Unsere TOP 5 nachhaltigen Mode-Labels aus Deutschland und der Welt

„Fast Fashion ist nichts anderes als Fast Food: Nach dem Rausch hinterlässt das Ganze einen schlechten Beigeschmack“, findet Livia Firth, Gründerin der in London ansässigen Agentur Eco-Age und Initiatorin der jährlichen Green Carpet Challenge. Nachhaltigkeit muss endlich Mainstream werden, und zwar nicht nur für die Greta Thunbergs dieser Welt, sondern für alle.

„Ich kann mir keine nachhaltige Mode leisten“ – ein Satz, der immer wieder fällt. Das Problem: Wir setzen Mode und Konsum heute mit einem schnellen Kick gleich. Und: Wenn wir etwas Neues wollen, dann am besten sofort. Wir leben im Jetzt, vergessen aber häufig das Davor und Danach. Wie wird unsere Kleidung überhaupt hergestellt? Wie und von wem wird produziert? Wo landen meine Sachen, wenn ich sie nicht mehr trage? Nachhaltige Mode ist zwar längst nicht mehr „öko“, ein „Schimpfwort“ aus den letzten Jahren, aber eben auch noch nicht komplett in unserem Alltag integriert. Wir haben deshalb fünf wunderbare Labels zusammengestellt, die es besser machen und mit ihren Kollektionen beweisen, dass nachhaltige Kleidung in allen Bereichen schön sein kann – innerlich wie äußerlich.

Dänemark: Aiayu @aiayu

Aiayu – ausgesprochen [ai-ya-yu] – bedeutet „Seele“ in der indigenen Aymara-Sprache aus Bolivien. Das Label wurde 2005 von Maria Høgh Heilmann gegründet. Ihr Ziel: Zeitlose und langlebige Mode zu entwerfen, die sich flüchtigen Trends widersetzt und einen festen Platz in der Garderobe seiner Trägerin findet.

Neben Kleidung bietet Aiayu außerdem Homewear und Accessoires. Pyjamas aus weicher Baumwolle oder flauschige Handtücher ergänzen die Kollektionen der Marke, die mit Respekt vor Mensch und Natur von Kunsthandwerken in Bolivien, Indien und Nepal gefertigt werden. Maria Høgh Heilmann legt großen Wert darauf, traditionelle Techniken am Leben zu erhalten. Ihre Kreationen sollen nicht nur schön aussehen, sondern auch dessen Herkunft und Kultur der Macher vermitteln. Pluspunkte gibt es zudem, weil Aiayu komplett auf chemische Färbemittel verzichtet. Viele der Fasern und Stoffe behalten ihr natürliches Aussehen. Die Philosophie der Marke: Verantwortung übernehmen und das, was und die Natur gibt, zu schätzen wissen.

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Niederlande: Zazi Vintage @zazi.vintage

Jeanne de Kroon lebt den Moment. Ihr Label Zazi Vintage gründete die Holländerin ziemlich spontan vor vier Jahren. Damals reiste sie durch Indien und begegnete Madhu Vaishnav, die Frau hinter iphd India, eine gemeinnützige Organisation mitten auf dem Land im indischen Bundesstaat Rajasthan. Jeanne war schon damals ein großer Vintage-Fan und verkaufte Kleidung und Accessoires, die sie auf ihren Reisen entdeckte, auf den Berliner Flohmärkten. Dass aus einer Leidenschaft mal ein Label entstehen könnte, hätte die junge Frau sicher nie gedacht.

Mittlerweile kooperiert Zazi Vintage mit verschiedenen Handwerkskünstlerin in Indien, Afghanistan und Usbekistan. Gemeinsam kreieren sie die wohl schönsten (und buntesten!) Kollektionen aus Vintage-Textilien in Kombination mit traditionellen Stickereien und Verzierungen. Es gehe darum, die Geschichte und Kultur der Menschen aufrechtzuerhalten, mit denen sie zusammenarbeitet. Ihre Mode spiegelt den Geist der Macher*in wieder und das soll man beim Tragen spüren. Zazi Vintages Ikat Kleider und Suzani Mäntel sind Modeschätze, die Spaß machen und ganz nebenbei immer Grund zum Unterhalten bieten. We love! Hier geht es übrigens zum Interview und Closet Diary mit Jeanne.

