Trend du JOUR: Combat Boots

Heels ade! Dieser Trend sorgt im Herbst und Winter nicht nur für trockene Füße, sondern beweist auch echte Street-Credibility.

„Was ist das denn für ein unpraktischer Trend?“, „Wie soll man das im Winter tragen?“ Bei unserem letzten Trendreport in Sachen Schuhe, gab es einige kritische Stimmen. Zurecht, denn so wirklich alltagstauglich sind spitze Mules ja nicht – schön anzusehen aber schon. Anscheinend haben die Fashionistas dieser Welt eure Kritik gehört – und vielleicht vor Schmerzen die Mules in die Ecke geschmissen – denn der neue Trend gehört in die Kategorie: Alltagstauglich, praktisch, warm.

Doch woher kommt dieser Wandel zur Praktikabilität? Ein kleiner Ausflug in die Modegeschichte: Combat Boots (zu dt. Kampfstiefel), sind eigentlich schwere Lederstiefel für Soldaten im Feldanzug. Sie sind wasserdicht, robust und mit ihrer Profilsohle nahezu rutschfest. Dinge, die wir in unserem Alltag zwar nicht ganz so dringend brauchen wie die Armee, die einem auf matschigem Schneeboden aber schon mal fast das Leben retten können.

Vielleicht zahlt man für den Preis von warmen Füßen hier ein klein wenig Ästhetik-Einbuße, aber die Streetstyle-Ikonen können mich jedenfalls restlos überzeugen, dass ich diesen Winter sicher durch Berlin stapfe – schöner als Ugg-Boots sind die Schnürstiefel nämlich allemal. Gerade mit femininen Kleidern oder lässiger Jeans bringen Combats nämlich einen tollen Stilbruch.

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Fotos via vogue.com v.l.n.r.: Prada, Louis Vuitton, Rag&Bone, Valentino, Alexander Wang Fall 2016

Wer ist Schuld an dem vermeintlich klobigen Boots-Desaster? Die üblichen Verdächtigen: Louis Vuitton löste mit ihren Schnürstiefeln schon vor zwei Saisons einen Hype aus, Valentino – das in letzter Zeit ja eher mit zarten Roben als derben Entwürfen auf sich aufmerksam machte – zog nach. Andere tolle Modelle gab es für diesen Herbst und Winter auch noch bei Prada, Alexander Wang und Rag & Bone zu sehen. Aber der Preis des Instagram-Modells der Season geht eindeutig an Acne Studios:

Wer für die derben Stiefel aber keine 1000 Euro investieren möchte, für den gibt es in den Onlineshops genug Alternativen. Hier kommen unsere Lieblingsmodelle für einen „sicheren“ Winter:

 

(Fotos Header: Instagram.com/chiaraferragni, Instagram.com/pernilleteisbaek, Instagram.com/hannegabysees, Instagram.com/blancamiro, Schuhe von Zara, Zara, Acne Studios und Jeannot)

 

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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6 Antworten auf „Trend du JOUR: Combat Boots“

Liebe Marie,

wäre schön wenn ihr noch den linken und rechten Freisteller aus dem Headerbild verlinken könntet. Habe die Modelle leider vergeblich in der Auswahl unten gesucht.

Liebe Grüße,
Jana

So ein Glück, dass ich meine ca. 15 Jahre alten schwarzen Timberlands noch habe – ich trage sie zwar jedes Jahr bei Schlechtwetter, aber darf mich jetzt wohl wieder trendig fühlen 🙂

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.