Sonne, Wind und Austern: Lexis Sylt-Guide

Moin! Zwei Mal war ich bereits im Sommer auf Sylt, jedes Mal war es wunderbar. Die Vorurteile, auf der nordfriesischen Insel würden nur Schnösel Urlaub machen, kann ich nicht bestätigen. Klar, hier und da gibt es Schickimicki-Läden, aber alles in Allem zähle ich Sylt zu meinen absoluten Lieblingsreisezielen – und zwar weltweit. Das sind meine Tipps:


1. Schlafen:
Kleine Pensionen, Luxushotels wie das Landhaus Stricker, Severin’s und Budersand oder ganze Reetdachhäuser – Möglichkeiten für eine Übernachtung gibt es viele. Man kann sogar ein Zimmer über Airbnb buchen! Wir haben zwei Mal in der sehr familiären Pension Uns to Hus geschlafen und fanden es super. Pochierte Eier gibt’s da nicht zum Frühstück, aber lecker Brötchen mit Käse oder Wurst. Die Zimmer sind klein und gemütlich – immerhin will man die Zeit auf der Insel ja möglichst an der frischen Luft und nicht vor der Glotze verbringen. Der Watthof sieht mega-romantisch aus, da würde ich sogar Flitterwochen machen.

Garten der Pension Uns to Us
Wie bei Mutti: Garten der Pension Uns to Hus

2. Essen: Gosch in Westerland und die berühmte Sansibar sind nicht so mein Fall, die Buhne 16 geht noch und wird immer angenehmer, je mehr Rosé man trinkt. Entspannter finde ich die Sturmhaube, La Grande Plage und Schnitzel essen bei Manne Pahl. Lecker Fisch gibt’s bei Fisch Fiete in Keitum (unbedingt die Sylter Royal probieren) und bei Blum in Westerland. Meine Freundin Tine schwört auf Gosch in Wenningstedt. Das Samoa Seepferdchen, L.A. (Lister Austernperle) Sylt und die Burger von Ivo & Co. will ich das nächste Mal ausprobieren.

Ivo & Co Sylt
Ivo & Co Sylt


3. Sport:
Auf Sylt fahren alle Fahrrad oder joggen am Strand entlang, was bei Gegenwind kein Vergnügen ist. Wer sich ein Fahrrad mieten möchte: Für ca. 20 Euro am Tag gibt es  E-Bikes (Pedelecs), also Fahrräder mit Motor. Das ist nicht nur für die älteren Herrschaften interessant, denn die windstillen Tage sind eher rar. Wen der Hafer sticht, kann auf Sylt auch Yoga machen – und zwar am Strand! Ich habe dagegen habe einen Surfkurs bei Ride on gebucht und unverhofft großen Spaß in der eiskalten Nordsee erlebt. Der Inhaber Lenny hat eine ISA-Lizenz in der Tasche, ist super nett und holt seine Schüler sogar von ihrem Hotel ab.

Surfbretter von der Surfschule Ride On
Surfbretter von der Surfschule Ride On


4. Kuchen:
Die wichtigste Mahlzeit des Tages auf Sylt, denn nach einer Runde durch das Watt oder einem Strandspaziergang hat man Heißhunger auf etwas Süßes mit Sahne. Die Kleine Teestube in Keitum ist bezaubernd, aber auch der Kuchen im La Grand Plage und an der Buhne 16 schmeckt gut. Ein Muss ist ein Besuch in Voigts Alter Backstube – der karamellisierte Apfel-Pfannkuchen ist unglaublich lecker. Ein himmlisches Stück Erdbeerkuchen habe ich im Fährhaus in Munkmarsch gegessen. Auch wenn man kein Hotel-Gast ist, kann man hier den Nachmittag auf der Terrasse genießen und auf den kleinen Yacht-Hafen gucken. Nur nicht im Strandkorb, der ist reserviert.

Apfelkuchen im La Grande Plage
Apfelkuchen im La Grande Plage

5. Busfahren: Ein Auto braucht man auf Sylt eigentlich nicht, zumindest nicht, wenn man nur zu zweit unterwegs ist. Schon die Anreise ist ohne den Autozug einfacher. Ich fahre mit dem Zug nach Hamburg und steige einfach schnell um. Vor Ort fahre ich auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Es gibt nur fünf Buslinien und die eiern die ganze Insel rauf und runter. Am besten man kauft ein Tagesticket und guckt auf den Plan. So oft wie in Berlin oder Hamburg fahren die Busse zwar nicht, aber man kommt überall prima hin, egal ob nach Westerland, List, Kampen, Keitum oder Rantum.

6. Shopping: Einkaufen bzw. Schaufensterbummel spielen auf Sylt eine große Rolle. Céline, Valentino, Iris von Arnim, Hermès, Bottega Veneta, Cartier und nicht zu vergessen Rolex – sämtliche Luxusmarken sind hier vertreten. Ich mache gerne einen Abstecher zu Closed in Westerland oder Keitum und kaufe mir einen Pullover – den vergesse ich jedes Mal einzupacken.

