Keine Regeln, keine Dresscodes: Wir tragen tagsüber Abendlooks und umgekehrt

Als ich vor fünf Jahren einen Styling-Kurs besucht habe, hieß es: Das Cocktailkleid sieht am besten zu High Heels aus, zum Business-Kleid müssen immer eine große Handtasche und dezente Accessoires her. Und jetzt, nur wenige Jahre später, kombiniert man seinen Badeanzug zu einem wildgemusterten Turban und Statement-Kette, ein einfaches Baumwollkleid zu Loafern mit Brosche und Federn und die Turnschuhe mit Bauchtasche zum Pailettenkleid zur Party.

Die Grenzen sind verschwommen; die Dresscodes aufgehoben. Die wenigsten Modemenschen denken noch darüber nach, ob das Styling für den Tag zu übertrieben oder das Abendoutfit nicht schick genug ist. Heute können (meistens) wir entscheiden, was wir am Tag oder für den Abend anziehen möchten. Wenn wir uns in einem Minikleid mit funkelnd-floralen Print wohl fühlen und dafür eventuell sogar viel Geld ausgegeben haben, wieso sollten wir dann das Kleid nur zu besonderen Anlässen tragen? Das Kleid sieht doch mit weißen Turnschuhen genauso gut aus.

Pailletten tagsüber? Turnschuhe auf die Party? Große Ohrringe im Büro? Was früher ein absolutes No-Go war, erscheint heute selbstverständlich.

Text: Alexandra Kutek

Geht nicht gibts nicht

Hohe Absätze, tiefe Ausschnitte, edle Stoffe, geschlitzte Kleider, Pailletten: All das, was wir als exklusiv und glamourös wahrnehmen, verstaubte noch bis vor Kurzem in den meisten Kleiderschränken. Heute gilt: Geht nicht gibts nicht! Das bedeutet, dass man alle Regeln brechen darf, wenn einem danach ist.

Es müssen auch nicht gleich Pailletten von Kopf bis Fuß sein. Für den Anfang dürften ein paar Glitzer-Sneaker oder ein Metallic-Top genügen, das zu einer einfachen Jeans getragen wird.

Bei funkelnden Ohrringen und Handtaschen kann man auch nichts falsch machen. Transparente Stoffe, die mit Pailletten versehen sind, gerade geschnittene Minikleider oder ganze Hosen aus Pailletten scheinen wie gemacht für die Frau von heute.

Ähnlich ist es mit Satin. Den Stoff, der früher nur für den Abend reserviert war, tragen wir heute von morgens bis abends. Tops ziehen wir über das weiße T-Shirt und der Anzug aus Satin, den wir sowohl abends als auch ins Büro anziehen können, ist heute eine der besten Investitionen. Immerhin sieht scheinender Satin im Sonnenlicht sogar noch schöner als nachts aus.

Statt Clutch die Bauchtasche, statt Pumps kombiniert man lieber bequeme Sneaker zum Kleid, flache Sommerschuhe à la Slides mit zartem Federschmuck zur coolen Jeans und seidig-glänzende Satin-Pyjamas trägt man auch nicht mehr nur unter der Bettdecke, sondern den ganzen Tag, vom Office bis zum Afterwork-Drink. Die Message ist klar: Dress-Codes existieren endgültig nicht mehr!

Ich glaube, sobald man aufhört nach dem perfekten Look zum jeweiligen Anlass zu suchen, sondern einfach trägt wofür das Herz schlägt, dann kommt die Selbstsicherheit von ganz allein. Einfach nicht die alten Regeln und die Spielverderber-Stimme im Kopf gewinnen lassen und sich ausprobieren. Und schon hat man für sich den perfekten Look gefunden!

Kommentare

  1. Franziska sagte am

    Hallo, leider lande ich immer auf der gleichen (1.) Seite, wenn ich ältere Artikel lesen will. Auch wenn ich einen anderen Browser nutze oder den Cache leere.

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