin ich aber besonders stolz auf den Stuck und die Wandpaneele von Orac Decor. Ich habe für jedes Zimmer unterschiedliche Leisten ausgewählt und die Räume erhalten dadurch zurückhaltend aber doch merkbar einen ganz besonderen Twist. Den Katalog konnte ich irgendwann auswendig, genau wie die dazugehörigen Nummern 😉 Zeige ich euch in jedem Fall noch mal detaillierter.

Die Heizkörperverkleidungen waren von vornherein mein großer Traum und auch der KVA für den Bau hat mich nicht aus dem Konzept gebracht – ich habe es immer als notwendigen Teil der Umbauarbeiten empfunden. Im Wohnzimmer habe ich mir eine Verlängerung als TV-Möbel überlegt, damit die nervigen Kabelsalate nicht sichtbar sind. Hier ist auch ein Marmorfensterbrett passend zur Küche gebaut worden – es ist mein ganzer Stolz, denn ich liebe Einbaumöbel und wir hatten nur wenig Spielraum dafür! Die Fronten aus Wiener Geflecht fehlen noch immer, aber dank eures stürmischen Feedbacks auf mein Vorhaben kommt dazu ohnehin noch mal ein gesonderter Artikel!

Die Küche

Bei der Küche würde ich mit dem Resultat zu viel vorweg nehmen, aber hier schon mal ein Eindruck. Die Küche haben wir aus dem hinteren Zimmer nach vorn gelegt, weshalb die gesamten Anschlüsse neu verlegt werden mussten. Schon bei der ersten Besichtigung wurde es als grosser Vorteil verkauft, dass die Umlegung aufgrund des nahegelegenen Wasseranschlusses im Bad möglich sei – in der Tat ein Gamechanger!

Das Kinderschlafzimmer

Die Veränderung der alten Küche zum Kinderzimmer liebe ich ganz besonders, einfach, weil es nun ein ganz anderer Raum ist – und wirklich viel gemacht werden musste. Ein Fallrohr musste erneuert, mehrere Verkofferungen gemacht werden. Die ehemalige Essenskammer hinten ist nun die Schlafecke; die Mauer am ersten Fenster musste dicker gezogen werden, da dort vor über hundert Jahren der Kühlschrank stand. Das bedeutet, dass die Mauer dünner war und die Kälte von draussen als zusätzliche Kühlung genutzt wurde!

 

Das Spielzimmer

Der Raum war, mit Ausnahme eines Fallrohrproblems, recht einfach umzugestalten und wurde sehr lang als Lager- und Pausenraum genutzt. Hier wurden natürlich alle Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, aber es musste nur eine Verkofferung der alten Heizungsrohre her.

Die finale Tapete von Jimmy Cricket (gibt es bei Little Foshi) hatte ich schon ewig in meinem Inspirationsordner, da hatten wir nicht mal eine Wohnung in Aussicht! Daher war früh klar, welche Wand es werden sollte.

Das Schlafzimmer

Wie viel Platz braucht man im Schlafzimmer? Diese Frage stellten wir uns immer und immer wieder, denn der Raum wurde hart verkleinert. Nicht nur die Badvergrößerung kam hinzu, wir haben auch noch einen begehbaren Kleiderschrank durch eine Trockenbauwand reingequetscht. Somit bleibt eigentlich nur noch Platz für das 2×2-Meter-Traumbett von Matri by Fennobed, Nachttische, die immer noch nicht da sind (wirklich schlechter Job und Kundenservice, Smallable!), Babybett und Wäschekörbe – und wir lieben es! Ein Ort zum absoluten Ausruhen, tatsächlich wie im Hotel.

Der Flur

Hier ist wahnsinnig viel passiert – zum einen wurden die abgehängten Decken entfernt und alle Leitungen, die über dem Putz lang liefen, sind verschwunden. Wir haben Halogenspots einbauen lassen und eine rosafarbene Abstellkammer gebaut, in der unheimlich viel Hausrat verschwindet. Inklusive Steckdose für unseren Staubsauger, hehe! Der Schrank ist von Ikea, die Fronten sind „Basic“ von Reform in einem pastelligen Rosaton. Vom Schreiner wurde uns ein weiterer Pax obendrauf gesetzt, um die Höhe von über 3 Metern zu erreichen. Ein Raumwunder! Und ein schönes noch dazu.

Die Tür habe ich in einer Archiv-Farbe von Farrow & Ball anstreichen lassen, denn ich fand die Idee eines kleinen Highlights sehr schön.

Mehr zum Interior dann ganz bald! Wenn ihr Fragen habt, fragt gern.

