Stilikonen: 7 Fragen an die Jungschauspielerin Lea van Acken über den Power Suit Trend

Schauspielerin Lea van Acken erklärt, warum sie für ihre Red-Carpet-Auftritte gerne Anzug trägt – solltet ihr mal nachmachen!

Einer meiner ersten großen Aufträge als Modejournalistin war ein Text über „Le Smoking“, jenen legendären Zweiteiler mit dem Yves Saint Laurent Ende der Sechziger Jahre die Damenmode revolutionierte. Frauen in Hosen waren zu dieser Zeit alles andere als üblich. Es gibt zum Beispiel diese Anekdote von Katharine Hepburn, die ein paar Jahre zuvor in Hosen nicht die Lobby des Claridge’s Hotel in London betreten durfte, sondern wegen ihres burschikosen Outfits den Personaleingang nehmen musste.

Sowohl Yves Saint Laurent als auch Katharine Hepburn waren Vorreiter in Sachen Power Suit. Marie hat in ihrem Bericht über die Trends der New York Fashion Week festgestellt, dass der Look im Zuge des neuen Feminismus und Zeitgeist-Schlagworten wie Empowerment aktueller denn je ist. Man denke nur an den Hype um den karierten Balenciaga-Blazer oder den Erfolg von Blazé Milano, ein Newcomer-Label, das sich ausschließlich auf luxuriöse Blazer konzentriert. Bei der Berlinale ist uns wiederum die Jungschauspielerin Lea van Acken („Das Tagebuch der Anne Frank“, „Bibi & Tina“) aufgefallen, die ihr als eine der zukünftig am besten angezogenen deutschen Promi-Frauen unbedingt auf dem Schirm haben solltet.

Selbstverständlich wechselt sie bei ihren Red-Carpet-Auftritten zwischen Kleidern und Power Suits. Erst 18 Jahre alt und schon so viel Stilsicherheit? Da müssen wir gleich mal ein paar Fragen an die gebürtige Lübeckerin stellen!

Liebe Lea, du hast zur Europa-Premiere von „Fifty Shades of Grey“ einen schwarzen Anzug getragen. Warum hast du dich an diesem Tag für dieses Outfit entschieden?

Für den Anzug von Sandro habe ich mich entschieden, weil ich mich einfach gleich wohl gefühlt habe, als ich ihn anhatte! Ich habe mich sehr angezogen gefühlt, erwachsen, zugleich hat der Anzug aber auch eine unglaublich subtile Sexyness.

Wie hast du dich in dem Anzug gefühlt, hat der Anzug im Gegensatz zu einem Kleid etwas an deiner Ausstrahlung oder Selbstsicherheit verändert?

Wie jedes Outfit mir ein anderes Gefühl verleiht, hat auch dieser Anzug, sobald ich ihn anhatte, etwas an mir verändert. Ich habe mich sehr erwachsen, lässig und selbstsicher gefühlt. Wenn man etwas nicht einfach anzieht, sondern in dem Outfit lebt, dann macht das immer etwas mit der eigenen Ausstrahlung, glaube ich. Ist es nicht erstaunlich was Kleidung so ausmacht!?

Ganni S/S 2017
Sandro S/S 2017
Mango S/S 2017
Lea van Acken (Foto: Stefan Klüter)

Wie möchtest du von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und wie setzt du die Mode dafür ein?

Ich möchte so wahrgenommen werden wie ich bin, nicht so leicht einzuordnen… Mode ist dabei eines der wichtigsten Werkzeuge, denn sie unterstützt den eigenen Charakter oder das, was man gerade zeigen möchte. Sie lässt mich in verschiedene Rollen schlüpfen und lässt mich mit meiner Erscheinung spielen, manchmal auch provozieren. Mode macht mir einfach total viel Spaß und es ist toll, dass ich durch meinen Beruf soviel ausprobieren kann.

Wer berät dich bei deiner Kleiderwahl und wie gut kennst du deinen eigenen Stil schon?

Für mein Styling arbeite ich meistens mit einer meiner besten Freundinnen zusammen. Leandra Bendorf ist eine junge Hamburger Designerin, die mir nicht nur bei meiner Outfit-Auswahl hilft, sondern auch eigene Designs für mich entwirft! Zum Beispiel mein Kleid für den bayrischen Filmpreis, sowie auch die Cap.

Für meinen Red-Carpet-Auftritt bei der „Fifty Shades of Grey“-Premiere wurde ich aber von Romia Ernst von Prag Agency beraten. Mein Gespür dafür, was mir steht und was nicht, wird immer sicherer und meine Freude an der Mode immer größer, sodass sich daraus mein Stil Stück für Stück entwickelt.

Zu welchem Anlass würdest du so einen Anzug auch abseits des roten Teppichs tragen?

So einen Anzug würde ich außerhalb des roten Teppichs vielleicht noch tragen, wenn ich mit meinen Mädels schick feiern gehen würde. Er wäre außerdem eine schöne Alternative zu einem Kleid, zum Beispiel bei einer Familienfeier.

Die in deinen Augen am besten angezogene Frau der diesjährigen Berlinale war für dich..?

Da gibt es viele Frauen, deren Style mir sehr gefällt. Julia Malik sieht immer top aus, sie hat ihren eigenen Stil, aber überrascht mich immer wieder.

Das stimmt. Danke für deine Zeit, liebe Lea und weiterhin so viel Erfolg!

Lust auf Blazer oder Power Suit? Das sind die schönsten Teile aus den Onlineshops!

(Fotos im Header: Lea van Acken/Instagram, Sandro, Matchesfashion.com)

Von Alexa

Ich liebe schreiben, bloggen und schöne Dinge zu entwerfen, also mache ich all das.

Als Journalistin habe ich für Magazine und Zeitungen wie Business Punk, Fräulein, Gala, FTD/how to spend it, Instyle, Lufthansa Magazin, Stern, Tagesspiegel, Vanity Fair und zitty gearbeitet. Meine Online-Erfahrungen habe ich u.a. Stylebook und styleproofed gesammelt. Mein Blog heißt Alexa Peng, mein Schmuck-Label vonhey. Ich komme aus dem Rheinland und bin in einem Dorf am Waldesrand aufgewachsen, wo nur einmal in der Stunde ein Bus fuhr. Da muss man sich was einfallen lassen, um sich nicht zu langweilen. Meine Tante hatte in der Stadt eine Boutique und einen Schrank voller Kleider, Schuhe und Taschen, mit denen wir Kinder verkleiden spielen durften. Wir haben Modenschauen im Hobbykeller veranstaltet und die ganze Nachbarschaft eingeladen. Dass ich mal was mit Mode machen würde, war also klar. Nach dem Abi habe ich an der AMD in Hamburg Mode-Journalismus studiert und später an der UdK in Berlin einen Master of Arts in Kulturjournalismus gemacht. In Zukunft will ich mein Label weiteraufbauen, die Welt sehen und gute Geschichten schreiben.

(Foto: Sandra Semburg)

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007
den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.