Shop the Trend: Ring Bags

Put a Ring on it! Diese neuen Taschenmodelle erobern gerade unsere Herzen

Den Glauben an Trends, die praktisch sind, habe ich schon längst aufgegeben: Spitze Mules, in denen sich die Zehen verkrampfen, Netzstrumpfhosen, die im Winter so gut wärmen wie eine kaputte Heizung und große Kugelohrringe, die aus einem Ohrläppchen einen Ohrlappen machen – Bequemlichkeit ist aus der Modebranche seit den Stan Smiths verschwunden.

An manchen Tage verfluche ich diese Entwicklung, an anderen denke ich mir: Tschüssi deutsche Praktikabilität, bonjour Fashion!

Geschehen bei den aktuellen Ring Bags. Auf der Berlinale hatte ich Julia Haghjoo schon mit einer Simon Miller Tasche bewundert und noch ein bisschen mehr bemitleidet, als sie verzweifelt versuchte ihr riesengroßes iPhone in die doppelt so kleine Tasche zu quetschen. Aber hey, die Tasche sah zu ihrem Business Suit großartig aus und brachte das gewisse Etwas, nachdem ich immer auf der Suche bin.

Fotos via mango.com

Im Februar also auf der Berlinale zum ersten Mal wahrgenommen und kurze Zeit später war das Simon Miller Taschenmodell auf den Fashion Weeks nicht mehr wegzudenken. Kaum tragen Roberta Benteler – die die Taschen in ihrem Onlineshop Avenue32 übrigens als eine der ersten hatte – Camille Charrière und Carola von Viennawedekind, schon war es um uns geschehen.

Die Labels, die in diesem Trend, die Nase ganz weit vorne haben: The Row (unbezahlbar!), Simon Miller, Kozha und Chloé. Mittlerweile ziehen aber auch die High-Street-Labels wie Topshop, Mango und & Other Stories nach, yay! Kozha Numbers, das Label, was neben Simon Miller gerade überpräsent an den Handgelenken auf Instagram ist, wurde übrigens erst 2015 von Ilona Gerasimov und Lena Vasilenko gegründet und die Handtaschen werden alle in Portland, Oregon gefertigt. Jedes Produkt ist handgefertigt.

Aber stopp, bevor ich jetzt gleich wie verrückt durch die Onlineshops zieht (die Arbeit haben wir euch unten nämlich schon abgenommen und die schönsten Modelle herausgesucht) kommen hier noch ein paar Bedingungen, die ihr erfüllen müsst, um bei den Bracelet Bags – so nennt man die feschen Teile nämlich auch – mitzumachen:

  1. Keine Beauty-Junkies erlaubt: Lipgloss, Puder, Bronzer, Spiegel, Lippenstift, Handcreme, Bürste? No way! Stattdessen bitte auf ein Produkt einigen, denn mehr Platz ist in den kleinen Modellen nicht.
  2. Zigarette, Handy oder Buch in der Hand? Leider nein, denn die Taschen können nicht über die Schulter gestreift oder gar Cross Body getragen werden. Stattdessen ist damenhaftes Verhalten gefragt.
  3. Minimalismus gefragt! Denn am schönsten wirken die Taschen, wenn das restliche Outfit zurückhaltend ist.

Die schönsten Modelle gibt’s hier:

Fotos Header: instagram.com/viennawedekind, instagram.com/lucywilliams02, mango.com, Kozhan Numbers

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

Kommentare (1) anzeigen

Eine Antwort auf „Shop the Trend: Ring Bags“

Den Trend finde ich auch mega und habe mir schon vor ein paar Wochen das cognacfarbene Modell bei Mango gesichert. Es kommt dem „Original“ wie ich finde am nächsten. In die Tasche von Mango passt sogar erstaunlich viel rein, hätte ich nicht gedacht 😉 Auf jeden Fall ein super schöner Trend, vielen Dank für die vielen schönen Modelle, vielleicht wandert noch ein weiteres Modell in meinen Warenkorb…

Sonnige Grüße, Neele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.