Hermès Boutique in Kampen
Hermès Boutique in Kampen


7. Dresscode:
Bei uns war immer „Shorts- & Glühwein-Wetter“. Wenn die Sonne scheint, wird es schnell warm, aber sobald sie sich hinter den Wolken versteckt, friert man sich den Ast ab. Der Wind nervt und pustet jede Frisur weg, eine Mütze braucht man also IMMER und nach drei Tagen habe sogar ich mit einer dieser leichten Daunenjacken geliebäugelt, die man überall kaufen kann. Diese Teile gehören meiner Meinung nach in den Koffer für einen Sylt-Urlaub:

 

8. Must-See: Bis zum Ellenbogen bin ich noch nicht gekommen, aber die Uwe Düne reicht mir. Bei Manne Pahl in Kampen einfach die Straße weiterhochlaufen, dann ein kurzes Stück durch die Heckenrosen, die große Holztreppe hoch und dann das: Panoramablick über Sylt! Links die Nordsee, rechts das Watt. Ich hatte eine Träne im Auge, wegen des Windes, aber auch weil dieses Fleckchen Erde abgefahren schmal und wunderschön ist. Für mich einer der Momente, die man nicht nur auf dem Handy, sondern im Herzen speichern muss.

Ausblick Uwe Düne
Ausblick Uwe Düne


9. Spaziergänge:
Es gibt Leute, die wandern jeden Tag von Kampen bis nach Westerland (ca. 6 Kilometer). Mir hat der Weg über die Braderuper Heide nach Munkmarsch gefallen, denn auf der Wattseite weht nicht so der Wind. Ansonsten kann man eigentlich überall nette Spaziergänge machen. Im Süden kenne ich mich leider (noch) nicht so gut aus, aber von Kampen bis zur Buhne 16 läuft man zirka eine Stunde, wenn man durch die Dünen und nicht am Strand entlang läuft.

Spaziergang durch die "Wulde"
Spaziergang durch die Braderuper Heide


10. Souvenirs:
Krabbenbrötchen und Austern kann man schlecht einpacken, aber ein beliebtes Mitbringsel ist das Sylter Meersalz, das aus Nordseewasser gewonnen wird. Ich bin keine Mineralstoff-Expertin, aber es schmeckt sehr gut! Klassiker: Rhabarber- oder Pflaumen-Marmelade, die man zum Beispiel im Sylter Teehaus kaufen kann. Auch nett: der Käse aus dem friesischen Käselädchen in Keitum.

Sylter Meersalz List Manufaktur Sylt Shop
Sylter Meersalz Manufaktur

So, jetzt seid ihr dran: Ich will nächstes Jahr wieder nach Sylt – dann mit euren Tipps im Gepäck!

(Headerfoto: La Grande Plage, Fährhaus, privat)

Kommentare

  1. Vanessa sagte am

    Das ist ein sehr schöner Sylt Guide.

    Ich liebe Sylt und war auch schon öfter dort. Das Wetter war bei mir teils super und teils durchwachsen. Geschmäcker sind ja verschieden, doch ich persönlich mag die Sansibar total und finde das Essen dort einfach genial und richtig lecker.
    Ich war immer mit dem Auto unterwegs und finde es hilfreich eines zu haben, doch bei schönem Wetter ist ein Fahrrad auch ein super Fortbewegungsmittel.
    Ich will auch bald mal wieder nach Sylt, doch von London kommt man da leider nur schwer hin. Bei mir steht Marrakesh als nächstes an – freu mich schon.

    Lieben Gruss
    Vanessa /// http://www.cityfreudeblog.london

  2. Hallo Alexa,

    vielen Dank für deinen Beitrag! 🙂
    Es weckt sofort ein Fernweh Gefühl in mir, das glaubst du nicht.
    Ich liebe den Norden und ziehe ihm den Süden 1000 Mal vor (zumindest wenn es um Italien & Spanien geht).
    Seit meinem 1. Lebensjahr bin ich fast jedes Jahr mit meinen Eltern nach Norddeutschland gefahren bzw. Dänemark.
    Ich liebe die Ruhe und die Menschen dort oben.
    Man könnte meinen ihre Uhr tickt ein wenig anders, sprich langsamer als unsere.
    Ich habe den Eindruck die Leute nehmen alles viel entspannter…
    Gut, bis jetzt waren wir dort auch immer nur Urlaub machen, aber selbst bei schlechtem Wetter zaubert einen dort jeder ein kleines Lächeln ins Gesicht.

    Warst du schon einmal in Dänemark?
    Musst du unbedingt mal machen *-*
    Es gibt nichts besseres.. und dort ist noch ein klein wenig weniger Trouble wie auf Sylt.
    Dort gibt es ganz tolle Ferienhäuser zu mieten.
    Wir sind immer auf der Insel Fanö….
    Google mal 😉

    Vielen lieben Dank nochmal
    Die Bilder sind ein Genuss <3

  3. Mein Restaurant-Tipp ist das Alte Zollhaus in Westerland. Absolut gemütlich, super nette Bedienung und grandioses Essen!
    Tagsüber auf jeden Fall hoch zum Ellenbogen und die Ruhe und den tollen Ausblick genießen!