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Norwegen: Holzweiler @holzweiler

„Radical, but not disturbing“ – Mit diesem Leitspruch wirbt das norwegische Label Holzweiler auf seiner Webseite. Gegründet wurde das Modeunternehmen vor acht Jahren in Oslo von Susanne und Andreas Holzweiler. Seitdem ist viel passiert. Die ausgeprägte Leidenschaft der Gründer für Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit hat zu zahlreichen Kollektionen und exklusiven Kooperationen geführt. Neben Ready-to-wear bietet das Brand auch Accessoires und Schuhe an. Unbedingt vormerken: Schals für den Winter. Die sind ein absolutes „Holzweiler-Muss“.

Susanne und Andreas Holzweiler haben ein Gespür für die Kombination kunstvoller Prints, ausgefallener Muster und bunten Farben. Hochwertige, langlebige Stoffe und funktionale Silhouetten (viele davon Unisex) ergeben ein gekonntes Gesamtpaket. Das Konzept kommt an! Eine Auswahl aus den schönsten Looks von Holzweiler gibt es unter anderem bei Luxus-Onlineshops wie Net-a-Porter zu shoppen (Pssst: Im Sale gibt es aktuell bis zu 70% Rabatt).

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Frankreich: Admise

Die schönsten Business-Outfits aus Paris gibt es bei Admise. Die Französin Zoé Leboucher gründete ihr Label 2014 mit dem Ziel, zeitlose und elegante Looks für moderne Frauen zu kreieren. Damals, als ihre Marke noch in den Kinderschuhen steckte, traf ich sie im Pariser Café de la Poste (übrigens der Lieblings-Spot der Fashion-Ikonen Camille Charrière und Monica Ainley de la Villardière vom Podcast Fashion No Filter).

Manchmal, wenn man Gründer*innen zum Interview trifft, überrascht es, wie sie zu ihrer Karriere gekommen sind. Zoé kommt nicht aus der Mode. Sie hat zuvor als Anwältin gearbeitet. Admise basiert, wie viele Brands, auf der Suche nach dem perfekten Kleidungsstück. In diesem Fall: Tailoring für Frauen. Heute bietet das Label sowohl fertige als auch nach Maß geschneiderte Modelle sowie Capsule-Kollektionen an. Der Stil: klassisch. Der Preis: mehr als fair.

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Deutschland: Rianna + Nina @riannaandnina

Wer Farben, ausgefallene Musterkombinationen und Stickereien mag, der wird sich garantiert ruckzuck in die Mode von Rianna + Nina verlieben. Hinter der Berliner Marke steckt das Design Duo Rianna Kounou und Nina Knaudt (hier geht es zu ihrem Closet Diary aus dem Jahr 2016). Zusammen haben sie 2014 ihr Label gegründet. Die Idee: Aus alt mach neu! Rianna + Nina nutzen seltene Vintage-Stoffe, um daraus ihre Kollektionen zu kreieren. Wo sie diese finden? Auf Reisen um die ganze Welt.

Im hauseigenen Atelier mit Sitz in Berlin-Mitte werden aus den Fundstücken, wie etwa traditionell bestickten Tischdenken oder hauchzarten Seidenschals, dann echte Unikate. Die Kleider und ausgefallenen Kombinationen von Rianna + Nina fallen auf. Weite Silhouetten und bunte Farben bestimmen das Gesamtbild. Wer gerne Statements setzt und seine Garderobe um die ein oder andere Fashion-Rarität bereichern will, ist hier genau richtig.

 

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Noch mehr tolle, nachhaltige Labels aus Deutschland und Co. 

Text von Katharina Hogenkamp.

Lookbook- und Freisteller-Bilder im Header via Holzweiler, Admise, Zazi Vintage, Aiayu, Rianna + Nina..

Kommentare

  1. Ein paar Infos, wieso die Labels nun „nachhaltig“ sind wäre interessant (zum Beispiel bei Admise) -> woher kommen die Teile? Von wem werden sie produziert? Habe eben den von Euch empfohlenen Artikel aus der Vogue gelesen (what clothes should cost). Ob die hier vorgestellten Labels den Ansprüchen genügen wäre für mich sehr interessant gewesen.

  2. Gabriele Aichele sagte am

    Habe eben die Seite von Holzweiler angesehen – die Teile sind z.B. nicht aus Biobaumwolle gefertigt. Gerade bei Mode wird oft Greenwashing betrieben. Ich hätte mich gefreut, wenn Ihr Labels ausgewählt hättet, die Mitglied in der Fair Wear Foundation sind.

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