Kommentare

  1. Wow! Ihr habt Großartiges geleistet! Ich liebe es soooo deine Wohnung anzuschauen und Inspiration daraus mitzunehmen! Toll

  2. Richtig toll, was ihr aus der Wohnung gemacht habt!
    Kurze Detailfrage: Wie heißt denn diese wunderschöne Wandfarbe im Schlafzimmer?

  3. Michelle sagte am

    Ich frage mich bei solchen Renovierungen immer, ob mir ein Gen fehlt. So viele Leute sagen: „Die Wohnung war so schlimm, aber ich habe gleich gesehen, dass da Potenzial ist!“. Den Gedanken hatte ich leider noch nie 🙁 Vielleicht bin ich einfach zu blöd. Was mich wundert, da ich, was Interior Design angeht, eigentlich einiges kann. HM! 🙂

  4. Liebe Jessie,
    wow, ich bin begeistert. Das sieht wirklich wunderschön aus und ich bin gespannt auf weitere Bilder. Besonders das Wohn- und Esszimmer ist ganz toll geworden.

    Ich hätte zwei ganz praktische Fragen:
    1) Wie schafft ihr die weiße Couch und den weißen Sessel lang weiß und schön zu halten?
    2) Wie geht ihr mit der „lapprigen“ Rückwänden der PAX-Schränke um? Die Umgestaltung im Flur ist wunderschön, aber habt ihr auch die Rückwände verstärkt? Oder ist das nur bei meinem PAX so schlimm, dass der Schrankinhalt sich nach hinten verabschiedet?

    Liebe Grüße!

    • Die erste Frage kann ich erst mit der Zeit beantworten, das weiss ich natürlich noch nicht 😉 Die Rückwände stellen bislang auch kein Problem dar, der Schrank steht ja an der Wand. Wieso müssen die verstärkt werden? LG

  5. Sieht jetzt schon richtig toll aus. War es eine ästhetische oder funktionale Entscheidung die alten (sehr schönen) Holzdielen nicht zu behalten?

    • Beides; das Holz war an vielen Stellen nicht zu retten und nicht mehr abzuschleifen und es hat überall geknarzt, was man nur durch einen Neuaufbau in den Griff bekommt – durch die alten Holzbalken kann das mit der Zeit natürlich wieder passieren.

  6. Franziska sagte am

    Ihr habt das tollste aus dieser absoluten Traumwohnung rausgeholt. Bewundere jeden, der so eine umfassende Rennovierung ohne Nervenzusammenbruch durchsteht! Allein der Anblick von fehlenden Böden lässt mein Auge zucken 😀

  7. Die alten Fotos erinnern mich so an meine Berliner Zeit in den Nuller Jahren, als Studentenwgs noch in riesigen oder auch normalen Albauwohnungen lebten. Der Atomkraft nein Danke Aufkleber lässt erahnen, dass es vielleicht eine WG war. Insofern auch ein historisches Dokument, wie Berlin von alternativ zu nobel wurde oder von jung zu erwachsen. Sehr interessant.

  8. Wow, sieht wirklich toll aus.. mit sehr viel Liebe zum Detail.

    Ich habe zwei ganz praktische Fragen:
    1) Wie macht ihr das weiße Sofa zu einem langlebigen Einrichtungsgegenstand, den man gern und oft benutzt?
    2) Wie händelt ihr die „labbrige“ Rückwand vom Pax? Habt ihr die auch vom Schreiner ersetzen lassen? Oder geht es nur mir so, dass der Schrankinhalt sich durch die Rückwand den Weg ins Freie sucht?

  9. Vielen Dank für den super spannenden Artikel, ich hab mich schon drauf gefreut! Da ich auch gerade eine Wohnung plane, verrätst du mir die Wandlängen eures Schlafzimmers, wie es jetzt ist? Also abzüglich Einbauschrank, wie viel Platz ist in der Bettecke noch?

  10. Madeleine sagte am

    😍😍 Würdet ihr mir eure Wohnung verkaufen? ☺️ Super schön! Eine Frage zu eurem Einbauschrank: Wie wurde der Schrank mit einem weiteren Pax aufgestockt? Die gibt es doch nur in bestimmten Maßen. Wir haben 2,70 hohe Wände und ich grübele die ganze Zeit schon wie man eine reine Maßanfertigung umgehen könnte.. Lieben Dank für eine Antwort!

  11. Dagmar Garber sagte am

    Wow! So so super schön! Das habt ihr toll gemacht! Verrätst du mir, woher der riesen Spiegel min Schlafzimmer ist? Liebe Grüße, Dagmar

    • Jessie sagte am

      Die Sockelleisten sind auch von Orac Decor! Modell muss ich noch mal raussuchen, in jedem Fall ist die Höhe rund 13cm!

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