  4. Kuchen essen in der Kupferkanne. Sonnenuntergang am Roten Kliff. Und die Weite am Ellenbogen genießen… Sylt ist wirklich wunderschön.

  5. Danke für die Tipps, die kommen mir wie bestellt im Entscheidungsprozess. Wir wollen Anfang September mit Family auf eine Nordseeinsel und liebäugeln auch mit Föhr. Aber gerade regt sich in mir die Lust auf Sylt, wo ich noch nie war wegen Vorurteilen (zu teuer, schicschi etc)

  6. Per Fahrrad von Westerland nach List radeln unbedingt Weg durch die duenenlandschaft parallel zum Strand waehlen. Dann bei gosh in list staerken und per Bus zurück Fahrrad hinten auf den Bus laden

  7. Schöner Guide! Ich war einmal auf Sylt, sonst immer auf Amrum, weil mir da der breite Strand einfach besser gefällt. Aber es ist eben sehr klein da und man hat schnell alles gesehen und in allen guten Läden gegessen (gerade wenn man schon 10 Mal da war allein in den letzten Jahren, dann wird’s doch auch mal eher langweilig). Deshalb wollte ich Sylt noch mal eine Chance geben in absehbarer Zeit, mit deinen Tipps wird das sicher super. Gerade was das Übernachten angeht ist die Pension ein super Tipp. Und wie du sagst, da ich sowieso draußen sein möchte und unterwegs, muss es auch nicht das teure Luxus Hotel sein mit jedem Schnick Schnack im Zimmer.

  8. Notjustaprettyface0 sagte am

    Bei Wonnemeyer kann man sehr gut essen. Und als Souvenir eignet sich die Schokolade der schokoladenfabrik in Westerland sehr.

  9. definitv die schokolade ausm cafe wien in Westerland!riiieeeesssen schokoladenwand! super! bestelle mir sie manchmal sogar nach haus;)))))

  10. Nach Sylt kann man wirklich nicht oft genug fahren..! Vielleicht sind diese Tips ja was für deinen Trip im nächsten Jahr:
    – Pius in Keitum ist immer super um gemütlich einen Wein zu trinken. Dazu gibt’s Kleinigkeiten u.a. einen wirklich sehr guten Flammkuchen! ..wenn man draußen sitzen will: unbedingt vor 10 Uhr abends kommen, da wird der Außenbereich geschlossen.
    – mein Freund schwärmt sehr von der Bar im Severin’s und für Sylter Verhältnisse sollen die Preise auch recht fair sein. Werde ich im Juli selber ausprobieren.
    – den Sonnenuntergang mit einem Bierchen auf der Plattform vom Rettungsschwimmerhäuschen an der Himmelsleiter (Westerland) genießen.
    – von Braderup über Munkmarsch nach Keitum spazieren.
    – aus der Kategorie Mitbringsel: Haselnussstange von Raffelhüschen, dort kaufe ich immer Brot bevor es zurück nach Berlin geht.

  11. Einfach mal im Winter fahren! Kalt und windig ist es sowieso immer, aber klirrende Kälte und Sonne sind ein Traum. Ich hatte sogar mal Glück und habe Sylt im Schnee gesehen. Außerdem ist es dann nicht so voll. Nur die irritierten Kommentare von Bekannten muss man sich wohl oder übel anhören.

  12. Hallo lexi! Habe gerade Sylt für meine Familie gebucht, was für ein Zufall! (Nachdem wir gerade unser Haus renoviert haben ;). Da werden wir deine Tipps gleich ausprobieren… will unbedingt auch surfen gehen, darauf freu ich mich schon riesig… liebe Grüße, Viola

  13. Wir sind seit Jahres jedes Jahr im November dort, da hat man Sylt für sich. Wir nehmen uns immer ein Kuchenpaket von Café Wien mit in unser Ferienhaus und schlemmen dann gemütlich zu Hause bei Tee. Mein absoluter Favorit: Die Marzipan-Nuss-Sahnetorte – ein Traum!
    Wiking Sylt hat tolle Ferienhäuser- und Wohnungen.
    Im November gilt dicke Jacke, Mütze etc., aber auch immer Sonnenbrille. Wir haben fast immer Sonnenschein. Der Ellenbogen ist traumhaft zum Spazierengehen. Letztes Jahr sonnende Robben am Strand gesehen.
    Sylt ist jedes Jahr wie nach Hause kommen und immer schön 🙂

  14. Fisch Fiete ist schon seit mindestens zwei Jahren zu. Ebenfalls die Sturmhaube. Wonnemeyer wurde/wird gerade abgerissen. Alte Friesenstube in Westerland und Alter Gasthof in List sind zu empfehlen.. zum übernachten: Benen Diken Hof in Keitum.

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